https://libertyblitzkrieg.com/2020/02/03/zerohedges-twitter-account-is-permanently-banished/#more-62388

 

Der Twitter Account von Zerohedge ist für immer gelöscht

 

von Michael Krieger, 03.02.2020

 

Die meisten von euch, die das hier lesen, wissen, dass der erfolgreiche und sehr beliebte Twitter Account von Zerohedge mit über 670.000 Followern vom Twitter-Politbüro mit einer lebenslangen Sperre belegt wurde. Dieser Artikel konzentriert sich nicht auf die Details der Sperre. Wer mehr darüber lesen will, der kann das hier tun:

https://www.zerohedge.com/political/zerohedge-suspended-twitter

 

Es ist dringend geboten, sich nicht zu sehr auf die individuellen Opfer dieser Sperren durch die Tech-Giganten zu konzentrieren. Stattdessen sollte man auf das größere Ganze blicken. Statt darüber zu diskutieren ob man Zerohedge mag oder nicht, oder ob sie eine rote Linie überschritten haben, will ich die gefährlichen Folgen dominanter Social Media Firmen herausstellen, die mit lebenslangen Sperren als Waffe praktisch gegen die Meinungsfreiheit vorgehen.

 

Dieser Artikel wird drei Hauptthemen behandeln. Erstens die Tatsache, dass Twitter und andere Social Media Firmen im Grunde ein Kastensystem geschaffen haben, wenn es um das Engagement auf ihren Plattformen geht. Zweitens die Frage, ob eine lebenslange Verbannung von Social Media Plattformen ein moralischer Gedanke ist oder nicht. Drittens die Gefahren, wenn Twitter im Grunde den gesamten Verlauf eines verbannten Accounts in das Gedächtnisloch wirft.

 

Im Grunde genommen hat @Twitter auf seiner Plattform ein Kastensystem geschaffen. Dies widerspricht dem ganzen Geist, warum fast alle von uns den sozialen Medien beigetreten sind. Es ist ein massives, gefährliches Problem, das angegangen werden muss.

Ich werde darauf und auf vieles mehr in einem späteren Beitrag eingehen.

Michael Krieger @LibertyBlitz, 3. Februar 2020

 

Als das Internet und die sozialen Medien an Zulauf gewannen, wurde der Gedanke der „Bürgerjournalismus“ zunehmend populär und die Öffentlichkeit hat entdeckt, wie jede Menge zuvor unbekannten Menschen eine große Menge an versteckten Informationen und interessanten Sichtweisen offenlegen. Das führte zu konkurrierenden Narrativen zu allen möglichen Themen und wir waren uns im Grunde alle einig, dass wir die Menschen am besten als Erwachsene behandeln sollten und sie die Dinge selber herausfinden sollten. Das hießt, bis Hillary Cllinton die Wahl verloren hat.

 

Ab dem Punkt drehte ein bestimmter Teil der Bevölkerung völlig durch und begann damit, von den Social Media Firmen den Kampf gegen und die Zensur von "Fake News" zu fordern. Diese antiliberale Perspektive, die größtenteils von selbsternannten Liberalen gefördert wurde, beeinflusste die Art und Weise, wie Führungskräfte im Bereich der sozialen Medien in den folgenden Jahren über Plattforminhalte nachdachten und damit umgehen. Das Ergebnis war, dass Twitter und andere Tech-Giganten auf ihren Plattformen effektiv ein Kastensystem geschaffen haben. Obwohl sie es nicht ausdrücklich zugeben wollen, scheinen die Führungskräfte dieser Unternehmen nun der Meinung zu sein, dass bestimmte Personen und Organisationen bei der Gestaltung des nationalen Narrativs Vorrang haben sollten, während andere klein gehalten werden sollten. Während sie die letztere Gruppe so lange tolerieren, bis sie zu einflussreich und störend ist, existiert die erstere Klasse auf einem Niveau, das völlig über den Nutzungsbedingungen von Twitter steht. Bestimmten Personen und Organisationen ist es erlaubt, auf der Plattform zu tun, was sie wollen, während andere zunehmend willkürlichen und subjektiven Verboten unterworfen sind. Es entwickelt sich schnell zu einem absichtlich manipulierten System, das darauf abzielt, die Narrativkontrolle in eine bestimmte Richtung umzulenken.

