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Die Meuterei der Hausneger

 

von Israel Shamir, 22.08.2019

 

 

Sklaverei hatte einige gute Seiten, für jene Leute, die es relativ gut hatten. Ein koloniales Gefüge ist etwas besser als Sklaverei, und es ist für Menschen, die wissen, wie sie sich unter den Sahibs und über den 08/15-Eingeborenen einzufügen haben, durchaus attraktiv.

 

Die Hongkong-Revolte ist die Meuterei der Möchtegern-Hausneger, die spüren, dass der Unterschied zwischen ihnen und den Eingeborenen rapide schwindet. Einst stand ein Einwohner von Hongkong weit über den erbärmlichen Kulis (Tagelöhnern) vom Festland. Er sprach Englisch, er hatte nette Gerätschaften, er hatte seinen Platz in den Tentakeln, die dem Festland den Reichtum ausgesaugt haben, und ein Teil dieses Reichtums blieb in seinen klebrigen Händen hängen. Aber nun hat er gegenüber den Menschen in Schanghai oder Peking keine Vorteile mehr. In den großen Städten Rotchinas gibt es einen riesigen Anstieg an Wohlstand. Die Chinesen sind gut gekleidet, reisen ins Ausland und sie brauchen keine Vermittlung durch Hongkong, um mit dem Westen zu verhandeln. Peking hat Hongkong in einem fairen Deal (relativer) Gleichheit angeboten. Es würde ihnen nichts weggenommen werden, aber der schrumpfende Unterschied ist nicht nur unvermeidbar, er ist auch gewünscht.

 

Hongkong war jedoch zu lange der imperiale Brückenkopf in China. Seine Einwohner waren Komplizen, nein, willige Partner bei jedem Verbrechen des Westens gegen China, angefangen beim Opiumhandel und der Plünderung chinesischen Reichtums. Millionen Opium-Abhängige, ruinierte Familien und Haushalte haben das Reich der Mitte nahezu zerstört, und all das hat zum Wohlstand Hongkongs beigetragen. HK war der erste Vertragshafen und der letzte, der nach Hause zurückgekehrt ist. Seine Bevölkerung wurde nicht umfassend entgiftet; sie waren auf einer Leben unter Gleichen ideologisch nicht vorbereitet.

 

Der Vorsitzende Mao hegte große Vorbehalte gegen die Städte der ausländischen Agenten (die Compradores), jene Städte und Personen, die durch die Zusammenarbeit mit dem imperialistischen Feind reich wurden. Er reinigte sie mit kommunistischer und patriotischer Umerziehung; widerspenstige Agenten wurden aufs Land in weit entfernte Dörfer geschickt, damit sie sich wieder mit dem Volk verbinden konnten. Maos Nachfolger hatten einen starken, wenn auch missgeleiteten Glauben an chinesischen Nationalismus als universelles Heilmittel; sie dachten, dass die Chinesen Hongkongs, Macaus und Taiwans sich in jenem Moment anschließen würden wie das koloniale Joch fällt. Das war eine zu optimistische Einschätzung. Die imperialistischen Kräfte haben ihre ehemaligen Haussklaven nicht im Stich gelassen, und sobald sie sie gegen ein unabhängiges China aktivieren mussten, wussten sie, wo sie suchen mussten.

 

 

 

Ihre Zeit kam, als sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China aufheizte. Die geheime Regierung des Westens, auch Deep State genannt, kam zu dem Schluss, dass China viel zu groß geworden ist. Dass es sich nicht mehr begnügt, billigen Tand für Walmart-Kunden zu produzieren. Sie produzieren hochmoderne Güter, die es mit amerikanischen Gütern aufnehmen können, und was noch schlimmer ist, ihre Geräte sind nicht für die NSA-Überwachung zugänglich. Die chinesische Firma Huawei kam unter Beschuss; Sanktionen und Zölle folgten. Als der Yuan unter dem Druck nachgab, wurden die Chinesen beschuldigt, sie würden ihre Währung manipulieren. Das ist ein starker Vorwurf: als Japan in den 1990ern vom Westen attackiert wurde und der Yen wie erwartet nachgab, da hat diese Anschuldigung Tokio dazu gezwungen, den Yen zu stärken, was Japan eine 20-jährige Wirtschaftskrise beschert hat. Aber China hat nicht nachgegeben.

 

 

 

Daraufhin hat die Supermacht seine bestens geübte Waffe ausgepackt: sie haben sich auf die Anstachelung von Unruhen in China verlagert und dem viel Raum in den Medien gegeben. Zuerst haben sie das Schicksal der uigurischen Islamisten hochgespielt, aber mit wenig Erfolg. Die Uiguren sind nicht so zahlreich, selbst in ihrem traditionellen Gebiet sind sie nicht die Mehrheit; ihr Einfluss in China ist begrenzt. Trotz der Schlagzeilen in den liberalen westlichen Medien mit der Behauptung, Millionen Uiguren würden in Konzentrationslager gesperrt, war das Ergebnis gleich null. Kein wichtiges muslimisches Land hat sich um die Sache gekümmert.

