https://medium.com/@caityjohnstone/we-are-being-played-efd6516f82a3

 

Man spielt uns etwas vor

 

von Caitlin Johnstone, 06.09.2018

 

Tweet der NYT:

 „In einem anonymen Gastkommentar sagt ein hochrangiger Trump-Beamter, dass er und andere daran arbeiten, die 'fehlgeleiteten Anwandlungen' des Präsidenten zu durchkreuzen.“

 

 

Würde es irgendeinen Beweis geben, dass Donald Trump mit den Russen illegal die Präsidentschaftswahl 2016 manipuliert hätte, dann wären diese Beweise vom wuchernden Überwachungsnetzwerk der USA und ihrer Alliierten an die Washington Post geleakt worden, lange bevor Obama aus dem Amt geschieden ist.

 

Russiagate ist wie eine Fata Morgana. Aus der Ferne sieht es wie eine solide, greifbare Sache aus, aber wenn man näher herantritt, um es kritisch zu untersuchen, findet man nichts als klaffende Handlungslücken, Unterstellungen, Anspielungen, widersprüchliche Erzählungen, bizarre mentale Verzerrungen, damit man widersprüchliche Informationen nicht anzuerkennen muss, ein paar Verhaftungen wegen Korruption und Prozessdelikten und jede Menge heiße Luft. Das Ganze wurde nur durch die vertraulich klingenden Behauptungen von Experten und Politikern und die schiere, sinnlose Wiederholung zusammengehalten. Und da wir uns dem zweiten Jahrestag seit der Wahl dieses Präsidenten nähern, haben wir kein Jota einer Bewegung gesehen, um ihn aus dem Amt zu entfernen. Das Ganze ist eine Lüge, und die intelligenten Macher und Erneuerer dahinter sind sich bewusst, dass es eine Lüge ist.

Und doch schlagen sie immer wieder darauf ein. Tag für Tag für Tag für Tag für Tag war es Russland, Russland, Russland, Russland, Russland. Anstatt diesen Präsidenten für seine vielen wirklichen Probleme in einer Weise anzugreifen, die tatsächlich Schaden anrichten, greifen sie diese gefälschte aufblasbare Puppe an, die neben ihm steht, auf eine Art und Weise, die nirgendwo hinführt und es auch nie tun wird, wie ein Profi-Wrestler, der theatralisch auf dem Ringboden neben seinem niedergeschlagenen Gegner stampft.

Was ist da los?

 

Die New York Times macht heute eine große Ausnahme und veröffentlicht einen anonymen Gastbeitrag. Wir tun das auf Bitten des Autors, eines hochrangigen Mitarbeiters der Trump-Administration , dessen Identität uns bekannt ist und dessen Job durch eine Enthüllung in Gefahr wäre. Wir glauben, dass die anonyme Veröffentlichung der einzige Weg ist, um unseren Lesern diese wichtige Perspektive zu übermitteln.“

 

 

Wie ihr sicherlich schon wisst, hat die New York Times die heftig umstrittene Entscheidung getroffen, einen anonymen Gastbeitrag zu veröffentlichen, der angeblich von "einem hohen Beamten in der Trump-Administration" verfasst wurde. Der Autor der Op-Ed behauptet, Teil einer geheimen Koalition von Patrioten zu sein, die Trump nicht mögen und "fleißig von innen heraus arbeiten, um Teile seiner Agenda und seine schlimmsten Neigungen zu vereiteln". Zu diesen "schlimmsten Neigungen" gehören laut dem Autor der Versuch, Frieden mit Moskau und Pjöngjang zu schließen, unhöflich zu langjährigen US-Verbündeten zu sein und gemeine Dinge über die Medien zu sagen, "Anti-Trade" und "unberechenbar" zu sein. Die Möglichkeit, sich auf den 25. Verfassungszusatz zu berufen, wird kurz erwähnt, aber abgelehnt (Anm.d.Ü.: eine Spielart der Amtsenthebung). Die letzten Absätze werden aus keinem ersichtlichen Grund darauf verwendet, John McCain zu preisen.

Ich empfehle euch dringend, das Stück in seiner Gesamtheit zu lesen, denn bei all dem Gerede und Drama, das es hervorruft, ergibt es eigentlich keinen Sinn. Während Sie es lesen, ermutige ich Sie, die folgende Frage im Hinterkopf zu behalten: Was könnte jemand davon haben, wenn er so etwas schreibt und der New York Times übergibt?

