https://mishtalk.com/economics/welcome-to-the-central-bank-hotel-once-inside-you-can-never-leave

 

Willkommen im Zentralbank-Hotel!

Wenn man mal drin ist, kann man nie wieder weg...

 

Die Digitalwährungen der Zentralbanken sind auf dem Weg.

Die Deutsche Bundesbank hat soeben dem digitalen Euro gehuldigt. Diskutieren wir die Risiken.

 

Von Mike „Mish“ Shedlock, 24.09.2021

 

 

Fintech und globale Zahlungen

 

Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank, hielt bei der Digitalkonferenz „FinTech und die globale Zahlungslandschaft – auf zu neuen Horizonten“ die Eröffnungsrede.

 

Etwas über einen digitalen Euro

 

Der Titel der Rede von Weidmann lautete „Über den digitalen Euro“

https://www.bundesbank.de/en/press/speeches/exploring-a-digital-euro-875408

 

Anm.d.Ü.: oder auf Deutsch (keine Übersetzung, eher eine Zusammenfassung): https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/weidmann-ein-digitaler-euro-muss-den-buergerinnen-und-buergern-einen-klaren-mehrwert-bieten--875416 )

 

Betonungen und Kommentare in Klammern [ ] vom Autor:

 

Papiergeld zum Beispiel wurde erstmals vor etwa tausend Jahren in China eingeführt. Diese Innovation veränderte schließlich das Zahlungssystem. Heute steht die Digitalisierung kurz davor, den Zahlungsverkehr umzukrempeln.

 

Die Zentralbanken müssen sich überlegen, wie sie auf diese Herausforderung reagieren können. Eine Möglichkeit ist die Ausgabe von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs). Laut einer Umfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist der Anteil der Zentralbanken, die an CBDC für den allgemeinen oder Großhandel arbeiten, im vergangenen Jahr auf 86 % gestiegen. Viele von ihnen haben bedeutende Fortschritte gemacht.

 

Vor zwei Monaten hat das Eurosystem ein Projekt zur Untersuchung von Schlüsselfragen bezüglich der Gestaltung eines CBDC für den Euroraum gestartet. Ziel der Untersuchung ist es, uns auf die mögliche Einführung eines digitalen Euro vorzubereiten. Experimente haben bereits gezeigt, dass ein digitaler Euro mit den vorhandenen Technologien prinzipiell machbar ist.

 

Wie mein EZB-Kollege Fabio Panetta betonte, würde ein digitaler Euro "kein Liquiditätsrisiko, kein Kreditrisiko und kein Marktrisiko" aufweisen und somit dem Bargeld ähneln. [Kein Risiko? Wirklich?]

 

Der Schutz der Privatsphäre wäre daher eine der wichtigsten Prioritäten, um das Vertrauen der Menschen zu erhalten. Die europäischen Datenschutzvorschriften müssten eingehalten werden. Dennoch wäre ein digitaler Euro nicht so anonym wie Bargeld. Um illegale Aktivitäten wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu verhindern, müssten die zuständigen Behörden in der Lage sein, Transaktionen in begründeten Einzelfällen zurückzuverfolgen. [In jedem Fall]

 

Bei der Entwicklung von CBDC geht es aber auch darum, die Risiken zu begrenzen. Um übermäßige Abhebungen von Bankguthaben zu verhindern, wurde vorgeschlagen, eine Obergrenze für die Menge an digitalen Euro festzulegen, die jeder Einzelne halten kann. Oder dass digitale Euro-Bestände, die eine bestimmte Grenze überschreiten, durch die Anwendung eines Strafzinses unattraktiv gemacht werden könnten. (Kein Risiko? Ich dachte, Sie sagten, es gäbe kein Risiko.)

 

Wenn ein digitaler Euro für Gebietsfremde zugänglich wäre, könnte sich dies auf die Kapitalströme und die Euro-Wechselkurse auswirken. Hier ist eine internationale und multilaterale Zusammenarbeit gefragt. (Moment mal, ist das ein weiteres Risiko?)

 

Selbstverstärkende Schleifen und "Lock-in"-Effekte könnten die Nutzer an eine Plattform binden und Konkurrenten ausschließen. Einige Beobachter fühlen sich an "Hotel California", den berühmten Song der amerikanischen Rockband "The Eagles", erinnert: Es ist ein so schöner Ort, mit viel Platz; aber wenn man einmal drin ist, kann man nie wieder weg. [Hotel Zentral Bank: Wenn man einmal drin ist, kann man nicht mehr raus.]

 

Das Eurosystem hat kein kommerzielles Interesse an den Daten oder dem Verhalten der Nutzer. Ein digitaler Euro könnte daher dazu beitragen, das zu sichern, was schon immer das Wesen des Geldes war: Vertrauen. [Ach ja, das Vertrauen, dass die Zinssätze nicht noch mehr ins Negative gehen, dass das Geld nicht verfällt und dass Abhebungen nicht gedeckelt werden?].

 

Die Zentralbanken müssen auf dem neuesten Stand der Technik sein. Sonst können sie nicht das Rückgrat der Zahlungssysteme bilden und sicheres und vertrauenswürdiges Geld für das digitale Zeitalter anbieten.

 

Dies hat alle großen Zentralbanken dazu veranlasst, die Ausgabe von CBDC zu prüfen. Unser Erfolg als Geldschöpfer wird jedoch nicht so sehr von der Geschwindigkeit abhängen, sondern vom Vertrauen derjenigen, die das Geld verwenden sollen.

 

 

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Anm.d.Ü.: Und hier der Generalmanager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Agustín Carstens:

 

(„Die Zentralbank wird absolute Kontrolle über die Regeln und Vorschriften zum Gebrauch dieses 'Geldes' haben, und wir werden auch die Technologie besitzen, um es durchzusetzen“)