https://off-guardian.org/2019/08/21/manufacturing-mass-fascism-hysteria/

 

Die Fabrikation von massenhafter Faschismus-Hysterie

 

von CJ Hopkins, 21.08.2019

 

                                                                                               Based Spartan

 

Wenn die herrschende neoliberale Klasse glaubt, dass sie Amerikas Massen bis zur Wahl im November 2020 mit ihrer weiß glühenden Hysterie wegen „Faschismus“ beschäftigt halten kann, dann werden sie etwas Besseres brauchen als Nazis. Die momentanen Nazis werden es einfach nicht bringen. Sie sind weder furchteinflößend noch Nazi genug.

 

Schon gut, die Milizen sehen irgendwie furchteinflößend aus, und dieser „Based Spartan“-Kerl sieht schon recht … äh … schräg aus. Aber die meisten von ihnen sehen wie die typischen alten Hinterwäldler aus. Es kann doch nicht so schwer sein, ihnen ein paar Braunhemden zu besorgen, oder diese Khaki-Hosen, wie sie sie in Charlottesville trugen, oder irgendwelche Nazi-ähnlichen Uniformen.

 

Und ein paar Springerstiefel. Die Leute lieben diese Springerstiefel.

 

Echt, der Widerstand (Resistance) muss die optische Erscheinung seines offiziellen Narrativs in Ordnung bringen, und das muss ohne Verzögerung passieren. Millionen liberaler Menschen stehen bereit, damit ihnen mit einer jahrelangen Panik aus fabrizierter Massenhysterie das Gehirn gewaschen wird, aber sie brauchen schon ein paar halbwegs überzeugende Nazis, damit sie deswegen spastisch ausflippen können. Ein paar hundert Trottel mit MAGA-Käppies, die mit der amerikanischen Flagge durch die Gegend laufen, machen nicht gerade eine Sturmabteilung aus.

 

Ich beziehe mich natürlich auf die jüngste „faschistische Invasion“ in Portland, die am letzten Samstag geschah, die nach Angaben der Konzernmedien und der Antifa und lokaler Faschismus-Experten ein veritables Blutbad gewesen sein soll. Schwer bewaffnete rassistische Terroristen seien aus dem ganzen Land angereist, um wahllos so viele „Schwarze, Asiaten, Latinos, Eingeborene, Einwanderer, Pazifikbewohner, Behinderte, Obdachlose und LGBTQ-Menschen“ wie nur möglich zu ermorden.

 

Diese rassistische Mord-Party der Terroristen sollte die Rache für das präventiv selbstverteidigende Verprügeln von Andy Ngo werden, dem „gefährlichsten faschistischen Gauner in Amerika“, so sagten militante Antifas Anfang des Monats.

https://www.jacobinmag.com/2019/08/andy-ngo-right-wing-antifa-protest-portland-bigotry

 

Ngo (von dem die meisten Menschen nichts gehört haben, bevor er von militanten Antifas grundlos verprügelt wurde), der, obwohl er sich als legitimer Journalist für Blätter wie The Wall Street Journal, The New York Post und Quillette und so ausgibt, ist angeblich ein faschistischer Geheimdienstler, verantwortlich für das Erstellen faschistischer „Kill-Listen“ mit den Namen verschiedener gut bekannter antifaschistischer Personen aus Portland (von denen die meisten Menschen auch noch nie gehört haben, bis sie behaupteten, dass Ngo sie auf eine „Kill-Liste“ gesetzt habe).

 

Alexander Reid Ross zum Beispiel, ein extrem einflussreicher „Faschismus-Experte“, Outreach-Spezialist und Erdkundelehrer, der ganz nah an der Fährte des Putin-Nazi-Plots dran war, einer synkretische Allianz aus Assad-liebenden, Duginistischen, LaRouchianischen Nazis, angeführt von Max Blumenthal und Vanessa Beeley, oder womöglich Glenn Greenwald und Tucker Carlson … oder so etwas in der Art (man sehe sich das paranoide Geschrei von Ross an, die das SPLC, das Southern Poverty Law Center, zurücknehmen musste, wegen dem faschistischen Rechtsbeistand von Blumenthal:

https://chaos.press/2019/08/05/the-multipolar-spin-how-fascists-operationalize-left-wing-resentment/

 

Ross ist Berichten zufolge an einem sicheren und unbekannten Ort versteckt, irgendwo im Nordwesten am Pazifik, angeblich beschützt vom FBI, während er seine wichtige Arbeit fortführt.

