https://off-guardian.org/2020/07/05/the-groupthink-pandemic/

 

Die Pandemie des Gruppendenkens

 

von Kevin Smith, 05.07.2020

 

 

Überall um uns herum gibt es Gruppendenken. Bei der Entscheidungsfindung in einer Regierung, bei den Medien und in der Arbeit. Es tötet langsam die Welt.

 

Vor dem Hintergrund der wichtigsten Ereignisse, der Antwort auf Covid-19 und den zunehmenden Spannungen und Konflikten in der Welt, könnte es sich lohnen, einiges davon etwas ausführlicher zu betrachten.

Ich habe Gruppendenken in der Arbeit für große Organisationen erlebt, vor allem in meinem letzten Job. Wir waren damit beauftragt, komplexe Probleme zu untersuchen und zu lösen. Etwas technisches Fachwissen war hilfreich, aber in der Sache nicht entscheidend.

Kritisches Denken und das Abwägen von Beweisen und unterschiedlichen Standpunkten waren entscheidend.

Die Organisation entschied jedoch, dass dies nicht länger erforderlich war, und änderte das gesamte Betriebsmodell zu einem für alle Arten von Callcentern geeigneten Einheitsmodell. Dieser neue risikoreiche Ansatz wurde uns von den externen Beratern von Price Waterhouse Coopers (PWC) empfohlen, die keine Ahnung von unserem Geschäft hatten.

Diejenigen von uns, die in dieser Rolle erfahren waren, argumentierten, dass das Modell nicht funktionieren würde. Aber die Organisation machte ungeachtet dessen weiter. Es war vom ersten Tag an offensichtlich, dass es finanziell nicht plausibel war, was sie zu leugnen versuchten und später verheimlichten.

Die Exekutive ignorierte anfangs weitgehend unsere Bedenken, gab dann aber begrenzte Lippenbekenntnisse ab, als die Dinge aus dem Ruder liefen. Wie auch immer, am Ende haben sie uns Abfindungen angeboten, während sie frische Hochschulabsolventen einstellten, die uns ersetzen sollten. Soweit ich weiß, ist der Laden immer noch uneinsichtig, und das Ding geht den Bach runter.

Gruppendenken wird wie folgt beschrieben:


„Gruppendenken ist ein Begriff, der erstmals 1972 vom Sozialpsychologen Irving L. Janis verwendet wurde und sich auf ein psychologisches Phänomen bezieht, bei dem Menschen nach einem Konsens innerhalb einer Gruppe streben. In vielen Fällen werden die Menschen ihre eigenen persönlichen Überzeugungen beiseite legen oder die Meinung der übrigen Gruppe übernehmen.“

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppendenken

 

Menschen, die gegen die Entscheidungen oder die überwiegende Meinung der Gruppe als Ganzes sind, schweigen häufig und ziehen es vor, den Frieden zu wahren, anstatt die Uniformität der Menge zu stören".

 

Gruppendenken ist dort üblich, wo Gruppenmitglieder ähnliche Hintergründe haben und besonders dann, wenn diese Gruppe unter Stress gesetzt wird, was zu irrationalen Entscheidungsergebnissen führt.

 

Dies sind die wichtigsten Verhaltensweisen, auf die man achten sollte:

 

1. Illusionen der Unverwundbarkeit führen dazu, dass die Mitglieder der Gruppe zu optimistisch sind und Risiken eingehen.

 

2. Unbestrittene Überzeugungen veranlassen die Mitglieder dazu, mögliche moralische Probleme zu ignorieren und die Folgen von Einzel- und Gruppenaktionen zu ignorieren.

 

3. Rationalisierung hindert die Mitglieder daran, ihre Überzeugungen zu überdenken und veranlasst sie dazu, Warnzeichen zu ignorieren.

