https://caitlinjohnstone.com/2019/11/17/the-hugely-important-opcw-scandal-keeps-unfolding-heres-why-no-ones-talking-about-it/

 

Der extrem wichtige OPCW-Skandal entfaltet sich weiter.

Hier die Gründe, warum niemand darüber redet.

 

von Caitlin Johnstone, 17.11.2019

 

 

Aus der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sickern jetzt reichlich Beweise, dass die USA und ihre Alliierten wieder einmal die Welt über eine weitere Militärintervention getäuscht haben. Das sollte überall auf der Welt die Titelstory sein. Aber wen man die Schlagzeilen der amerikanischen Nachrichtenmedien betrachtet, so könnte man meinen, dass die einzig wichtige Sache jetzt die Beschäftigung mit der kindischen Fantasie ist, dass Donald Trump irgendwie durch ein Wunder mit einer überparteilichen Supermehrheit im mehrheitlich republikanischen Senat des Amtes enthoben werden könnte.

 

CounterPunch hat einen wirklich explosiven Bericht des Journalisten Jonathan Steele veröffentlicht, der zahlreiche Enthüllungen über den OPCW-Skandal enthält, die der Öffentlichkeit zuvor unbekannt waren.

 

Die OPCW und Douma: Der Wächter für Chemiewaffen wird von seinen eigenen Inspektoren der Beweismanipulation beschuldigt“

https://www.counterpunch.org/2019/11/15/the-opcw-and-douma-chemical-weapons-watchdog-accused-of-evidence-tampering-by-its-own-inspectors/

 

Steele ist ein preisgekrönter Reporter, der als leitender Auslandskorrespondent für den Guardian tätig war, bevor dieses Blatt alle kritischen Denker über den westlichen Imperialismus verbannt hat. Er mischte sich zum ersten Mal im letzten Monat mit einer Äußerung in der BBC zu der OPCW-Kontroverse ein, wo die Existenz eines zweiten Whistleblowers genannt wurde, der sich zu den Ermittlungen dieser Organisation über den angeblichen Chemiewaffenangriff in Douma, Syrien, geäußert hatte.

https://medium.com/@caityjohnstone/opcw-losing-credibility-as-even-more-revelations-surface-on-douma-755a0621710b

 

Wenn ihr diese Story nicht verfolgt habt, so findet ihr hier die Chronik der Ereignisse, um die große Bedeutung dieser neuen Enthüllungen über den Zwischenfall in Douma ganz zu verstehen: („Klaffende Lücken im OPCW-Bericht über den angeblichen syrischen Chemiewaffenangriff“: https://consortiumnews.com/2019/10/25/panel-finds-gaping-holes-in-opcw-report-on-alleged-syrian-chemical-attack/ )

 

Hier nur ein kurzer Abriss der Ereignisse: Im April letzten Jahres tauchten Berichte auf, dass Dutzende Zivilisten in der Stadt durch Chemiewaffen getötet worden seien, eingesetzt durch die syrische Regierung unter Präsident Bashar al-Assad. Umgehend gab es kritische Stimmen von Menschen, die sich der narrativen Manipulationskampagne gegen Syrien bewusst waren, denn Assad hatte die Schlacht um Douma bereits gewonnen und keinen strategischen Grund, dort verbotene Waffen einzusetzen, er wusste, dass das einen Militärschlag der westlichen Kräfte zur Folge hätte. Erwartungsgemäß haben die USA, Frankreich und Britannien ein paar Tage darauf Luftschläge gegen die syrische Regierung ausgeführt.

 

Die OPCW veröffentlichte im März diesen Jahres ihren Abschlussbericht, aber diesem Bericht wurde von zwei verschiedenen Whistleblowern der Douma-Untersuchung widersprochen. Der erste tauchte im Mai diesen Jahres auf, mit der Enthüllung der technischen Einschätzung, dass die vorgefundenen Chlorgas-Zylinder am Tatort wohl kaum aus der Luft abgeworfen sein konnten und dass es viel wahrscheinlicher ist, dass sie händisch dort platziert wurden, d.h., eine Inszenierung der dortigen Oppositionskräfte in Douma.

