https://www.theblogmire.com/the-salisbury-poisonings-two-years-on-a-riddle-wrapped-in-a-cover-up-inside-a-hoax/

 

Die Skripal-Vergiftungen, zwei Jahre später:

Ein Rätsel, eingehüllt in eine Vertuschung, in einen Schwindel

 

von Rob Slane, 03.03.2020

 

 

Ich habe in meinem Leben einige dumme Sachen gesagt, aber eine der dümmsten war ein Kommentar an meine Frau am Dienstag Morgen des 6. März 2018. Die Nacht zuvor kam die Nachricht, dass ein Ex-Spion namens Sergei Skripal offensichtlich eine von den zwei Personen ist, die in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, nachdem sie am Sonntag Nachmittag auf einer Bank vor einem Einkaufszentrum in Salisbury aufgefunden wurden. Zu jener Zeit dachte man, dass Fentanyl etwas damit zu tun haben könnte. Würde daraus eine große internationale Story werden? Oder würde man es bald vergessen? Ich war fest von Letzterem überzeugt. „Mach dir keine Sorgen“, sagte ich zu ihr. „Wahrscheinlich nur eine Überdosis Drogen. Das verschwindet bald wieder.“

 

Zwei Jahre später...

 

Nun, zwei Jahre sind vergangen und die meisten Menschen haben es vergessen. Ja, sie erinnern sich an den Vorfall; ja, sie erinnern sich, dass es eine sehr seltsame Geschichte mit ein paar sonderbaren Sachen war; und ich bin mir sicher, dass sich die Menschen in Salisbury an die Polizei erinnern, die Absperrungen, die Hubschrauber, der Ort voller internationaler Medien; und vergessen wir nicht die Babyfeuchttücher. Aber im Großen und Ganzen ist es vorbei und der Fall wurde schon vor einiger Zeit gelöst.

 

Nur dass er nicht gelöst wurde. In keinster Weise. Tatsache ist, dass zwei der vielen Russen, die sich am 3. und 4. März in Salisbury aufhielten und die für den Vorfall angeklagt wurden – Petrov und Boshirov – nie für den zweiten Vorfall in Amesbury (Anm.d.Ü.: die Sache mit der Parfümflasche) angeklagt wurden. Das ist sehr wichtig. Wenn man den Vorwürfen der britischen Behörden gegen die beiden Männer in Salisbury glauben will, muss es eine klare Verbindung zwischen ihnen und dem zweiten Fall in Amesbury geben. Und doch ist es unmöglich, die beiden Fälle auf der Grundlage der Erklärung der britischen Behörden über den Vorfall von Salisbury vernünftig miteinander zu verbinden. Es sei denn, ihr glaubt, dass die beiden Verdächtigen eine Zellophan-Verpackungsmaschine mit sich trugen, mit der sie den Flakon mit dem tödlichen Nervengas, das sie offenbar gerade benutzt hatten, einwickelten, bevor sie ihn in einen Mülleimer warfen. Aber niemand könnte so dumm sein, das zu glauben, oder? Was zu der Frage führt: Wenn die Fälle nicht mit der Erklärung der britischen Behörden für den ersten Vorfall in Verbindung gebracht werden können – was sie nicht können (daher der Grund, warum die beiden Männer für den zweiten nicht angeklagt wurden) – wie können wir dann ihre Erklärung für den ersten Fall akzeptieren? Die Antwort ist, dass wir das nicht können, und zwar aus einer ganzen Reihe von Gründen, wie ich gleich zeigen will.

Für diejenigen, die die Darstellung der Polizei und der Regierung in diesem Fall akzeptiert haben: mir sind einige Dinge aufgefallen.

 

Erstens ist ihre Behauptung, dass diejenigen, die sie nicht akzeptiert haben, Verschwörungstheoretiker seien, wirklich recht lustig, wenn man anfängt, die Zahl der absurden, unplausiblen und manchmal sogar unmöglichen Dinge zusammenzuzählen, die man glauben muss, um diese offizielle Darstellung (von denen weiter unten mehr steht) zu akzeptieren.

 

Aber zweitens fällt mir ihre bemerkenswerte Apathie und Selbstgefälligkeit auf, wenn man bedenkt, was sie zu glauben vorgeben. Lasst es mich so ausdrücken: Wenn ich wirklich glauben würde, dass Agenten einer ausländischen Macht in mein Land gekommen wären und in meine Heimatstadt eingedrungen wären, mit genug tödlichem Nervengas, um Tausende von Menschen in meiner Nachbarschaft zu töten, würde ich nicht nur wütend auf diese ausländische Regierung sein; ich wäre absolut wütend auf die britischen Behörden wegen ihrer erbärmlichen, schwachen Reaktion. Zwei Dutzend Diplomaten ausgewiesen, als Reaktion auf den Einsatz des (scheinbar) tödlichsten Nervengifts, das der Menschheit bekannt ist und das die Hälfte der Bevölkerung von Salisbury ausgelöscht haben könnte? Das entspricht der Verurteilung eines versuchten Mörders zu einer Geldstrafe von 100 Pfund. Natürlich akzeptiere ich, dass eine Kriegserklärung als Antwort auf eine solch rücksichtslose Tat einen Schritt zu weit gegangen wäre, da Russland ein atomar bewaffnetes Land mit einem enorm starken Militär ist, aber ich würde mir sicherlich eine Antwort wünschen, die dem viel näher kommt als diese dürftige Ausweisung einiger weniger Diplomaten. Die Tatsache, dass diejenigen, die am lautesten über den angeblichen Einsatz eines Nervengifts schreien, das 10.000 Menschen hätte töten können, bereit sind, die Ausweisung einiger Diplomaten als angemessene Reaktion zu akzeptieren, lässt jedoch vermuten, dass viele von ihnen nicht annähernd so überzeugt sind wie sie tun, wenn sie erkennen, dass tatsächlich ein tödliches Nervengas eingesetzt wurde. Entweder das, oder sie sind etwas grün hinter den Ohren!

