https://www.paulcraigroberts.org/2018/04/16/upon-time-long-ago-truth-important/

 

Es war einmal vor langer Zeit, da war Wahrheit wichtig

 

von Paul Craig Roberts, 16.04.2018

 

 

Ich frage mich, wie viele Menschen, nicht nur Amerikaner sondern auch in anderen Ländern, zu der Schlussfolgerung gekommen sind, dass die Vereinigten Staaten heute eine weniger freie und weniger aufmerksame Gesellschaft sind als die Gesellschaften in den dystopischen Romanen des 20. Jahrhunderts oder in so Filmen wie Matrix und V wie Vendetta. So wie die Menschen in den dystopischen Romanen keine Ahnung von ihrer wirklichen Lage hatten, so ergeht es heute den Amerikanern.

 

Was sollen wir von den außerordentlichen Kriegsverbrechen halten, die von den Vereinigten Staaten im 21. Jahrhundert begangen wurden, die sieben Länder ganz oder teilweise zerstört haben und bei denen Millionen Tote, Verstümmelte, Waisen und Vertriebene die Folge waren? Betrachtet zum Beispiel das jüngste Kriegsverbrechen Washingtons, den illegalen Angriff auf Syrien. Anstatt gegen diese Illegalität zu protestieren, haben die amerikanischen Medien dazu aufgestachelt und über den bevorstehenden Tod und die Zerstörung gejubelt.

 

Während des gesamten 21. Jahrhunderts hat Israel, Washingtons einziger Verbündeter – im Gegensatz zu den europäischen, kanadischen, australischen und japanischen Vasallenstaaten des Washingtoner Imperiums – mit Washingtons Unterstützung, Schutz und Ermutigung den Genozid am palästinensischen Volk fortgesetzt. Im Grunde ist von Palästina nur ein Ghetto-Konzentrationslager übrig, bekannt als Gaza, das regelmäßig von Israel bombardiert wird, welches dazu Waffen und Geld benutzt, das aus Washington kommt. Wenn eine Bombardierung von Gaza angekündigt wird, dann packt Gottes Auserwähltes Volk die Campingstühle ein und macht auf den Hügeln über Gaza ein Picknick und applaudiert, während das israelische Militär Frauen und Kinder ermordet. Das ist Amerikas einziger Verbündeter.

 

Die Verbrechen, die von den USA und Israel begangen werden, sind grauenhaft, aber sie treffen auf wenig Widerstand. Im Gegensatz dazu werden die Räder des Kriegs in Bewegung gesetzt, wenn bei einem angeblichen Angriff in Syrien angeblich 70 Menschen ums Leben gekommen sind. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Israel bombardiert regelmäßig syrische Ziele, tötet Syrer und die USA bewaffnen und unterstützen die „Rebellen“, die das Obama-Regime zum Sturz von Assad hineingeschickt hat, was zu einer großen Anzahl toter Syrer geführt hat. Warum sind plötzlich 70 tote Syrer für Washington so wichtig?

 

Nach Angaben der Washingtoner Behörden, oder den Berichten der Presstituierten über deren Stellungnahmen, wurden durch Washingtons Raketenangriff zwei oder drei syrische Chemiewaffenfabriken zerstört. Denkt mal kurz darüber nach. Wenn Washington Chemiewaffenfabriken mit Raketen bombardiert, dann würden riesige Wolken aus tödlichem Gift freigesetzt werden. Die zivilen Todesopfer wären um ein vielfaches höher als die behaupteten 70 Opfer von Assads angeblichem und unbegründetem Chemieangriff, der als Vorwand für das Kriegsverbrechen des Trump-Regimes gegen Syrien verwendet wurde. Es gibt überhaupt keine Beweise für Opfer.

 

Hätte es Opfer gegeben, dann wäre Washingtons Angriff bei weitem das größere Verbrechen als der Chemieangriff, den Washington als Deckmantel für sein eigenes Verbrechen benutzte. Aber die amerikanischen Presstituierten frohlocken über die Lektion, die Amerika Syrien und Russland erteilt hat. Offensichtlich bestehen die amerikanischen Medien aus dermaßen unmoralischen und idiotischen Hiwis, dass die Presstituierten nicht in der Lage sind zu verstehen, dass ein Angriff durch Washington auf syrische Chemiewaffenanlagen, wenn solche tatsächlich existierten, einem Angriff auf Syrien mit Chemiewaffen gleichkommt.

 

Wie ich gestern schrieb, als ich ein Redakteur für das Wall Street Journal war und wenn Washington angekündigt hätte, dass man eine Chemiewaffenfabrik in einem anderen Land als Strafe für den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen bombardiert habe, dann wären die Reporter des Journals so intelligent gewesen und hätten gefragt, wo die Opfer des Washingtoner Chemieangriffs seien? Gibt es Tausende Opfer von den durch Washingtons Angriff freigesetzten Chemikalien? Sind die Krankenhäuser jenes Landes mit Verletzten und Toten überfüllt?

 

Hätte uns ein Reporter eine Story gebracht, die nichts weiter als eine Pressemitteilung Washingtons mit offensichtlich unglaubwürdigen Ereignissen ist, dann hätte wir ihm gesagt, er soll nochmal hinschauen und die offensichtlichen Fragen stellen. Heute setzen die NY Times und die Washington Post solche haltlosen Berichte auf die Titelseite.

 

Heute müssen Reporter keine Quellen mehr checken, denn es gibt in Amerika keinen Journalismus mehr. Als das Clinton-Regime willfährig mit dem Tiefen Staat, der die Clintons super reich gemacht hat, erlaubt hat, dass 90% der unabhängigen und unterschiedlichen US-Medien in den Händen von sechs politischen Konzernen konzentriert werden, da war das das Ende für den Journalismus in Amerika. Wir besitzen jetzt nur noch ein Propagandaministerium, das für seinen Lebensunterhalt lügt. Jeder, der im amerikanischen Journalismus heute die Wahrheit sagt, wir entweder sofort gefeuert oder im Fall von Tucker Carlson von Fox News von anderen Presstituierten unter Beschuss genommen um Fox dazu zu bringen, ihn abzusetzen. Ich frage mich, wie lange es wohl dauern wird bis irgendeine Frau auftaucht und behauptet, Tucker Carlson habe sie sexuell belästigt.

 

Soweit ich es beurteilen kann, sind die Vereinigten Staaten jetzt ein Polizeistaat, in dem alle Informationen kontrolliert werden und die Bevölkerung so trainiert wurde, dass sie der Propaganda glaubt oder wegen des Mangels an Patriotismus und des Zusammenwirkens mit Terroristen und Russen beschuldigt wird.