Anm.d.Ü.: Ich bin nach wie vor sehr enttäuscht, dass RT Deutsch es nicht schafft, diese wunderbaren Crosstalk-Sendungen mit Peter Lavelle ins Deutsche zu übersetzen.

 

 

Cross Talk: RE: Nationalism

Mit John Laughland – Georg Szamuely – Lew Rockwell

 

16.11.2018

 

Peter Lavelle: Zum Gedenken an den 100. Jahrestag zum Ende des Ersten Weltkriegs behauptete der französische Präsident Emmanuel Macron: „Patriotismus ist das genaue Gegenteil von Nationalismus.“ Das wird allgemein als eine Kritik an Donald Trump gesehen, schließlich bezeichnet sich Trump als Nationalist. Ist Nationalismus ein schmutziger Ausdruck? Und wer sagt das?

 

 

 

Peter Lavelle: John, ich will den Möchtegern-Sonnenkönig von Europa zitieren, auch als der Staatspräsident Frankreichs bekannt, Macron. Er sagte folgendes: „Patriotismus ist das genaue Gegenteil von Nationalismus, Nationalismus ist ein Verrat am Patriotismus.“ Und ich möchte noch ein weiteres Zitat von ihm hinzufügen, das er als Kandidat aussprach, und das mich verblüfft hat: „So etwas wie eine französische Kultur gibt es nicht.“ Wovon spricht dieser Mensch, John?!

 

John Laughland: Jedes Mal, wenn ich Macron höre, muss ich an ein Bonmot von Oscar Wilde denken: „In seinem Innersten ist er sehr oberflächlich.“ Und das trifft auch auf Macron zu. Jedes Mal, wenn er den Mund aufmacht, scheint er neue Höhen der Mittelmäßigkeit zu erklimmen. Aber es erinnert mich auch an einen anderen französischen Staatsmann, Charles de Gaulle, der am 18. Juni 1940 eine Ansprache an sein Land hielt. Es wird oft vergessen, dass auch Winston Churchill an diesem Tag eine Ansprache an das Parlament hielt. Er ging auch zur BBC, um seine Rede dort ausstrahlen zu lassen. Und diese Rede war seine „Finest Hour“-Rede. Und beide Männer haben, indem sie zur Fortsetzung des Krieges gegen den Imperialismus der Nazis aufriefen, so deutlich und emotionell wie möglich den Nationalstolz und das Nationalgefühl appelliert. Churchill erinnerte an die Geschichte der 'Großen Insel', de Gaulle erinnerte an den Ruhm Frankreichs und so weiter. Macrons Gedanke, dass Patriotismus und Nationalismus irgendwie verschieden seien, ist eine komplette Lüge. Etymologisch bedeuten die beiden Begriff das selbe. Patriotismus bedeutet das 'Vaterland', im Französischen 'la Patrie'. Und die Nation, der Nationalismus, die Nation, stammt von dem Wort 'naître' – geboren werden. Daher sind diese beiden Wörter in ihrer Bedeutung und Etymologie eng miteinander verbunden. Und Menschen, die behaupten, dass diese beiden Begriffe unterschiedlich seien, betrügen selbst den Begriff Patriotismus.

 

Peter Lavelle: Nun, offensichtlich kennen die die Geschichte zu wenig und wissen wenig über Begriffe. George, der wahre Kern dieser Rede (Macrons) war ein Angriff auf Donald Trump. Aber sie ist auch eine Verteidigung von etwas, das meiner Meinung nach nicht zu verteidigen ist, und das ist die Fortsetzung des Globalismus, den Menschen von links und von rechts ablehnen. Er hat dieses ehrwürdige Ereignis dazu benutzt und es in eine politische Stammtischparole für den Globalismus verwandelt.

