https://www.paulcraigroberts.org/2019/08/21/what-globalism-did-was-to-transfer-the-us-economy-to-china/

 

Was die Globalisierung bewirkt hat:

Die US-Wirtschaft wurde nach China transferiert

 

von Paul Craig Roberts, 21.08.2019

 

 

Das Hauptproblem der US-Wirtschaft ist, dass sie von der Globalisierung zerlegt worden ist. Die Auslagerung der US-Jobs hat die US-Industrieproduktion verringert, die Forschung, Entwicklung, Zulieferketten, die Kaufkraft der Konsumenten und die Steuerbasis der Länder und des Bundes. Die Konzerne haben die kurzfristigen Gewinne zu Lasten der dieser langfristigen Kosten erhöht. Damit wird die US-Wirtschaft aus der Ersten Welt in die Dritte Welt verlagert.

 

Die Zölle sind keine Lösung. Die Trump-Administration sagt, dass die Zölle von China bezahlt werden. Aber solange Apple, Nike, Levi und all die anderen Offshoring-Konzerne nicht von diesen Zöllen ausgenommen sind, fallen die Zölle bei jener ausgelagerten Produktion der US-Firmen an, die an US-Konsumenten verkauft wird. Die Zölle werden entweder die Gewinne der US-Firmen verringern oder von den US-Käufern mit höheren Preisen bezahlt. Die Zölle werden China nur weh tun, wenn chinesische Arbeitnehmerzahlen in der Produktion von US-Gütern für den US-Markt verringert werden.

 

Die Finanzmedien sind voller düsteren Vorhersagen über die Folgen des „Handelskriegs“ zwischen den USA und China. Es gibt aber keinen Handelskrieg. Ein Handelskrieg ist es, wenn Länder ihre Industrie schützen, indem sie Zölle auf den Import preiswerterer Güter aus fremden Ländern verhängen. Aber die Hälfte der Importe aus China sind Importe von US-Konzernen. Trumps Zölle, oder ein großer Teil davon, betreffen US-Konzerne oder US.Konsumenten.

 

Man muss sich wundern, dass es in der Trump-Administration, der Zentralbank oder sonst wo in Washington nicht einen einzigen Ökonomen gibt, der die Situation versteht oder in der Lage ist, Präsident Trump die Lage klar zu machen.

 

Eine Folge von Washingtons allumfassender wirtschaftlicher Ignoranz ist, dass sich die Finanzmedien die Story zurechtspinnen, dass „Trumps Zölle“nicht nur die Amerikaner in die Rezession treiben, sondern auch die gesamte Welt. Irgendwie treiben Zölle auf Apple Computer und iPhones, auf Nike Turnschuhe und Levis Jeans die Welt in eine Rezession oder Schlimmeres. Das ist eine außergewöhnliche wirtschaftliche Schlussfolgerung, aber die Fähigkeit zum Denken ist in den Vereinigten Staaten so ziemlich verschwunden.

 

In den Finanzmedien heißt die Frage: Werden Trumps Zölle eine US/Weltrezession auslösen, die Trump die Wiederwahl kostet? Das ist eine sehr dumme Frage. Die USA befinden sich seit zwei oder mehr Jahrzehnten in einer Rezession, da die Produktions-, Industrie- und Ingenieursfähigkeiten ins Ausland verlagert worden sind. Die US-Rezession war für den asiatischen Teil der Welt sehr gut. In der Tat, China verdankt seinen schneller als erwarteten Aufstieg zu einer Weltmacht dem Transfer amerikanischer Arbeitsplätze, dem Transfer von Kapital, Technologie und Geschäfts-Know-how an China, nur damit US-Anteilseigner Kapitalgewinne einstreichen können und US-Vorstände ihre Bonuszahlungen bekommen, weil sie mit geringeren Arbeitskosten produzieren.

 

Anscheinend können neoliberale Ökonomen – ein Oxymoron – nicht verstehen, dass aufgrund der Produktion von Waren und Dienstleistungen durch US-Konzerne, die aus dem Ausland nach Amerika importieren, es die ausländischen Standorte sind, die von dieser wirtschaftlichen Aktivität profitieren.

 

Offshore-Produktion begann eigentlich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, als Indien und China ihre Ökonomien für den Westen geöffnet haben. Globalisierung bedeutet, dass US-Konzerne mehr Geld verdienen können, indem sie die amerikanische Arbeiterschaft aufgeben. Aber was für den einzelnen Konzern gilt, gilt nicht für das Gesamtresultat. Warum? Die Antwort lautet: Wenn viele Konzerne ihre Produktion für den US-Markt ins Ausland verlagern, verlieren Amerikaner, ob sie arbeitslos sind oder in Niedriglohnarbeit tätig sind, ihre Kaufkraft, um die im Ausland produzierten Güter zu kaufen.

