https://www.zerohedge.com/political/establishment-only-dislikes-trump-because-he-puts-ugly-face-empire

 

Das Establishment mag Trump nur deshalb nicht,

weil er dem Imperium ein hässliches Gesicht verleiht

 

von Caitlin Johnstone, 06.06.2020

 

 

Barack Obama hat über die Black Lives Matter Demos, die heute in Amerika stattfinden, seine oberflächliche Rede gehalten. Und sie war genauso voller schöner Worte wie inhaltsleer...

Präsident Obama: „Ich möchte jene Leute in der Exekutive loben, die die Ziele zu einem neuen Denken im Polizeidienst mittragen.“

 

...wie man das von einem Präsidenten erwartet, der acht Jahre lang die progressive Bewegung gelähmt hat, mit dem Märchen aus leerer Hoffnung, während er die selben mörderischen und unterdrückerischen Pläne wie seine Vorgänger verfolgt hat.

 

Der frühere Präsident redete über nötige Veränderungen, so als wäre er nicht zwei ganze Amtszeiten der mächtigste Politiker Amerikas gewesen, und er lobte die Polizeibeamten des Landes indem er sagte, die „überwiegende Mehrheit“ von ihnen würden das Volk schützen und ihm dienen, und er ermutigte sie dazu, weiterhin leere Solidaritätsgesten gegenüber den Demonstranten zu machen, damit die sich beruhigen.

 

Ich möchte jene Leute in der Exekutive würdigen, die die Ziele zum Neudenken im Polizeidienst mittragen“, sagte Obama. „Denn es gibt da draußen Leute, die ihren Eid geschworen haben, euren Gemeinden zu dienen, euren Staaten [die] einen schweren Job haben, und ich weiß, dass ihr über die Tragödien der letzten Wochen genauso erzürnt seid wie viele der Demonstranten. Wir sind deshalb dankbar für die große Mehrheit von euch, die schützen und dienen. Es hat mich berührt, jene im Vollzugsdienst zu sehen, die anerkennen: 'Ich möchte mit diesen Demonstranten marschieren. Ich möchte Seite an Seite stehen und anerkennen, dass ich Teil der Lösung sein will', und die Zurückhaltung geübt haben und freiwillig und engagiert, und zugehört haben, denn ihr seid ein wichtiger Teil der Konversation, und Wandel braucht die Teilnahme von allen.“

 

Auch George W. Bush hat sich zu den Demonstrationen geäußert, als der „mitfühlende Konservative“, der eine Million Iraker ermordete und Liberale im ganzen Twitteruniversum in Verzückung versetzte, mit seiner emotionalen Bitte um „Empathie, gemeinsames Engagement, und kühne Aktion, und einen Frieden, der in der Justiz wurzelt“.

 

Narrativ-Manager des Establishments auf beiden Seiten von Amerikas imaginärer politischer Trennlinie haben die Massenmedien mit überschwänglichem Lob für die beiden ehemaligen Präsidenten überschwemmt, und für ihre wunderbaren Worte von Heilung und Einigkeit, und ja, die Worte waren ganz nett. Sie werden zwar überhaupt nichts ändern, aber sie klangen nett.

 

Und genau das ist der wahre Job eines US-Präsidenten.

 

Nicht die Polizeibrutalität und den systemischen Rassismus zu beenden, keine Änderungen zu vollziehen, von denen das amerikanische Volk profitiert, und ganz gewiss nicht die Welt zu einem weniger gewalttätigen und mörderischen Ort zu machen, sondern schöne Worte vorzutragen, die die Öffentlichkeit in ein angenehmes Propaganda-Koma versetzen, während die soziopathischen Oligarchen, die wirklich das Sagen haben, die Öffentlichkeit bis aufs Hemd ausziehen.

 

Das erreicht man nicht, indem man widerliche Dinge über das Erschießen von „Schurken“ twittert und dann von Twitter zensiert wird. Das erreicht man nicht, indem man gegen den Willen der Bundesstaaten mit dem Kriegsrecht droht. Das erreicht man nicht, indem man das Militär einsetzt um Demonstranten zu misshandeln, nur um vor einer ausgebrannten Kirche mit einer auf dem Kopf stehenden Bibel posieren zu können. Das erreicht man nicht, indem man den Bruder von George Floyd anruft und kurz angebunden, uninteressiert und ablehnend ist. Das erreicht man nicht, indem man zuerst eine Pandemie schlecht managt, dann die Antwort auf einen erzürnenden Polizeimord schlecht managt, dann nichts Beruhigendes oder Mitfühlendes zu sagen hat, das Menschen das Gefühl gäbe, dass man zuhört und sich sorgt. Das erreicht man nicht, indem man ein Umfeld schafft, das zur Verbreitung von Fotos einer brennenden Hauptstadt führt.