 

George Szamuely: Ja, stimmt. Und das ist seit einiger Zeit ein Thema der französischen Außenpolitik. Man kann da weit zurückgehen, wenn die Europäische Union als Antithese zum Nationalismus genannt wird, dass wir die Gegner der Nationalisten sind. In den 1990ern haben die französischen Führer sich und die europäischen Werte als das Gegenteil zu diesen schrecklichen Nationalisten auf dem Balkan definiert. Insbesondere die Serben wurden als ihre Feinde definiert, weil die Serben Nationalisten seien, wohingegen die Franzosen und die hochentwickelten Europäer sich davon wegentwickelt hätten und jetzt den Transnationalismus und den Globalismus übernommen hätten. Aber natürlich lehnen die Menschen das ab und es ist klar, dass es so etwas wie Nationen gibt. Und was sehr wichtig ist, und wir sehen das bei den Ungarn, bei den Polen und Tschechen: sie wollen ihre nationale Identität behalten, sie wollen nicht in einem irgendwie transnationalen Sammelbecken verschwinden. Macron, der das manchmal zu verstanden haben schien, ist wieder bei dieser unsinnigen Idee gelandet, dass die Nation eine Sache der Vergangenheit sei, etwas, das zwei Weltkriege ausgelöst habe. Und dass wir uns weiterentwickeln müssten, zu etwas wie den europäischen oder transnationalen Werten. Aber das ist natürlich vollkommener Blödsinn und das genaue Gegenteil von dem was gerade geschieht.

 

PL: Aber George, natürlich es ist Unsinn, denn diese Eliten scheren sich nicht um ihre eigenen Länder, sie haben vergessen, dass sich ihre Wähler darum kümmern. So weit sind sie von ihren Völkern entfernt.

Lew, ich will hier keine Geschichtsstunde erteilen, denn ich habe in den USA Europäische Geschichte unterrichtet. Aber man benötigt eine Art von Nationalismus um einen Nationalstaat zu erschaffen und zu betreiben. Und diese Kritiker – und diese Kritiker sind sicher nicht die Hellsten, denn sie wissen wirklich nicht, worüber sie da sprechen – wollen nur über den 'Ethno-Nationalismus' sprechen, den niemand hier in diesem Programm jemals unterstützen würde. Sie sagen, es sei nur ein kurzer Schritt von der Sorge um eine Nation und seine Menschen, seine Kultur und seine Traditionen, das sei nur ein kurzer Schritt von Auschwitz entfernt. Das ist unhistorische Denken. Bitte, Lew.

 

Lew Rockwell: Nun, Macron sagt, dass Nationalismus Hass auf andere Nationen bedeutet. Aber in Wahrheit ist er es, der Polen, die tschechische Republik und Ungarn hasst. Entweder versteht er nicht, aber meine Vermutung ist, dass er es versteht, dass Nationen etwas Normales sind, etwas Natürliches. Die Liebe zu seinem Land ist etwas Natürliches, im Grunde sind diese Nationen Sprachgemeinschaften. Daher ist der Versuch, all diese Moslems nach Europa zu bringen und die Sprachgemeinschaft aufzuheben, sehr schädlich. Es ist tatsächlich verrückt, denn diese Länder im Osten wollen diese Moslems nicht, sie wollen die nicht, die ihre Sprache nicht sprechen und ihre Kultur nicht teilen und im Grunde ihre Kultur und Nation zerstören wollen. Daher ist Macron der Feind Europas, ich verstehe langsam, dass die europäischen Werte bedeuten, Europa loszuwerden, die eingeborene Bevölkerung Europas loszuwerden. Er ist einfach ein Lügner und ich bin froh, dass ihn Trump mit seinen Antworten heruntergemacht hat. Aber ich würde sagen, dass Macron der Feind von allem ist, was in Europa anständig ist, er ist der Feind des französischen Volkes und der französischen Kultur – natürlich gibt es so etwas wie die französische Kultur – es gibt die französische Nation. Er ist der Feind. Das müssen wir über ihn und über Merkel immer in Erinnerung behalten, und jene Menschen, die die Feinde europäischer Werte sind.

 

John Laughland: Er (Macron) erinnert mich an die Hitler-Szene in „Der Untergang“, die so viele auf YouTube imitiert haben, wo Hitler schließlich realisiert, dass der Feind schon in Berlin steht. Denn wenn man sich auf der Welt umsieht, haben sich alle einer mehr nationalistischen Politik zugewandt, nicht nur die Vereinigten Staaten unter Trump, sondern auch China, Indien, Länder innerhalb der EU, Brasilien – bald werden nur noch Macron und Merkel übrig sein, und Merkel bald auch nicht mehr. Und überhaupt ist die deutsche Position dazu sehr interessant, denn die deutsche Nationalidentität hat traditionell sich in der Form eines Imperiums ausgedrückt, unter Verfassungsgesichtspunkten. Während französische, britische und andere Identitäten in Form eines Nationalstaates zum Ausdruck kommen.