 

4. Stereotypisierung führt dazu, dass Mitglieder innerhalb der Gruppe Mitglieder außerhalb der Gruppe, die sich den Ideen der Gruppe widersetzen oder diese in Frage stellen, ignorieren oder sogar dämonisieren

 

5. Selbstzensur veranlasst Menschen, die Zweifel haben könnten, ihre Ängste oder Befürchtungen zu verbergen.

 

6. "Gedankenwächter" agieren als selbsternannte Zensoren, um problematische Informationen vor der Gruppe zu verbergen.

 

7. Illusionen der Einmütigkeit führen dazu, dass die Mitglieder glauben, alle seien sich einig und empfinden dasselbe.

 

8. Direkter Anpassungsdruck wird oft auf Mitglieder ausgeübt, die Fragen stellen, und diejenigen, die die Gruppe in Frage stellen, werden oft als illoyal oder verräterisch angesehen.

 

Es gibt noch zwei weitere Beobachtungen, die ich am Arbeitsplatz gemacht habe und die besonders für Gruppen relevant sind, die größere Veränderungen oder/und eine Krise durchmachen.

 

Erstens neigen sie dazu, vom Status quo in das völlige Gegenteil zu verfallen. In unserer Organisation brauchten wir definitiv einige Veränderungen und Anpassungen, aber wir sind auf ein Modell gestoßen, das völlig ungeeignet und in operativer und finanzieller Hinsicht unhaltbar war.

 

Das andere, was mir auffiel, war, dass unsere Arbeitgeber zu Kontrollfreaks wurden. Sie begannen, auf uns und unsere Kunden herabzureden als wären wir Kinder. Sie führten Büroslogans ein, wie "Jetzt mit Volldampf" oder "Wir stecken da alle gemeinsam drin" und lenkten von den Problemen der katastrophalen Reorganisation ab, um die "Diversität am Arbeitsplatz zu feiern". Kritisches Denken, Kreativität und Ausdruck wurden aus der Arbeitsstätte vertrieben.

 

Die offensichtliche Analogie für all diese Verhaltensweisen ist die Reaktion auf Covid-19, als die Regierungsminister kollektiv in Panik gerieten und extreme Entscheidungen über den Lockdown trafen und nur eine bevorzugte Quelle von "Fachwissen" nutzten.

 

Gleichzeitig schoben sie Andersdenkende und unabhängige Experten beiseite, die eine ruhige, rationale Perspektive und eine gezielte Reaktion auf Covid-19 hätten bieten können.

 

Wenn ich dieses Denken und Verhalten zusammenfasse, erinnere ich mich an diese Beobachtungen von Dr. Malcolm Kendrick und Lord Sumption über die Reaktion auf Covid-19. So sagt Dr. Kendrick:

 

Wir sperrten die Bevölkerung ein, bei der das Risiko, ernsthafte Probleme mit der Krankheit zu bekommen, praktisch gleich null war, und verbreiteten sie dann wild unter der hochgefährdeten Altersgruppe. Hätten man einen Plan verfasst, um aus allem einen völligen Schwachsinn zu machen, hätte man sich diesen Plan ausgedacht".

 

Und Lord Sumption schrieb in der Mail on Sunday:

 

Der Premierminister, der in der Praxis die meisten Entscheidungen trifft, hat wenig politische Schlauheit und keinerlei Regierungsgeschick. Er ist nicht in der Lage, ein komplexes Problem eingehend zu untersuchen. Er denkt, während er spricht – in Schlagwörtern.

 

Diese Menschen haben keine Ahnung, was sie tun, weil sie nicht in der Lage sind, über mehr als eine Sache gleichzeitig nachzudenken oder weiter als bis zum Ende ihrer Nase zu blicken.“

 

 

Die BBC – Eine Fallstudie

 

Eine große Organisation, die eine hohe Meinung von ihrem Nachrichtenservice hat. Aber natürlich ist die Realität das Gegenteil. Es gibt so viele Fallbeispiele für Gruppendenken, aber die BBC ist so gut wie jede andere, vor allem, wenn es darum geht, Schwachsinn zu erzählen.

