https://kunstler.com/clusterfuck-nation/a-bigger-picture/

 

Das größere Ganze

 

von James Howard Kunstler, 17.07.2020

 

 

Nicht das Coronavirus hat die USA in den Graben gefahren. Es hat nur die Schwäche und Verkommenheit der Richtung des Landes aufgedeckt. Und nun müssen wir Passagiere dieses kaputten Busses entscheiden, ob wir weiter in diesem rauchenden Wrack sitzen bleiben und darüber streiten, wer Schuld hat. Oder ob wir uns zu Fuß auf einen langen und ungewissen Weg aufmachen, auf zu neuen Ufern.

 

1918 wurde das Land von einer viel tödlicheren Pandemie heimgesucht, zur gleiche Zeit als es einen Weltkrieg focht. Und das tägliche Leben wurde dadurch kaum beeinflusst. Damals war die Wirtschaft eine der Produktion, nicht des Konsums von Gütern, die irgendwo anders auf der Welt hergestellt wurden (im Austausch gegen US-Schuldscheine). Und es gab auch keine Bräunungsstudios, Nagelstudios, Streaming Services und Pilates-Studios. Die Wirtschaft war eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen, nicht nur florierende Giganten, vor allem im Einzelhandel. Wir lebten verteilt in Städten, in noch nicht überwachsenen Städten und in einer ausgesprochen ländlichen Landschaft, die sich ländlichen Aktivitäten widmete – nicht dem riesigen Abriss-Zirkus entropischer Vorstädte, die als menschlicher Lebensraum keine Zukunft haben. Das Bankwesen machte nur fünf Prozent der Wirtschaft aus, nicht die aufgeblähte Matrix aus Betrug, die jetzt auf mehr als vierzig Prozent des so genannten BIP angeschwollen ist. Die Regierung auf Bundes- und Landesebene war winzig im Vergleich zu dem erstickenden, parasitären Leviathan, der sie heute ist.

Was geschah? Wie in Hemingways altem Witz über einen Mann, der langsam und dann ganz plötzlich pleite geht, ließen wir zu, dass sich im gesamten amerikanischen Leben ein unglückseliger Gigantismus einschlich, der zu schwerfällig ist, um sich an neue Bedingungen anzupassen, und plötzlich haben sich die Bedingungen geändert.

 

Und jetzt bricht alles auseinander: Die sterbenden Ladenketten, die riesigen Zombie-Unternehmen, die nur existieren können, indem sie sich Geld leihen, um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen. Die Autohersteller, denen die Kreditprogramme für nicht kreditwürdige Kunden ausgegangen sind, die Schieferöl-Fracking-Firmen, die nie einen roten Heller verdienen konnten, die Landwirte im Agrobusiness, die durch eine Diät aus Krediten und staatlichen Subventionen krankhaft fettleibig wurden (so wie ihre Endkunden durch künstlich hergestellte Snacks fettleibig wurden). Die Wall-Street-Lords der Finanzialisierung, die jedes Vermögen verpfänden, das von Küste zu Küste nicht festgenagelt ist: Die anschwellende Unterklasse, die auf Hilflosigkeit, Sucht und Laster konditioniert ist. Die unausweichliche, allgegenwärtige Tyrannei des Medienrummels, der Propaganda und Desinformation und natürlich die Katastrophe, zu der die Regierung geworden ist.

Ihr müsst das verstehen: nichts von dem, was jetzt wackelt und taumelt, wird wieder auferstehen. Sie werden alle aussterben, so wie das Baluchitherium des Oligozäns. Sie weiterhin künstlich am Leben zu halten – so wie die Federal Reserve eifrig die Finanzmärkte stützt – wird nur die Illusion fördern, dass wir uns nicht weiterbewegen und den Alltag der Menschen nicht anders gestalten müssen. Eine weltweite Kontraktion war bereits im Gange, bevor Covid-19 die Bühne betrat. Die Schrumpfung hat eine sehr laute und klare Botschaft ausgesendet: Der Gigantismus ging so weit, wie er konnte, und jetzt liegt es an den Kleineren und Flinkeren, weiterzumachen. Hütet euch vor den Versprechungen der sklerotischen Behörden, die euch auffordern, weiterhin hörig zu bleiben – und von ihnen abhängig zu sein.

 

Es ist zu erwarten, dass diese Behörden selbst das nächste große Manöver in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich vermasseln werden: die Wahl 2020. Sie wird der Höhepunkt einer Saison politischer Hysterie sein und jenes Kapitel unserer Geschichte abschließen, das uns auf diesem schwelenden großen Bus im Straßengraben zurückgelassen hat. Die Flucht aus diesem Katastrophengebiet wird furchtbar und verzweifelt sein. Ganz gleich, wer am Ende die Kontrolle über die Regierung übernimmt – oder vorgibt, es zu sein – in Wirklichkeit werden die gleichen Kräfte der Kontraktion und Vereinfachung herrschen, und ihr werdet entsprechend handeln müssen.