 

Ich bin jedoch aus einem ganz anderen Grund wütend auf die britischen Behörden. Und zwar aus folgendem Grund: Ich mag es wirklich nicht, belogen zu werden. Ich mag es wirklich nicht, dass ich hart verdientes Steuergeld aushändige, nur um es dann von Leuten verschwendet zu sehen, die die ausgeklügeltsten Täuschungen erfinden, um die Aufmerksamkeit von dem abzulenken, was wirklich passiert ist. Das ist nichts Persönliches, versteht ihr? Mir gefällt es nicht, dass das hart verdiente Geld von Menschen auf diese Weise verplempert wird.

Das ist eine große Behauptung, die ich gerade aufgestellt habe. Ausgeklügelte Täuschungen, das ist eine Anschuldigungen, die ich nicht leichtfertig verbreite. Aber wie ich weiter unten zu zeigen hoffe, sehe ich keine andere Erklärung für die vielen Absurditäten, Unwahrscheinlichkeiten und völligen Unmöglichkeiten in dem von der Regierung und der Metropolitan Police (The Met) vorgetragenen Fall für die Geschehnisse in Salisbury.

Beginnen wir mit dem Fall gegen die beiden Russen, die wegen des Vorfalls von Salisbury angeklagt wurden. Immer wenn ich in eine Diskussion über diesen Fall mit Leuten auf Twitter involviert war, taucht immer jemand auf und sagt, dass der Fall abgeschlossen ist und die Schuld dieses Paares bewiesen ist. Unbestreitbar. Doch bei genauer Prüfung erweisen sich die Beweise für die offensichtliche Schuld dieses Paares als unglaublich fadenscheinig. Es gibt drei grundlegende Teile:



1. Dass sie sich am 4. März in der Nähe des Hauses von Sergei Skripal aufhielten, so wie es ein Videoband vor einer Shell-Garage an der Wilton Road in Salisbury zeigt.

 

2. Dass in jenem Hotelzimmer, in dem sie die Nacht zuvor verbracht haben, „Novichok“ gefunden wurde.

 

3. Dass sie Agenten der russischen Militärpolizei waren/sind.

 

 

Zum ersten Punkt: Es ist eine Tatsache, dass die Shell-Tankstelle ungefähr 450 Meter von der Christie Miller Road 47 entfernt liegt. Man könnte das im Allgemeineren als „in der Nähe“ definieren. Aber nicht jene „Nähe“, die es bräuchte, um einen Richter davon zu überzeugen, dass sie tatsächlich dort hingegangen sind und noch weniger, dass sie dort den Türknauf mit einer Substanz behandelt haben. Und man muss nicht erwähnen, dass man eine Türklinke nicht aus 450 Meter Entfernung bepinseln kann.

 

Darüber hinaus wurden sie in den gezeigten Aufnahmen gesehen, wie sie auf der gegenüberliegenden Seite der Straße zu den beiden Wegen (einem Weg oder einer Straße) gingen, die sie hätten nehmen müssen, um das Haus zu erreichen. Wäre ich entlang dieser Route zur Christie Miller Road gegangen, hätte ich entweder vorher die Straße überquert oder ich hätte die Straße an der kleinen Verkehrsinsel gegenüber der Tankstelle überquert, die gerade auf dem Filmmaterial zu sehen ist. Doch sie schienen die Straße nicht zu überqueren oder im Begriff zu sein, sie zu überqueren.

 

Es gibt jedoch noch mehr. Obwohl die Polizei diese wenigen Sekunden aus dieser Kamera zeigte, haben sie es versäumt, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass es eine zweite Kamera direkt nach der ersten gibt, die beide Strecken zum Skripal-Haus abdeckt. Hätten die Männer also eine dieser beiden Routen genommen, die sie hätten nehmen müssen, um zur Christie Miller Road zu gelangen, hätte diese zweite Kamera sie gezeigt. Warum wurde das dann nicht gezeigt? Das ist wahrscheinlich eher eine Frage für die Polizei als für mich, aber wenn ich in diesem Fall ein Geschworener wäre, würde ich auf jeden Fall die Aufnahmen dieser zweiten Kamera sehen wollen, um zu bestätigen oder zu leugnen, ob sie tatsächlich die Straße überquert haben, um diese Routen zu benutzen. Kurz gesagt: Das Material der ersten Kamera ist sicherlich kein Beweis dafür, dass sie tatsächlich zum Haus von Herrn Skripal gegangen sind; die Weigerung, das Material der zweiten Kamera zu verwenden, lässt ernsthafte Zweifel daran aufkommen, dass sie es getan haben.

 

Und natürlich wären, wenn man bedenkt, wer Herr Skripal war, sein Haus und seine Haustür von der Videoüberwachung erfasst worden. Wenn die Männer tatsächlich dorthin gingen, könnte die Polizei dies zeigen. Aber das haben sie nie getan.

Der zweite Punkt ist noch schwächer. Es wurde behauptet, dass eine winzige Spur von "Novichok" in dem Hotelzimmer, in dem sie übernachteten, gefunden wurde. Bei einem zweiten Abstrich wurde jedoch offenbar nichts gefunden. Mit anderen Worten: Sie müssen in dieser Sache auf die Polizei und Porton Down (Anm.d.Ü.: das Chemielabor des Militärs) vertrauen. Stimmt's? Äh, nein. Erstens sprechen wir über dieselben Personen, die angeblich Anfang Mai 2018 das "Novichok" gefunden haben, es aber versäumt haben, den Hotelbesitzer bis September desselben Jahres über den Fund in seinem Hotel zu informieren (ich bin nicht auf eine Klage aus, aber er hätte klagen sollen). Nicht nur das, sondern sie haben es auch versäumt, diejenigen aufzuspüren, die vom 4. März bis Mai im Hotel übernachtet hatten. Nicht gerade überzeugend, oder?

