http://charleshughsmith.blogspot.com/2020/06/truth-is-what-we-hide-cover-stories-are.html

 

Die Wahrheit verstecken wir,

Verschleierungsgeschichten verkaufen wir

 

von Charles Hugh Smith, 01.06.2020

 

 

Die Tatsache, dass eigennützige Verschleierungsgeschichten jetzt die Norm sind, macht es schwierig unsere Knechtschaft mit jener sklavischen Hingabe zu lieben, die man von uns verlangt.

 

Die Notwendigkeit, Wahrheit und konkurrierende Narrative zu unterdrücken, entstand mit dem Aufkommen urbaner Eliten, deren Macht und Reichtum durch eine Aufdeckung der eigennützigen Natur ihrer Herrschaft bedroht wurde.

 

Wenngleich die Unterdrückung der Wahrheit eine lange Historie hat, so hat sich das im 20. Jahrhundert beschleunigt, als totalitäre Regime sich die Technologien der Massenkommunikation und die Marketingtechniken der Propaganda zunutze machten.

 

Mit dem Zerfall des Gesellschaftsvertrags und der Entstehung monopolistischer Such- und Social Media-Plattformen hat sich die Unterdrückung konkurrierender Narrative beschleunigt, denn die herrschenden Eliten ziehen als Antwort auf die Auflösung der sozialen Ordnung die Zügel an.

 

Und so kommt es, dass der Federal Reserve-Komiker Jay Powell behaupten kann, die Fed würde keine Ungleichheit beim Reichtum schaffen, wo es doch erbärmlich offensichtlich ist, dass die Fed der Hauptverursacher dieser Ungleichheit ist. (Gebt mir $10 Milliarden mit fast Nullzins, und ich kann auch reich werden.)

 

Wir können die gegenwärtige Zeit in einem Satz zusammenfassen: Die Wahrheit verstecken wir, Verschleierungsgeschichten verkaufen wir. Das berühmte Zitat von Jean-Claude Juncker erfasst das Wesen dieser Zeit: „Wenn es ernst wird muss man lügen.“

 

Und wann wird es ernst? Wenn die versteckten Fakten einer Sache der Öffentlichkeit bekannt werden könnten. Bedenkt man die regelmäßigen Veröffentlichungen riesiger Mengen gut versteckter Daten durch Whistleblower und gut meinende Hacker, dann ist es jetzt im Grunde andauernd ernst, und daher lautet die offizielle Devise überall: Die Wahrheit verstecken wir, eigennützige Verschleierungsgeschichten verkaufen wir.

 

Die eigennützigen Titelgeschichten werben immer für den Edelmut der Elite, die die PR herausgibt: Wir in der Federal Reserve haben die Zivilisation gerettet, indem wir die Too Big To Fail Banken gerettet haben (kotz); wir in den Konzernmedien berichten unvoreingenommen über Ermittlungen (kotz); wir in der Zentralregierung lügen nur, um euch vor unangenehmen Realitäten zu schützen – es ist zu eurem eigenen Wohl (kotz); wir in der NSA, CIA und FBI lügen nur, weil es unser Job ist zu lügen, und so weiter.


Drei Aufsätze, die lange vor der Pandemie veröffentlicht wurden, sprechen von der Herabwürdigung von Daten und Fakten zugunsten eigennütziger Verschleierungsgeschichten und totalitärer politischer Korrektheit.

Warum wir aufgehört haben, den Eliten zu vertrauen (The Guardian)


"Es geht nicht nur darum, dass isolierte Individuen als korrupt oder eigennützig entlarvt werden (etwas, das so alt ist wie die Politik), sondern dass das Establishment selbst anfängt, hinterlistig und zweifelhaft zu erscheinen. Die unverwechselbaren Skandale des 21. Jahrhunderts sind eine Kombination aus einigen sehr grundlegenden und zeitlosen moralischen Mängeln (Gier und Unehrlichkeit) mit Enthüllungsmethoden, die Fehlverhalten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß und noch viel dramatischeren Ergebnissen aufdecken.


Das vielleicht wichtigste Merkmal all dieser Enthüllungen war, dass es sich definitiv um Skandale und nicht nur um Fehler handelte: Es handelte sich um bewusste Versuche, zu betrügen oder irrezuführen. Mehrere dieser Enthüllungen beinhalteten nachhaltige Vertuschungen und der Moment der Wahrheit wurde so lange wie möglich hinausgezögert.


(Diese selektive Berichterstattung) "erzeugte das Gefühl einer Medienklasse, die geschickt darin war, andere bloßzustellen, aber ebenso geschickt darin, die Wahrheit über ihr eigenes Verhalten zu verbergen.


Mehrere der entscheidenden Skandale des letzten Jahrzehnts hatten ein so großes Ausmaß, dass sie die Verantwortung jedes Einzelnen übersteigen. Die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013, die undichte Stelle in den Panama-Papieren im Jahr 2015 und die HSBC-Akten (die die organisierte Steuerhinterziehung aufdeckten) hatten alle die Freigabe von Zehntausenden oder sogar Millionen von Dokumenten zur Folge. Bürokratien die noch mit Papier arbeiteten, sahen sich nie einer Bedrohung ihrer Legitimität in diesem Ausmaß gegenüber".

https://www.theguardian.com/news/2018/nov/29/why-we-stopped-trusting-elites-the-new-populism

 

Vom verstorbenen Gründer und Herausgeber Robert Parry von Consortium News:


„Als junger Reporter wurde mir beigebracht, dass es fast immer zwei Seiten einer Geschichte gibt und oft mehr. Man erwartete von mir, dass ich nach diesen alternativen Ansichten suchte und sie nicht abtat oder so tat, als ob es sie nicht gäbe. Mir wurde auch klar, dass ich zur Wahrheitsfindung oft unter der Oberfläche graben musste und nicht einfach die bequeme Erklärung aufgreifen durfte, die offen vor einem lag.

