https://kunstler.com/clusterfuck-nation/cascading-cat-litter/

 

Ein Haufen Katzenscheiße

 

von James Howard Kunstler, 12.04.2019

 

 

Jetzt wurde also Julian Assange aus seinem Zufluchtsort in der Londoner Botschaft in Ecuador gezerrt, weil er das Katzenklo nicht gereinigt hat. Hast du schon mal ein Katzenklo gereinigt? So wie wir es immer getan haben, war es, eine Zeitung – z.B. die New York Times – auf dem Boden auszubreiten, die gebrauchte Katzenstreu auf sie zu schütten, sie schön einzuwickeln und in den Müll zu werfen.

 

Es war interessant, in der New York Times die Kommentare zu dieser Geschichte über die Verhaftung von Assange zu lesen: Times-Leser präsentierten sich einheitlich als ein Lynchmob, der Mr. Assanges Blut sehen will. So viel zum Geist des Liberalismus und der Alten Grauen Dame (die NYT), die vor so vielen Jahren die von Daniel Ellsberg gestohlenen Pentagon-Papiere veröffentlicht hatte. Liest man zwischen den Zeilen dieser einst ehrwürdigen Zeitung – womit ich meine, ihre tendenziösen Nachrichten zu erkennen – dann kann man zu dem Schluss kommen, dass sich die Times heute tatsächlich gegen die Pressefreiheit ausgesprochen hat. Eine seltsame Haltung, die aber im Einklang mit dem neo-jakobinischen Zeitgeist im "blauen" Amerika steht. (Anm.d.Ü.: „blau“ steht für die Demokratische Partei)

 

Wie auch immer, wie soll man erwarten, dass Herr Assange das Katzenklo seiner Katze reinigt, wenn er nicht in der Lage war, seinen Zufluchtsort zu verlassen, um einen frischen Beutel mit Katzenstreu zu kaufen? Und ihm wurden im vergangenen Jahr sogar Zeitungen verweigert, ebenso wie jeder andere Kontakt mit der Außenwelt!

 

US-Staatsanwälte sollten besser vorsichtig vorgehen und Herrn Assange jene Art von Gerechtigkeit verschaffen, die von den Lesern der New York Times gefordert wird – das heißt: ihn in ein einsames Höllenloch in einem Hochsicherheitsgefängnis sperren und den Schlüssel wegwerfen. Der Schauprozess gegen Julian Assange auf US-Boden könnte, wenn es so weit kommt, der Tropfen sein, der das amerikanische Mickey Finn Fass einer legitimen Republik zum Überlaufen bringt.

 

Die blutrünstige Hysterie unter den Lesern der New York Times ist Symptom einer Massenverwirrung, die von den Agenturen der US-Regierung selbst gesät wurde, als ihre eigenen Agenten es wagten, sich in die nationalen Wahlen von 2016 einzumischen und es dann auf "die Russen" schoben. Wie ihr in den kommenden Monaten erfahren werdet, waren es die NYT selbst und andere Konzern-Nachrichtenorganisationen, die mit Offiziellen des FBI, des Justizministeriums, der CIA und des Weißen Hauses von Obama zusammengearbeitet haben, um eine gefälschte Geschichte über Mr. Trump, der mit Vladimir Putin unter einer Decke gesteckt und so Hillary Clinton ihr "Anrecht" auf das Weiße Haus geraubt haben sollen; um sich dann diesen Agenturen und der grotesk unehrlichen zweijährigen Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller anzuschließen, in einer cover-your-ass Operation, um ihre schändlichen und kriminellen Handlungen zu vertuschen.

 

Die USA haben viel auseinander zu sortieren, und natürlich versucht der neue Kongress unter der Leitung der Demokraten bereits so stark wie möglich, dies zu verhindern. Zuletzt haben sie sich auf Generalstaatsanwalt William Barr gestürzt, der unter Eid aussagte, dass er glaubt, die Regierung habe eine Spionageoperation gegen den Kandidaten Donald Trump durchgeführt. Die Existenz von FISA-Berechtigungen (für Abhöraktionen) legt dies als Tatsache fest, ebenso wie die Zahlung von Millionen Dollar durch die CIA und das US-Verteidigungsministerium an den internationalen Geheimniskrämer Stephan Halper, den Geheimdienstmann (der sich als Oxford-Professor ausgibt), der beauftragt wurde, den Trump-Wahlkampfpartner Carter Page hereinzulegen. Die hässliche Kaskade der Wahrheit über diesen Trick und viele andere aufrührerische Tricks, die von US-Beamten betrieben werden, werden schließlich den jakobinischen "Widerstand" (der politischen Linken) unter mehr gebrauchter Katzenstreu begraben, als die Mitarbeiter der ecuadorianischen Botschaft jemals erträumen könnten.

 

 

Die offiziellen Anklagen gegen Julian Assange beinhalten bisher das Kautionsvergehen in Großbritannien und den angeblichen Versuch, dem damaligen US-Soldaten Bradley Manning zu helfen, ein Passwort für den Zugang zu bestimmten US-Regierungscomputerdatenbanken zu finden. Die britische Kautionsfrage drehte sich um die Auslieferung von Assange an Schweden wegen einer beschissenen (gefälschten) Vergewaltigungsanklage, die später von den schwedischen Behörden fallen gelassen wurde. Die USA behalten sich angeblich die Befugnis vor, zusätzliche Anklagen gegen Herrn Assange zu erheben, obwohl sie möglicherweise mit einem langwierigen Auslieferungskampf mit seinen Anwälten konfrontiert sind, um ihn aus dem Vereinigten Königreich in US-Gewahrsam zu überstellen. In der Zwischenzeit könnte Herr Assange einen Nobelpreis erhalten, als Symbol eines einsamen Gewissens, das sich gegen die despotischen Täuschungen der Tiefen Staaten dieser Welt wehrt. Würde das ihre Arbeit nicht herrlich vermasseln? Ich würde gerne die Titel-Schlagzeile der New York Times zu dieser Geschichte sehen: Russischer Verschwörer gewinnt den Nobelpreis und wird vor einem Bundesgericht angeklagt. (Anm.d.Ü.: Mir persönlich würde auch diese Schlagzeile gefallen: Amerikanischer Ex-Präsident und Nobelpreisträger wird vor einem Bundesgericht angeklagt)

 

Bis dahin werden die Vereinigten Staaten von Amerika so in die Irre geführt worden sein, dass sie in der Dunkelheit pulsieren werden wie ein Todesstern, der kurz davor steht, zu explodieren.

Kommentare: 2
  • #2

    mjk (Mittwoch, 17 April 2019 14:43)

    Das mit dem Nobelpreis können wir vergessen. Die nob(e)len Herrn in Oslo lassen nur Kandidaten zu, die von ihnen bekannten "ehrenwerten Personen" vorgeschlagen werden. Letzte Jahr hatte ich doch tatsächlich gewagt, Uri Avnery für den ach so tollen Preis vorzuschlagen, mit dem Hinweis, dass man sich beeilen müsse. Außer einem Standardtext aus der Retorte war nichts zu vermelden. Aber immerhin - er kam gerade noch rechtzeitig, kurz vor dem Ableben von Uri A..

  • #1

    lex (Dienstag, 16 April 2019 10:41)

    Ja das Nobelkomitee könnte den einen Friedensnobelpreis aberkennen und Assange einen geben. Leider wird vermutlich beides nicht passieren.