 

Die Führungskräfte der BBC und einige leitende Korrespondenten werden sich zweifellos bewusst sein, dass sie eine politisierte Agenda der Voreingenommenheit und Fehlinformation im großen Stil führen. Außenstehende, die ihre Berichterstattung recherchiert haben, werden dies auch erkennen. Aber für die große Mehrheit der BBC-Mitarbeiter, die Opfer des Gruppendenkens, wird dies nicht offensichtlich sein.

 

Dies kam in einigen von Andrew Marrs ungläubigen Reaktionen auf Noam Chomskys Beobachtungen über die Medien während ihres Interviews zum Ausdruck:

 

Andrew Marr: Woher wollen Sie wissen, dass ich Selbstzensur betreibe?

 

Noam Chomsky: Ich sage nicht, dass Sie Selbstzensur betreiben. Ich bin mir sicher, dass Sie alles glauben was Sie sagen. Aber was ich sage ist, wenn Sie etwas anderes glauben würden, dann würden Sie nicht da sitzen wo Sie sitzen.

 

Ich glaube, dass dieses Problem in der außenpolitischen Berichterstattung der BBC am stärksten zutage tritt. Echte Sachkenntnis und Unparteilichkeit fehlten in den letzten Jahren in allen Berichten, die ich gesehen habe, völlig.

 

Erstens ist es in diesem Beruf zwar nicht ungewöhnlich, aber die meisten bei der BBC beschäftigten Journalisten haben einen Studienabschluss. Wenn man sich die heutigen "Top"-Journalisten der BBC ansieht, so haben viele von ihnen die Eliteuniversitäten besucht, was eine Kultur von Gleichgesinnten mit ähnlichem Hintergrund schafft. Dies wurde als eine der Ursachen für die Entstehung des Gruppendenkens erkannt.

 

Außerdem lassen sich die jüngeren Journalisten innerhalb der BBC-Hierarchie von den Ansichten und der Art und Weise der hochrangigen und bekannten Journalisten leicht beeindrucken.

 

Es wird manchmal gesagt, dass es innerhalb der BBC und anderer Medien keine spezifischen Regeln gibt, die festlegen, was ein Journalist berichten und schreiben darf und was nicht, und dass sie im Allgemeinen nicht wissentlich irreführend sind. Aber sie werden fast instinktiv lernen, sich selbst zu zensieren und sich innerhalb einer Reihe ungeschriebener, unausgesprochener Regeln und in einer Zwangsjacke zu bewegen.

 

Das andere Problem bei der Berichterstattung über auswärtige Angelegenheiten ist, dass BBC-Journalisten und die meisten anderen selten in die Kriegsgebiete reisen. Über Syrien berichten sie in der Regel aus dem Libanon oder der Türkei und wagen sich nur gelegentlich in ein Regierungsgebiet oder in ein relativ sicheres Gebiet, das von Terroristen oder Kurden besetzt ist. Anders als bei früheren Konflikten, wie zum Beispiel in Bosnien, wo ich mich zumindest an ein winziges Maß an Ausgewogenheit erinnere, sehen Journalisten also selten, was tatsächlich vor sich geht.

 

Unter dem Druck von Deadlines verlassen sie sich auf dubiose Quellen wie die Al-Qaeda Terroristen und Bellingcat sowie auf vorher festgelegte Annahmen, die sich bequem in die Anti-Assad-Erzählung der BBC und des Establishments einfügen.

 

Kürzlich traten einige ernsthafte Zweifel am OPCW-Bericht über den Douma-Zwischenfall auf, eine riesige Geschichte, die weitreichendere Auswirkungen hat.