 

Im Ernst, was hätte man davon? Der Gastbeitrag sagt im Wesentlichen nichts, außer den Lesern zu erzählen, dass sie sich entspannen und auf anonyme Insider der Verwaltung vertrauen sollen, die im Namen des Volkes gegen die bösen Jungs arbeiten (was interessanterweise die gleiche Botschaft des rechten 8chan-Verschwörungsphänomens QAnon ist, nur sind die weißen und schwarzen Hüte vertauscht). Warum sollte ein hoher Beamter alles riskieren, um etwas so völlig Sinnloses zu veröffentlichen? Warum riskiert jemand, gefeuert zu werden (oder riskiert, jeden politischen Kredit in der Partei zu verlieren, wenn er NYT-Anon Mike Pence ist, wie spekuliert wurde), nur um der Öffentlichkeit etwas mitzuteilen, das nichts ändert oder erreicht? Warum würde jemand überhaupt öffentlich seine Undercover-Verschwörung ankündigen, um den Präsidenten in einer großen Nachrichtenagentur zu untergraben?

 

Ted Lieu: Dieser erstaunliche Gastbeitrag eines hohen Trump-Beamten in der NYT ist ein Hilferuf. Er untermauert auch das, was drei Bücher und zahlreiche Artikel darlegen: Trump ist nicht geeignet, unsere große Nation anzuführen.

Aber die Republikanische Partei bleibt mitschuldig. Ihr könnt das ändern. Geht im November wählen.

 

Donald J. Trump: Gibt es diesen sogenannten „hohen Regierungsbeamten“ wirklich, oder ist es nur die erfolglose NYT mit einer weiteren verlogenen Quelle? Wenn diese FEIGE anonyme Person tatsächlich existiert, dann muss die Times aus Gründen der Nationalen Sicherheit ihn oder sie sofort der Regierung übergeben!

 

 

Was sind die Ergebnisse dieses aufregenden Gastbeitrags, von dem alle sprechen? Bis jetzt ist es ein Haufen demokratischer Parteigänger, die eine Menge aufgeregter Keuchgeräusche von sich geben, und Trump-Loyalisten fühlen sich vollständig in ihrem Glauben bestätigt, dass alle ihre Verschwörungstheorien richtig sind. Viele normale Trump-Hasser fühlen sich ein wenig entspannter und zufriedener, weil sie wissen, dass es einen Haufen McCain-liebender "Erwachsener im Raum" gibt, die sich um alles kümmern, und viele normale Trump-Anhänger sind überzeugter denn je, dass Donald Trump ein tapferer populistischer Held ist, der einen verdeckten 4-D-Schach-Aufstand gegen den Deep State führt. Mit anderen Worten, jeder wurde in seinen jeweiligen parteipolitischen Stall getrieben und vertraut jenen Narrativen, mit denen er gefüttert wird.

 

Und das finde ich einfach seltsam.

 

Habt ihr gewusst, dass Donald Trump in der WWE Hall of Fame ist? Er wurde 2013 aufgenommen und ist seit vielen Jahren begeistert im Pro-Wrestling tätig, sowohl als Fan als auch als Performer. Er hat mehr als eine Studie darüber gemacht, wie man ein Publikum in die Theatralik einer choreografierten Kampfszene hineinziehen kann, mehr als jeder andere jenseits der McMahon-Familie (ein Mitglied dieser Familie ist zufällig Teil der Trump-Administration). (Anm.d.Ü.: Ihr Ehemann Vincent ist Vorsitzender des Medienunternehmens WWE)

 

(Anm.d.Ü.: Was sagt uns sein Auftritt mit den sehr kurzen Einblendungen bei 0:28 „New World Order“???)

 

 

Du musst nicht in einen tiefen konspirativen Kaninchenbau kriechen, um die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass dieses ganze Drama und all diese Konflikte von vorne bis hinten inszeniert sind. Kommentatoren auf allen Seiten machen routinemäßig Witze darüber, wie die Mainstream-Medien so tun, als würden sie Trump angreifen, lieben ihn aber insgeheim, weil er ihnen erstaunliche Quoten bringt. Jeder, der die Augen auch nur teilweise geöffnet hat, weiß bereits, dass die beiden amerikanischen Mainstream-Parteien intensiven Hass auf einander vortäuschen und gleichzeitig zusammenarbeiten, um ihre jeweilige Parteibasis so zu gestalten, dass sie eine immer größere neoliberale Ausbeutung im eigenen Land und ein immer größeres neokonservatives Blutvergießen im Ausland akzeptieren. Sie spucken und knurren und drohen sich gegenseitig mit ihren Fäusten, kuscheln sich dann zusammen und teilen die Süßigkeiten, wenn es Zeit für ein öffentliches Treffen ist. Warum sollte diese Verwaltung anders sein?