 

Aber auf jeden Fall ist dieser Gedanke offensichtlich lächerlich. Warum sollte es eine winzige Spur von dem Zeug im Hotelzimmer geben? Wenn es eine undichte Stelle gab, warum wurde dann das Hotel nicht geschlossen und die Züge, in denen die Männer reisten, nicht dekontaminiert? Oder sollen wir glauben, dass die Jungs es am Abend zuvor zum Schnüffeln herausgenommen und gerade genug für einen, aber nicht für zwei Abstriche verschüttet haben? Ja, das sollen wir glauben. Gut, glaubt es, wenn es euch Freude macht. Aber für diejenigen, die anspruchsvoller sind, klingt es verdächtig nach einem Detail, das von Leuten erfunden wurde, die sich etwas ausdenken, nicht wahr?

 

Der dritte Punkt – dass die beiden Verdächtigen Agenten des GU (russischer Militärgeheimdienst) waren – ist bei weitem der schwerwiegendste. Ich akzeptiere, dass sie es wahrscheinlich waren, obwohl ich dies mit dem Vorbehalt tue, dass eines der auffälligsten merkwürdigen Dinge an diesem Fall ist, dass dies nie offiziell bestätigt wurde. Sicher, eine Organisation, die sich auf Smellingrat reimt, hat dies erklärt, und auch zahlreiche Politiker haben dies erklärt, aber es ist nicht wirklich zu den offiziellen Anklagen gegen sie geäußert worden. Bis zum heutigen Tag verwenden die Anklagen der Staatsanwaltschaft gegen sie immer noch ihre scheinbaren Pseudonyme – Petrov und Boshirov – und erwähnen ihre scheinbare wahre Identität nicht. Ich finde das sehr merkwürdig.

 

Trotzdem akzeptiere ich, wie gesagt, dass es sich wahrscheinlich um Agenten des russischen Militärgeheimdienstes handelte. Das ist es, was für viele ausreicht, um ihre Schuld als versuchte Attentäter zu bestätigen. Nun, wenn sich ihre Handlungen mit dem Verhalten von Offizieren des militärischen Nachrichtendienstes in Attentatsmissionen decken, wäre ich geneigt, dem zuzustimmen. Aber das tun sie nicht. Nicht einmal im Entferntesten. Wie die Polizei zeigt, gibt es nichts an ihren Handlungen, das in irgendeiner Weise davon überzeugt, dass sie sich auf einer staatlich genehmigten Attentatsmission befanden. Sie sind zusammen gereist. Sie operierten am helllichten Tag. Sie haben nicht versucht, sich der Entdeckung durch die Videoüberwachung zu entziehen. In der Nacht zuvor tummelten sie sich mit einer Prostituierten. Sie rauchten Dope und fielen in der Nacht zuvor in ihrem Hotelzimmer auf. Nachdem sie angeblich ihre streng geheime Mission beendet hatten, schlenderten sie in die Stadt. Sie machten Fotos. Sie machten einen Schaufensterbummel. Nervengas-Attentäter? Ich glaube nicht!

 

 

"Oh", kommt die spöttische Antwort, "Sie glauben also ihre Geschichte, dass sie die Kathedrale und Old Sarum als Touristen besucht haben? Idiot."

 

"Nein", kommt meine ebenso spöttische Antwort. "Warum sollte ich das glauben? Aber warum sollte ich mich auf zwei Möglichkeiten beschränken – Touristen oder tödliche Attentäter – von denen keine wirklich zu ihren Handlungen passt? Haben wir nicht genug Phantasie, um an mehr als zwei Möglichkeiten zu denken? Meine Güte, was bringt man euch in diesen Schulen bei?!“

 

Wie wäre es damit: Ja, sie waren in Salisbury auf einer Mission des russischen Staates, aber nein, es war kein Attentat – es sei denn, Wladimir Putin hat sich dazu entschlossen, zwei Muppets für eine hochsensible und gefährliche Missionen des russischen Staates einzusetzen. Aber im Ernst, kommt er euch wie jemand vor, der dazu neigt, die hochsensibelsten Missionen an ein paar kiffende, Prostituierte begleitende, Fotos machende, CCTV-freundliche, Schaufenster bummelnde Männer zu vergeben? Wohl kaum!

 

Dennoch taten sie dort mit ziemlicher Sicherheit etwas anderes als Tourismus, wie sie behaupteten, und ich vermute, dass es mit dem Ort zusammenhing, an den sie am Samstag, dem 3. März gingen, von dem uns die Polizei lächerlicherweise zu sagen versuchte, dass es sich um eine Aufklärungsmission zur Überprüfung von Herrn Skripals Haus handelte. Eine Aufklärungsmission? Haha! Zur Erinnerung: Dies ist Salisbury, nicht Afghanistan oder Idlib. Man kann ungehindert und unbehelligt umhergehen, und man kann sogar die Christie Miller Road 47 mit Hilfe von Google Maps ausfindig machen. Warum hätten sie also ein Haus, auf das sie angeblich am nächsten Tag am helllichten Tag zugelaufen sind, erkunden müssen?

 

Aber noch mehr als das: Wenn sie das Haus am Samstag besichtigen wollten, warum haben sie dann nicht die Türklinke beschmiert? Die Skripals waren zu dieser Zeit unterwegs. Es wäre der ideale Zeitpunkt dafür gewesen, wenn sie das vorhatten. Aber nein, die Polizei möchte euch glauben machen, dass sie nach Salisbury kamen, heimlich zum Haus von Herrn Skripal gingen, es sahen, feststellten, dass niemand zu Hause war, beschlossen, die Türklinke nicht sofort mit "Novichok" zu beschmieren, sondern stattdessen nach London zurückzukehren (wo sie anscheinend den ganzen Tag lang ihr "Novichok" im Hotelzimmer gelassen hatten), und am nächsten Tag zurückzukommen, um es zu tun, wenn – laut Polizei – die Skripals zu Hause waren und ihr Auto in der Einfahrt stand!