 

Dann kam der Jahrestag von Tiananmen (Anfang Juni) und und auch das erregte kein Aufsehen. Aus gutem Grund: Das angebliche Massaker ist ein Märchen, die Chinesen wusste das schon immer, und wir wissen es jetzt mit Sicherheit, dank der Veröffentlichung von wichtigen Depeschen aus der US-Botschaft durch Wikileaks.

https://wikileaks.org/plusd/cables/89BEIJING18828_a.html

 

Es gab keine Tausende von Studenten, die von Panzern überrollt worden seien. Ein paar starben im Kampf gegen die Armee, aber China entging dem bitteren Schicksal der UdSSR. Im eigentliche China ist dieses Ereignis fast vergessen. Ein paar Teilnehmer wiederholen ihre Geschichte gegenüber dem westlichen Publikum, aber der gewünschte Aufstand kam nicht zustande.

 

Und dann kam die Zeit für HK. HK ist ein autonomer Teil Chinas. Und wurde nicht umerzogen. Es gibt genug Menschen dort, die sich an die gute alte Zeit der kolonialen Sklaverei erinnern. Der eigentliche Auslöser für die Meuterei, der geplante Auslieferungsvertrag, war außerordentlich schwach. Seit einem Jahrzehnt ist HK zum beliebten Fluchtort für kriminelle Chinesen vom Festland geworden, den HK hatte Auslieferungsverträge mit den USA und GB, aber nicht mit dem Festland. Das musste geändert werden.

 

(Der Auslieferungsvertrag spielte eine wichtige Rolle im Snowden-Fall. Der Ex-CIA-Spion Edward Snowden hatte sich entschlossen, der Welt das Ausmaß der NSA-Überwachung all seiner Subjekte bloßzulegen, wahrscheinlich aufgrund der WikiLeaks-Vorgänge. Als er dem Guardian in Hongkong ein ausführliches Interview gab, wurde seine Identität offengelegt. Ein Auslieferungsantrag der USA stand kurz bevor. Die chinesischen Behörden teilten Snowden mit, das sie ihn in ein US-Gefängnis schicken müssten, mit Folter und Tod; der Auslieferungsvertrag würde ihnen keine andere Wahl lassen. Nur das rasche Handeln von Snowdens tapferer Assistentin Sarah Harrison verhinderte dieses grimmige Ergebnis und ermöglichte Snowdens Reise ins sichere Moskau.)

 

Während Hongkongs Behörden verpflichtet waren, Snowden auszuliefern, so konnten sie zahlreiche Kriminelle aus dem Festland nicht ausliefern. Das war ein offensichtlicher Fehler, der angesichts der zunehmenden Spannungen dringend korrigiert werden musste. Und da sind die schlafenden Agenten des Westens aufgewacht und haben ihr Netzwerke aktiviert. Sie hatten praktisch unbegrenzte Geldmittel, nicht nur aus dem Westen, aber auch von jenen Kriminellen, die nicht gerade arm waren und ihre Auslieferung befürchteten. Nachdem die Demonstrationen angefangen hatten, haben die westlichen Medien ihnen maximale Berichterstattung gegeben und die Meuterei aufgeblasen und ermutigt.

 

Hunderte von Artikeln, Berichten und Kommentaren in den wichtigen Zeitungen haben die HK-Rebellen angefeuert und ermutigt. „Der Krieg des Volkes kommt nach Hongkong“, schrieb heute die New York Times. Eine erstaunliche Tatsache (wenn man frisch vom Mars angekommen ist): die selbe Zeitung und ihre zahlreichen Geschwister haben dem echten Krieg des Volkes, der in Frankreich tobt, keine Aufmerksamkeit geschenkt, wo die Gelbwesten seit 40 Wochen gegen die Austerität des Macron-Regimes kämpfen. 11 Tote und 2.500 Verletzte in Frankreich – aber die westlichen Medien brabbeln irgendwas über den Antisemitismus der Gelbwesten. Eigentlich nichts Neues. Die selben Medien haben auch die Millionenstarke Demonstration gegen den US-Krieg gegen den Irak nicht bemerkt, Occupy Wall Street wenig Aufmerksamkeit geschenkt und die Proteste gegen US-Kriege und Interventionen ignoriert. 100.000 Menschen marschieren durch New York, aber das bekommt keine Aufmerksamkeit, wenn der Zweck nicht mit den Wünschen der Wahren Regierung übereinstimmt. Aber wenn 3.000 Demonstranten durch Moskau mit seinen 12 Millionen Einwohnern marschieren, dann wird das als die Stimme des Volkes präsentiert, die Vlad den Tyrannen herausfordert.

 

Auf eigenartige Weise erfüllen die Medien ihren Zweck, uns informiert zu halten. Wenn die Massenmedien über etwas berichten, dann sind es für gewöhnlich Lügen; aber wenn die Medien schweigen, dann kann man darauf wetten, dass es etwas Wichtiges ist und man nichts darüber erfahren soll. Das gilt insbesondere bei Protesten. Woher weiß man, dass sie lügen? Ihre Lippen bewegen sich.

