(Anm.d.Ü.: Im September 2018 erschien das Buch „Erinnert euch an mich“ von Mark Zak.

 https://edition-nautilus.de/programm/erinnert-euch-an-mich-ueber-nestor-machno/

 

Dort heißt es in der Buchbeschreibung über Nestor Machno:

 

"Von der sowjetischen Geschichtsschreibung zum Mörder und Banditen degradiert, von den Anarchisten in aller Welt als Held, als ukrainischer Che Guevara verherrlicht, hat Nestor Machno (1888-1934), der Führer der legendären Volksbewegung und Bauernarmee Machnowtschina, den Ausgang des russischen Bürgerkriegs entscheidend beeinflusst. Unter der schwarzen Fahne der Anarchie führte Machno von 1918 bis 1921 einen kompromisslosen Partisanenkrieg gegen alle – gegen Anhänger des Zaren, Bolschewiken, ukrainische Nationalisten, deutsche und österreich-ungarische Truppen – und für die kollektive Selbstverwaltung der Bauern und Arbeiter in einer herrschaftsfreien staatenlosen Gesellschaft."

 

Das Nachwort stammt von der queer-feministischen Kommunistin Bini Adamzcak:

»Diese Geschichte spricht zu uns. Sie ist wahr für alle Revolutionärinnen, die sich anschicken, das Gefängnis des Kapitalismus zu verlassen.« )

 

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https://www.fort-russ.com/2019/03/flores-enter-nestor-makhno-ukraines-kiev-junta-plays-at-national-anarchism/

 

Auftritt Nestor Machno – Die Kiew-Junta in der Ukraine kokettiert mit „nationalem Anarchismus“

 

von Joaquin Flores, 02.03.2019

 

 

Bandera wird von Europa abgelehnt. Daher bringt Kiew Machno ins Spiel.

 

Die Ukraine steht vor einem ernsten Image-Problem. Auf ihrer Suche nach einer „nationalen Identität“, in einem Land, dessen Name ganz simpel „Grenzland“ bedeutet, war es ganz natürlich, dass der Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera im Zentrum stehen würde. Diese Pro-Nazi-Identität, das heißt, die „europäische“ Identität, die die ukrainischen Führer des US-inszenierten Umsturzes so breit wie möglich befördert und weitestgehend wieder legitimiert haben, kommt bei der Mehrheit der EU-Bürger nicht gut an.

 

Die Story, dass Russlands Putin einen „rechtsextremen Staat“ anführt, ist schwer zu verkaufen, wenn die regionalen Bemühungen zur Normalisierung der wackligen Lage in der Ukraine sich auf jene konzentrieren, die mit echten „ultrarechten“ Anführern und einem von „Neo-Nazis“ dominierten Parlament herrschen.

 

Aus diesem Grund versucht die Ukraine, Machno zu rehabilitieren, so wie sie es zuvor mit Bandera gemacht hat.

 

Die Russenfeindlichkeit ist eine amorphe und verzwickte Sache – die amerikanische Linke kann Russland wegen dessen neo-monarchistischer Symbolik angreifen, wegen der Macht der privaten Industrie, der Rehabilitation der Orthodoxen Kirche und dem angeblichen „Imperialismus“ in Tschetschenien, Georgien und jetzt in der Ukraine.

 

Für die Rechte ist Russland ein krypto-mongolischer, subversiver Trick gegen die westliche Zivilisation. Zuerst ganz offen als ein „jüdisch-bolschewistisches“, kommunistisches Sprungbrett, das in Gestalt der UdSSR die westlich-christliche Zivilisation bedrohte. Heute ist es nicht anders, wenn auch auf hinterhältige, subtile und versteckte Art.

 

Es war schwierig, über einen „wachsenden Nationalismus“ in Russland zu reden, während man ignorierte, dass die meisten dieser „nationalistischen“ Kräfte (in Russland) ihr Gewicht darauf verwendet haben, den tatsächlich nationalsozialistischen Gräuel, der die heutige ukrainische Regierung ist, zu zerschlagen. Und es ist sehr seltsam, dass diese russischen „Nationalisten“ sich mit den Heiligenbildern der sowjetischen Symbolik schmücken, ganz ohne Ironie – wo doch jeder weiß, dass die UdSSR ein rechtsextremer Staat war. Logisch. Zumindest sieht das diese seltsame Art des radikalen westlichen Liberalismus so, die Gattung „Anarchismus“.

 

In jedem Land können wir den Unterschied zwischen der echten Linken und jenen Linken erkennen, die im Außenministerium sitzen. Sie finden vielleicht schöne Worte für Arbeiterrechte, Gleichberechtigung und die Umwelt. Aber sobald wir hören, dass „Assad ein Diktator ist“, oder dass „die russische Aggression in der Ukraine ein Ende haben muss“, dann wissen wir, dass wir es mit einer ernstlich kompromittierten, vom Außenministerium unterstützten „Linken“ zu tun haben. Nennen wir sie die gefälschte Linke, wir haben sie schon immer so genannt.

 

Was wir in den USA sehen, ist eine Neuordnung der Kräfte innerhalb der Demokratischen Partei. Der Versuch, einen gefälschten „Linksruck“ und eine „Attraktivität für radikalisierte jüngere Wähler“ zu erzeugen. Das bedeutet im Grunde eine Allianz zwischen dem massentauglichen imperialen amerikanischen „Anarchismus“ in Form der Antifa, und der Demokratischen Partei. Diese Anarchisten sind akzeptabel, solange sie vier Dinge vorantreiben:

 

 -- den Zwist und die Konfusion der Geschlechter,

 

 -- den Widerstand gegen „Klassen-Reduktionismus“ (d.h. Widerstand gegen Unterstützung der Arbeiterklasse an sich),

 

 -- die Russenfeindlichkeit und

 

 -- die Liebe zum Islam (außer dem schiitischen Islam, denn das ist „der Iran“)

 

Der letzte Punkt ist der herablassendste – diese Anarchisten widersetzen sich der Religion in allen Formen, spiegeln aber die Sichtweise der christlichen Zionisten wider. Sie wenden es nur für den Islam an.

 

Christliche Zionisten „lieben Juden“, nicht weil sie das Judentum lieben, sondern weil sie die Juden als die wichtigsten Menschen sehen, damit der Protestantismus siegt. Und dann endet die Welt. (Anm.d.Ü.: Armageddon)

 

In gleicher Weise basiert bei der Linken die Liebe zum Islam auf der Grundannahme, dass Menschen Moslems sind, weil sie unwissend, wirtschaftlich unterdrückt und kulturell rückständig sind. Wenn sie erst einmal ordentlich säkularisiert, modernisiert und verwestlicht sind, dann würden sie schon mit ihrem Unsinn über den Propheten Mohammed (Fsmi) aufhören. Und das ist das Ende der Geschichte. Ibid („So steht es geschrieben“?)

 

Um der Ukraine ein neues Markenzeichen zu geben und sie für den „neuen Schub“ in der Demokratischen Partei akzeptabel zu machen – die neue Zeit, in der falsche Anarchisten die Demokraten wählen – damit das geschmeidiger mit der Russenfeindlichkeit einhergeht, ist es nötig, Bandera zu vergessen und die ukrainische (und amerikanische) Russenfeindlichkeit auf eine gefälschte anarchistische Linie zu bringen.

 

Auftritt Nestor Machno.

 

Die Behörden der ukrainischen Stadt Huljajpole (Region Saporischschja) haben ihren Wunsch geäußert, die Asche des revolutionären Anarchisten Nestor Machno aus Frankreich an die Ukraine zurückzugeben, und diese Nachricht wird bald ein großer Diskussionspunkt in der westlichen gefälschten anarchistischen Linken sein.

"Wir haben alle notwendigen Dokumente für die Beförderung der Asche von Nestor Machno nach Huljajpole vorbereitet. ... Auf unserer Seite sind alle Dokumente fertig, es gibt eine Erklärung von Nestor Machnos Großneffe für die Rückkehr der Asche seines Vorfahren in seine Heimat", sagte Landrat Alexander Ischenko und fügte hinzu, dass die lokalen Behörden derzeit auf eine Antwort der französischen Seite warten.

Ihm zufolge ist Machno eine historische Persönlichkeit von Weltrang, deshalb ist er eine "Marke" für die ukrainische Stadt. Tatsächlich ist er eine dringend benötigte "neue Marke" für die Ukraine selbst.

Nestor Machno wurde 1888 in Gulyaypole geboren. Er wurde während des Bürgerkriegs von 1917-1922 in Russland bekannt. Er führte die bäuerliche Rebellenarmee an. Nach dem Sieg der Kommunisten weigerte er sich, der Roten Armee beizutreten und ging nach Europa. Er starb im Alter von 45 Jahren in Paris. Die Asche des Revolutionärs wird in einer Urne in der Mauer der Kommunisten auf dem Friedhof von Pere Lachaise in der französischen Hauptstadt aufbewahrt. Im Jahr 2008 wurde in der Stadt Huljajpole zu Ehren des 120. Jahrestages von Machno ein Denkmal errichtet.

Machno wird von Anarchisten als antibolschewistischer Freiheitskämpfer verehrt – ähnlich wie Bandera, aber mit linken Qualifikationen.

 

In Wirklichkeit führte Machno Massenhinrichtungen von verdächtigen Gegnern durch, benutzte Getreidebeschlagnahmungen, um ganze Dörfer unter die schwarze Flagge zu zwingen, und verhielt sich nach der Logik von Realismus und Krieg, nicht von Anarchismus und Idealismus. Dies wird verstanden, ja sogar erwartet – hütet euch vor der bevorstehenden Umbenennung der Ukraine in einen "Machno"-Staat.

 

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