 
Aber die großen westlichen Nachrichtenagenturen begannen, den Journalismus anders zu sehen. Es wurde zu ihrer seltsamen Pflicht, das Infragestellen der Offiziellen Story einzustellen, selbst wenn die Offizielle Story große Löcher hatte und wenig Sinn machte, selbst wenn die Beweise in eine andere Richtung gingen und ernsthafte Analysten dieses Gruppendenken in Frage stellten.

 
Wenn ich auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurückblicke, wünschte ich, ich könnte sagen, dass sich der Medientrend, den wir Mitte der 1990er Jahre festgestellt hatten, umgekehrt hat. Aber wenn überhaupt, dann ist es schlimmer geworden. Die großen westlichen Nachrichtenagenturen vermischen nun die diskreten Schwierigkeiten von erfundenen "gefälschten Nachrichten" und haltlosen "Verschwörungstheorien" mit verantwortungsvollen abweichenden Analysen. Alle werden in den gleichen Topf geworfen und der Verachtung und dem Spott ausgesetzt.“

https://consortiumnews.com/about/

 

Im akademischen Bereich sind Zensur und Konformität zur Norm geworden (Globe and Mail)

 

In Wahrheit gelten Fakten heute als umstritten, wenn sie von den akzeptierten Narrativen abweichen, und Professoren müssen sich aus Angst vor Verurteilung und Verlust ihres Arbeitsplatzes selbst zensieren.

 

Aus Gesprächen, die ich mit Kollegen geführt habe, die noch im akademischen Bereich arbeiten, und aus dem, was ich über jüngste Fälle von Zensur berichten kann, geht hervor, dass der Antagonismus in erster Linie von linksgerichteten Kollegen ausgeht, die andere Liberale angreifen.

 

Diese Fälle deuten auf einen größeren, beunruhigenden Trend hin: Anstatt umstrittene Ideen zu diskutieren, werfen die Gegner mit Worten um sich, die mit "-phobisch" enden, und sie brechen das Gespräch ab und so tun, als gäbe es sie nicht.

 

Für diejenigen, die sagen, dass Ideen, die Mitglieder der Gesellschaft verunglimpfen, nicht beachtet werden sollten, bedeutet das Schweigen in der Debatte nicht, dass hasserfüllte Überzeugungen verschwinden. In vielen Fällen sind es nicht umstrittene Erkenntnisse, die eine Bedrohung darstellen; die Bedrohung kommt von der Möglichkeit, dass andere diese Tatsachen zur Rechtfertigung von Diskriminierung nutzen werden. Aber es ist wichtig, dass wir zwischen einer Idee und dem Forscher, der diese Idee vorbringt, und dem Potenzial für schlechtes Verhalten unterscheiden.

 

Dadurch, dass Akademiker ganze Forschungsbereiche meiden, ist das Wissen, das gegenwärtig produziert wird, eingeschränkt und durch Überzeugungen ersetzt, die zwar angenehm klingen, aber voreingenommen oder völlig unsinnig sind. Die jüngste Untersuchung über "Studien zu Kränkungen", die von den Akademikern Peter Boghossian, James Lindsay und Helen Pluckrose geleitet wurde, machte deutlich, wie schlimm das Problem geworden ist. Dem Trio gelang es, dass sieben gefälschte Papiere (aber ach so politisch korrekt und daher "good to go" - CHS) in hochrangigen geisteswissenschaftlichen Zeitschriften akzeptiert wurden“
https://www.theglobeandmail.com/opinion/article-in-academia-censorship-and-conformity-have-become-the-norm/

 

In einer Konsum-basierten Kultur, die daran gewöhnt ist, tagein tagaus eine eigennützige Story nach der anderen zu verkaufen, die Tatsache, dass eigennützige Cover Storys jetzt die Norm sind, da wird es schwierig, unsere Knechtschaft mit jener sklavischen Hingabe zu lieben, die man von uns verlangt. In dieser eigennützigen Propaganda habe ich einen neuen Dreh entdeckt: Eine alternative Meinung wird nicht mehr diskutiert, sie wird entzaubert. So als wäre das Anzweifeln der autorisierten Geschichte per Definition eine „Verschwörungstheorie“, die man „entzaubern“ kann, indem man die autorisierte Verschleierungs-Story oft genug wiederholt.

 

Kommentare: 1
  • #1

    Dude (Samstag, 06 Juni 2020 09:30)

    Naja, das ist weit älter...

    "There is no such thing, at this date of the world's history, in America, as an independent press. You know it and I know it.

    There is not one of you who dares to write your honest opinions, and if you did, you know beforehand that it would never appear in print. I am paid weekly for keeping my honest opinion out of the paper I am connected with. Others of you are paid similar salaries for similar things, and any of you who would be so foolish as to write honest opinions would be out on the streets looking for another job. If I allowed my honest opinions to appear in one issue of my paper, before twenty-four hours my occupation would be gone.

    The business of the journalists is to destroy the truth, to lie outright, to pervert, to vilify, to fawn at the feet of mammon, and to sell his country and his race for his daily bread. You know it and I know it, and what folly is this toasting an independent press?

    We are the tools and vassals of rich men behind the scenes. We are the jumping jacks, they pull the strings and we dance. Our talents, our possibilities and our lives are all the property of other men. We are intellectual prostitutes."
    John Swinton, 1880