https://fredoneverything.org/pence-a-christian-pompeo-there-are-christians-who-love-and-christians-who-hate/

 

Pence ein Christ? POMPEO?

Es gibt Christen, die lieben, und es gibt Christen, die hassen

 

von Fred Reed, 26.04.2019

 

Die Foltereinrichtung in Zacatecas, Mexiko, ein Museum für angewandtes Christentum

 

Pompeo: „Mein Glaube an Jesus Christus macht wirklich viel aus.“

https://www1.cbn.com/cbnnews/politics/2019/april/my-belief-in-jesus-christ-makes-a-real-difference-mike-pompeo-says-his-christian-faith-puts-everything-in-perspective

 

Pompeo sagte, Gott könnte Trump geschickt haben, um Israel vor dem Iran zu retten.

https://www.bbc.com/news/world-us-canada-47670717

 

Als Christ glaube ich mit Sicherheit, dass das möglich ist“, sagte Pompeo. „Ich bin überzeugt, dass hier Gott am Werk ist.“

 

Pence, ein evangelikaler Katholik, der beinahe Pfarrer geworden wäre: „Ich habe vor Christus ein Gelübde abgelegt.“

https://www.washingtonpost.com/news/acts-of-faith/wp/2016/07/15/what-it-means-that-mike-pence-called-himself-an-evangelical-catholic/?utm_term=.31f0c5961b7a

 

Christen? Diese Christen unterstützen einen Krieg im Jemen, wo Unmengen von Menschen durch Verstümmelung, Cholera und Hunger ums Leben kommen. In einem Krieg, den sie mit einem Telefonat beenden könnten. Gleichzeitig unterstützen sie das Gemetzel aus der Luft in Afghanistan, das enorme Töten in Syrien, die Bombardierung von Somalis, und Folterkammern auf der ganzen Welt. Das ist ihre Christlichkeit. Ihnen mangelt es völlig an menschlichem Anstand. Aber sie sind Christen.

 

Sagt mir, Mr. Pompeo, Mr. Pence: Habt ihr schon mal gesehen, wie ein Kind an Hunger stirbt? Man hat es mir geschildert. Es dauert viele Tage. Weinen, Weinen, Weinen, das langsam schwächer wird. Die Mutter rasend, verzweifelt, verrückt werdend. Das Kind streckt seine Arme aus, so wie jedes Kind, das erwartet, dass seine Mutter etwas unternimmt. Irgendwann hört das Weinen auf. Aber vielleicht habt ihr mehr Spaß daran, zuzusehen wie jemand wegen eurer Kriege an Cholera stirbt. Der Tod durch Cholera kommt schneller, ist aber interessanter: Unkontrolliertes Kotzen und Durchfall, Weinen und Weinen. Die Dehydrierung tötet sie. Hübsch, nicht wahr? Währenddessen frisst du, Mike, in Washington deinen Rostbraten und redest von der Heiligkeit deines Glaubens. Du bist ein gottverdammtes, strenggläubiges Monster. Du sollst in der Hölle verrotten, wenn es sie gibt.

 

Und wir haben Pompeo, eine bösartige fette Qualle, der auch seine Christlichkeit vor sich her trägt wie eine Monstranz und nach Kriegen sucht, in denen er seinen wabbligen, unförmigen Arsch nicht riskieren wird. Bolton, ein mieser Hurensohn, der in eine Zwangsjacke gehört, tut wenigstens nicht so als hätte er eine Seele. Und der Goldene Haubenkakadu, zu schwach um sein Umfeld zu kontrollieren, plustert sich auf und twittert. Möge Gott uns beistehen!

 

Diejenigen unter uns mit einem gewissen Alter erinnern sich vielleicht an eine Christenheit als eine vage, jedoch echte Nettigkeit, von Menschen praktiziert, die ohne den Glauben genauso nett gewesen wären. Weihnachten bedeutete Bäume mit vielen Lichtern und einer Krippe auf dem Stadtplatz, als das noch nicht illegal war. Kinderchöre, die Weihnachtslieder vor den Häusern sangen, Weihnachtslieder auf den Straßen, als das noch nicht verfassungsfeindlich war. Es bedeutete einen treuherzig in den Himmel blickenden Jesus, in kitschiger Anbetung. Es war wohltuend. Das ist nicht die Christlichkeit von Pence und Pompeo. Sie sind unmoralische Christen. Sie sind grausame Christen. Sie sind böse Christen.

