https://caitlinjohnstone.com/2019/09/17/the-trump-administration-is-losing-the-narrative-battle-over-iran/

 

Die Trump-Administration verliert die Schlacht um das Narrativ zum Iran

 

von Caitlin Johnstone, 17.09.2019

 

 

Man erwartet von mir, etwas über die Kriegstreiberei der Trump-Administration gegen den Iran wegen eines Angriffs auf eine saudische Ölraffinerie zu schreiben, denn das ist normalerweise das, was ich in meiner laufenden Improvisationsübung tue: Ich schreibe über das Verhalten der US-Kriegsmaschine und über die Propaganda, mit der sie unterstützt wird. Das erwarten meine Leser von mir. Aber ehrlich gesagt finde ich die ganze Sache extrem langweilig und ich habe das Schreiben darüber zwei Tage lang aufgeschoben.

Denn aus propagandistischer Sicht gibt es wirklich nicht viel zu erzählen. Die Trump-Administration hat seit ihrem Ausstieg aus dem JCPOA vor eineinhalb Jahren holprige und plumpe Versuche zur Fabrikation einer allgemeinen Unterstützung für zunehmende Aggressionen gegen den Iran unternommen. Dennoch unterstützen nach einer Gallup-Umfrage vom letzten Monat die Amerikaner noch überwältigend diplomatische Lösungen mit Teheran, vor irgendeiner Art militärischer Angriffe. Im Gegensatz dazu haben die meisten Amerikaner eine groß angelegte Bodeninvasion des Irak gemäß den Gallup-Umfragen zugestimmt, die im Vorfeld dieser Gräueltat von 2003 durchgeführt wurden. Bei der weitaus weniger engagierten libyschen Intervention unterstützten 47 Prozent der Befragten die US-Militäraktion, 37 Prozent waren dagegen.

Das ist die Art von Unterstützung, die es braucht, um einen US-Krieg in diesen Tagen auf die Beine zu stellen. Und es wird viel mehr als eine kaputte saudische Ölraffinerie brauchen, um dorthin zu gelangen, selbst in dem völlig unbewiesenen Fall, dass es tatsächlich der Iran war, der den Angriff ausführte.

 

 

Der Grund, warum ich so viel Zeit damit verbringen kann, über Kriegspropaganda als Teil meines Jobs zu schreiben, ist, weil Kriegspropaganda ständig geschieht. Und der Grund, warum Kriegspropaganda ständig geschieht, ist, weil sie absolut notwendig ist für die Aufrechterhaltung des in Zeitlupe ablaufenden 3. Weltkrieg des US-Zentralimperiums gegen nicht absorbierte Regierungen. Mit anderen Worten, der Propagandaapparat des Imperiums arbeitet ständig daran, die Zustimmung zu militärischen Aggressionen herzustellen, weil er diese unbedingt benötigt.

Wenn ich sage, dass die imperiale Kriegsmaschine die Zustimmung der Öffentlichkeit benötigt, bevor sie einen offenen Krieg auslösen kann, dann sage ich nicht, dass die US-Regierung physisch oder rechtlich daran gehindert ist, einen Krieg zu führen, den die Öffentlichkeit ablehnt, sondern dass es für die Lenker des Imperiums absolut notwendig ist, die Illusion von Freiheit und Demokratie in Amerika zu bewahren. Die Menschen müssen das Gefühl haben, dass ihre Regierung im Grunde genommen im besten Interesse aller handelt und dass sie dem Willen der Wähler verpflichtet ist, sonst wird die Illusion von Freiheit und Demokratie zerschlagen und die Menschen verlieren jegliches Vertrauen in ihre Regierung und ihre Medien. Wenn die Menschen der politischen/medialen Klasse nicht mehr vertrauen, können sie nicht durch Propaganda beeinflusst werden. Ohne die Fähigkeit, die Massen durch Propaganda zu beeinflussen, bricht das Imperium zusammen.

Aus reinem Eigeninteresse vermeiden etablierte Machtstrukturen also zwangsläufig offene Kriege, bis sie erfolgreich die Zustimmung dazu erreicht haben. Wenn sie das nicht täten und stattdessen die freundliche Maske abnehmen und sagen: "Scheiß drauf, wir tun, was wir wollen" und anfangen, Iraner zu schlachten, was das Mehrfache der Kosten des Irak sowohl in Geld als auch an amerikanischen Leben verursachen würde, so würden die Menschen sofort das Vertrauen in ihre Institutionen verlieren, und die narrative Matrix, die das Ganze zusammenhält, würde wie ein Ei aufbrechen. Von dort aus würde eine Revolution unvermeidlich werden, da die Menschen nicht mehr erfolgreich von den narrativen Managern des Establishments propagiert werden, um zu glauben, dass das System für alle gut funktioniert.