 

Der zweite Whistleblower tauchte letzten Monat auf, mit einer Präsentation in Brüssel, die einen ganze Tag dauerte, vor einem Ausschuss, der von der Whistleblower-Verteidigungsgruppe Courage Foundation zusammengestellt wurde. Die Ergebnisse wurden von WikiLeaks veröffentlicht.

https://wikileaks.org/opcw-douma/

 

 

Dieser neue Bericht von Steele konzentriert sich auf Informationen, die ihm der zweite Whistleblower lieferte, der aus Angst um seine Sicherheit unter dem Pseudonym „Alex“ firmiert. Die von Alex gelieferten Informationen stellten sich als weitaus explosiver als die geleakte technische Einschätzung heraus. Hier sind sieben wichtige Highlights:

 

1 - US-Regierungsbeamte haben versucht, OPCW-Ermittler zu der Meinung zu zwingen, dass die Assad-Regierung für den Douma-Zwischenfall verantwortlich sei. Die Beamten wurden in den selben Raum mit den Ermittlern des damaligen Kabinettschefs der OPCW, Bob Fairweather, gesetzt, was die Ermittler natürlich als einen grob unangemessenen Verstoß gegen den unparteiischen Auftrag der OPCW betrachteten. Wir wissen, dass die US-Regierung bereits eine bekannte Bilanz hat, die OPCW (ein angeblich unabhängiges und internationales Organ) zu schikanieren, um sie zu zwingen, den Fortgang bereits existierender Regimewechselpläne durchzuführen.

 

2 - Alex berichtet, dass der interne Zwist über die offiziellen Publikationen zum Douma-Zwischenfall weitaus einhelliger war als bekannt, und er sagt: „Die meisten im Douma-Team hatten das Gefühl, dass die zwei Berichte über den Zwischenfall, der vorläufige und der Abschlussbericht, wissenschaftlich armselig, verfahrensmäßig irregulär und womöglich betrügerisch waren.“

 

3 - Alle bis auf einen im Team stimmten der technischen Einschätzung zu, dass es viel wahrscheinlicher war, dass die Chlorgas-Zylinder manuell von Menschen vor Ort am Tatort platziert worden sind.

 

4 - Ian Henderson, der südafrikanische Ballistik-Experte, dessen Unterschrift auf der geleakten technischen Einschätzung zu sehen ist, scheint für das Leck verantwortlich zu sein. Die Identität des Leakers war der Öffentlichkeit zuvor nicht bekannt.

 

5 - Ermittler verspürten Druck, nichts über ihre zunehmenden Ergebnisse zu sagen, dass es keinen Chemieangriff gab, Alex nannte es „den Elefanten im Raum, über den niemand sprechen wollte.“

 

6 - Der Abschlussbericht der OPCW zum Douma-Zwischenfall erwähnt ausdrücklich, dass die Ermittlung „vertretbare Gründe für die Annahme fand, dass der Einsatz einer giftigen Chemikalie als Waffe stattgefunden hat. Diese giftige Chemikalie enthielt reaktives Chlor. Die giftige Chemikalie war vermutlich molekulares Chlor.“ Jedoch waren laut Alex die am Tatort gefundenen chlorierten organischen Chemikalien „nicht höher als man es in jedem normalen Haushalt erwarten würde“ und tatsächlich „viel niedriger als das, was man in einer Umweltprobe erwarten würde“, vergleichbar oder sogar niedriger als die von der WHO empfohlenen Chlorwerte für Trinkwasser. Diese extrem wichtige Tatsache wurde aktiv und wiederholt in den öffentlichen Berichten der OPCW unterlassen, auf eine Weise, die Alex als „bewusst und regelwidrig“ bezeichnete.

 

7 - Steele hat letzten Monat erwähnt, dass er sich erfolglos an die OPCW für einen Kommentar zu den Enthüllungen des zweiten Whistleblowers gewandt habe, und er bestätigt in seinem neuen Artikel, dass ihn die Organisation immer noch ignoriert, sowohl Fairweather als auch das Pressebüro der OPCW verweigerten eine Antwort. Auch Stefania Maurizi von La Repubblica hat berichtet, dass die OPCW zu dieser wichtigen Frage der Presse aus dem Weg geht. Die OPCW hatte auf Presseanfragen geantwortet, nachdem der erste Whistleblower im Mai aufgetaucht war, aber es scheint als habe jemand den Befehl ausgegeben, das nach den Vorwürfen des zweiten Whistleblowers zu unterlassen.