 

Und das, genau das ist der einzige Grund, warum gewisse Elemente des Establishments Präsident Trump nicht mögen.

 

Wann immer ich auf die vielen, vielen bösen Pläne des Establishments hinweise, die vom gegenwärtigen US-Präsidenten vorangetrieben werden, kommen stets die Fragen der Trump-Anhänger: „Nun, wenn er dem Establishment dient, wie kommt es, dass die Establishment-Medien und die Politiker ihn so hysterisch attackieren?“

 

Darum. Auf den ersten Blick mag es seltsam erscheinen, Demokraten und ihre verbündeten Medien zu sehen, wie sie mit so einem unerhörtem Ausmaß von Gift und Galle kreischen, aber sie tun das nicht weil Trump in bedeutender Weise dem Establishment widersetzt, weder innen- noch außenpolitisch; den giftigen Plänen des Establishments liefert er überhaupt keinen nennenswerten Widerstand. Der Grund, warum es über den Präsidenten so eine schrille, hysterische Rhetorik durch die Narrativ-Manager des Establishments gibt: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verleiht Trump dem Imperium ein hässliches Gesicht.

 

 

Menschen, die ihr Leben dem Vorantreiben der Interessen des oligarchischen Imperiums gewidmet haben, sehen Trump als inkompetenten Manager, dessen einfältige und plumpe Interpretation seiner Rolle das Risiko birgt, Aufmerksamkeit auf die bösen Dinge zu lenken, die das Imperium tut. Die US-Polizei ist zum Beispiel nicht brutaler oder rassistischer geworden seit Trump im Amt ist, er war nur nicht in der Lage, die Ereignisse und Narrative so kompetent zu managen, dass die Bauern nicht aufwachen und revoltieren.

 

Die Narrativ-Manager des Establishments verstehen es geschickt, die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren, ohne zu offensichtlich zu sein, und sie wissen, wie leicht ein inkompetenter Verwalter eines Imperiums die Menschen aus ihrer Propaganda-Trance aufwecken kann. Deshalb verachten sie Trump aus den gleichen Gründen wie eine Mutter mit Baby sich über laute Nachbarn ärgert: Sie wecken das Baby auf. Sie verachten Trump nicht weil er gute Dinge tut, und sie verachten Trump gewiss nicht weil er schlechte Dinge tut. Sie verachten Trump, weil er schlechte Dinge so tut, dass die Menschen aus ihrem Schlaf aufschrecken.

 

Das ist der wahre Grund, warum sich die politisch/mediale Klasse die letzten vier Jahre so seltsam benommen hat. Nicht weil Trump kein loyaler Lakai fürs Imperium ist (das ist er), nicht weil ein russischer Geheimagent ist (das ist er nicht), und auch nicht weil er ein einzigartig verkommener Präsident ist (ist er nicht). Es ist, weil er zulässt, dass die Menschen die perversen Mechanismen eines den Globus umfassenden, mörderischen Imperiums sehen, als dieses kranke und böse Ding, das es tatsächlich ist. Das und nichts anderes.

 

Kommentare: 3
  • #3

    Dude (Donnerstag, 11 Juni 2020 18:17)

    "indem man zuerst eine Pandemie schlecht managt"

    Pandemie? Was für ne Pandemie?
    Hab ich was verpasst?
    :-)

  • #2

    Karl Knall (Mittwoch, 10 Juni 2020 17:53)

    Einfach mal die Statistiken anschauen.Warum werden Weisse viel öfter von S.. vergewaltigt oder umgebracht als umgekehrt?Jeder weiss das es im Westen am wenigsten Rassismus gibt.

    https://luegenpresse2.wordpress.com/2016/10/16/statistiken-die-politiker-und-presse-immer-wieder-leugnen/

  • #1

    Propapanda (Mittwoch, 10 Juni 2020 17:08)

    “Es ist, weil er zulässt, dass die Menschen die perversen Mechanismen eines den Globus umfassenden, mörderischen Imperiums sehen, als dieses kranke und böse Ding, das es tatsächlich ist.“

    Ich denke nicht, dass Trump ein „Lichtbringer“ ist, seine Methode zur Einhegung der Massen ist Empörung. Dahinter versteckt sich die eigentliche Politik. Denn wie Caitlin schreibt, er gehört zum Establishment, die grundlegende Politik ändert sich nicht. Was mir bei dem Stilmittel Sorgen bereitet, ist die damit einhergehende Verrohung und Polarisierung der Gesellschaft. Nicht etwa in Links und Rechts - ich glaube, der Otto-Normal-Amerikaner hat den Unterschied(Ein Phänomen welches man zunehmend auch in Deutschland wahrnimmt.) nie gelernt. Was dann die Frage aufwirft, wohin mit dem Hass der sich von allen Seiten auftürmt. ...