 

Und die deutsche Politik, was Europa anbelangt, kommt nahe an eine Karikatur des Nationalismus heran, die die Feinde der Patrioten manchmal gerne verraten. Was ich damit meine: die Deutschen fühlen sich in diesem größeren Deutschland, das die EU ist, sehr wohl. Sie sind sehr glücklich damit, diese EU zu kontrollieren, was sie tun. Diese ganzen großen Organisationen der EU zu kontrollieren, alle politischen Parteien der EU zu kontrollieren. Das korrespondiert tatsächlich mit ihrem nationalen Modell. Und natürlich wurden zwei Weltkriege gegen den deutschen Imperialismus gefochten, nicht gegen deutschen Nationalismus.

 

PL: George, was ich noch sehr seltsam finde an Macrons Reden, dass er offensichtlich gegen Nationalismus ist, dass er, nicht er persönlich, aber Leute um ihn herum, über ein neues europäisches Imperium sprechen, das militarisiert ist. Was hat es damit auf sich? Hat irgendjemand in der EU für eine solche Politik gestimmt? Oder wird das nur von oben verordnet, wie alles andere auch in der EU?

 

George Szamuely: Ja, das ist interessant. An und für sich ist das aber keine so schreckliche Idee...

 

PL: … ich kann, glaube ich, deine Gedanken lesen, es geht um die NATO...

 

GS: Ja, stimmt. Und dabei ist interessant, dass Trump, der irgendwie der Anführer dieser globalen nationalistischen Bewegung ist, sofort auf die traditionelle amerikanische außenpolitische Washingtoner Denkart antwortete: 'Oh mein Gott, das ist das Schlimmste, außerhalb der NATO darf es nichts anderes geben, die NATO ist das ein und alles für die Sicherheit auf der Welt. Wie können es die Franzosen wagen, so zu denken? Wissen sie denn nicht, dass wir sie in zwei Weltkriegen retten mussten?' Und man möchte meinen, dass Trump, der sich über diese gewaltige Last beschwert hat, dass man die Europäer verteidigen muss, während die nichts dazu beitragen. Eigentlich möchte man meinen, dass Trump sagen würde: 'Hey, das ist gar keine so schlechte Idee, mir gefällt der Gedanke, dass die Europäer mehr dazu beitragen. Und doch sagt er, Himmel, das ist das letzte was wir wollen.

 

PL: Lew, ganz kurz, bevor wir eine Pause machen. Es dreht sich alles um die NATO.

 

LR: Natürlich haben die USA Europa in Besitz genommen, sie verteidigen Europa nicht. Das ist alles ein Betrug. Trump will von den Europäern mehr Geld, um von den USA in Besitz genommen zu werden. Ich hoffe, dass sie es uns nicht geben.

 

Kommentare: 2
  • #2

    lex (Dienstag, 20 November 2018 18:36)

    Vor allem, die Franzosen hatten keine eigene Kultur. Was ein Depp. Das landvin dem jeder ein Experte für Käse, Wein und essen ist. Will der denen jetzt ihre Kultur ablabbern. Könnte mur vorstellen, das solche Äußerungen ziemlichen Widerstand erzeugen. Vielleicht stimmte ja aus seiner Sicht. Bei Arschlöchern ist es egal aus welchem Land die kommen. Reuche amerikanische, französische, deutsche Arschlöcher sind alle gleich.

  • #1

    Peter Pan (Dienstag, 20 November 2018 12:43)

    Ein Patriot der sein Land verteidigt ist ebenso Nationalist und umgekehrt. Man kann es nicht wirklich trennen. Macrons Äusserungen sind Nebelkerzen. Gerade Franzosen sind besessene Nationalisten.

    Abgrenzung bedeutet immer Verteidungung(der eigenen Ideologien), Kampf und Krieg. Auch (EU-)Globalist ist eine Abgrenzung. EU, USA, Russland, Asien, Afrika usw., alles konfliktbeladener Nationalismus, der zur Verteidigung Patrioten/Idioten braucht.