 

Eine politisch nützliche Richtung – nützlich für Mike Pence – ist es, das Christentum als einen idyllischen und belagerten Glauben zu betrachten, der in der Güte, Freundlichkeit und Sorge um andere verwurzelt ist. Historisch gesehen war das nicht der Fall. Das Christentum hat eine Bilanz an Brutalität, bestialischen Religionskriegen, Folter und der Verbrennung von Ketzern. In Zacatecas, Mexiko, gibt es ein Museum für Folterinstrumente, die von der Inquisition benutzt wurden. Sie sind zu ekelhaft, um sie zu beschreiben. Dies war nicht das Christentum von Jimmy Carter oder Mutter Theresa. Es ist das Christentum von Mike Pence und Pompeo.

 

Und sie sind Evangelikale. Das ist eigentlich eine noch größere Disqualifikation für ein öffentliches Amt.

 

Evangelikale sind … seltsam. Zum größten Teil sind sie nicht böse, einfach Menschen, oft schlecht gebildet, die nur so gut wie möglich versuchen, einer unfassbaren Existenz Sinn zu verleihen. („Rapture Culture“ ist kein tolles Buch, aber es gibt einen guten Einblick über Evangelikale.) Es handelt sich um eine eigentümliche Theologie, die Auswirkungen auf die Außenpolitik hat. Sie glauben an die Entrückung. Sie glauben, dass wir uns in der Endzeit befinden. Das bedeutet, dass eines Tages die Gläubigen verschwinden werden - poof - und durch die Entrückung in den Himmel gesaugt werden. Whoosh. Der Rest von uns wird die Trübsal ertragen, eine Zeit, in der der Antichrist in Chaos und Wildheit regieren wird. Dann wird Jesus kommen und ihn in der Schlacht von Armageddon besiegen.

Nichts davon ist an sich von Bedeutung. Religionen haben schon oft das Ende der Welt vorhergesagt. Sie kommen darüber hinweg. Aber:

 

Was zählt, ist der evangelikale Glaube, dass sich die Juden in Israel versammeln und zum Christentum bekehrt werden müssen, bevor die Welt untergehen kann. Dies versetzt die Evangelikalen in die merkwürdige Position, pro-israelisch, aber antisemitisch zu sein. Soweit ich weiß, hegen die Juden keine Begeisterung für eine Bekehrung. Diejenigen, die das glauben, werden christliche Zionisten genannt, und ihre Loyalität gilt allem, was sie glauben, was Gott will, nicht dem Frieden, Amerika oder der Vernunft. Sie sind Israel gegenüber loyal, weil es für das Ende der Welt unerlässlich ist.

 

Dies bedeutet, dass wir am Ruder der US-Außenpolitik zwei durchgeknallte Christen haben, zwei Juden (Kushner und Ivanka) und eine verwirrte, leicht zu führende Ober-Karotte. Es bedeutet, dass Pompeo und Pence nicht von praktischen Überlegungen über die Bedürfnisse und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten geleitet werden, sondern durch die Loyalität zu kuriosen theologischen Ideen und zu einem fremdem Land. Sie werden das tun, was zu diesen Ideen passt. Und sie sind einfach schlechte Menschen.

 

Pence in einer Rede an Juden gerichtet: „Lassen Sie mich ausdrücklich sagen: So wie die überwältigende Mehrheit meiner Wähler verpflichtet mich mein christlicher Glaube dazu, den Staat Israel zu lieben.“

 

Er hat das letzten Dezember auf der Konferenz der Republican Jewish Coalition untermauert, als er sagte: „Israels Feinde sind unsere Feinde, Israels Angelegenheit ist unsere Angelegenheit. Und wenn diese Welt sonst nichts weiß, so soll sie dies wissen: Amerika steht an der Seite Israels.“

 

Das ist erstaunlich. Ein Vizepräsident der Vereinigten Staaten tut öffentlich kund, dass er einem fremden Land gegenüber loyal ist. (Anm.d.Ü.: Genauso erstaunlich wie die Tatsache, dass Merkel Israel zur deutschen Staatsräson erhoben hat.)

