http://www.unz.com/chopkins/the-putin-nazis-are-coming-again/

 

Die Putin-Nazis kommen! (Schon wieder)

 

Von C.J.Hopkins, 21.10.2019 (zahlreiche Links im Original!)

 

 

Also Leute, das war's dann wohl für Amerika. Putin hat wieder einmal zugeschlagen. Er und seine Verschwörung aus Putin-Nazis haben unsere Demokratie „gehackt“, oder „beeinflusst“ oder sich „eingemischt“. Wenn nicht Admiral Bill McRaven und seine Special Ops Leute in letzter Minute einen Militärcoup organisieren, dann gibt es weitere vier Jahre des Trumpischen Reichs, patrouillierende russische Soldaten auf unseren Straßen, Kriegsrecht, Konzentrationslager, gigantische Banner mit den Gesichtern von Trump und Putin werden in unseren Fußballstadien hängen, in den Schulen wird der Sieg Heil-Ruf zur Pflicht werden, einen nationalen „Wodka zum Frühstück“-Tag, Totenköpfe, Babuschkas – das ganze Zeug.

 

 

Wir hätten das eigentlich erkennen müssen.

 

Jawohl, und mittlerweile wisst ihr es auch, unsere Exilpräsidentin Hillary Clinton hat Putins teuflischen Plan entdeckt, die Präsidentschaft von Elizabeth Warren zu klauen, oder von Biden, oder welche Marionette des Establishments es auch immer durch die Vorwahlen der Demokraten schafft. In einem Gespräch mit dem ehemaligen Obama-Berater und Gründer von AKPD Message and Media, David Plouffe, enthüllte Clinton, wie die gottlosen Russkies dieses Mal die Demokratie untergraben wollen:

 

Ich mache keine Vorhersagen, aber ich denke, dass sie ihr Auge auf jemanden geworfen haben, der zur Zeit in den Vorwahlen der Demokraten ist und sie bereiten sie darauf vor, die Kandidatin der Dritten Partei zu sein.“

 

Natürlich redete sie von Tulsi Gabbard, derzeit Mitglied im Kongress, dekorierte Majorin der Army National Guard und Außenseiterin bei den Präsidentschaftskandidaten 2020. Anscheinend wurde Gabbard (die verlässlichen anonymen Quellen aus der Geheimdienstgemeinde zufolge Mitglied irgendeines verräterischen Samoanisch-Hinduistischen, Assad-anbetenden Kultes ist, der jeden zu Yoga zwingen will) einer russischen „Präparierung“ unterzogen, an einem geheimen Ort, vermutlich im Keller von Mar-a-Lago, oder im 168. Untergeschoss des Trump Towers.

 

Auf jeden Fall, wo auch immer Gabbard heimlich „präpariert“ wird (vermutlich von jemandem, der so ähnlich aussieht wie Lotte Lenya in Liebesgrüße aus Moskau), ist der Plan (d.h. Putins Plan), dass sie die Vorwahlen der Demokraten verliert, dann als „Spielverderber“-Kandidatin einer Dritten Partei antritt und Warren oder Biden die Stimmen klaut, genau wie Jill Stein (die, so sagt Clinton, auch eine „total russische Agentin“ ist) 2016 Clinton die Stimmen klaute und es Putin ermöglicht hat, Donald Trump (der gemäß Clinton noch immer vom FSB mit diesem Pipi-Tape-„Kompromat“ erpresst wird) im Weißen Haus zu installieren, wo in Wirklichkeit sie hingehört.

 

Clintons Kommentare folgten unmittelbar auf einen vorbereitenden Schmäh-Artikel in der New York Times: „Was genau hat Tulsi Gabbard vor?“, wo langatmig darüber berichtet wird, wie Gabbard in den Vorwahlen der Demokraten „Chaos gestiftet“ hat. Professionelle „Desinformationsexperten“ versorgten die Times mit überzeugenden Beweisen (d.h., mit unbelegtem Hörensagen und Anspielungen) über „verdächtige Aktivitäten“ rund um Gabbards Kampagne. Die frühere Clinton-Helferin Laura Rosenberger (die zufällig auch Direktorin der Alliance for Securing Democracy ist, eine „überparteiliche transatlantische Beratergruppe für Nationale Sicherheit“, die sich aus ehemaligen Mitarbeitern der Geheimdienstgemeinde und des Außenministeriums zusammensetzt, und sie ist Herausgeberin von Hamilton 68. (Anm.d.Ü.: darüber hinaus ist sie Senior Fellow beim German Marshall Fund of the U.S.)) „sieht in Gabbard ein potentiell nützliches Vehikel für russische Anstrengungen, Zwietracht zu säen.“

 

Der Times-Artikel listet weiter eine Reihe unappetitlicher, extremistischer, rassistischer, schrecklicher, Neonazi-artiger Personen auf, mit denen Tulsi Gabbard nichts zu tun hat, aber die Hillary Clinton, die Geheimdienstgemeinde, die Times und der Rest der Konzernmedien euch gerne geistig mit ihr verknüpfen wollen. Richard Spencer, David Duke, Steve Bannon, Mike Cernovich, Tucker Carlson und so weiter. Neo-Nazi-Seiten wie der Daily Stormer. 4Chan, wo Neonazis sie „Mutti nennen“, so sagt die NYT.

