https://www.paulcraigroberts.org/2019/08/28/in-america-emotion-rules-reason/

 

In Amerika geht Emotion vor Vernunft

 

von Paul Craig Roberts, 28.08.2019

 

 

Seit vielen Jahren beobachte und kommentiere ich von Zeit zu Zeit den Anstieg des amerikanischen Narzissmus und den Rückgang der kognitiven Fähigkeiten. Der amerikanische Narzissmus hat eine emotionale Färbung. Völlig ignorante Amerikaner haben kein Problem damit zu glauben, dass sie mehr wissen als Experten, über die sie sich lustig machen, und zeigen gleichzeitig, dass sie überhaupt nicht verstehen, was der Experte geschrieben hat.

 

Emotionale Reaktionen verdrängen allmählich die fakten- und evidenzbasierte Vernunft. Die Wahrheit verliert ihre Verbindung zur Objektivität und wird zu einer Agenda. Wenn es der Agenda dient – und die Agenden basieren zunehmend auf Emotionen – dann ist es die Wahrheit. Viele können den Inhalt dessen, was sie lesen, nicht mehr nachvollziehen. Worte werden zum roten Tuch eines Stierkämpfers. Sie lösen Emotionen aus, keine Gedanken. Abhängig davon, wie Menschen durch ihre Bildung, Indoktrination und Wertvermittlung programmiert wurden, haben sie emotionale Reaktionen. Eine Konsequenz ist, dass die Diskussion durch Denunziation ersetzt wird.

 

Doch selbst ich war fassungslos über die unverzügliche und umfassende Verteufelung von Trump und jenen Amerikanern, die ihn gewählt haben, als "rassistische weiße Suprematisten"; durch die Gesamtheit der US-Medien, die Demokratischen Partei und die amerikanischen liberal-progressiven Linken. Der Katalysator für den Beginn der Hassrede gegen die amerikanische weiße Bevölkerung war eine Massenschießerei in El Paso. Da der Schütze Einwanderer erschossen hatte, wurden Trump und diejenigen beschuldigt, die ihn gewählt hatten, weil Trumps Versuch, die US-Grenzen in Übereinstimmung mit dem US-Recht zu kontrollieren, was seine Pflicht ist, den Schützen angeblich inspiriert habe, obwohl der Schütze in seinem Manifest erklärte, dass Trump nichts damit zu tun habe.

 

Ich war erstaunt, wie vorbereitet diejenigen waren, die das Narrativ kontrollieren, um Trump und der amerikanischen Wählerschaft die Schuld für eine Schießerei zu geben. Es erinnerte mich daran, wie vorbereitet die Deutschen in den 1930er Jahren auf die Angriffe der Nationalsozialisten auf Juden waren, wegen der jüdischen finanziellen und wirtschaftlichen Kontrolle, ob real oder angeblich. Eine lange Zeit der Dämonisierung der Juden endete mit Massakern.

 

Da frage ich mich, wie die Zukunft der weißen Amerikaner und Europäer auf lange Sicht aussehen würde, wenn sie ständig verteufelt würden, da sie als Prozentsatz der Bevölkerung schrumpfen. Wenn die Menschen so machtlos sind, dass sie ihre Länder verlieren, wie können sie dann ihr Leben erhalten?

 

Da frage ich mich auch, wie es sein kann, dass es weiße Menschen sind, denen vorgeworfen wird, nicht-weiße Menschen zu hassen, während sich die gewaltsamsten Hassgefühle gegen weiße Menschen richten.

 

Ich bin mir keiner Ausdrucksformen von Hass auf Hispanoamerikaner, Schwarze oder muslimische Einwanderer durch Weiße bewusst, die den Ausdrucksformen von Hass auf Weiße gleichkommen, und das wird oft von sich selbst hassenden Weißen zum Ausdruck gebracht.

 

In einem kürzlich erschienenen Artikel habe ich einige Beispiele für gewalttätige Ausdrücke gegen Weiße genannt. Ein Professor in Massachusetts sagte: "Wenn du ein weißer Mann bist, verdienst du es nicht zu leben. Du bist ein Krebsgeschwür, du bist eine Krankheit, weiße Männer haben noch nie etwas Positives zur Welt beigetragen! Sie morden, nutzen nur Nicht-Weiße aus und unterdrücken sie!" Berichten zufolge erhielt der Professor stehende Ovationen von seiner Klasse.