 

Und dann gibt es da die berüchtigten Proud Boys, eine Bande aus selbsternannten „westlichen Chauvinisten“, die anscheinend seit Jahren nicht mehr flachgelegt wurden.

 

So schreibt das SPLC (das die Proud Boys offiziell zu einer „Hassgruppe“ ernannt hat):

 

Es gibt drei Stufen der Mitgliedschaft innerhalb der Proud Boys, und um die erste Stufe in der „pro-westlichen Bruderschaft“ zu erklimmen, muss ein kommendes Mitglied nur erklären, dass „ich ein westlicher Chauvinist bin und mich weigere, mich für die Erschaffung der modernen Welt zu entschuldigen“.

 

Um die zweite Stufe zu erklimmen, muss ein Proud Boy eine Prügelei überstehen, bis er die Namen von fünf Frühstücks-Müslis rufen kann (um damit zu beweisen, dass er sein „Adrenalin unter Kontrolle halten“ kann und das Masturbieren aufhört, theoretisch bringt ihn das dazu, dass er mehr ausgeht und Frauen kennenlernt).

 

Wer zur dritten Stufe aufsteigen will, der muss seine Loyalität beweisen indem er sich ein Proud Boy Tattoo zulegt. Jeder Mann – unabhängig von seiner Rasse oder sexuellen Neigung – kann dieser Bruderschaft beitreten, solange er „anerkennt, dass weiße Männer nicht das Problem sind“.

 

Das ist das Kaliber des Personals der Resistance, wie es in seinen „Faschismus“-Phantasien zum Ausdruck kommt. Wie man sieht, ist das nicht gerade die Creme de la Creme. Wenn sie so mit ihrer „Faschismus“-Hysterie bis November 2020 weitermachen wollen (denn das ist ihre einzige verbliebene Alternative, nachdem ihnen „Russia Gate“ um die Ohren geflogen ist), dann sollten sie sich wenigstens ein paar echte Nazis besorgen, und ein paar halbwegs respektable Nazi-Jäger, und mit diesem kranken Portland-Nonsens aufhören

 

Das wenigstens wäre die Resistance den Liberalen schuldig, vor allem nachdem sie sie mit ihrer lächerlichen „Russia Gate“-Hysterie drei Jahre lang zum Narren gehalten haben.

 

Schon klar, die „Faschismus“-Hysterie lässt sich leicht verkaufen, aber das heißt nicht, dass sie gar nicht dafür Werbung betreiben müssen. Sie können nicht einfach abrupt vom „Russia Gate“-Narrativ auf das „Faschismus“-Narrativ umschwenken (als wäre ihr „Russia Gate“-Schwindel nicht soeben aufgeflogen) und erwarten, dass die Liberalen da einfach so mitmachen, als wären sie Mitglieder eines riesigen Kults.

 

Oder, ich weiß nicht … vielleicht doch. Die New York Times scheint das offenbar zu glauben. Man sehe sich diese Unterhaltung des Vorstandsdirektors Dean Baquet mit einem anonymen Mitarbeiter an, die bei einer Eilsitzung im Verlagshaus zustande kam, nachdem die NYT eine Schlagzeile auf der Titelseite abgeändert hatte, weil sie Trump nicht als rassistisch genug porträtiert hat.

(„Die Umschrift stammt von Slate, die Hervorhebungen stammen von Hopkins).)

 

Mitarbeiter: Ich frage mich, was hier die Gesamtstrategie ist, damit wir diese Administration überstehen und wie wir darüber berichten … die Menschen verstehen es nicht. Ich denke, sie sind verwirrt darüber, was wir zu tun versuchen.