 

@aaronjmate: „Diese Story – 2 Whistleblower beschuldigen die OPCW, unter US-Druck Beweise zu unterdrücken, um eine Schlussfolgerung zu erreichen, die US-Angriffe gegen Syrien rechtfertigen – das sollte eine weltweiter Skandal sein. Stattdessen wird es weitestgehend ignoriert, außer von ein paar prinzipienfesten wie @caitoz, die das von Anfang an sagten:

 

@caitoz: „Wow. Da haben wir es. US-Regierungsbeamte sagten OPCW-Ermittlern, welche Ergebnisse sie in ihrer eigenen Untersuchung finden sollten...“

 

Wenn es einen Zusammenhang zwischen Nachrichtenwert und tatsächlicher Berichterstattung gäbe, würde der OPCW-Skandal heute für internationale Schlagzeilen sorgen. Stattdessen werden die zunehmenden Beweise, dass die USA und ihre Verbündeten ein Kriegsverbrechen begangen haben, das auf falschen Informationen beruht, und dass eine angeblich unabhängige Überwachungsorganisation ihnen geholfen hat, es zu vertuschen, kaum zur Kenntnis genommen wird. Warum ist das so?

Wenn man Narrativ-Manager zu Syrien wie George Monbiot vom Guardian oder Mehdi Hasan vom The Intercept fragt, ist das keine große Geschichte, denn selbst wenn Assad nicht für den Vorfall in Douma verantwortlich war, spielt es keine Rolle, weil er immer noch ein sehr schlechter Mensch ist. Aber das ist eine intellektuell äußerst unehrliche Verschleierung ihrerseits, denn es hat nichts damit zu tun, ob Bashar al-Assad ein netter Mensch ist oder nicht. Die OPCW, die ihre Ergebnisse vertuscht, mit denen die syrische Regierung zu Douma entlastet würde, wäre nicht deshalb signifikant, weil es bedeuten würde, dass Assad ein guter Mensch ist, sondern signifikant, weil es bedeuten würde, dass die USA die Welt über eine weitere militärische Intervention getäuscht haben. Und das würde es den USA viel schwerer machen, in Zukunft öffentliche Unterstützung für andere militärische Interventionen zu erhalten.

Das ist natürlich der eigentliche Grund, warum die Politik/Medienklasse den OPCW-Skandal ignoriert. Militärische Gewalt ist der Klebstoff, der das US-Zentralimperium zusammenhält, was bedeutet, dass es von größter strategischer Bedeutung ist, dass dieses Imperium die Fähigkeit behält, die Zustimmung für militärische Gewalt in Zukunft herzustellen. Da die von Plutokraten kontrollierten Nachrichtenmedien so eingerichtet sind, dass ihre Mitarbeiter wissen, dass ihre Karriere vom Schutz des Imperiums abhängt, auf dem die plutokratische Klasse aufgebaut ist, ist der OPCW-Skandal ein offensichtliches No-go für jeden, der im Geschäft bleiben will.

Der einzige Weg, wie diese Geschichte in den Mainstream gelangt, ist, wenn sie ohne die Unterstützung der Mainstream-Medien viral wird, an diesem Punkt werden die Propagandisten gezwungen sein, darüber zu berichten, um ihr Gesicht zu wahren und die fast unmögliche Aufgabe zu beginnen, zu versuchen, die Kontrolle über das Narrativ zurückzugewinnen. Dies wird nur geschehen, wenn genug von uns zusammenarbeiten, um den OPCW-Skandal in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Ich denke, das wäre am Ende eine sehr gute Sache für die Welt.

 

*

 

Danke fürs Lesen!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    morbus ignorantia (Montag, 18 November 2019 22:05)

    Ja und die Katholische Sekte (immerhin über 1 Milliarde Mitglieder) braucht dringend
    einen Exorzismus:
    https://katholisches.info/2019/11/16/don-nicola-bux-im-petersdom-einen-exorzismus-durchfuhren/

    Gleich den ganzen Laden:


    https://katholisches.info/2019/11/18/nicht-nur-den-petersdom-sondern-den-ganzen-vatikan-exorzieren/

    Trump würde sagen: witch Hunt, ....wenn er gut drauf ist: "Adam shifty Shit".

    Popcorn für Alle