 

Die größte Lüge ist es, jene HK-Rebellen, die mit dem Union Jack marschieren, als „Pro-Demokratie“ zu bezeichnen. Diese Leute wollen die Wiederherstellung der Kolonialherrschaft, sie wollen von den rigiden, aber großäugigen Overlords regiert werden.Das mag eine gute oder eine schlechte Idee sein, aber Demokratie ist es nicht. Die zweite große Lüge ist der Slogan „Make Hongkong Great Britain Again“.

 

Hongkong war niemals Teil von Großbritannien. Das stand niemals an, also kann es das auch nicht werden. Selbst die abenteuerlichsten und Diversität-geilsten britischen Politiker würden sieben Millionen Chinesen in einem weit entfernten Gebiet nicht zu britischen Bürgern mit allen Rechten machen wollen, zu Mitgliedern einer nicht perfekten, aber echten britischen Demokratie. HK war eine Kolonie; das ist es, wonach die Demonstranten streben: HK wieder zu einer Kolonie zu machen.

 

Stellt man all diese Unterschiede in Rechnung, dann gilt das auch für die Demos in Moskau. Die Demonstranten in Moskau träumen von einem Russland, das von NATO-Truppen besetzt ist, nicht von einer Demokratie. Sie glauben, dass sie, die Pro-Westler, die wohl Erzogenen, die Unternehmerischen, eine Comprador-Klasse bilden könnten, auf Kosten des Pöbels. Gott sei Dank sind sie nicht so viele. Die Russen haben bereits den Versuch hinter sich, unter der wohlwollenden Besatzung durch den Westen zu leben, von 1991 bis 2000, als der IWF die Finanzen dirigierte und amerikanische Berater aus Harvard die Staatsmaschine gelenkt haben. Gewitzte und rücksichtslose Menschen wie Bill Browder, Boris Berezowsky und Romam Abramovich haben ein Vermögen gemacht, aber Russland war ruiniert und seine Menschen in die Armut geworfen.

 

Nicht viele Russen wollen in die Wilden Neunziger zurückkehren, aber einige schon. Es ist Aufgabe der Mehrheit, diese entschlossene Minderheit von diesem Vorhaben abzuhalten. Wer das nicht aushalten kann, der flieht nach Israel, so wie der junge Herr Yablonsky, der seine jüdischen Wurzel entdeckt hat, nachdem er zwei Nächte in Polizeigewahrsam verbrachte. Er landete im Gefängnis, weil er gewaltsam gegen den Bau einer Kirche in seiner Stadt gekämpft hatte.

 

Die Chinesen werden auf ähnliche Art ihr Leid überwinden. Das kann geschehen, wenn die Regierung nicht verspricht, ihre Gegenmaßnahmen auf schmerzlose und unblutige Maßnahmen zu beschränken. Nur die reale und unmittelbare Androhung schmerzvoller und blutiger Unterdrückung kann solche Maßnahmen unnötig machen. Ebenso wie nur die unmittelbare Androhung eines No-Deal-Brexit den Sturköpfen unter den EU-Führern etwas Verstand einhauchen kann. Ein Staat, der nicht dazu bereit ist, Gewalt einzusetzen, wird letztlich scheitern, so wie der ukrainische Staat unter Mr. Janukowitsch 2014. Blut wird vergossen und der Staat wird ruiniert werden, wenn seine Führer zu zimperlich dabei sind, die Rebellion aufzuhalten.

 

Wir können leicht zwischen einem echten Aufstand des Volkes und einer von außen inspirierten Intervention durch die Compradores unterscheiden. Über Ersteres wird der Mantel des Schweigens gelegt, während Letzteres durch die New York Times verherrlicht wird. So einfach ist das.

 

Ich würde mir über China nicht zu große Sorgen machen.Die chinesischen Führer wussten, wie man mit Tiananmen umgeht, sie wussten, wie man mit aufmüpfigen Minderheiten umgeht, ohne unnötige Grausamkeit und ohne zu Zögern und ohne Tatsachenverdrehung. Sie haben keine Zeit vertrödelt, als die USA ihre Kriegsschiffe nach Hongkong schicken wollten, und sie haben ihnen dieses Vergnügen rundweg verweigert. Sie werden das überstehen.

 

 

 

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Mehr zu China von Israel Shamir gibt es hier: http://www.unz.com/ishamir/yeti-riots/

 

Israel Shamir kann man hier erreichen: adam@israelshamir.net

 

Kommentare: 1
  • #1

    michel. o.neland (Mittwoch, 28 August 2019 23:37)

    ,,Ein Staat, der nicht dazu bereit ist, Gewalt einzusetzen, wird letztlich scheitern[, so wie der ukrainische Staat unter Mr. Janukowitsch 2014]. Blut wird vergossen und der Staat wird ruiniert werden, wenn seine Führer zu zimperlich dabei sind, die Rebellion aufzuhalten."
    Tja.....