 

Um die professionellen journalistischen Moralstandards zu gewähren hat die Times auch mit Experten für Faschismus, für faschistischen Terrorismus, für Faschismus-verwandte Assad-Versteher, für Hitlerismus, für Horrorismus, Russland und so weiter gesprochen, damit sie Gabbards Assoziationsschuld mit jenen Leuten bestätigen, mit denen die NYT sie gerade in Verbindung gebracht hatte. Brian Levin, der Direktor des CSU Center for the Study of Hate and Extremism, bestätigte, dass Gabbard das „Gütesiegel“ innerhalb im Stechschritt marschierender, Hitler verehrender Neonazi-Kreise hat. Die Alliance for Securing Democracy (ja, die oben bereits erwähnte) hat eine „unabhängige Analyse“ durchgeführt, die bestätigt hat, dass RT („die vom Kreml unterstützte Nachrichtenagentur“) Gabbard weitaus häufiger genannt hat als die westlichen Konzernmedien (die von niemandem unterstützt werden und total unvoreingenommen und unabhängig sind, trotz der Tatsache, dass die meisten von ihnen von einer Handvoll mächtiger globaler Konzerne besessen werden, mindestens einer davon ist ein Oligarch mit CIA-Verbindungen). Ach ja, und Kai Kahele, ein Senator in Hawaii, der Gabbard ihren Sitz im Kongress streitig machen will, stimmt der Times zu, dass Gabbards Unterstützung durch Juden-hassende, rassistische Putin-Nazis eine mögliche Belastung sein könnte.

 

Da ist eindeutig etwas an ihr und ihrer Politik, was diese Art von Menschen anzieht und sie anspricht, die weiße Nationalisten, Antisemiten und Holocaust-Leugner sind.“

 

Aber natürlich ist es nicht nur die New York Times. Kaum war Clinton mit ihrem Gegacker fertig, da begannen die Konzernmedien mit ihrem üblichen Goebbelschen Klavier-Geklimper und brachten eine Story nach der anderen, in denen die Worte „Gabbard“ und „russische Agentin“ wiederholt werden. Ich habe hier die NYT erwähnt, weil deren besagter Schmäh-Artikel eindeutig eine Aufwärmübung für Hillary Clintons kalkulierten Schmäh-Job am Freitagabend war. Nein, die Olle hat nicht ihren Verstand verloren. Sie wusste genau was sie tat, so wie auch die Redakteure der New York Times, so wie auch alle anderen Nachrichtenquellen des Establishments, die atemlos über ihre Neo-McCarthyistischen Verleumdungen „berichteten“.

 

Wie ich schon in meinen vorherigen Aufsatz anmerkte, 2020 wird ein Irrenhaus, und es geht nicht nur darum, wer die Wahl gewinnt. Nein, es geht hauptsächlich darum, die „populistische“ Gegenreaktion gegen die Vorherrschaft des globalen Kapitalismus und seine fröhliche, grinsende und konformistische Ideologie zu zerschlagen. Um das zu erreichen, muss das neoliberale Establishment nicht nur Trump delegitimieren und tödlich stigmatisieren, sondern auch Menschen wie Gabbard, Bernie Sanders, Jeremy Corbyn … und jede andere populäre politische Person (links, rechts, es macht keinen Unterschied), die von dieser Ideologie abweicht.

 

Im Fall von Trump ist es dessen Neo-Nationalismus. Bei Sanders und Corbyn ist es der Sozialismus (oder zumindest eine Art von Sozialdemokratie). Im Fall von Gabbard ist es ihre Opposition gegen die andauernden Bemühungen der Konzernherrschaft, den Nahen Osten (und den Rest des Planeten) neu zu ordnen und zu privatisieren, und dass sie dazu das US-Militär benutzen.

 

Stellt euch diese Frage: Was haben Trump, Sanders, Corbyn und Gabbard gemeinsam? Nein, es nicht ihr Putin-Nazismus... es ist die Herausforderung, die sie für den globalen Kapitalismus darstellen. Jeder von ihnen ist auf seine Art ein Symbol des wachsenden populistischen Widerstands gegen die Privatisierung und Globalisierung von allem. Und aus diesem Grund müssen sie delegitimiert, stigmatisiert und unablässig als „russische Agenten“, „Antisemiten“, „Verräter“, weiße Rassisten“, „Faschisten“, „Kommunisten“ oder irgendeine andere von „Extremisten“ verleumdet werden.