 

Baquet: OK. Ich meine, lasst mich kurz zurückkommen auf das, was ich in meiner kurzen Einführung über die Berichterstattung gesagt habe. Kapitel 1 der Story über Donald Trump, nicht nur für unsere Redaktion sondern auch für unsere Leser war: Hatte Donald Trump unkorrekte Beziehungen zu den Russen, und gab es eine Behinderung der Justiz? Übrigens war das wirklich keine einfache Story, lasst uns das nicht vergessen. Wir haben uns sehr bemüht, diese Story zu berichten. Das muss ich sagen. Wir haben mit dieser Story zwei Pulitzer-Preise gewonnen. Und ich denke, wir haben besser als jeder andere darüber berichtet.

 

An dem Tag, als Bob Mueller aus dem Zeugenstand trat, sind zwei Dinge passiert. Unsere Leser, die wollten, dass Donald Trump abtritt, dachten plötzlich „Heilige Scheiße, Bob Mueller wird’s nicht bringen.“ Und Donald Trump wurde dadurch politisch ein wenig ermutigt, denke ich. Die Gründe sind offensichtlich, wisst ihr. Und ich denke, dass sich die Story verändert hat. Viel von dem Zeug, über das wir reden, entstand vor etwa sechs, sieben Wochen. Bei uns ist etwas die Luft raus. Ich denke, das ist so, wenn eine Story zwei Jahre lang so aussah, stimmt's?

 

Ich denke, dass wir das ändern müssen. Ich meine, die Vision für die Berichterstattung für die nächsten zwei Jahre wird so sein wie ich vorher geschildert habe: Wie berichten wir über einen Kerl, der diese Art von (rassistischen) Bemerkungen macht? Wie berichten wir über die Reaktion der Welt darauf? Wie machen wir das, während wir über seine Politik berichten? Wie berichten wir über Amerika, das durch Donald Trump so gespalten wurde? Wie werden wir mit alle dem Zeug fertig, über das ihr alle redet? Wie schreiben wir über Rasse auf sinnvolle Art und Weise, etwas, das wir seit langer Zeit nicht in großem Maßstab getan haben? Das ist meiner Ansicht nach die Vision für die Berichterstattung. Ihr alle müsst uns helfen, dies Vision zu formen. Aber ich denke, das ist es, was wir in den nächsten zwei Jahren tun müssen.“

 

Für jeden, der nicht fließend die professionelle, Pulitzerpreis gewinnende, journalistische Sprache spricht, lässt sich das in etwa so übersetzen: „OK, Schluss mit dem Russland-Zeug. Wir wechseln zum Faschismus- und Rassismus-Zeug, und wir werden so lange darauf herumreiten bis Trump Geschichte ist.“

 

Soll mir recht sein. Ich mag Donald Trump nicht. Und Amerikaner sind ganz gewiss Rassisten … äh, das heißt, die amerikanische Arbeiterklasse. Sorry, die weiße amerikanische Arbeiterklasse, nicht die Farbigen, oder das Team der New York Times, oder die herrschenden neoliberalen Klassen. Und wenn sie nicht behindert oder obdachlos sind, oder Latinos oder Eingeborene, oder LGBTQ (d.h., die weiße amerikanische Arbeiterklasse, nicht die herrschenden Klassen). In diesem Fall sind sie beim Rassismus außen vor. Aber der Rest von uns sind alles weiße Rassisten und schwulenfeindliche Antisemiten und fremdenfeindliche, rassistische Transphobe, und … nun, im Grunde genommen ein Haufen Nazis.

 

Was? Ihr glaubt nicht, dass die meisten weißen Amerikaner Hitler liebende, Sieg Heil schreiende Nazis sind, die alle Juden und Mexikaner ermorden wollen, und die Afroamerikaner wieder versklaven wollen? Wie glaubt ihr denn, dass Donald Trump gewählt wurde? Jemand hat Clinton die Präsidentschaft gestohlen. Wenn es nicht die Russen waren, dann müssen es die Faschisten gewesen sein! Ich meine, wer denn sonst?

 

 

*

 

 

Anm.d.Ü.: Sascha Lobo hat das Rassismus-Thema schon mal auf Spiegel Online eröffnet:

 

                                             Rassist. Das schmerzlich fehlende Wort lautet: Rassist.“

 

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-wir-verlieren-den-kampf-um-unsere-koepfe-a-1282994.html

 

 

Den Kampf um seinen Kopf hat Lobo schon lange verloren.

 

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