https://kunstler.com/clusterfuck-nation/rude-awakening/

 

Ein böses Erwachen

 

von James Howard Kunstler, 09.08.2019

 

 

Jetzt, wo alles und jeder, der nicht (politisch) „aufgewacht“ ist, ein Rassist ist, ein weißer Extremist und ein inländischer Terrorist, ist das verbale Gezeter in Amerika komplett. Der Becher mit starkem englischen Tee (einem Getränk der schlimmsten modernen kolonialistischen Nation) auf meinem Schreibtisch ist weiß. Er schämt sich und ist angewidert, dass er das Privileg hat, 200ml eines farbigen Getränks zu fassen. Die größte Beleidigung für das Getränk ist es jedoch, in meinen weißen Körper aufgenommen und durch zahlreiche chemische Prozesse so verändert zu werden, dass es mir zugute kommt und das Getränk sich in Nichts auflöst. Das ist doch wohl eine kulturelle Aneignung, eine Art von Sklaverei und letzten Endes Mord! Man wird mir meinen Frevel niemals verzeihen. Lustig, dabei trinke ich frühmorgens starken englischen Tee um „wach“ zu werden.Vielleicht sollte ich auf Yogi Entgiftungs-Tee umsteigen. (Warme Milch würde nur mein abscheuliches Privileg betonen und mich einschlafen lassen.)

Ihr seht, ich versuche mich in die Gedankengänge eines durchschnittlichen Wokesters zu versetzen.

(Anm.d.Ü.: Wokester = „ein 'Aufgeweckter', ein leicht beleidigter Idiot, der glaubt, dass das Wort 'aufgewacht' ihm das Recht gibt, seine selbst-zentrierte Sicht auf die Welt zu rechtfertigen. Diesen Personen fehlen oft die Fertigkeiten im zivilen Diskurs oder ein gebildeter Hintergrund zu jedem Thema über das sie schimpfen“. – Definition aus dem urbandictionary.com)

 

Wenn die Linke eine Person wäre, dann wäre sie mittlerweile mit vier mal täglich 20mg Haloperidol in einer Anstalt weggesperrt. Aber wir haben die Irrenhäuser schon vor Jahrzehnten aufgegeben. Und so läuft die Linke frei herum, droht damit, jeden Moment einen „Motherfucker ins Herz zu stechen“ und heult im selben Moment über die Waffengewalt. Ich vermute, einem Motherfucker ins Herz zu stechen ist progressiv, denn es ermöglicht einem, ganz nah an den betreffenden Motherfucker heranzutreten und seine Lebenserfahrung mit ihm zu teilen, kurz bevor man ihm die Klinge hineinsticht. Schusswaffen sind so... weiß!

 

Bald könnte sich Amerika die Frage stellen: Was genau ist am verrückt werden „progressiv“? Ich glaube, dass wir uns langsam der Antwort nähern, und die Antwort lautet: Nichts. Die Linke hat es geschafft, dem Wort „progressiv“ jede Bedeutung auszutreiben. Wir werden es in den kommenden Generationen nicht mehr ernst nehmen können (falls es noch kommende Generationen gibt). Die Linke hat alle möglichen Tricks aus ihrer arglistigen Trickkiste angewandt, um allgemein das Denken in dieser Republik lahmzulegen, und die Sprache, die diesem Denken dient. Aber ihre verzerrten Verleumdungen wirken hauptsächlich gegen sie selber, da aus ihren Mäulern eine absurde Idee nach der anderen quillt und in die Twitter-Fenster mit den blauen Häkchen wandert.

Apropos „Motherfuckern ins Herz stechen“: Warum sind jene „Progressiven“, die sich neulich am Abend vor dem Haus von Senator Mitch McConnell versammelt haben, nicht in einem Bundesgefängnis um sich zu entspannen, weil sie gedroht haben, einen Beamten zu ermorden? Das wäre die übliche Vorgehensweise. Wie schwierig kann es sein, sie ausfindig zu machen? Niemand hat diese Fragen gestellt – eine seltsame Entwicklung.

 

Twitter-Boss Jack Dorsey griff zu der vorhersehbaren „progressiven“ Aktion, den Wahlkampf-Account von Senator McConnell lahmzulegen, weil dort ein Video jenes Mobs veröffentlicht wurde, der vor seinem Haus dazu aufrief, dem „Motherfucker ins Herz zu stechen“. Das sollte zumindest für eine anständige Rechtsklage gegen Twitter reichen, um das Bewusstsein der 23-jährigen aufgeweckten Schergen zu schärfen, die Jack Dorsey angeheuert hat, um so zu tun als wäre ihre sorgfältige Verbannung nicht-aufgeweckter Twitterer das Werk angeblicher „Algorithmen“ – und das gilt auch für Mr. Dorsey selbst, diesen arroganten Arsch, der hinter all dem steckt.

 

Jeder anständige, psychologisch geschulte Detektiv kann feststellen, warum die Linke, insbesondere die Demokratische Partei – früher eine Säule unseres politischen Systems – verrückt geworden ist. Der Verlust einer nationalen Wahl vor zweieinhalb Jahren hat die Basis traumatisiert. Dabei machte die Partei die traurige Entdeckung, dass sie keine realitätsnahen politischen Ideen hat. Dies führte zum Beschluss von Ausreden, die auf Wunschrealitäten basieren, um damit das Scheitern als politische Ideen zu tarnen: Russland war's! Trump ist „Putins Marionette“. Dieses klinisch paranoide Mem und die massive Ermittlungsaktivität, die das hervorrief, endete mit einem weiteren Misserfolg, der so tiefgreifend ist, dass sich die Partei immer noch nicht damit abfinden kann.

 

Aber die Demokratische Partei muss spüren, dass sie im Begriff ist, für all das zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Beamten des Tiefen Staats, die in ihrem Namen dieses finstere Spiel betrieben haben, mit all den aufrührerischen Obertönen, werden vor Geschworenen-Gerichte geschleppt werden. Das kann jetzt jede Woche passieren. Die Partei selbst, oder zumindest ihre Vorstands-Mafia, das DNC, könnte bei diesem Reinemachen dabei sein. Wirklich schwer zu erkennen, wie die Partei das überleben soll. Ihre loyalen Historiker werden vermutlich sagen, dass irgendein Motherfucker ihr ins Herz gestochen habe. Aber tatsächlich hat die Demokratische Partei zuerst den Verstand verloren und dann Selbstmord begangen.

 

Demonstranten rufen Todesdrohungen vor McConnells Haus“:

Kommentare: 1
  • #1

    Josch (Montag, 12 August 2019 20:20)

    Oh Gott, der glaubt tatsächlich, dass die Demokraten jemals demokratisch waren. Armer Kerl. Mittlerweile müsste dem doch klar sein, dass es in der gesamten Menschheitsgeschichte noch niemals auch nur eine einzige Demokratie auf Erden gab oder jemals geben wird. Das Beste, was wir Menschen uns erhoffen können, ist eine artgerechte Haltung. Und nicht einmal diese wird uns zugestanden.