 

Seit Jahren berichte ich darüber, dass US-Jobs keine Mittelschichtjobs mehr sind. Diese Jobs werden seit Jahren immer weniger, in Bezug auf den Mehrwert und das Gehalt. Mit diesem Niedergang schrumpft auch die Gesamtnachfrage. Der Beweis für diese Tatsache ist, dass US-Konzerne seit Jahren ihre Profite nicht in Investitionen für neue Fabriken und Ausrüstung verwenden, sondern für den Rückkauf ihrer eigenen Aktien. Jeder Ökonom, der diesen Namen verdient, sollte sofort erkennen, dass, wenn Konzerne ihre Aktien kaufen und nicht investieren, sie keine Nachfrage für eine erhöhte Produktion sehen. Daher plündern sie ihre Konzerne für Boni und senken in Folge dessen das Grundkapital ihrer Firmen. Man weiß ganz genau, dass es derzeit so abläuft, und das ist mit einer wachsenden Wirtschaft völlig unvereinbar.

 

Das gleiche gilt für die Erwerbsquote. Normalerweise geht Wirtschaftswachstum mit einer Steigerung der Erwerbsquote einher, da mehr Menschen in Arbeit kommen. Aber während des angeblichen Wirtschaftsaufschwungs ist die Erwerbsquote gefallen, denn es gab keine Jobs.

 

Im 21. Jahrhundert wurden die USA dekapitalisiert und die Lebensstandards gingen zurück. Dieser Prozess wurde durch die Ausweitung der Schulden am Laufen gehalten, aber das Einkommen der Konsumenten konnte nicht Schritt halten und der Schuldenstand der Privathaushalte hat seine Grenzen erreicht.

 

Das „plunge protection team“ der Fed/FinMin kann die Aktienmärkte hochhalten, indem es S&P-Futures kauft. Die Fed kann mehr Geld in den Markt schießen um die finanziellen Anlagen in die Höhe zu treiben. Aber dieses Geld treibt nicht die Produktion in die Höhe, denn die Arbeitsplätze und die wirtschaftlichen Aktivitäten dieser Jobs wurden ins Ausland verlagert. Was die Globalisierung bewirkt hat: Die US-Wirtschaft wurde nach China transferiert.

 

Eine echte statistische Analyse zeigt im Gegensatz zur offiziellen Propaganda, dass das fröhliche Bild einer boomenden Wirtschaft eine Illusion ist, die durch statistische Täuschung erzielt wird. Die Inflation wird heruntergerechnet, und wenn das nominelle BIP schrumpft, dann werden höhere Preise als eine Zunahme des realen Outputs gerechnet, d.h., Inflation wird zu echtem wirtschaftlichen Wachstum. Arbeitslosigkeit wird nicht gezählt. Wenn man mehr als 4 Wochen nicht nach einem Job gesucht hat, dann ist man offiziell nicht mehr in der Arbeits-Statistik und deine Arbeitslosigkeit wird nicht gezählt. Die Art und Weise, wie die Regierung die Arbeitslosigkeit berechnet, ist so atemberaubend, dass ich wundere, warum wir keine Arbeitslosigkeit von Null haben.

 

Wie soll sich ein Land erholen, wenn es seine Wirtschaft an ein fremdes Land abgegeben hat und das nun als Feind verteufelt wird? Welch bessere Beispiel gibt es für eine herrschende Klasse, die völlig inkompetent ist, als eine, die ihre Wirtschaft mit Stumpf und Stiel an einen Feind übergibt, so dass ihre Konzernfreunde kurzfristige Reichtümer einstecken können?

Dafür können wir nicht Trump die Schuld geben. Er hat das Problem geerbt, und er hat keine Berater, die ihm helfen können, das Problem zu verstehen und eine Lösung zu finden. Unter den neoliberalen Ökonomen gibt es keine solchen Berater. Mir fallen nur vier Ökonomen ein, die Trump helfen könnten, und einer von ihnen ist ein Russe.

Die Schlussfolgerung ist, dass die Vereinigten Staaten auf einem Weg gefangen sind, der direkt in die Dritte Welt vor 60 Jahren führt. Präsident Trump ist hilflos, etwas dagegen zu unternehmen.