 

Stellt euch diese Frage: Glaubt ihr, dass CNN etwas tun könnte, was zu einem lebenslangen Verbot auf Twitter führen würde? Ich glaube es nicht. Ich glaube wirklich, dass die Nachrichtenorganisation CNN absolut alles tun kann was sie will, auf oder neben Twitter und niemals für ein lebenslanges Verbot in Betracht gezogen würde. Warum? Weil es eine geschützte Organisation ist. CNN steht über dem Twitter-Gesetz und steht als solches an der Spitze des Kastensystems der sozialen Medien. Es ist natürlich nicht nur CNN, es gibt viele Einzelpersonen und Organisationen, die einfach nicht so wie du oder ich den Nutzungsbedingungen von Twitter unterliegen. Ein Politiker, der zu massenhafter Regierungsgewalt im Ausland (Krieg) aufruft, ist ein weiteres Beispiel. Solche Dinge passieren regelmäßig und ohne Konsequenzen. Warum? Twitter hat beschlossen, dass das Eintreten für präventive Regierungsgewalt als vernünftig angesehen wird. Sie haben festgestellt, dass das Eintreten für eine Form von Gewalt (Krieg) in Ordnung ist, das Eintreten für andere Arten von Gewalt jedoch nicht. Niemand hat darum gebeten, aber hier sind wir jetzt.

 

Als nächstes möchte ich über das gesamte Konzept eines lebenslangen Verbots durch ein dominantes Social-Media-Unternehmen wie Twitter reden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto ethisch unhaltbarer scheint diese Praxis zu sein. Genauso wie wir eine Person nicht lebenslang ins Gefängnis stecken sollten, außer unter den extremsten Umständen, sollten wir uns nicht damit abfinden, Menschen auf großen Social Media-Plattformen für immer zu verbieten. Solche Maßnahmen setzen voraus, dass sich Menschen nicht ändern können und auch nicht ändern, aber Twitter scheint die Durchsetzung seiner Nutzungsbedingungen nicht aus einem grundsätzlich fairen oder ethischen Standpunkt zu betrachten. Führungskräfte nutzen zunehmend diese extremste Form der Bestrafung, das lebenslange Verbot ohne Vorwarnung für geringfügige oder missverstandene Verstöße. Es gibt viele andere Möglichkeiten, wie Twitter mit den als schwerwiegend empfundenen Verstößen umgehen könnte. Man kann ein drei- oder sechsmonatiges oder sogar einjähriges Verbot verhängen, aber eine lebenslange Verbannung ist in fast allen Fällen, die ich in den letzten Monaten beobachtet habe, eine extreme und nicht zu rechtfertigende Position.

 

Das hat mir klar gemacht, dass Twitter dieses Werkzeug nicht dazu einsetzt um seine Nutzungsbedingungen durchzusetzen, sondern ihre Nutzungsbedingungen existieren dazu, eine Ausrede zu liefern, um jeden Account zu eliminieren, der den Führungskräften oder in Brooklyn ansässigen Konzern-Bloggern als ungenießbar erscheint.

 

Ich frage mich, ob es von den blau gecheckten Buzzfeeds eine Direktverbindung zu @jack gibt, um Gedankenverbrechen zu melden.

1-800 schütze mich vor Meinungen, die mit Yuppie-Brooklyn kollidieren

Michael Krieger @LibertyBlitz, 2. Februar 2020

 

Ich weiß, ich weiß, "Privatkonzern und so". Aber lasst uns über die Realität sprechen. Würde ich persönlich von Twitter verbannt werden, wäre meine Stimme in der Öffentlichkeit erheblich geschmälert.

 

In diesem Fall sollte man mich anweisen, mein eigenes Twitter zu starten oder einer Alternative beizutreten, aber die Wahrheit ist, dass Twitter den sozial und politisch sehr wichtigen Micro-Blogging-Bereich in den USA dominiert. Es ist die bevorzugte Kommunikationsplattform von Präsident Trump, um sich lautstark zu äußern. Sie können dort meine Existenz beenden und meine Stimme auf sehr heftige Weise für die absehbare Zukunft auslöschen, und Twitter kann dies jederzeit aus welchem Grund auch immer tun. Wenn ein Social Media-Unternehmen beschließt, dass es dich loswerden will, kann es sich irgendwann immer eine Ausrede einfallen lassen. Ist das ein großes Problem? Ich denke schon.