 

Es ist wirklich ein so absolut dummer und absurder Vorschlag, dass ich keinen Zweifel daran habe, dass dies der Grund war, warum die Polizei beschlossen hat, keinen Zeitplan zu nennen, wo und wann sie am Samstag in Salisbury waren, kein Filmmaterial zu präsentieren und keine Bilder zu zeigen, außer eines am Bahnhof. Denn wenn sie solches Material gezeigt hätten, bin ich ziemlich sicher, dass es weit davon entfernt ist, dass es sie zeigt, wie sie die Stadt in Richtung des Hauses von Herrn Skripal verlassen, sondern dass es zeigt, wie sie in die Stadt gehen, um dort Aufklärung zu betreiben, wahrscheinlich in der Nähe des Pubs The Mill und des (Einkaufszentrums) Maltings, wo sie am nächsten Tag zufällig um etwa 13:45 Uhr in der Nähe der Skripals waren – viel näher als die Aufnahmen der Shell-Tankstelle, die sie in der Nähe des Hauses zeigen.

 

Keiner der oben genannten Beweise würde in einem Gerichtssaal die Musterung bestehen. Es ist fadenscheinig, erbärmlich und voller Löcher.

 

Da wir gerade von Löchern sprechen: lasst uns dies alles in den Kontext der gesamten Geschichte stellen, die von der Polizei und der Regierung präsentiert wird. Ich habe oben die Anzahl der absurden, unplausiblen und manchmal sogar unmöglichen Dinge erwähnt, die man glauben muss, um ihre Darstellung zu akzeptieren. Nachfolgend wiederhole ich 40 der krassesten Dinge, obwohl ich sicher bin, dass den regelmäßigen Lesern hier noch viele, viele weitere einfallen. Sollte es Zweifel geben, so habe ich jedem Punkt einen Kommentar beigefügt, je nachdem, ob er in die Kategorie absurd, unglaubwürdig oder unmöglich passt, obwohl ich verstehe, dass einige Leser es vielleicht für nachlässig halten, wenn ich einigen von ihnen nicht mehr als eine dieser Beschreibungen gebe.

 

1. Dass zwei Männer sich und alle anderen auf ihrem Flug in Gefahr bringen, indem sie ein Flugzeug mit mindestens einer, möglicherweise zwei Flaschen des tödlichsten Nervengifts der Welt (WDNA) im Gepäck besteigen. (ABSURD)

 

2. Dass die beiden Verdächtigen eine unbenutzte Packung des WDNA irgendwo in einen Mülleimer geworfen haben, während sie die gebrauchte Flasche Nervengas mit nach Moskau zurücknahmen. (ABSURD)

 

3. Oder alternativ dazu, dass sie nur eine Packung WDNA bei sich hatten, aber eine Zellophan-Verpackungsmaschine nach Salisbury mitbrachten, um den gebrauchten Karton einzuwickeln, bevor sie ihn wegwarfen. (ABSURD)

 

4. Dass die beiden Männer WDNA in einem offenen Raum versprüht haben, ohne Schutzkleidung zu tragen. (ABSURD)

 

5. Nachdem sie dies getan hatten, beschlossen sie, statt sich aus dem Staub zu machen, eine Stunde im Stadtzentrum zu verbringen, um einen Schaufensterbummel und Fotos zu machen. (ABSURD)

 

6. Dass Herr Skripal und seine Tochter es beide irgendwie geschafft haben, beim Verlassen des Hauses die Türklinke der Haustür zu berühren (versucht es mal mit jemandem, wenn ihr das nächste Mal euer Haus verlasst). (UNGLAUBWÜRDIG)

 

7. Obwohl sie mit WDNA kontaminiert waren, zeigten sie danach stundenlang keine Symptome. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

8. Als sie Stunden später Symptome zeigten, war es genau zur gleichen Zeit, trotz ihrer sehr unterschiedlichen Größe, ihres unterschiedlichen Gewichts und ihres unterschiedlichen Stoffwechsels. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

9. Dass sie trotz der WDNA-Verseuchung in die Stadt gingen, Enten fütterten, eine Mahlzeit einnahmen und dann in eine Kneipe gingen, um etwas zu trinken. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

10. Obwohl seine Hände mit WDNA verseucht waren, gab Herr Skripal einem Jungen aus der Gegend ein Stück Brot, der es aß, ohne sich zu verseuchen. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

11. Dass es Herrn Skripal trotz seiner mit WDNA kontaminierten Hände irgendwie gelang, den Tisch im Zizzis zu kontaminieren, aber nicht die Tür oder den Türgriff auf dem Weg nach drinnen. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

12. Dass es Herrn Skripal trotz seiner mit WDNA verseuchten Hände irgendwie gelang, den Manager von Zizzis nicht zu verseuchen, als er ihm die Hand schüttelte (was mir von einer örtlichen Quelle bestätigt wurde). (UNGLAUBWÜRDIG)

 

13. Dass Herr Skripal, nachdem er im Zizzis extrem aggressiv geworden war, was einige als Folge einer Vergiftung mit WDNA interpretieren, einen Teller Meeresfrüchterisotto verschlang, bevor er auf einen Drink in den Pub schlenderte. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

14. Dass der Öffentlichkeit keine Videoüberwachung von Herrn Skripal oder seiner Tochter am 4. März gezeigt werden konnte, um ihre Erinnerungen wachzurütteln, wegen etwas, das sich "Nationale Sicherheit" nennt. (ABSURD)

 

15. Aus Gründen der nationalen Sicherheit konnte keine Videoüberwachung des Maltings gezeigt werden, obwohl dort laut offizieller Aussage kein Verbrechen stattgefunden hat. (ABSURD)

 

16. Dass das russische Pärchen, das um 15:47 Uhr im Market Walk mit der Überwachungskamera gefilmt wurde (bestätigt durch eine zuverlässige Quelle im Kommentarteil dieses Blogs), in keiner Weise mit dem Fall in Verbindung stand. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

17. Das einzige Video, das die Öffentlichkeit von diesem Paar sehen durfte, war ein absurd verschwommenes, unscharfes Bild, das aus zweiter Hand mit einem Mobiltelefon aufgenommen wurde, während sie kristallklares Material von der Überwachungskamera am anderen Ende des Market Walk hätten zeigen können. (ABSURD)

 

18. Dass die Skripals irgendwie im Zizzis waren, zur gleichen Zeit, als sie tatsächlich im Mill-Pub waren (die Zeitleiste der Polizei zeigt, dass sie von 14:20 bis 15:35 Uhr im Zizzis waren, was nachweislich nicht stimmt). (UNMÖGLICH)