 

 

Die Untersuchungen von Robert Stuart über einen wahrscheinlich zuvor inszenierten Vorfall, an dem BBC-Journalisten beteiligt waren, wurden unter den Teppich gekehrt. Beide Angelegenheiten wurden ignoriert, weil die BBC keine Möglichkeit oder nicht den Willen hat, Beweise zu widerlegen, die ihrer Voreingenommenheit widersprechen.  (Anm.d.Ü.: Es geht um den inszenierten Napalm-Angriff, siehe diesen Tweet):

https://twitter.com/cerumol/status/1167195138604634112

 

Andererseits ist die BBC allzu gerne bereit, ausführlich Anschuldigungen gegen Russland und Trump aus anonymen Quellen zu behandeln, ohne dabei den Hintergrund oder die Ausgewogenheit im Gesamtklima verwandter Anschuldigungen, die widerlegt wurden oder unbewiesen sind, zu berücksichtigen.

 

Und in den letzten Tagen hat die BBC über Hongkong berichtet, was aussieht, als stamme es aus einem Drehbuch.

 

Es ist bekannt, dass BBC-Journalisten über Fehlverhalten schweigen. Wir haben dies beim Jimmy Savile-Skandal und jahrzehntelangem sexuellem Missbrauch gesehen. Diese Haltung ähnelt der, die ich bei meinem Arbeitgeber erlebt habe, der sehr lautstark und stolz auf seine Anti-Mobbing-Politik und seine Politik der psychischen Gesundheit war. Doch als das Personal anonym befragt wurde, ging die Mobbingquote in die Höhe.

 

Ein weiteres offensichtliches Zeichen des Gruppendenkens innerhalb der BBC, insbesondere während der Covid-19-Krise, ist die Verblödung und die mit Slogans gefüllte Website, die so geschrieben ist, als seien ihre Leser Idioten.

 

Ein weiteres starkes Thema ist die Beschäftigung mit Rasse und Diversität, mit amerikanischen Angelegenheiten und allgemeinem Geschwätz, zum Nachteil dringenderer Themen wie den längerfristigen und weiterreichenden Auswirkungen der aktuellen Probleme der Welt.

 

Covid-19 und unsere Reaktion darauf ist wahrscheinlich das wichtigste Ereignis unseres Lebens, aber es gibt kaum einen Hinweis darauf, ob die Reaktion notwendig und verhältnismäßig ist. Stattdessen wird diese völlig rationale Sichtweise immer nur im Zusammenhang mit BBC-Artikeln über Covid-19-"Verschwörungstheorien" erwähnt.

 

Viele der Beispiele, die ich beschrieben habe, fügen sich nahtlos in das Verhalten des Gruppendenkens und die Erfahrungen ein, die ich in einer großen Organisation gemacht habe.

 

Aber ich denke, das größte Problem des Gruppendenkens gibt es bei leitenden BBC-Journalisten. Letzten Endes ist ihre faule Arroganz auf die neueren Journalisten durchgesickert, und so hat sich das falsche Verhalten im Laufe der Zeit immer mehr normalisiert.

 

 

Die BBC-“Granden“

 

Vor einigen Monaten machte Huw Edwards einige Bemerkungen zu Vorwürfen der Voreingenommenheit gegenüber der BBC, und verteidigte das Unternehmen und die Journalisten. Dies sind einige der spezifischen Bemerkungen, die er machte und die für mich ein völliges Unverständnis für die Sorgen der Menschen zeigten.

 

Die BBC wird nicht, um es höflich auszudrücken, wie einige Zeitungen betrieben, bei denen ein allmächtiger Eigentümer und/oder Redakteur den Ton und die Richtung der Berichterstattung bestimmt [...] BBC News ist eine ziemlich beunruhigende Mischung aus unbequemen, konträren und durchsetzungsfähigen Leuten, die (nach meiner sehr langen Erfahrung) mit Vergnügen entweder die Vorschläge von Managern ignorieren oder ihnen einfach sagen, wo sie sich hinverziehen können. So funktioniert es".

 

Ich erinnere mich auch daran, wie zu jener Zeit Edwards auf Twitter zu diesem Thema argumentierte, und er sagte, es sei lächerlich zu sagen, dass Journalisten innerhalb der BBC die Öffentlichkeit absichtlich in die Irre führten. Sein Twitter-Gegner antwortete, dass dies nicht das sei, was er gesagt habe, und erklärte lediglich, dass die BBC dem Gruppendenken zum Opfer gefallen sei. Edwards kam einfach nicht darüber hinweg, während er weiterhin BBC-Kritiker angriff und falsch darstellte.