 

Ein Professor an der University of California sagte: "Der Präsident ist ein weißer nationalistischer Terrorführer. Seine Anhänger – alle von ihnen – sind per Definition weiße nationalistische Terroranhänger. Der MAGA-Hut ist eine KKK-Haube. Und diese böse, rassistische Plage muss aus der Gesellschaft verschwinden." Er hat das auf Twitter veröffentlicht und wurde nicht gesperrt.

 

In meinem letzten Artikel fragte ich, wie es dazu kam, dass weiße Amerikaner für das Schüren von Rassenhass verantwortlich gemacht werden, wenn so viel Rassenhass gegen weiße Amerikaner gerichtet ist. Wer kann sich das Schicksal eines weißen Amerikaners vorstellen, der sagen würde: "Wenn du ein schwarzer, hispanischer oder jüdischer Mann bist, verdienst du es nicht zu leben" oder ALLE Schwarzen, Hispanos, Juden, Muslime "müssen aus der Gesellschaft ausgerottet werden"?

 

Das sind berechtigte Fragen. Weiße Menschen sind diejenigen, gegen die sich die gewalttätige Sprache richtet, aber irgendwie werden diejenigen, die verteufelt werden, als diejenigen bezeichnet, die Hass predigen.

 

Kennt ihr irgendwelche weißen Universitätsprofessoren in Massachusetts und Kalifornien, das heißt von Küste zu Küste, die Hass gegen Schwarze, Lateinamerikaner, Juden und Muslime predigen? Ich auch nicht.

 

Die weißen Bevölkerungsgruppen in der westlichen Welt nehmen dank ihrer dummerweise gewählten Führung als Prozentsatz der Bevölkerung in ihren eigenen ethnischen Ländern ab. Frankreich wird früher oder später nicht mehr französisch sein. Britannien wird nicht mehr britisch sein. Skandinavien wird nicht mehr skandinavisch sein, und so weiter. So viel zur Erhaltung der Vielfalt. Was passiert mit einem dämonisierten Volk, wenn es eine Minderheit wird? Dies ist eine berechtigte Frage, vor allem, wenn man an den Holocaust glaubt.

 

Nach Angaben von Historikern gab es viele Völkermorde an einer großen Anzahl von Menschen. In meinem Artikel wurden einige davon aufgelistet. Einige von denen, die ausgerottet wurden, waren erobernde Kriegervölker, nicht Menschen, die sich freiwillig ihrer Vernichtung unterwarfen. Wenn wir Historikern glauben können, dann wurden Karthager, Vandalen und Goten vernichtet.

 

In der westlichen Welt, wo emotionalisierte Menschen denkende Menschen ersetzt haben, was soll da verhindern, dass ein dämonisiertes Volk ausgerottet wird? Dies ist eine berechtigte Frage.

 

Karl Marx sagte, dass es keinen guten Willen gibt, nur Klasseninteressen. Die Wahrheit ist das, was dem Klasseninteresse dient. Da es keinen guten Willen zwischen den Klassen gibt, ist allein die Gewalt der Vermittler. Lenin sagte dasselbe und er und Stalin praktizierten diese Lehre ebenso wie Mao und Pol Pot. Die daraus resultierenden Todesfälle waren enorm.

 

Heute haben wir immer noch den Marxismus, nur sind Rassen- und Geschlechterinteressen an die Stelle der Klasseninteressen getreten. Es scheint oft, dass der Rassenhass gegen Weiße und der Geschlechterhass radikaler Feministinnen gegen heterosexuelle Weiße den Klassenhass gegen die Bourgeoisie übertreffen. Wie soll die gleiche Konsequenz vermieden werden?

 

Alle meine ehrlichen Fragen wurden von David William Pear falsch interpretiert, der auf OpEdNews schreibt, dass ich, wenn ich nicht selbst ein Rechstextremer und Rassist bin, ich doch ihre Paranoia fördere, indem ich die gegen sie verwendete Hassrede zitiere. Da Social Media weit verbreitet sind, bezweifle ich sehr, dass die Menschen die von mir zitierten Aussagen nicht kannten.