 

19. Dass die Stadtpolizei nicht in der Lage ist, korrekte Zeitangaben zu machen. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

20. Dass sich das WDNA nach einer Stunde an einer Türklinke so sehr versetzt hat, dass es zu schwach war, um die Skripals zu töten. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

21. Dasselbe WDNA, das angeblich innerhalb einer Stunde verfiel, wurde dann drei Wochen später aufgefunden, nachdem es den Elementen ausgesetzt und von vielen menschlichen Händen berührt worden war, in einem Zustand "hoher Reinheit, anhaltend und wetterbeständig". (UNMÖGLICH)

 

22. Dieses WDNA, das angeblich auf eine Türklinke aufgebracht wurde, hat sich irgendwie auf das Dach des Hauses ausgebreitet, so dass es ersetzt werden musste. (UNMÖGLICH)

 

23. Doch dasselbe WDNA, von dem 2 mg offenbar ausreichen, um eine Person zu töten (laut BBC Panorama), und das dazu führt, dass ganze Dächer ersetzt und Autos zerstört werden müssen, kann von der Öffentlichkeit mit Babyfeuchttüchern gereinigt werden. (ABSURD)

 

24. Dass die Polizeiautos, die zum Einkaufszentrum kamen, zerstört werden mussten, aber die, die zu Herrn Skripals Haus kamen, wo das Gift offenbar am stärksten konzentriert war, nicht. (ABSURD)

 

25. Dieser Detective Sergeant Nicholas Bailey schaffte es, ein First Responder an der Parkbank zu sein, als die beiden Russen darauf saßen, und gleichzeitig nicht an der Parkbank zu sein, als die beiden Russen darauf saßen. (UNMÖGLICH)

 

26. Dass Herr Bailey das Haus von Herrn Skripal durch die Hintertür betrat, weil er die Vordertür nicht öffnen konnte; aber es gelang ihm auch, durch die Vordertür in das Haus zu gelangen, weil er sie öffnen konnte. (UNMÖGLICH)

 

27. Dass er einen Schutzanzug trug, um das Haus von jemandem zu betreten, der offenbar eine Überdosis Fentanyl in einem Park genommen hatte. (ABSURD)

 

28. Dass es ihm gelang, sich trotz des Tragens eines Schutzanzuges mit WDNA zu kontaminieren. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

29. Dass die zahlreichen Polizeibeamten ohne Schutzanzüge, die am 4. und 5. März ein- und ausgingen, nicht mit dem WDNA verseucht wurden, obwohl sich dies angeblich drei Wochen später in einem Zustand "hoher Reinheit" dort am stärksten konzentriert haben soll. (UNMÖGLICH)

 

30. Dass es der Polizei irgendwie gelang, alle vier Haustiere von Herrn Skripal (zwei Katzen und zwei Meerschweinchen) zu übersehen und sie so dem Hungertod ausgeliefert haben. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

31. Dass ein Rettungshubschrauber für etwas gerufen wurde, das wie eine Drogenüberdosis auf einer Parkbank aussah, wenn ein Ambulanzwagen genauso schnell zum Krankenhaus kommen kann, wenn nicht sogar schneller, wenn man bedenkt, wo der Hubschrauber landen musste. (ABSURD)

 

32. Dass die Chef-Krankenschwester der britischen Armee gerade zufällig in der Nähe der Parkbank einkaufte, als die beiden Russen auf der Bank lagen. (ABSURD)

 

33. Dass sich zufällig zwei in Porton Down ausgebildete Ärzte im Bezirkskrankenhaus von Salisbury befanden. (ABSURD)

 

34. Obwohl die Polizei, die Regierung und die Medien sich in ihrer einzigen offiziellen Erklärung vor einem Gericht auf die als "Novichok" verwendete Substanz bezogen, konnte Porton Down dies nicht bestätigen und bezeichnete es stattdessen als "ein Nervengas oder eine verwandte Verbindung" und "ein Nervengas der Novichok-Klasse oder ein eng verwandtes Mittel". (ABSURD)

 

35. Dass Porton Down in der Lage war, innerhalb von 36 Stunden eine Substanz zu identifizieren, die offenbar kein anderes Land der Welt herstellt, hergestellt hat oder herstellen kann. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

36. Dieses "Novichok" kann nur in Russland hergestellt werden, obwohl Varianten davon in zahlreichen Ländern, darunter Tschechien, Schweden, Deutschland, Iran, den USA und Großbritannien, synthetisiert oder gelagert wurden (Boris Johnson hat dies unwissentlich bestätigt, als er herausposaunte, dass es in Porton Down Proben davon gab). (UNMÖGLICH)

 

37. Nachdem sie und ihr Vater angeblich vom russischen Staat vergiftet worden waren, sagte Julia Skripal, dass sie dorthin zurückkehren wolle. (ABSURD)

 

38. Dass Herr Skripal und seine Tochter seitdem nie mehr zusammen gesehen wurden – nicht einmal auf einem einzigen Foto. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

39. Seitdem hat man nichts mehr von Herrn Skripal gehört (die nationale Sicherheit ist kein Argument-- seine Tochter durfte in einem Video erscheinen). (ABSURD)

 

40. Dass in Salisbury der erste Fall einer Fentanyl-Vergiftung am selben Tag, zur selben Zeit und im selben Einkaufszentrum aufgetreten ist, an dem offenbar ein anderes Paar beteiligt war. (UNGLAUBWÜRDIG)

 

Denkt daran, dass diese Liste des Absurden, des Unglaubwürdigen und des schlichtweg Unmöglichen kein Haufen Wahnsinn ist, den ich oder jemand anderes, der den Fall untersucht, ausgeheckt hat. Nein, es sind Dinge, die die Regierung Großbritanniens und die Metropolitan Police ausgeheckt haben. Es ist ihre Geschichte, nicht meine, und ich weise nur darauf hin und sage: "Hey, schau dir das an. Keine Kleider und all das!" Abgesehen davon sind es natürlich diejenigen, die auf diese absurde, unwahrscheinliche und unmögliche Torheit hinweisen, die von den Hütern des Narrativs und deren Anhängern als Verschwörungstheoretiker bezeichnet werden, was eher so ist, als würde man von Dominic Cummings als Drecksack bezeichnet. Aber egal, es ist besser, als Verschwörungstheoretiker bezeichnet zu werden und auf komplette Absurditäten und unmögliche Dinge hinzuweisen, als an komplette Absurditäten und unmögliche Dinge zu glauben.