Wenn Israel einen Krieg mit dem Iran will, so will das auch Pence – weil es Israel wünscht. Wenn Israel die USA in einen Krieg mit dem Iran drängt – durch seine Kontrolle über den Kongress, das Finanzwesen und die Medien kann es das – dann ist auch Pence dafür. Wie viele Amerikaner haben sich dazu verpflichtet?

 

Und durch den Krieg wird er den Rest von uns mitreißen.

 

Die Verlagerung der Botschaft nach Jerusalem. Die Anerkennung der israelischen Souveränität über die Golanhöhen. Sehr wahrscheinlich auch über das Westjordanland. Vielleicht gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, wofür es keinen anderen Grund gibt. In diesem Fall werden Millionen sterben, wegen einer hirnverbrannten Theologie mit der spirituellen Legitimation der Hare Krishnas. Können wir darüber eine Abstimmung haben?

 

                       Ein Instrument der katholischen Christenheit, wie Pence sie schätzt

 

Während weder Pence noch Pompeo offen in die Nähe einer Folterkammer gehen würden – schlechte PR – so sie wissen doch, dass Verbündete wie die Saudis und Israelis so etwas tun, und dass Gina Haspel, die Leiterin der CIA und bekannte Sadistin, gleichwertige Dinge an geheimen Folterorten tut, von denen Pence und Pompeo Kenntnis haben. Oh, aber sie sind Männer Jesu.

Im Allgemeinen gilt: Je ernster das Christentum genommen wird, desto weniger angenehm wird es. (Dies gilt gleichermaßen für alle drei Religionen des Mittleren Ostens.) Natürlich unterscheiden sich die Untersektionen der Christen. Am einen Ende haben wir die Unitarier, die glauben, dass, wenn Gott existiert, er eine Kraft zur Verbesserung der Gemeinschaft wäre. Am anderen Ende haben wir die schlimmste Sorte Katholiken, die Menschen langsam in Stücke reißen.

Das Christentum hat eine lange und triste Geschichte von schrulligen Sekten und Ketzereien, die oft blutige Kriege geführt haben. Arier, Katharer, Protestanten, Mormonen, Tai Pings, Moonies, Schlangenbeschwörer, Evangelikale. Ich habe erlebt, wie Konservative die Chinesen wegen der Unterdrückung des Christentums kritisiert haben. Die Chinesen haben ihre Gründe. Von 1850 bis 1864 verursachten die Tai Pings, ein wahrhaft verrückter Ableger des Christentums, dessen Führer glaubte, er sei der kleine Bruder Jesu, den vielleicht blutigsten Bürgerkrieg der Geschichte. Wenn Anführer denken, dass sie mit Gott auf Whatsapp kommunizieren, werden sie tun, was sie glauben, was er ihnen sagt. Und wenn Gott ihnen sagt, den Iran zu zerschmettern, dann werden sie den Iran zerschmettern.

 

        Noch mehr angewandtes Christentum

 

Groteske Folter als Mittel der sozialen Kontrolle war nicht auf Mexiko oder Katholiken beschränkt. Die Geschichte Europas ist ein monströser Wandteppich der Barbarei durch diese drei schrecklichen Religionen des Mittleren Ostens, die Krieg führen, schlachten, Ketzer verbrennen, die Streckbank, das Pfahlhängen. Die Juden verhielten sich viel weniger schlecht, denn ohne Land und Armee konnten sie es nicht. Als sie sich diese Dinge angeeignet hatten, begannen sie, sich wie Christen und Muslime zu benehmen.

 

Vielleicht sollten wir die Außenpolitik den Diplomaten überlassen.

 

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