 

Gabbard, und das muss man ihr hoch anrechnen, versteht das und fokussiert die Aufmerksamkeit auf die Motive und Taktiken des neoliberalen Establishments und deren Verleumdungsmaschine. Wie ich in einem Aufsatz aus dem letzten Jahr angemerkt habe:

 

Der einzige Weg, wie man einer Verleumdungskampagne (sei sie groß oder klein) begegnet, ist, der Versuchung zu widerstehen seine Unschuld zu beweisen, und stattdessen so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf die Taktiken und Motive der Verleumder zu legen.“

 

Das wird sie nicht retten, aber es ist das Beste was sie tun kann und ich applaudiere ihr, weil sie den Mut dazu hat. Ich hoffe sie heizt ihnen weiter ein, während sie ihre Kandidatur beerdigen und aus dem Amt jagen.

 

Ach ja, und falls ihr überlegt, mir Emails zu schicken, in denen ihr mir erklärt, dass diese Verleumdungskampagnen nicht funktionieren (oder wie ihr das Wochenende über gelacht habt, dass Hillary Clinton ihren Verstand verloren und sich zu einem kompletten Volltrottel gemacht hat): Schaut euch vielleicht mal Julian Assange an, der kurz davor steht, nach Amerika ausgeliefert zu werden und ein Verfahren bekommt, weil er US-Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, und dann für den Rest seines Lebens weggesperrt wird. Wenn ihr nicht zu Julian in Belmarsh durchdringen könnt, dann könnt ihr ja Katharine Viner vom Guardian anrufen, die Assange seit Jahren verleumdet hat und krasse Lügen über ihn veröffentlicht hat, und der es finanziell offensichtlich sehr gut geht.

 

Und wenn Katharine auf Antigua oder sonst wo Urlaub macht, oder mit Hillary auf der Penthouse-Bar im Hay-Adams Hotel Tee schlürft, dann versucht es mal bei Luke Harding (der nicht nur für den Guardian schreibt und Propaganda veröffentlicht, sondern auch einen kompletten NYT-Bestseller schrieb, der aus nicht als Lügen und Verleumdungen besteht).

                                               The Hay-Adams

 

Oder probiert es bei Marty Baron, Dean Baquet, Paul Krugman oder sogar Rachel Maddow, oder jedem anderen Redakteur und Journalisten, der über den Putin-Nazi „Angriff auf Amerika“ berichtet hat und uns darüber auf dem Laufenden hält, wer ein Hitler-liebender „russischer Agent“ ist und wer nicht.

 

Fragt sie, ob ihre Verleumdungsmaschine funktioniert... wenn sie mal gerade nicht mit ihren Maklern telefonieren, oder wer auch immer gerade ihre Sommerresidenzen in den Hamptons oder draußen in Martha's Vineyard dekoriert.

                          Obamas Haus auf Martha's Vineyard

 

Oder fragt die Millionen gut situierter Liberaler, die immer noch – obwohl Russia-Gate als ein enormer Schwindel enthüllt wurde, der auf überhaupt gar nix basierte – dieses paranoide offizielle Narrativ nachplappern und auf Twitter Menschen als „russische Agenten“ beschimpfen. Oder egal, passt einfach auf, was die nächsten 12 Monate geschieht. Ich Sachen lächerlicher offizieller Propaganda, mit Spucke verschmutzten McCarthy-Verleumdungen und völlig durchgedrehter, psychotischer Putin-Nazi Massenhysterie wird es die letzten drei Jahre wie Propaganda Special Olympics aussehen lassen.

 

 *

 

C. J. Hopkins ist ein preisgekrönter amerikanischer Dramatiker, Schriftsteller und politischer Satiriker mit Sitz in Berlin. Seine Stücke werden bei Bloomsbury Publishing (UK) und Broadway Play Publishing (USA) veröffentlicht. Sein Debütroman, ZONE 23, erscheint bei Snoggsworthy, Swaine & Cormorant Paperbacks. Er ist erreichbar unter cjhopkins.com oder consentfactory.org.

 

Kommentare: 1
  • #1

    Humml (Mittwoch, 23 Oktober 2019 20:28)

    Und das klappt immer, immer wieder.

    Nun gut - die Beantwortung der Frage, wann denn nun aus dem Menschen, als einem vernunftbegabtes Wesen, endlich ein vernünftiges werde, dürfte daher vergleichsweise einfach werden.

    Wenn wir uns diverse "Massenbewegungen" der jüngeren Vergangenheit so ansehen... man fragt sich: "So heiß ist es doch noch gar nicht!?"

    Bevor uns das "Klima" den Garaus machen kann, werden wir wohl an intellektueller Degeneration verendet sein.