 

Spekulations-Ecke

 

Nachdem wir diesen Kram und diesen Unsinn aus dem Weg geräumt haben: Was geschah dann am 4. März 2018 in Salisbury wirklich? Ich muss die Leute, die nach der Antwort suchen, enttäuschen, denn ich weiß es einfach nicht. Ich weiß es nicht, weil die Hüter der "Zeug und Unsinn"-Schlüssel nicht nur alles getan haben, um die Wahrheit vom Licht fernzuhalten (z.B. sich geweigert haben, auch nur einen Teil der Videoaufnahmen der Skripals an diesem Tag zu veröffentlichen), sondern weil die schiere Anzahl der Absurditäten und widersprüchlichen Geschichten, die sie veröffentlicht haben, es für die Zuschauer aus der Ferne unmöglich machen, sicher zu sein, welche Dinge an diesem Tag geschehen sind und welche Dinge später hinzugefügt wurden, um die Wahrheit zu verdunkeln. Alles, was wir mit Sicherheit sagen können, ist, was nicht passiert ist (siehe oben).

 

Dennoch gibt es ein paar große Hinweise, die es uns erlauben, über etwas von der Natur der Sache zu spekulieren. Dies sind The Mill Pub und Detective Sergeant Nicholas Bailey. Es sind keine Hinweise in dem Sinn, dass wir wissen könnten, welche Rolle sie gespielt haben. Aber es sind Hinweise in dem Sinne, dass die Behörden nie eine direkte Antwort auf den Ort und den Mann geben konnten, was zu Spekulationen Anlass gibt, dass die bizarren und widersprüchlichen Geschichten über sie äußerst wichtig sind.

 

Nehmen wir zum Beispiel Herrn Bailey. Wo genau war er an diesem Abend und wo genau ist seine Vergiftung geschehen? Wie oben angedeutet, wurde er an verschiedenen Orten platziert, je nachdem, wer die Geschichte erzählt hat und wann sie erzählt wurde.

 

Bailey war:

 

- ein Ersthelfer an der Parkbank

 

- kein Ersthelfer an der Parkbank

 

- nicht bei der Parkbank als die beiden Russen dort waren

 

- bei der Parkbank nach dem Vorfall

 

- um Mitternacht beim Haus, das er durch die Vordertür betrat

 

- um Mitternacht beim Haus, aber er konnte nicht durch die Vordertür

 

- wurde am Montag Morgen in das Krankenhaus von Salisbury eingewiesen

 

- wurde nicht am Montag Morgen in das Krankenhaus von Salisbury eingewiesen, sondern am Dienstag Morgen

 

- wurde am Montag Morgen in das Krankenhaus von Salisbury eingewiesen, entlassen und am Dienstag wieder aufgenommen

 

Warum ist es so schwierig herauszufinden wo er war? Man hätte seine Bewegungen leicht nachvollziehen können. Warum geschah das nicht und warum wurden so viele verschiedene Geschichten erörtert? Ich schrieb einst:

 

Ich möchte vorschlagen, dass die vernünftigste Sichtweise ist – bis Beweise etwas anderes bestätigen – dass Detective Sergeant Bailey weder an der Parkbank noch beim Haus vergiftet worden ist, sondern ganz woanders.“

 

Und in der Tat denke ich, dass es dafür einige Beweise gibt. Ein Freedom of Information-Antrag hat enthüllt, wie die Polizei mit Fragen der Medien zu Mr. Bailey umgegangen ist. Beachtet, dass dies am 9.März war – zwei Wochen, bevor zum ersten Mal die Behauptung mit dem Türknopf aufkam:

 

FRAGE: Warum war ein Detective Sergeant (Nick Bailey) der Ersthelfer?

 

ANTWORT: Er war bei dem ursprünglichen Vorfall in der Stadtmitte zugegen.

 

FRAGE: Es wurde angedeutet, dass DS Bailey beim Haus von Skripal vergiftet wurde. Ist er zum Haus gegangen? Können Sie bestätigen, dass er wirklich zum Maltings ging?

 

ANTWORT: Er war Ersthelfer an der ursprünglichen Szene in der Stadtmitte. Wir diskutieren nicht weiter.“

 

Er war also ein Ersthelfer bei der "ursprünglichen Szene" im Stadtzentrum. Okay, aber nach Aussage von Herrn Bailey selbst im BBC-Panorama-Programm war er kein Ersthelfer an der Parkbank, als das russische Paar dort war. Er behauptete, er sei irgendwann nach dem Ende des Vorfalls dorthin gegangen, was bedeutet, dass er kein Ersthelfer an diesem Ort war. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es eine andere Szene gab. Das ist in der Formulierung "ursprüngliche Szene" impliziert. Wenn es eine Anfangsszene gab, muss es natürlich auch eine nachfolgende Szene gegeben haben. Und ebenso klar ist, dass sie nichts mit dem Haus oder der Türklinke zu tun gehabt haben kann, denn am 9. März, als diese Anweisung gegeben wurde, gab es offiziell nur eine Szene – nämlich die Parkbank. Die Geschichte mit der Türklinke war noch nicht bekannt.

 

Wenn man das alles zusammennimmt, was ist dann die unausweichliche Schlussfolgerung? Herr Bailey wurde tatsächlich vergiftet, aber es war an einer Anfangsszene – das heißt an einer Szene, die vor dem Geschehen auf der Parkbank stattfand.

