https://www.paulcraigroberts.org/2019/03/19/the-difficulty-of-writing-for-americans/

 

Über die Schwierigkeit, für US-Amerikaner zu schreiben

 

von Paul Craig Roberts, 19.03.2019

 

 

Für US-Amerikaner zu schreiben, das ist ein gewagtes Unterfangen – außer es geschieht zu ihrer Unterhaltung. Ein Grund dafür ist, dass viele, vor allem die jüngeren Generationen, keine Vorstellung mehr von objektiver Wahrheit besitzen.

 

Für sie ist „Wahrheit“ bloß ein Vorurteil, das die Rasse, das Geschlecht, die Erziehung oder die Veranlagung von jemandem widerspiegelt. Emotionen sind wichtiger als Fakten. Vorurteile werden nicht als gleichwertig betrachtet. Manche haben ihre Berechtigung, andere nicht. Die Vorurteile weißer Menschen werden als „Hass-Rede“ definiert, als, „Rechtsextremismus“ und „Volksverhetzung“. Die USA haben heute viele von diesen sich selbst hassenden Weißen, vor allem in den Medien und in der Demokratischen Partei.

 

Ein weiterer Grund ist, dass viele US-Amerikaner eine Erklärung mit einer Rechtfertigung verwechseln. Eine Erklärung für ein Ereignis wird als dessen Rechtfertigung angesehen. Ein Beispiel: Liefert man eine Erklärung für Sklaverei, so wird angenommen, dass der Autor Sklaverei für gut befindet. Die Verteidigung einer abgelehnten Kategorie wird als Beweis der eigenen Minderwertigkeit angesehen. Wenn man beispielsweise weiße Menschen gegen die propagandistischen Anschuldigungen der Identitätspolitik verteidigt, so ist man ein „Rassist“.

 

Noch ein Grund ist, dass einige Rassen und Geschlechter jede Kritik an ihnen erfolgreich als Ausdruck einer Voreingenommenheit einstufen. So macht eine Kritik an der Misshandlung der Palästinenser durch Israel oder eine Kritik an der Macht der Israel-Lobby einen zum „Antisemiten“. In ähnlicher Weise macht die Kritik an einer farbigen Person einen zu einem Rassisten und deine Argumente werden als Ausdruck deiner Voreingenommenheit abgetan. Wenn man eine Frau kritisiert, dann ist man ein Frauenfeind, und deine Kritik an einer Frau beweist es.

 

Wenn man Zweifel an einem False Flag-Ereignis äußert, so wird man als „Verschwörungstheoretiker“ abgekanzelt.

 

Ein weiterer Grund ist, dass amerikanische Patrioten eine Kritik an der US-Politik, vor allem an den Kriegen, als anti-amerikanisch betrachten und dass man gegen sein eigenes Land die Seite des Feindes vertritt. Um eine Wiederholung der Proteste gegen den Vietnam-Krieg zu vermeiden, hat sich das Bush-Regime bei der Invasion in Afghanistan und im Irak den Slogan „Unterstütze die Truppen“ ausgedacht. Hat man die Kriege kritisiert, so hat man die Truppen nicht unterstützt und gemeinsame Sache mit dem Feind gemacht: „Entweder bist du für uns oder gegen uns.“ Als Präsident Trump sich mit Putin getroffen hat, da hat CIA-Direktor John Brennan Trump des Verrats bezichtigt. Als sich die US-Abgeordnete Tulsi Gabbard in Syrien mit Assad traf, da wurde sie der Unterstützung der Diktatur bezichtigt. (Hätten sie ihre Kritiker wegen ihres Treffens mit Assad als ein Dummchen bezeichnet, das es nicht besser weiß, so hätte man ihre Kritiker als Frauenfeinde abgetan.)

 

In so einer Welt ist eine ehrliche, einfache Sprache riskant, da viele sich nicht um die Aussagekraft einer Analyse kümmern, sondern nach Hinweisen von Rassismus und Sexismus suchen. Die Aufdeckung von staatlichen Täuschungen führt dazu, dass man als „Antiamerikaner“ gebrandmarkt wird, mit dem Ergebnis, dass die Menschen sich noch enger an die Lügen klammern, durch die sei getäuscht werden.

 

Es war schon immer so, dass die Leser nach Autoren suchen, die ihre Ansichten verstärken, indem sie ihnen das erzählen was sie hören wollen. Der König tötet den Boten, der unangenehme Botschaften bringt. Folglich gibt es wenige Boten. Das Resultat ist eine nicht funktionierende Demokratie, in der die Agenda jener dominiert, die die Erklärungen (das Narrativ) kontrollieren.

 

Zum größten Teil sind die Leser dieser Webseite anders. Es handelt sich um eine selbstbestimmte Gruppe, die motiviert ist, der Kontrolle der offiziellen Erklärungen zu entkommen. Zu diesem Zweck teile ich mit ihnen mein Wissen und meine Erfahrungen. Die Webseite hat eine treu ergebene Leserschaft, das beweist eure Antwort auf meinen vierteljährlichen Spendenaufruf.

 

Einige von euch warten ungeduldig auf Lösungen, aber es kann keine Lösungen geben bis die Probleme erkannt sind. Darüber hinaus kann jede Lösung so interpretiert werden, dass sie eine Interessengruppe bevorzugt, und dieser Befürworter wird dann als Diener einer bevorzugten Gruppe abgetan. So wurde beispielsweise Präsident Reagans Lösung gegen die Stagflation vorgeworfen, ein System für die Reichen zu sein. Die Menschen müssen Lösungen finden, aber zuerst müssen sie informiert werden. Wie dieser Artikel deutlich macht, ist dies ein durchaus schwieriges Unterfangen.