 

Diese defensive Haltung und Stereotypisierung von Kritikern ist ein klassisches Gruppendenk-Verhalten, an dem er, Nick Robinson und andere teilgenommen haben.

 

Früher habe ich John Simpson bewundert, und in den 1980er Jahren besuchte er den Iran nach der Revolution. Er schrieb über diesen Besuch ein Buch, das ich sehr genoss. Aber in den letzten Jahren hat er gezeigt, dass er die moderne Geopolitik nicht versteht und sie wie die BBC nur im Hinblick auf die ethnozentrische britische Sicht auf die Welt und unseren Einfluss beurteilen kann.

 

In dieser Pressekonferenz von Präsident Putin stellte er die lächerlichste Frage, die man sich vorstellen kann, was bestätigt, dass er den Faden verloren hat. Seine Frage bezog sich auf das russische Verhalten in der Welt und darauf, ob Putin einen neuen Kalten Krieg schaffen wolle.

 

Putin wischte den Boden mit ihm auf und wies auf die Hunderte von NATO-Stützpunkten und zahlreiche Kriege hin, was Simpsons Verleumdungen an ihren rechtmäßigen Platz setzte.

 

Jeremy Bowen ist ein weiterer, der seinen Weg verloren hat. Ich habe vor kurzem einen Bericht von ihm aus der Position einer christlichen Milizeinheit gesehen, die Terroristen in Syrien bekämpft.

 

Auch hier war die Arroganz der BBC wieder voll zur Geltung gekommen. Sein Bericht zog allgemeine Vergleiche zwischen seinen Begegnungen mit Serben in Bosnien in den 1990er Jahren und diesen syrischen Kämpfern und zeigte deutlich, dass er nicht zuhört und sich nicht für die syrischen Ansichten über westliche Komplizenschaft und die Weißhelme interessiert.

 

Im üblichen Gruppen-Sprech beschrieb er die syrische Regierung als "das Regime" und Al Qaida als "Rebellen". Sein Bericht war einfach nur eine Kopie der BBC-Berichterstattung über den gesamten Konflikt.

 

Diese Arroganz ist typisch für Journalisten, die sich auf ihre Errungenschaften der Vergangenheit verlassen und eine Aura von Bedeutung erzeugen, um ihr Publikum zu beeindrucken. Die Realität ist, dass seine Berichterstattung auf keinerlei Substanz und auf überholten und faulen Annahmen beruht.

 

 

Der Irrsinn von John Sweeney

 

Die Arroganz des ehemaligen BBC-Mitarbeiters John Sweeney ist unvorstellbar. In diesen Tagen verbringt er seine Zeit auf Twitter und attackiert Lockdown-Skeptiker wie Peter Hitchens, den er beschuldigt, seine Leser der Kolumne Mail on Sunday mit seinen Ansichten zum Covid-19-Lockdown "zu töten“.

 

Sweeney hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber die Realität ist, dass es wahrscheinlich schon immer so war, wie dieser Clip während seiner BBC-Zeit zeigt.

 

Dieses Verhalten, so extrem es auch ist, lässt sicher vermuten, dass irgendwann in seiner Karriere das Gruppendenken einen großen Einfluss hatte.

 

Eine Illusion der Vernunft

 

BBC Dateline ist eine TV-Podiumsdiskussion zu aktuellen Themen, die ich mir gelegentlich angesehen habe. Die Diskutanten, die regelmäßig wechselten, waren anscheinend mit ausländischen Schriftstellern und Journalisten gut besetzt, darunter Experten für Russland oder arabische Angelegenheiten.

An diesem Tisch sitzend vermittelten sie den Eindruck von Menschen, die wüssten, worüber sie sprechen.