 

Lasst uns darauf zurückkommen, nachdem wir uns den anderen großen Hinweis, The Mill (die Kneipe), angesehen haben. Nach dem 4. März wurde der hintere Teil der Kneipe abgesperrt, und die Jungs in den HazMats waren damit beschäftigt, dort ihr Ding zu machen. Aber wartet mal einen Moment. Warum war das so? Dieser Bereich war nie Teil der offiziellen Geschichte. Es gab nie die geringste Andeutung, dass Herr Skripal oder seine Tochter dort gewesen wären, und warum hätte dann dort aufgeräumt werden müssen? Wovon?

 

Darüber hinaus wissen wir, dass der damalige Leiter des Pubs, Greg Townsend, in der Woche nach dem 4. März nicht weniger als acht Mal intensiv von Ermittlern der Polizei befragt wurde. Laut Herrn Townsend hatte er das Gefühl, als würde er als "Terrorverdächtiger" behandelt. Nochmals, warum? Was taten Herr Skripal und seine Tochter laut offizieller Darstellung dort? Sie gingen hinein. Sie tranken etwas. Dann gingen sie. Große Sache. Warum in aller Welt sollte dann zu diesem Ort zum Schwerpunkt intensivster Befragung werden?

 

Aber Drittens und am wichtigsten ist da der falsche Zeitablauf, der von der Polizei über den Besuch der Skripals im Pub veröffentlicht wurde. Hier ist, was sie gesagt haben:

 

13:40 – Sergei und Yulia kommen am oberen Parkdeck des Einkaufszentrums (The Maltings) an

 

Das Paar geht in das Pub The Mill in Salisbury

 

Etwa um 14:20 – Der Vater und die Tochter essen im Restaurant Zizzis in der Castle Street

 

15:35 – Sie verlassen das Restaurant

 

Dass stimmt einfach nicht. Sie gingen nicht vor Zizzis in die Kneipe. Sie gingen zwischen 14:00 und 14:45 ins Zizzis und danach zwischen 15:00 und 15:30 ins Mill-Pub. Jede einzelne Aussage der Original-Zeugen in den frühen Tagen des Vorfalls bestätigt das, und ich habe auch unabhängige örtliche Berichte, dass dem so war. Warum also bringt die Polizei eine Zeitablauf, der besagt, dass die Skripals zwischen 15:00 und 15:30 im Zizzis waren, wenn sie tatsächlich im The Mill waren? Leider kann ich daraus nur die Schlussfolgerung ziehen, dass dies absichtlich geschah um davon abzulenken, dass dies der Ort war, an dem die Skripals vor dem Zwischenfall an der Parkbank waren.

 

Wenn man das zusammen mit den Merkwürdigkeiten um den Ort der Vergiftung von Detective Sergeant Nicholas Bailey herum betrachtet, dann scheint mir – und ich gebe zu, dass dies höchst spekulativ ist – dass es vor dem Vorfall auf der Bank einen Zwischenfall gab, dass er sich höchstwahrscheinlich im hinteren Teil des Pubs ereignete, und dort – nicht auf der Bank oder im Haus – wurde Herr Bailey verseucht. Lasst mich betonen, dass dies Spekulation ist, und es mag durchaus falsch sein, aber es scheint mir die plausibelste Erklärung für die äußerst seltsame Mehrdeutigkeit zu sein, die die Bewegungen von Herrn Bailey umgibt, die Behauptung, dass er als Ersthelfer in "der Anfangsszene" vergiftet wurde, und die Ködertaktik zwischen Zizzis und The Mill, wie in der Zeitleiste der Polizei angegeben wurde.

 

Ich möchte noch ein weiteres Element hinzufügen, das einen Hinweis darauf geben könnte, nämlich diese außergewöhnliche Behauptung in einem Artikel vom 6. März 2018 in The Sun (ebenfalls in The Mail):

 

"Als die Notfallmannschaften die in der Nähe der Parkbank zurückgelassene Substanz beseitigten, wurden andere gerufen, um das Krankenhaus zu dekontaminieren. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass am Tatort Spuren des Opiats Fentanyl – einem synthetischen Rauschgift, das um ein Vielfaches stärker als Heroin ist – entdeckt worden waren. Aber das wurde später mit einem nicht zusammenhängenden Vorfall in Verbindung gebracht, in den zufällig ein anderes Paar im Einkaufszentrum verwickelt war".

 

Das ist wirklich außergewöhnlich. Ein weiterer Vorfall, diesmal eine Fentanyl-Vergiftung, die erste dieser Art in Salisbury, am gleichen Tag, etwa zur gleichen Zeit und im gleichen Einkaufszentrum wie der Zwischenfall mit dem Nervengas. Das ist etwa so wahrscheinlich wie die Tatsache, dass die Chef-Krankenschwester der britischen Armee zufällig genau in diesem Moment dort war, oder? Ist es wirklich passiert? Ich habe keine Ahnung. Aber wenn es doch passiert ist, hat es dann etwas mit der "ersten Szene" zu tun – jener Szene, in der Herr Bailey und zwei seiner Kollegen ins Krankenhaus gebracht wurden? (Hier ist ein Link zu einem BBC-Artikel, der bestätigt, dass zwei Polizeibeamte verseucht waren, sowie ein drittes Mitglied der Notfallkräfte, das eindeutig Herr Bailey war: https://www.bbc.com/news/uk-43312625 )

 

Fragen, Fragen, Fragen. Auf die es Antworten geben muss, Antworten und Antworten. Leider werden diejenigen, die das Narrativ kontrollieren, nicht so schnell Antworten geben, und sie werden zweifellos weiterhin das Absurde, das Unwahrscheinliche und das Unmögliche verewigen, anstatt mit der Wahrheit ins Reine zu kommen.

 

Vielleicht braucht es einen Whistleblower, um die Wahrheit durchsickern zu lassen. Aber wer würde denn so etwas tun und wer würde es veröffentlichen? Ein Mann, der Geheimnisse über Kriegsverbrechen veröffentlicht hat, die die US-Regierung nicht enthüllen wollte, wird derzeit im Belmarsh Prison and Woolwich Crown Court in etwa so behandelt, wie damals sowjetische politische Dissidenten und Staatsfeinde behandelt wurden. Ein weiterer Mann, der hartnäckig die Wahrheit hinter der Scheinuntersuchung der OPCW zum Douma-Chemikalienvorfall veröffentlicht, wird von denjenigen, die es nicht wert sind, ihm die Schuhe zu lecken, als Scharlatan beschmutzt und verleumdet.

