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Oscar-Schnipsel

 

von James Howard Kunstler, 24.02.2019

 

 

Ich bleib bei den Academy Awards gern auf dem Laufenden, weil ich sehen will, wie Hollywood von Jahr zu Jahr mehr den Verstand verliert. Und da Amerika von den Körpersäften Hollywoods durchtränkt ist, ist es auch ein netter Rorschach-Test für die mysteriösen Tendenzen in unserem Land.

 

Übrigens, ich bekam gestern Abend noch eine Vorführung von Black Panther. Da geht es um die Techno-Metropolis von Wakanda, tief im afrikanischen Dschungel versteckt, nach all den Jahrhunderten. (Wer hätte das geglaubt?) Die Eliten in dieser Utopie reisen in fliegenden Untertassen um die Welt. Und wenn es Stunk gibt, nach welchen Waffen greifen sie dann? Nach Speeren. Ohne Scheiß. Meine Lieblingsstelle in diesem Film: Ein weißer amerikanischer Regierungsbeamter zu Nakia, der Ex-Freundin von Black Panther: „Schmeiß den Speer in den Kofferraum!“

 

Also … ich habe bei den letzten zehn Minuten beim Vorlauf auf dem Roten Teppich eingeschaltet. Halbnackte Brüste soweit das Auge reichte – Frauen, die sich wieder dem Aktivismus der Anti-Vergewaltigungskultur hingeben werden, wenn sie ihren Kater ausgeschlafen haben. Jeder auf dem Laufsteg war „atemberaubend“. Und sie haben es genossen, das zu hören, denn sie hören es so selten. Glenn Close hat mitgeteilt, dass ihr Kleid vier Millionen Perlen enthält und 40 Pfund wiegt. Ich hoffe, sie stiftet es der Clinton Foundation für Hillarys Antrittsrede 2020.

 

Oh, Black Panther hat gerade seinen ersten Oscar gewonnen: Kostüm-Design. Es ist erstaunlich, was man mit Vibranium machen kann. Es kleidet wunderbar, atmet und kann deinen Tesla aufladen. Ich gestehe, die Kostüme haben mich durch den Film gebracht, denn die Story war dermaßen unverständlich. Der Outdoor-Ausstatter LL Bean wird nächsten Herbst Tarnjacken aus Vibranium anbieten, mit speziellen Taschen zum Aufladen deines Handys. Ich will auch so was!

 

Schnitt. Marty Scorsese verkauft Rolex-Uhren. Jeder Amerikaner sollte eine haben, und wenn AOC (Alexandria Occasional Cortex) endlich Präsidentin ist, dann wird auch jeder Amerikaner eine bekommen!

 

Oh, Black Panther hat noch eine farbige Oscar-Figur bekommen, für das Production-Design (Bühne und so Zeug). Ja, ich fühlte mich, als wäre ich in eine andere Welt gebeamt worden, in der überhaupt nichts wiedererkennbar ist. Genauso fühle ich mich, wenn ich die New York Times lese.

 

Es folgte die seltsamste Musical-Nummer des Abends: Jennifer Hudson, kostümiert wie eine Fahrstuhlführerin vor einer Kulisse des Gebäudes des Obersten Gerichts. Und sie bellte eine Power-Ballade über Frauen und … nun ja … Power (aus der Doku über Ruth Bader Ginsburg). Nun, RBG kommt voran in diesen Jahren. In ihrem Geschäft verdient sie mit Sicherheit einen Fahrstuhl. Mehr Macht für das alte Mädchen!

 

Oh oh, Black Panther hat gerade beim Sound Editing verloren. Das ist unfair! Nachzählung der Stimmen, bitte!

 

Das Sound Mixing haben gerade ein paar weiße Jungs für Bohemian Rhapsody gewonnen. Sie sehen alle gleich aus. Alle die gleichen Fracks. Alle das gleiche Gesülze. Langweilig. Ich kann nicht genau erklären, was der Unterschied zwischen Sound-Mixing und Sound-Editing ist. Wahrscheinlich gibt’s keinen. Ein gefälschter Award! Kann man das mal untersuchen?

 

Eine weitere Musik-Nummer rettete die Situation: Aus Mary Poppins Reboot. Die olle Bette Midler in einem Outfit wie eine Bedienung in einem Donut-Laden. Ich glaube, den Song hat man in elf Minuten auf dem Parkplatz des Shake Shacks am Sunset unterhalb von Knollwood komponiert.

 

Hier kommt Pharrell Williams in einem Tarn-Frack, den bald die US Army Ranger bei der bevorstehenden Invasion der Hamptons tragen werden. Gefolgt von irgendeinem Girl in einem Jogging-Outfit (bester Animations-Kurzfilm). Gefolgt von einer hysterischen Tusse, die „für menstruelle Gleichberechtigung kämpft!“ Mehr Mitwirkungsmöglichkeit, jawohl! Hört uns brüllen! (Grrrowww!)

 

Die Werbeeinblendungen laufen jetzt auf Hochtouren, wie das Flakfeuer 1942 über Saarbrücken. Das Publikum überkommt eine gewisse Kampfmüdigkeit. Wenn ich dabei gewesen wäre, ich hätte meinen Flachmann mit dem Brandylikör aus der Hosentasche geholt.

 

Noch mehr langweilige weiße Kerle holen sich ihre Awards für die Spezialeffekte ab. Ein Space Movie. Da denkt man darüber nach, ob wir 1969 tatsächlich da oben waren, oder war das auch nur ein Spezialeffekt? Britischer Akzent. (Fake?) Ein Hauch von Kolonialismus schwebt über dem Publikum. Gott sei Dank ist das vorbei.

 

Preise für Kurzfilme, die niemand je sehen wird. (Gähn.)

 

Spike Lee trägt eine Art futuristische Taxifahrer-Aufmachung. „Do the Right Thing.“

 

Ich gestehe, es ist mir Wurst, wer die großen Preise gewinnt. (Doppel-Gähn.)

 

Das interessanteste Detail des ganzen entsetzlichen Spektakels: Niemand erwähnte überhaupt einmal den Namen desjenigen, der hier nicht genannt werden soll (Hinweis: er sitzt im Weißen Haus). Es muss sich die Parole verbreitet haben … erwähne...ihn...nicht. War das der Jussie Smollett-Effekt, oder ist hier etwas Unheimlicheres im Gange?

 

Wie auch immer, ich halt's nicht mehr aus. Schnarch.......

 

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