Viele Menschen werden versuchen, den Orten zu entfliehen, an denen sie jetzt leben, um anderswo eine neue Heimat und Lebensgrundlage zu finden. Diese demographischen Bewegungen sind bereits im Gange. New York City verliert einen Großteil seiner Steuerbasis, da die Reichen fliehen, Chicago ebenfalls und der ganze Bundesstaat Kalifornien. Diese Orte werden von einem funktionalen Bankrott überwältigt werden, auch wenn sie es aus rechtlicher Sicht vermeiden können, ihn zu erklären. Andere Bundesstaaten, Landkreise und Gemeinden – einschließlich vieler vorstädtischer Blasen – werden ebenfalls untergehen, was bedeutet, dass alle üblichen Unterstützungssysteme und Sicherheitsnetze verschwinden werden. Viele Versorgungsketten werden zusammenbrechen. Geld kann entweder knapp oder wertlos werden, was zwei Möglichkeiten sind, pleite zu gehen.

Beginnt jetzt damit, zu planen, wohin ihr gehen könnten und was ihr tun könnt. Der Aufruhr wird voller Gelegenheiten sein, Wege zu finden, wie man anderen Menschen nützlich sein kann, wie man Notlösungen für zerbrochene Systeme und Beziehungen entwickeln kann, wie man Lebensmittel zu den Menschen bringt, wie man Dinge, die man braucht, herstellt, verteilt, kaputte Dinge repariert, wo es möglich ist, und wie man Menschen und Dinge von Punkt A nach Punkt B bringt. Denkt daran, dass es ganz an euch liegt, gute Entscheidungen zu treffen.

Verzweifelt nicht, und wenn ihr euch auf dem Weg dorthin befindet, überwindet euch selbst. Das ist nur ein Teil davon, stärker zu werden, als ihr denkt, und die Zeiten werden es ohnehin von euch verlangen. Die Ämter, die euch Pluspunkte für garantierte Opferbereitschaft vergeben haben, werden ebenfalls schließen. Wird das nicht eine Erleichterung sein? Willkommen zu der freudigen Erleuchtung, dass das Leben für alle schwierig ist. Wer ist bereit für diese lange und abenteuerliche Reise?

 

Kommentare: 6
  • #6

    Klaus-Peter Kostag (Mittwoch, 22 Juli 2020 09:14)

    Die Jew SA: Ein Apparat zu groß ausgewuchert, als dass er noch wirklich funktionieren könnte . . . .

  • #5

    M. Püschel (Mittwoch, 22 Juli 2020 07:38)

    Hallo tin,
    doch - das Klima interessiert sich NUR für klimarelevanten Input, aber dafür nicht für Moral und so'n Gedöns. Und doch, es sind die Hirnis dran schuld, dass wir jetzt alle Alltagsmasken tragen müßen, weil die sich eben nicht quer stellen, sondern artig alles mitmachen.
    Und die Geschichte ist vielschichtig. Die jungen Leute sind ganz sicher auch nicht happy über die Maßnahmen zur Virusbekämpfung, aber sie sehen wie sich die Forderungen von XR und FFF quasi von allein erfüllen, und sind deshalb bereit die Kröte zu schlucken. Jedenfalls habe ich von denen noch keinen Protest wegen Lockdown und Co vernommen, und bin ganz sicher, dass da auch nix kommt.

    Natürlich kann ich mich irren - deshalb schreibe ich es ja extra; "meines Erachtens..." - aber unter'm Strich sehen wir alle, dass da was richtig schief läuft, und nun suchen wir nach der Möglichkeit es zu reparieren. Die Abschaffung des externen Weisungsrechts wäre vielleicht ein guter Hebel. Umso besser wenn es bereits mit dem DRB eine Lobby gibt, die sich für die Sache einsetzt, und ein EU-Recht, welches die Angelegenheit mit entsprechenden Urteilen unterstützt. Wir Bürger müßen einfach mehr Druck machen. Ohne Druck passiert halt nix. Weiß doch jeder :)

  • #4

    tin (Dienstag, 21 Juli 2020 08:48)

    ...die Co2 und Klimatabellen der letzten millionen Jahre belegen das, wollte ich schreiben.

  • #3

    tin (Dienstag, 21 Juli 2020 08:46)

    Ganz toll, Herr Püschel. Allerdings interessiert es das Weltklima herzlich wenig, ob Sie einen "Co2 Abdruck eines Marienkäfers" haben. Die Co2- und Klimatabellen der letzten Millionen Es ist ein lächerlicher Mythos, dass krampfhaftes Co2 "sparen" oder Klimahüpfen im Takt zu irgendetwas nützlich ist. Genauso irrelevant wie der Glaube an ewig ausreichenden fossilen Brennstoffen, einem Killervirus, vor dem uns nur der heilige Bill Gates mit der Giftspritze retten kann. Und es sind bestimmt nicht Leute, die sich den Hintern falsch abwischen dran Schuld, dass wir jetzt alle lächerliche symbolische Stofflappen im Gesicht rumtragen sollen (die übrigens Virendurchlässig und eher gesundheitsschädlich sind)

  • #2

    Ines (Montag, 20 Juli 2020 08:15)

    Endlich mal ein opptimistischer Startschuss, Hände aus den Taschen und gesellschaftliche Netzwerke nutzen, wir haben alles um den Planeten zu einen besseren Ort zu machen...