 

Dies ist die Art von Land, zu dem wir werden. Das ist die Art von Gesellschaft, in die uns diejenigen führen, die hinter diesem Rätsel stehen, eingehüllt in eine Vertuschung, in einen Schwindel. Ein Staat der nationalen Sicherheit, in dem die Wahrheit unter einer Lawine der Täuschung begraben ist, und in dem diejenigen, die versuchen, der Sache ehrlich auf den Grund zu gehen, als Staatsfeinde abgestempelt und schändlich behandelt werden, so dass andere davon abgehalten werden, dem Beispiel zu folgen. Das erinnert mich eher an einen der frühen Kirchenväter, den Heiligen Antonius:

 

"Es kommt eine Zeit, in der die Menschen verrückt werden, und wenn sie jemanden sehen, der nicht verrückt ist, werden sie ihn angreifen und sagen: 'Du bist verrückt; du bist nicht wie wir.“

 

Es ist nicht die Art von Gesellschaft, die ich mir erhofft habe, als ich aufwuchs. Es ist nicht die Art von Gesellschaft, in der ich gehofft hatte, dass meine Kinder aufwachsen würden. Meine Vermutung ist, dass es nicht einmal die Art von Gesellschaft ist, in der diejenigen, die diese aufwendigen Spiele spielen, aufwachsen wollten. Aber es ist, was es ist, und ich bin überzeugt, dass diejenigen, die uns an diesen Punkt gebracht haben, mehr Schwierigkeiten haben zu schlafen als ich. Ich möchte sie auffordern, dies zu bedenken, bevor es zu spät ist:

 

Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ – Jesus Christus (Lukas 8:17)

 

POSTSKRIPTUM

 

Ich wollte mich nur noch einmal für all die vielen wunderbaren Kommentatoren und ihre nachdenkliche Analyse dieses Falles in den letzten Jahren bedanken. Ihre Beiträge sind sehr willkommen. Nochmals: Ich möchte eigentlich über andere Dinge schreiben, und ich hoffe aufrichtig, keinen Beitrag zum 3.Jahrestag schreiben zu müssen.

 

Ich möchte eure Aufmerksamkeit auch auf ein neues Buch zu diesem Thema lenken: Skripal in Prison, von John Helmer. Ich wäre gerne in der Lage gewesen, ein oder zwei Kommentare zu dem Buch abzugeben, aber leider hatte ich noch nicht die Zeit, es selbst zu lesen. Aber angesichts der Beiträge von John Helmer zu diesem Thema in seinem Blog habe ich keinen Zweifel daran, dass es eine sehr interessante und aufschlussreiche Lektüre sein wird. Ihr könnt das Buch hier erhalten:

 

https://www.amazon.co.uk/Skripal-Prison-John-Helmer/dp/B084PY9W4R

Kommentare: 4
  • #4

    FritztheCat (Samstag, 07 März 2020 23:12)

    #3:
    Stimme voll und ganz zu!
    Und was noch zu untersuchen wäre, ist die Verbindung von Christopher Steele und seinem Geheimdiensthandler Pablo Miller zu Sergei Skripal. Das Steele-Dossier lässt grüßen!

  • #3

    Canned Beat (Samstag, 07 März 2020 14:17)

    Wer auch immer sich die ganze Skripal Geschichte ausgedacht hat, er hat damit offensichtlich zwei Ziele verfolgt:
    1. Sergei Skripal aus dem Verkehr zu ziehen, und
    2. Eine Propagandaschlacht gegen Russland zu führen.
    Der zweite Punkt vor allem, um die zu dem Zeitpunkt kurz bevorstehende Fußball WM in Russland zu beschädigen.
    Wie bei vielen anderen Propaganda-Narrativen zeigte sich auch hier ganz deutlich, dass es überhaupt nicht auf eine Plausibilität der Geschichte ankommt. Auch der haarsträubenste Unsinn wird von der Masse der Bevölkerung geglaubt, wenn an einer geschlossenen Front die Propaganda-Geschütze im Dauerfeuer ihre gleichlautenden Lügengranaten verschießen.
    Das ist eine Art der Kriegführung, und zwar auch gegen die eigene Bevölkerung, denn die wird hier belogen und betrogen. Und es funktioniert .... leider.

  • #2

    Humml (Freitag, 06 März 2020 15:59)

    "Selig sind die, die da geistig arm sind, denn das Himmelreich ist ihre." (o.s.ä)

    Dem Weblog-Betreiber sei Dank für die Übersetzung dieser alles in allem gelungenen Zusammenfassung des "bisherigen Geschehens".

    Der Vorkommentator sei darauf hingewiesen, daß es Urteile gibt, die man, ggf. gefaßt in einen güldenen Rahmen, an die Wand nageln kann - zur eigenen Erbauung - worin sich deren Wirkung allerdings auch schon erschöpft.

    Und auch das werden wir ständig und jedem "unter die Nase reiben", auch wenn es niemand glauben will:
    Das Wichtigste ist die "Politik", nicht das "Recht" - mit dem "Recht" läßt sich nämlich letztendlich jedwede Politik legitimieren.

  • #1

    venice12 (Freitag, 06 März 2020 09:32)

    Was ich mir (neben vielem Anderen) bis heute nicht erklären kann:

    Warum hat die russische Botschaft in London nie versucht, ihre konsularischen Rechte nach dem Wiener Übereinkommen gerichtlich durchzusetzen?

    Der Umgang mit Assange lehrt uns, daß kein Grund für übermäßiges Vertrauen in den britischen Rechtsstaat besteht, aber ein ablehnender Bescheid hätte zumindest begründet werden müssen und wäre möglicherweise überprüfbar - in jedem Fall aber propagandistisch verwendbar - gewesen.

    Die zig offiziellen Beschwerden seitens der Botschaft hatten exakt
    Null öffentliche Wirkung.