 

@ggreenwald:

Ich kann nicht glauben, dass die Anschuldigungen der „US Geheimdienstgemeinde“ gegen einen ausländischen Gegner sich nicht annähernd als so zuverlässig, bestimmt oder endgültig herausstellen, wie sie und die US-Medien sich das vorgestellt haben. Passiert das zum ersten Mal in der Geschichte?“

 

@Gesfandiari:

die am Sonntag veröffentlichten Satellitenfotos sind nicht so eindeutig wie Offizielle unterstellen, einige zeigen anscheinend Schäden auf der Westseite der Anlagen, nicht aus der Richtung des Irans oder Iraks.“

 

Denkt darüber nach: Warum sonst sollten die Massenmedien Propaganda über ungehorsame Regierungen wie den Iran, Venezuela, Syrien, Russland und China machen, wenn sie es nicht müssten? Sie brauchen die Bürgerschaft, die sie manipulieren müssen, um wichtigen geostrategischen imperialistischen Manövern zuzustimmen, oder sie machen die hypnotische Trance der unerbittlichen narrativen Kontrolle kaputt. Und macht euch nichts vor, die Aufrechterhaltung der narrativen Kontrolle ist die höchste Priorität der etablierten Machtstrukturen, denn sie ist absolut grundlegend für diese Strukturen.

 

Deshalb bevorzugen die Kriegshetzer die wirtschaftliche Kriegsführung gegenüber der konventionellen Kriegsführung; es ist viel einfacher, Unterstützung für Zivilisten tötende Hungersanktionen herzustellen. Es ist langsamer, es ist salopper, und es macht den verantwortlichen Psychopathen sicherlich viel weniger Spaß, aber weil die Öffentlichkeit Wirtschaftssanktionen viel leichter zustimmen wird als Bodeninvasionen oder Luftangriffen, war das die bevorzugte Methode, ungehorsame Regierungen in die Knie zu zwingen. So wichtig ist die Herstellung von Konsens.

 

Also wird ein Haufen Drama um eine saudische Ölraffinerie nicht ausreichen. Die US-Regierung wird nicht in einen totalen Krieg springen, der auf dieser Grundlage unweigerlich um ein Vielfaches schlimmer wäre als der gegen den Irak, weil sie im Moment keine Zustimmung dazu herstellen kann. Alles, was sie versuchen, ist, die Dinge ein wenig weiter zu eskalieren, mit dem Ziel, schließlich zu einem Punkt zu gelangen, an dem der Iran entweder den Forderungen Washingtons nachgibt oder einen tödlichen Angriff startet, an dem die USA Opfer spielen können und die Massenmedien tränenreich Fotos der getöteten US-Truppen machen können. Wenn das passiert, können sie ihre Zustimmung von der Öffentlichkeit einholen. Wenn nicht, werden wir erleben, dass sie mit ihrer "Kriseninitiierung" etwas kreativer werden.

 

False Flag, auch „Kriseninitiierung“ genannt, mit Patrick Clawson:

 

Bis dahin ist das eine ganze Menge Lärm und sehr wenig Signal, weshalb ich diesen aktuellen Zirkus für uninteressant halte, darüber zu schreiben. Es scheint, dass die Trump-Administration jetzt jede Woche eine neue Geschichte mit Hilfe der Massenmedien herausbringt, die erklären soll, warum die iranische Regierung böse ist und gestürzt werden muss, und niemand kauft sie ab, weil es auf der anderen Seite des verdammten Planeten liegt und es immer um etwas Dummes wie Öl oder kaputte Drohnen geht. Ihre unattraktive Belästigung fängt an, mich an einen wirklich unangenehmen Verlierer zu erinnern, der ständig das hübscheste Mädchen im Büro immer wieder einladen will; man will ihn nur zur Seite ziehen und sagen: Alter, hör auf. Sie steht einfach nicht auf dich.

 

Ich denke, ich werde aufhören, diesen rauschintensiven, signalarmen Trump-Außenpolitik-Tänzen so viel Aufmerksamkeit zu schenken und warten, bis ich tatsächlich eine harte, greifbare Sache sehe, die ich stattdessen kommentieren kann, besonders mit dem Iran. Da der narrative Kampf noch so weit vom Erfolg entfernt ist, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ein solches Ereignis erst 2021 stattfinden wird, möglicherweise unter einer Präsidentin Warren, deren Kriegstreiberei als ein historischer Sieg für Frauen überall auf der ganzen Welt angefeuert werden wird.

 

Bis dahin denkt einfach daran: Sie versuchen, eure Einwilligung zu erwirken, weil sie sie brauchen. Also gebt sie ihnen nicht. Und sorgt dafür, dass andere es auch nicht tun.

 

 

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