  • #1

    M. Püschel (Montag, 20 Juli 2020 04:16)

    Niemand ist bereit für eine abenteuerliche Reise. Was ist das denn für eine bescheuerte Frage? Seit wie vielen Jahren wählen wir jetzt Sicherheit? Wurde jemals etwas anderes gewählt? Gut - in Island haben sie das gemacht, aber Island zählt nicht, weil da nur 300.000 Menschen leben.
    Außerdem werden die Isländer schön sparsam gucken, wenn auch sie das größere Ganze verstehen lernen. Immerhin verbrauchen sie ganz ordentlich, und genau das hat keine Zukunft.

    Der Virus ist nur eine Strategie. Soweit sollte jeder gekommen sein, der eine Statistik lesen kann. Das eigentliche Ziel ist schwerer zu erkennen. Meines Erachtens geht es darum die Ziele der staatlich orchestrierten XR- und FfF-Proteste umzusetzen. Höchstwahrscheinlich nicht einmal um das Klima zu retten, sondern schlicht und ernüchternd um das Ende der fossilen Energieträger einzuleiten. Was tun die Yankees? Sie schaufeln Ölsande in Kanada und Südamerika, bohren in der Tiefsee bis die Plattform absäuft, und sie nagen am Schiefer. Das sind Verzweiflungstaten.
    In Norwegen haben sie mal kurz diskutiert, ob man ab 2025 vielleicht keine Autos mit Verbrenner mehr zulässt. Da haben die Leute ungünstig drauf reagiert. In Deutschland wurde ebenfalls ein Testballon gestartet, allerdings mit dem Datum 2030. Nur ganz kurz und ganz leise. Man kann mit den Leuten nicht über das Ende des Öls reden. Die wollen das nicht.
    Also dann eben mit Trick17. Wer nicht freiwillig verzichten will, der tut es eben um die Welt zu retten, oder weil Lockdown ist. Und das funktioniert auch. Seht euch um! Die Proteste gegen die Maßnahmen sind überschaubar. Da hat man schon Schlimmeres ignorieren können. Und Klimaretten kommt sogar total gut an. Die Kids haben sich bestens einspannen lassen.
    Die Leute bekommen was sie verdienen. Wer nicht über das Ende der Ölversorgung reden will, der muß akzeptieren, wenn andere die Regeln machen. Das geht in Ordnung. Und für jemanden wie mich, der ich schon immer den CO2-Abdruck eines Marienkäfers habe, ist das an sich auch kein Problem. Nur muß ich jetzt auch eine Alltagsmaske tragen, nur weil die meisten von euch zu doof sind um beim Hintern wischen das Papier festzuhalten.
    Und das geht nicht in Ordnung. Da ist nicht all zu viel Luxus in meinem Leben. Natürlich nicht. Sonst wird man kein Marienkäfer. Aber jetzt schwindet selbst der magere Rest, weil mit der Wahrheit kein Wahlsieg möglich ist.
    Schlimmer noch; die Welt entfernt sich noch mal um eine volle Umdrehung von jeglicher Vernunft. Ist euch aufgefallen, dass weder XR noch die FFF-Kids von geplanter Obsoleszenz in der Produktion gesprochen haben? Das gibt es für die gar nicht. Tatsächlich vermeiden diese Gruppen eine Menge Ideen.

    Aktuell fordern einige unserer Richter eine Abkehr von der Praxis der Weisungsgebunden Staatsanwälte in Deutschland. Letztes Jahr hat die EU verboten, dass in Deutschland internationale Haftbefehle ausgestellt werden, weil unsere Gewaltenteilung eben nur Blabla ist, aber keine Realität. Da liest man wenig drüber in den Medien, aber es geschieht. Und sollten die sich durchsetzen, dann besteht mal die Chance, dass Figuren wie die Flintenuschi tatsächlich mal angeklagt werden, oder dass die Geheimdienste nicht einfach damit durchkommen Beweise zu schreddern und wegzuschließen, oder dass solche Geschichten wie jetzt die angebliche Pandemie mal ernsthaft untersucht werden.

    Ja, ich habe wirklich den Verdacht, dass in unserem Deep State ein paar sehr gute Leute hocken, denen wir unter die Arme greifen sollten. Die sitzen in den Ministerien und riskieren die Karriere um dem Souverän Informationen zu stecken, für die der ja bezahlt hat. Die sitzen in den Gerichten und sehnen sich nach Gerechtigkeit. Die sitzen in den Finanzämtern und würden gerne die großen Fische an Land ziehen.
    Die sind eigentlich überall.
    Lasst uns die guten Jungs unterstützen und zusehen, wie die den Schweinehunden Schwierigkeiten machen, bevor wir uns auf die abenteuerliche Reise machen.