 

Ich glaube, dass ein hoher Beamter der Trump-Administration wahrscheinlich diesen anonymen Gastbeitrag geschrieben hat. Ich glaube nicht, dass man es aus Mitgefühl für die armen Amerikaner geschrieben hat, die sich emotional gestresst über den Präsidenten fühlen. Ich glaube, es wurde aus dem gleichen Grund geschrieben und veröffentlicht, aus dem viele andere Dinge geschrieben hat und in den Mainstream-Medien veröffentlicht werden: man spielt uns etwas vor.

 

Je mehr ich die US-Politik studiere, desto weniger nützlich finde ich es, sie in politischer Hinsicht zu betrachten. Das zweigleisige Einparteiensystem existiert, um den Amerikanern die Illusion der Wahl vorzugaukeln und gleichzeitig die Pläne der plutokratischen Klasse voranzubringen, die beide Parteien in ihrem Besitz hat und betreibt. Ja, aber noch wichtiger ist: es handelt sich um einen Mechanismus der narrativen Kontrolle. Wenn man die Massen aufgrund extrem breiter ideologischer Merkmale in zwei Gruppen aufteilen kann, dann kann man in jeden der beiden Ställe schnittige "Wir gegen Die"-Narrative einflößen, wobei die weißen und schwarzen Hüte (die Guten und die Bösen) jeweils vertauscht werden. Jetzt haben wir die Republikaner, die für den Präsidenten jubeln, und die Demokraten, die für die CIA und für das FBI jubeln. Und jetzt jubeln sie für eine Kompanie aus verborgenen John McCains, die angeblich aus dem Inneren von Trumps eigener Verwaltung heraus arbeitet. Alle jubeln für den einen oder anderen Aspekt des US-Machtestablishments.

 

Wem dient diese Dynamik? Dir nicht.

 

 

Das Ende der Könige:

 

Wenn du einer herrschenden Klasse angehörst, wäre es natürlich dein Ziel, die weitere Unterstützung deiner Untertanen für dich sicherzustellen. In einer korporatistischen Oligarchie sind die Herrscher geheim und die Subjekte wissen nicht, dass sie regiert werden, und die Macht wird durch Manipulation und Geld an Ort und Stelle gehalten. Als so ein Herrscher wäre es dein Ziel, einen Weg zu finden, die Massen so zu manipulieren, dass sie deine Pläne unterstützen, und da die Menschen unterschiedlich sind, müsstest du verschiedene Narrative verwenden, um sie zu manipulieren. Man müsste sie spalten, ihnen verschiedene Geschichten erzählen, sie gegeneinander aufwiegeln, sie ausspielen und in jene Geschichten hineinziehen, die man mit dem Theater der Feindschaft und des Heldentums erfindet.

 

Das Ergebnis des Gastbeitrags der New York Times, wenn diese Regierung eine weitere ihrer vielen, vielen Kapitulationen vor dem Establishment durchführt (sagen wir mal, indem sie die syrische Regierung erneut angreift), wird sein, dass Trumps Anhänger es nicht als seine Schuld sehen; es wird den Insidern im tiefen Staat in seiner Regierung vorgeworfen werden, die daran gearbeitet haben, seine Pläne für Friedens und Harmonie zu vereiteln. Unterdessen werden diejenigen, die Trump als einen Schurken betrachten, keine kognitive Dissonanz durchleben, wenn einer der von ihnen unterstützten Pläne des Establishments durchgeführt wird. Denn dann können sie es der geheimen Heldengruppe im Weißen Haus zugutehalten.

 

Würde ein Milliardär aus der Hall of Fame der WWE und Präsident der Vereinigten Staaten das Theater des inszenierten Konflikts zur Förderung plutokratischer Interessen verstehen und bereitwillig daran teilnehmen? Ich muss sagen, das ist wahrscheinlich.

 

 

 

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