http://www.stalkerzone.org/margarita-simonyans-letter-to-the-atlantic-council/

 

Brief von Margarita Simonyan an den Atlantic Council

 

 

(Aus dem Russischen von Ollie Richardson & Angelina Siard)

Antwort auf diesen Artikel:

http://www.atlanticcouncil.org/blogs/ukrainealert/ukraine-s-got-a-real-problem-with-far-right-violence-and-no-rt-didn-t-write-this-headline

 

 

25.06.2018

 

Sehr geehrter Atlantic Council,

 

es sind jetzt vier Jahre, dass wir euch und die ganze Welt davor gewarnt haben, dass die Ukraine von Nazis überflutet wurde. Es sind jetzt genau vier Jahre, dass ihr uns dafür beschuldigt habt und ihr uns Beispiele unserer Fälschungen und Propaganda vorgelegt habt. Ihr und euresgleichen schreibt genau so: „RT ist Fake Propaganda, weil sie behaupten, in der Ukraine würden Nazis ermutigt werden.

 

Und dann veröffentlicht ihr plötzlich diesen Artikel. Ich zitiere den Titel: „Die Ukraine hat ein echtes Problem mit rechtsextremer Gewalt (und nein, diese Schlagzeile stammt nicht von RT)“.

 

Und der Atlantic Council schreibt weiter: Nazi-Gruppen erhalten vom Staat Gelder, sie arbeiten mit lokalen Behörden und mit Organen der Staatssicherheit zusammen, sie greifen Juden, Roma, Umweltaktivisten und Homosexuelle an, und ihnen geschieht nichts.

 

Und natürlich schwört die Regierung in Kiew mit weit geöffneten Augen, dass das gar nicht so wäre.

 

Wie gesagt – quot erat demonstrandum.

 

Vielleicht versteht ihr endlich, dass ihr uns nicht deswegen misstraut weil wir lügen, sondern weil ihr über die Welt rund um euch herum überhaupt nichts wisst; weil ihr schlecht gebildet seid; ihr lest etwas, aber nicht das, was man lesen sollte; ihr geht nicht dahin wo ihr hingehen solltet; ihr kommuniziert mit einer Handvoll voreingenommener und/oder verrückter Leute, die eure arrogante Unwissenheit nur verstärken.

 

Wenn ihr von eurer Korrektheit womöglich nicht so felsenfest überzeugt und nur ein bisschen mehr an der Realität interessiert wärt, dann hättet ihr erfahren, dass Nazis in Odessa Dutzende von Menschen verbrannt haben; dass praktisch alle Menschen auf der Krim tatsächlich zu Russland gehören wollen und dass die zwangsweise Ukrainisierung von ihnen genau als das wahrgenommen wurde – eine zwangsweise Ukrainisierung; dass der Krieg im Donbass nicht deswegen begann, weil sich Putin aus unbekannten Gründen ein weiteres Stück Gebiet aneignen wollte, sondern weil sich die neuen ukrainischen Behörden, die ihr so lobend besungen habt, sich in ihrem ersten Erlass nichts Eleganteres ausdenken konnten als die russische Sprache zu verbieten – in der sich das halbe Land unterhält; dass die Haltung gegenüber Homosexuellen nicht so ist wie in, sagen wir, New Hampshire, aber genauso wie in New Hampshire vor 20 Jahren, als ich dort studiert habe – und an meiner Schule war es den Lehrern verboten, über dieses Thema allgemein zu reden. Und es ist allemal besser als bei euren engen Verbündeten, wo unglücklichen Homosexuellen auf dem Stadtplatz der Kopf abgehackt wird. Diese Liste ließe sich endlos erweitern...

 

Wie schön wäre die Welt, wenn ihr aus euren glatten und dummen Lehrbüchern und Leitfäden aufwachen würdet, und aus euren zärtlichen öffentlichen Versammlungen mit eurer „demokratischen“ Öffentlichkeit (die Fünfte Kolonne – Ed.) und denen in der Nähe, die für euer Geld dazu bereit sind, das zu sagen was ihr hören wollt, den Kindergarten-Analytikern in den Fernsehsendern zuzuhören, die von euren ehemaligen oder zukünftigen Managern geleitet werden – dann würdet ihr das Offensichtliche erkennen.

 

Dann würde ich mit großer Freude in Rente gehen und auf meiner Fensterbank Lavendel anbauen.

 

Und ja, die Schlagzeile stammt von RT.

 

 

Kommentare: 1
  • #1

    Propapanda (Donnerstag, 28 Juni 2018 00:29)

    "Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt."