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Überall Monster

 

von James Howard Kunstler, 17.09.2018

 

 

Robert Muellers Fischercrew war auf Schleppnetzfischerei nach dem Manafort, einem schwabbeligen Sumpfsäuger, der wegen seines Schmieröls geschätzt wird, als zufällig eine seltsame Art von Schweinswal namens Podesta im Netz gefangen wurde. Es stellte sich heraus, dass er ein Reisebegleiter des Manafort war. Bereits 2014 schwamm das Paar über das Schwarze Meer in ein kleines Land namens Ukraine, wo Podesta das Super-Schmiermittel Manafort für den damaligen Präsidenten der Ukraine, Victor Janukowitsch, verwendete.

Ziel war es, die Räder der NATO und der EU zu schmieren, damit die Ukraine Mitglied werden kann. Aber die Operation ging schief, als Janukowitsch ein besseres Angebot von der Eurasischen Zollunion erhielt, einer von Russland unterstützten Handels- und Sicherheitsorganisation. Und kurz darauf sehen wir, dass das US-Außenministerium und die CIA dort überall rumwerkeln, und, wie Sie wissen, füllte sich der Maidan-Platz in Kiew mit schreienden Neonazis und Janukowitsch wurde der Boden unter den Füßen zu heiß – und obwohl sie Scheiße gebaut haben, schwimmen der Manafort und der Podesta mit ein paar netten Millionen an Gebühren davon und kehren in den Komfort des Sumpfes zurück, wo sie sich endlich trennen.

Herr Mueller ist offenbar besorgt darüber, was mit diesen Gebühren passiert ist. Möglicherweise wurde die Beute gewaschen und durch einen internationalen Bankenwaschsalon gespült, und irgendwie wurden sie den Bundessteuerbehörden nicht gemeldet. Natürlich wirft die Anklage einige interessante Fragen auf, wie z.B.: Waren Manafort und Podesta in der Ukraine als opportunistische Freiberufler tätig? Oder waren sie Teil der ersten Phase der Bemühungen der US-Regierung, die Ukraine dazu zu bringen, beim Team West zu unterschreiben und nicht bei ihrem alten Onkel Russland, dem Manager des Team Ost? Sieht irgendwie ganz so aus, als hätten sie genau das getan. Also wird es interessant sein zu sehen, ob Herr Mueller in einen großen Haufen Hundescheiße getreten ist, auf seinem Weg zu Manaforts Strafverfahren vor dem Bundesgerichtshof.

Mir gefällt die Theorie, dass es Herrn Muellers Absicht entgegenkommt, den Schweinswal in seinem Netz aus rechtlichen Fallstricken zu fangen. Schließlich ist Tony Podesta von der Podesta Group, einem Sumpf-Beeinflussungsunternehmen, der Bruder von John Podesta, dem ehemaligen Stabschef von Präsident Bill Clinton und zuletzt Vorsitzender von Hillary Clintons Präsidentschaftskampagne 2016. So kann Herr Mueller jetzt damit prahlen, dass er ein "paritätischer Fischer" sowohl für republikanische als auch demokratische Arten ist. Das einzige Problem ist, dass die krummen Touren 2014 in der Ukraine im Grunde genommen schmutzige Sachen sind, da sich die USA in die Wahlangelegenheiten eines anderen Landes eingemischt haben, eine Geschichte, die für die Ukraine und Russland weitaus schwerwiegendere Auswirkungen hatte als eine Handvoll russischer Facebook-Trolle bei der Wahl in den USA 2016. Denkt irgendjemand, dass Manafort und Podesta ohne Wissen der US-Regierung in der Ukraine waren? Wenn ja, haben wir sicherlich die inkompetenteste Geheimdienstgemeinde der Welt. Es wird interessant sein zu sehen, welche Art von "Erklärung" das vor Gericht zur Folge haben wird. Wenn Mr. Muellers Motiv darin besteht, den Tiefen Staat in Verlegenheit zu bringen, dann ist er auf dem besten Weg, seine Mission zu erfüllen.

 

Neben Manafort und Podesta wurden ein paar weitere fette Fische im Netz gefangen, nämlich die stacheligen Bodengründler Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom, die am Riff der K Street leben (Anm.d.Ü.: K Street ist die Lobby-Industrie in DC) und sich von den Resten ernähren, die aus den Mäulern der Bullenhaie fallen gelassen werden, die in der Lagune darüber fressen. Sie alle flattern auf dem Deck von Herrn Muellers Trawler herum und man beginnt zu denken, dass das gesamte aquatische Ökosystem zusammenbricht. Wenn sie nicht vorsichtig sind, könnten sie so etwas wie eine rote Flut heraufbeschwören, die alles im DC-Sumpf tötet.

 

(Anm.d.Ü.: Die Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP beriet in Zusammenarbeit mit Manafort Yulia Tymoschenko, eine Rivalin von Yanukowitsch. Eine Hauptrolle in der Kanzlei hatte dabei Greg Craig, ein Partner in der Kanzlei und ehemaliger Rechtsberater im Weißen Haus unter Obama – der Sumpf ist wirklich sehr tief!)

 

Man könnte sich jedoch fragen: Wurde Mr. Muellers Schiff gestartet, um schwabbelige Manaforten, giftige Podestas und stachelige Skadden-Arps zu fangen? Ich hatte den Eindruck, dass sie auf der Jagd nach einem Wal waren. Es gibt da zufällig einen, den seltenen goldenen Buckelwal, der in den Tiefen unter Herrn Muellers Trawler lauert und wartet und wartet, um dann zu blasen und mit seinen Fluken auf die skorbutische Crew einzuschlagen. Irgendwo in der Nähe spielt ein Fagott bedrohliche Töne. Andere Monster aus der Tiefe könnten enttarnt werden, bevor das Ganze vorbei ist. Monster über Monster, bis ganz nach unten.

 

Kommentare: 1
  • #1

    willi uebelherr (Mittwoch, 19 September 2018 00:20)

    Lieber Friedrich, ein grossartiger text, der dir da auf den monitor geflattert ist. Meine hochachtung.
    mit lieben gruessen, willi, Asuncion, Paraguay