 

Es fällt Pear nicht ein, zu erklären, warum ich es sein soll, der die Äußerungen zitiert, die die weiße Paranoia nähren, und nicht diejenigen, die diese Äußerungen getan haben. Ja, warum ist es nicht Pears eigener Hass auf Weiße und seine Verteufelung von ihnen, die ihre Paranoia fördern? Pear verwendet Begriffe wie "weißer Nationalist" und "weiße Rassisten (Suprematisten)", die erfunden wurden, um weiße Menschen zu verunglimpfen und zu verteufeln. Es dürfen keine vergleichbaren Wörter verwendet werden, um sich auf Schwarze, Latinos oder Juden zu beziehen.

 

Pears Artikel ist unlogisch, und er ist schuldig an allem, was er mir vorwirft. Und natürlich stellt er mich falsch dar, wann immer es seinem Zweck passt.

 

Pear schreibt: "Weiße Rassisten nehmen isolierte Ereignisse, nehmen Punkte, die sich nicht verbinden, und blasen sie zu einer massiven Verschwörung gegen weiße Menschen auf." Genau das aber tut Pear und all jene, die das einmalige Ereignis der El-Paso-Schießerei nutzen, um Trump und seine Anhänger zu beschuldigen, die "aus der Gesellschaft ausgerottet werden müssen". Aber erwartet nicht, dass Pear das merkt. Er ist zu sehr damit beschäftigt zu emotionalisieren.

 

Pear sagt, dass ich es sei, und nicht er und diejenigen, die Trump und die Weißen angreifen, die "ein paar sensationelle Nachrichten als Kampagne gegen Weiße aufblähen". Das ist es, was Pear und die liberal/progressive/linke Seite gegen Trump und die Weißen mit dem El Paso Shooting tun. Sie haben jene Amerikaner, die Trump gewählt haben, als weiße Rassisten denunziert, die "ausgerottet" werden müssen.

 

 Es wäre leicht für mich, Pear's Artikel in Stücke zu reißen und ihn zum Narren zu machen, aber er ist die Mühe nicht wert. Sein Artikel hat aber einen Wert. Er zeigt den programmierten Hass auf weiße Menschen und den Gebrauch von Hasstiraden gegen sie. Dies ist in der amerikanischen Kultur weit verbreitet. Das hat den sozialen Zusammenhalt zerstört. Identitätspolitik ist die herrschende Ideologie der Liberalen/Progressiven/Linken und der Medien – insbesondere der NY Times und der Demokratischen Partei. Die Identitätspolitik identifiziert weiße Amerikaner als die bösen rassistischen Ausbeuter, die alle anderen schikanieren – Schwarze, Lateinamerikaner, Muslime, Transgender, Homosexuelle. Wenn du ein weißer Mensch bist, "verdienst du es nicht zu leben."

 

Wenn du ein weißer Mensch bist, versuche mal zu schreiben, dass Schwarze, Juden und Hispanoamerikaner es nicht verdienen zu leben, und du wirst sehr schnell herausfinden, dass du nicht „überlegen“ bist.

 

Wie Russia Gate, Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen, iranische Atombomben, die russische Invasion in der Ukraine, Golf von Tonkin, 9/11 und so weiter, leben wir in einer orchestrierten Welt mit kontrollierten Erklärungen, die darauf abzielen, dass wir uns an die herrschende Agenda halten.

 

Amerika, ja ganz Europa, lebt in der Matrix. Ich werde es leid, zu versuchen, euch aus den kontrollierten Erklärungen herauszuholen, die euren Geist kontrollieren. Ich bin kein Morpheus, und ich kann Neo nicht finden. Soweit ich das beurteilen kann, ist die westliche Welt verloren. Anstelle von Verständnis haben wir nun unausgegorene Emotionen, die die Zionisten "Selbsthass" nennen. Wie kann eine Kultur überleben, die sich selbst hasst, ein Hass, der durch das 1619-Projekt der New York Times verstärkt wird?

(Anm.d.Ü.: The 1619 Project: https://en.wikipedia.org/wiki/The_1619_Project )

 

Hier ist Pears Anklage gegen mich und die Weißen:

https://www.opednews.com/articles/Reply-to-Paul-Craig-Robert-by-David-William-Pear-Culture_Discrimination_Fascist_Genocide-190826-566.html