 

Wenn man jedoch aufmerksam zuhörte, was sie sagten, gab es sehr wenig Substanz. Ihre Argumente, die alle auf der einfachen Prämisse beruhten, dass Russland/Syrien schlecht und der Westen gut sei, wurden mit gelegentlicher Kritik an der westlichen Politik gemildert, um die Illusion eines Gleichgewichts zu vermitteln.

 

Gelegentlich gab es einen eher pro-russischen Experten, aber mit dem vorherrschenden Konsens der übrigen Diskussionsteilnehmer wurde seine oder ihre Meinung lächerlich gemacht. Es kam zu dem Punkt, an dem jedes abweichende Mitglied des Gremiums begann, sich selbst zu zensieren, um glaubwürdiger zu klingen und vielleicht im Gremium zu bleiben. Das ist heute das Dilemma für jeden progressiv gesinnten BBC-Gast.

 

Peter Hitchens, der sich beschwert, dass die BBC ihn nie einlädt, trat kürzlich in Good Morning Britain (Anm.d.Ü.: eine Sendung von iTV) auf. Wie bei vielen GMB-Debatten üblich, ging die Diskussion über Covid-19 zu scharfen Widersprüchen und Beschimpfungen über und war einfach nicht das Forum für Hitchens, um seine gut durchdachten Punkte zum Gesamtbild zu vermitteln.

 

Aber ich glaube nicht, dass er in der BBC besser abgeschnitten hätte. Die BBC erweckt die Illusion einer zivilisierten, intelligenten Diskussion, aber die Realität ist, dass es keine Substanz, Tiefe oder Ausgewogenheit gibt. Die entscheidenden Diskussionspunkte über Covid-19 oder Konflikte in der Welt finden kein Gehör. Die Prämisse und die Regeln sind bereits in Stein gemeißelt, bevor die Gäste eintreffen.

 

 

Abschließende Gedanken

 

Es gibt viele Gründe, warum sich die Welt in ihrem gegenwärtigen Wahnsinn befindet und am Rande eines ernsten Konflikts steht.

 

Das Gruppendenken in der Regierung, in den Medien und in der Öffentlichkeit ist wahrscheinlich ein Schlüsselfaktor, da es die Denkkultur neben und unter jenen Psychopathen und Kriegsverbrechern repräsentiert, die die Fäden ziehen.

 

Es ist fast unmöglich, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem man nur an ihm kratzt. Aber es ist möglich, dass ein großes Ereignis im Zusammenhang mit Covid-19 oder ein großer Krieg der Katalysator ist, der uns aus unserer verzerrten Sicht der Realität aufschrecken könnte.

 

In der Zwischenzeit stellen unabhängige Kommentatoren und Ex-MSM wie Peter Hitchens, Anna Brees und Tareq Haddad ihre Karrieren und Eigeninteressen in den Hintergrund. Wir können andere, die bei der BBC und anderen Medien beschäftigt sind, nur ermutigen, so tapfer zu sein und das Gleiche zu tun.

 

Sicherlich werden die Folgen weitaus verheerender sein, wenn sie nichts tun und sich nicht zu Wort melden.

 

In der plötzlich neu begründeten Bereitschaft, auf der Straße zu demonstrieren, könnten die Teilnehmer vielleicht besser darüber nachdenken, wer und was der wahre Feind ist.

 

Parteipolitik, Brexit und Black Lives Matter spielen wirklich keine Rolle.

 

Gruppendenken, eskalierender Weltkonflikt, All Lives Matter, einschließlich Syrer, Libyer, Palästinenser und Schwarze (einschließlich derjenigen außerhalb der USA, Großbritanniens und Europas), zusammen mit dem Post-Covid-19-Marsch in eine ungewisse „Neue Normalität“ – das sind jene Themen, die jetzt zählen.

