https://www.unz.com/gatzmon/why-the-left-is-dead-in-the-water-revisited/

 

Warum die Linke am Arsch ist (neu aufgelegt)

 

von Gilad Atzmon, 13.12.2019

 

 

Einleitung: Nach der katastrophalen Niederlage seiner Partei hat Labour-Führer Jeremy Corbyn diesen Morgen angekündigt, dass er mit der Partei die Notwendigkeit eines „Nachdenkprozesses“ diskutieren wolle und er versprach, dass er selbst „die Partei während dieser Periode führen wolle, um sicherzustellen, dass diese Diskussion stattfindet.“

 

Ich erwarte nicht, dass Labour seine akutesten Probleme überwinden wird. Als ersten Schritt einer Erholung würde ich Corbyn und seiner Karikatur von Partei empfehlen, dass Labour meine Arbeit zur Pflichtlektüre für seine Mitglieder und die Führung macht – anstatt Parteimitglieder rauszuschmeißen, die meine Sachen lesen, anstatt Abgeordnete rauszuschmeißen, die mein Recht verteidigen, meinen Lebensunterhalt als Musiker zu bestreiten, oder die Hunderttausende an Steuergeldern ausgeben, um eine ausländische ultrarechte Lobbygruppe zu besänftigen.

 

In diesem Artikel vom Februar 2019 habe ich erklärt, warum die Linke am Arsch ist und warum Corbyns Labourpartei ein Symptom für das totale Desaster ist, das die gegenwärtige Linke darstellt..

 

Warum die „Linke“ am Arsch ist

 

Es scheint, als sei von der Linken nicht viel übrig und was noch bleibt, hat nichts mit „links“ zu tun.

 

Zeitgenössische „linke“ Politik hat sich von seiner natürlichen Wählerschaft entfernt, der Arbeiterschaft. Die sogenannte „Linke“ ist im Grunde ein Symbol für „Guardian-Leser“, ein kritischer Ausdruck für Menschen der Mittelschicht, die aus irgendwelchen Gründen behaupten, dass sie wüssten, was für die Arbeiterklasse gut sei. Wie konnte das der Linken passieren? Warum ist sie vom Weg abgekommen und wer hat daran Schuld?

 

Eine Antwort lautet: die Hierarchie. Die kapitalistische Welt und die Welt der Konzerne arbeitet mit einem enorm hierarchischen Prinzip. Der Weg zur Vorstandschaft einer Bank, zum Management einer global handelnden Firma oder auch zu den höchsten Rängen im Militär ist evolutionärer Natur. Diese Kraft wird im herausfordernden Aufstieg in einem zunehmend herausforderndem System gelernt. Es geht nur um das Überleben des Angepasstesten. Jeder Schritt beinhaltet neue Herausforderungen. Schon ein Fehler auf einer Stufe kann einen Rückschritt oder sogar das Karriereende bedeuten. In den guten alten Tagen funktionierte auch die Linke nach diesem hierarchischen System. Es war ein langer, herausfordernder Weg vom örtlichen Gewerkschaftler bis zur nationalen Partei. Aber die Linke ist nicht mehr hierarchisch.

 

Linke Ideologie, wie die Politik für die Arbeiterklasse, war ursprünglich ein Nebenprodukt der industriellen Revolution. Sie entstand durch das Ansprechen der Nöte und Forderungen einer neu entstandenen Klasse; jene, die Tag und Nacht arbeiteten, um andere Leute reicher zu machen. In der alten Zeit, als die Linke ein sinnvolles Unterfangen war, wuchsen aus den Gewerkschaften linke Politiker. Jene, die distinguiert waren, die Zustände ihrer Arbeiterkollegen zu repräsentieren und zu verbessern, haben es in in die Gewerkschaften und in die nationalen Parteien geschafft. Nichts davon existiert mehr.

 

In einer Welt ohne Produktion wurde die Arbeiterklasse aus der Verbraucherkette herausgelöst und zur „Unterschicht“ herabgestuft. Der gegenwärtige linke Politiker hat nichts mit den Arbeitslosen zu schaffen, geschweige denn der Klasse der Arbeitslosen. Die Gewerkschaften sind größtenteils stillgelegt. Man wird wenige Labour-Politiker finden, die tatsächlich in Fabriken gearbeitet und sich wirklich mit arbeitenden Menschen abgegeben haben. Kein gegenwärtiger linker Politiker, inklusive Jeremy Corbyn und Bernie Sanders, ist das Ergebnis eines Aufstiegs durch ein höchst forderndes hierarchisches System, da ein solches System seit mindestens vier Jahrzehnten innerhalb der Linken nicht mehr wirklich existiert hat.