 

Wenn ich Trump wäre, würde ich Social-Media-Verbote in den Mittelpunkt meines gesamten 2020-Wahlkampfs stellen.

 

Aber er macht das nicht, weil er sich zu sehr darauf konzentriert, den Aktienmarkt aufzupumpen und Ghislaine Maxwell nicht zu finden.

 

Michael Krieger (@LibertyBlitz) 3. Februar 2020

 

Und ich möchte mit einem weiteren beunruhigenden Aspekt des lebenslangen Twitter-Verbotes schließen. Selbst wenn man es als ein vertretbares Konzept akzeptiert, und ich tue es im Allgemeinen nicht, ist die Art und Weise, wie sie damit umgehen, besonders problematisch. Wenn ein Account wie Zerohegde verbannt wird, verliert man die Möglichkeit, historische Tweets einfach zu durchsuchen, was in diesem Fall bedeutet, dass in einem Jahrzehnt hunderttausende von Kommentaren abgegeben wurden. Wenn man auf den nicht mehr existierenden @Zerohegde-Handle geht, wird man dies sehen:

Diese Seite ist völlig tot. Man kann nicht zurückgehen und sich alte Tweets anschauen, die zu 99% nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen haben und zusammengenommen einen wichtigen Teil der Geschichte nach der Finanzkrise ausmachen. Es wird für jeden von uns oder zukünftige Historiker, die diesen Zeitraum erforschen wollen, viel schwieriger, über Zerohedge und die Rolle, die sie im letzten Jahrzehnt gespielt haben, zu schreiben, da diese Informationen jetzt viel schwerer zu finden sind. Das ist grundsätzlich unethisch und fühlt sich an wie das moderne Äquivalent zum Verbrennen von Büchern. Wenn die Firma Accounts auf Lebenszeit verbieten will, sollte sie zumindest die historischen Aufzeichnungen bestehen lassen und leicht zu finden sein.

 

Aber Twitter ist das egal. Es kümmert sie nicht, weil das lebenslange Verbot als absichtlich willkürliches, grausames und rachsüchtiges Zwangsmittel funktioniert. Es soll den Menschen Angst einjagen und letztlich ein manipuliertes Spielfeld schaffen, auf dem verschiedene Personen und Organisationen nach unterschiedlichen Regeln auf einer Plattform spielen. Auf diese Weise kann das gesamte öffentliche Narrativ in eine bestimmte Richtung manipuliert werden, das sich tendenziell mit den vorherrschenden Konsensmeinungen von San Francisco, New York und Washington D.C. überschneidet.

 

Die Schläge werden so lange fortgesetzt, bis Gedankenverbrechen ausgelöscht sind.

 

 

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Kommentare: 4
  • #4

    lex (Sonntag, 09 Februar 2020 08:35)

    genau .. wie bei der Propagandaschau. Alles bei vielen gespeichert. Damit das Wissen ja nicht verloren geht.

  • #3

    P Pank (Samstag, 08 Februar 2020 14:48)

    Der der ahnt, er beweht sich auf dünnem Eis sollte Vorsorge treffen. In diesem Fall, Kopien aller Tweets vorhalten.

  • #2

    michel o. neland (Freitag, 07 Februar 2020 18:55)

    # Ines
    Wer sich vor 20 Jahren mit Menschen ähnlicher Mentalität Wein und Bier gesoffen, weiß heute sicher nicht, was da besprochen und verkennt auch die Dimension dieses Artikels. Die dort skizzierte Entwicklung geht weit über nineteen eighty-four ++ hinaus.

  • #1

    Ines (Mittwoch, 05 Februar 2020 08:22)

    Wir haben uns in meiner Zeit mit Menschen aller Coleur in Kneipen zu einem Bier oder Wein und zu Gesprächen getroffen, das ist noch keine 20 Jahre her und man kann sich persönlich austauschen.