 

Kommentare: 4
  • #4

    Humml (Dienstag, 14 Juli 2020 18:25)

    Wenn der Boden zu bersten droht, auf dem man glaubte, sicher und fest zu stehen - bis in alle Ewigkeit - nach diesem grandiosen, ja epochalen "Sieg", wenn das ach so einleuchtende, weil einfache, liberale Welt- und Menschenbild völlig unerwartet an einigen harten Realitäten zerschellt, wenn eine zum Greifen nahe unangefochtene Vorherrschaft, auf die Anspruch zu erheben, man nach 500jähriger europäischer Erfolgs- und Expansionsgeschichte, meint berechtigt zu sein, mehr und mehr einer Fata Morgana gleicht - und - wenn man sich, statt dessen, völlig unerwartet von "Feinden" umzingelt sieht: dann werden die Reihen fest geschlossen, die Brücken hochgezogen und die Gräben mit Wasser gefüllt. Das war schon immer so.

  • #3

    Ines (Mittwoch, 08 Juli 2020 09:30)

    Gruppendenken/ Konformismus dient seit tausenden von Jahren dem Machterhalt der jeweiligen Herrscher/Eliten/ Feudalisten/ Sklavenhalter/ Kapitalisten, sie berauben und versklaven die Gesellschaften, also nichts neues, der Status quo beibehalten...

  • #2

    michel neland (Dienstag, 07 Juli 2020 21:53)

    Die Übergänge sind fließend: Gruppe, Clan, Bande, Rudel, Pack, Brut, Lumpen ...

  • #1

    Dude (Dienstag, 07 Juli 2020 17:20)

    Gruppendenken wurde, zwar nicht unter dem spezifischen Begriff, aber sinngemäss exakt treffend bereits weit, weit vor 1972 ganz klar definiert und analysiert.
    https://dudeweblog.wordpress.com/2020/04/29/gustave-le-bon-psychologie-der-massen-komplettes-hoerbuch/

    "ist die Verblödung und die mit Slogans gefüllte Website, die so geschrieben ist, als seien ihre Leser Idioten."

    Ha! Sind doch fast alle BCC-Konsumisten auch! :D

    Und betreffs des Journalismus-Desasters generell, HA! Ich zitiere neuerlich Swinton von 1880!
    "„So etwas wie eine unabhängige Presse gibt es in Amerika nicht, außer in abgelegenen Kleinstädten auf dem Land. Ihr seid alle Sklaven. Ihr wisst es und ich weiß es. Nicht ein einziger von euch wagt es, eine ehrliche Meinung auszudrücken. Wenn ihr sie zum Ausdruck brächtet, würdet ihr schon im Voraus wissen, dass sie niemals im Druck erscheinen würde. Ich bekomme 150 Dollar dafür bezahlt, dass ich ehrliche Meinungen aus der Zeitung heraushalte, mit der ich verbunden bin. Andere von euch bekommen ähnliche Gehälter um ähnliche Dinge zu tun. Wenn ich erlauben würde, dass in einer Ausgabe meiner Zeitung ehrliche Meinungen abgedruckt würden, wäre ich vor Ablauf von 24 Stunden wie Othello: Meine Anstellung wäre weg. Derjenige, der so verrückt wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, wäre auf der Straße um einen neuen Job zu suchen. Das Geschäft eines New Yorker Journalisten ist es, die Wahrheit zu verdrehen, unverblümt zu lügen, sie zu pervertieren, zu schmähen, zu Füßen des Mammon zu katzbuckeln und das eigene Land und Volk für sein tägliches Brot zu verkaufen, oder, was dasselbe ist, für sein Gehalt. Ihr wisst es und ich weiß es; Was für eine Schwachsinnigkeit, einen Toast auf die ‚Unabhängigkeit der Presse‘ auszubringen! Wir sind Werkzeuge und Vasallen reicher Männer hinter der Bühne. Wir sind Hampelmänner. Sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unser Leben, unsere Möglichkeiten sind alle das Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ [5]
    John Swinton (eigene Übersetzung)"
    https://dudeweblog.wordpress.com/2013/03/13/zitatsammlung-teil-i/