 

In den meisten Fällen ist der gegenwärtige linke Politiker ein Universitäts-Aktivist der Mittelschicht, der durch parteipolitische Aktivitäten geformt wurde. Anstatt um Produktion und Arbeitsplätze zu kämpfen, hat die Linke sich dem zutiefst spaltenden identitären Kampf gewidmet. Während die alte Linke dazu neigte, uns durch ihre Führung im Kampf gegen die schrecklichen Kapitalisten zu vereinen, statt sich darüber Sorgen zu machen, ob man ein Mann oder eine Frau ist, Schwarz oder Weiß, Jude oder Moslem, schwul oder hetero, fördert unsere gegenwärtige „Linke“ in Wahrheit rassische Unterschiede und Spaltungen, da sie Menschen dazu drängen, sich mit ihrer Biologie zu identifizieren (Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, jüdische mütterliche Gene usw.) Während uns die alte Linke gegen die Kapitalisten vereint hat, spaltet uns die zeitgenössische „Linke“ und benutzt die Fördergelder, die sie von kapitalistischen Stiftungen wie dem Open Society Institut von George Soros einsammelt.

 

Die britische Labourpartei ist ein Paradebeispiel dafür. Sie sind taub gegenüber dem Schrei der unteren Klassen. Sie behauptet, sie sei „für die Vielen“ da, aber in der Praxis hört sie nur die wenigen Stimmen innerhalb der aufdringlichen Israel-Lobby. Während Britannien mit der wichtigen Debatte über den Brexit streitet, hat sich British Labour stattdessen auf die fadenscheinigen Anschuldigungen von „Antisemitismus“ konzentriert. Es ist schwer zu erkennen, wie irgendeine linke politische Institution im Westen auch nur planen kann, den Menschen mehr Arbeit zu bringen. Die Linke hat nichts für den Weg zu einer besseren Gesellschaft für alle anzubieten. Es ist unmöglich, innerhalb der gegenwärtigen „Linken“ die Linke zu finden.

 

Warum ist das der Linken passiert? Warum ist sie bedeutungslos geworden? Weil die Linke mittlerweile ein nicht-hierarchisches System ist. Sie ist eine Mischung aus einzigartig talentlosen Menschen, die Politik zu ihrer „Karriere“ gemacht haben. Die meisten linken Politiker haben noch nie in einem anständigen Job gearbeitet, wo es Geld für Verdienst, Errungenschaften oder Ergebnisse gibt. Die große Mehrheit linker Politiker stand nie vor den ökonomischen Herausforderungen, die man mit den Erfahrungen Erwachsener verbindet. Tragischerweise können solche Menschen kein Land, eine Stadt, einen Bezirk oder nicht mal ein Dorf leiten.

 

Die Linke hatte für etwa 150 Jahre einen positiven Einfluss. Aber ihre Rolle hat sich überlebt, da sich die Bedingungen für ihre Daseinsberechtigung radikal verändert haben. Die Linke hat es nicht geschafft, sich anzupassen. Sie hat sich selbst vom universalen Ethos verabschiedet.

 

Die Veränderung unserer menschlichen Landschaft hat das verzweifelte Bedürfnis nach einem neuen Ethos erzeugt: ein neuer Standpunkt, der die ethischen und universellen Wurzeln des westlichen Athen wiederherstellt und neue Regeln hervorbringt, die nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit streben, im Gegensatz zu der derzeitigen krebsartigen Tyrannei der Korrektheit.

 

Kommentare: 2
  • #2

    lex (Mittwoch, 08 Januar 2020 19:28)

    @geschuetz: Nicht die linken, sondern diese linken.

  • #1

    Ge.Schuetz, wie Blitz und Donner (Montag, 23 Dezember 2019 16:04)

    Die Linken sind verführte Idioten.
    Sie erkennen nicht, von welchen Kräften sie gesteuert werden: Es sind die Rothschilds, die Rockefellers, Soros und so weiter.