http://charleshughsmith.blogspot.com/2019/01/the-ruling-elites-love-how-easily-were.html

 

Den herrschenden Eliten gefällt es, wie leicht wir uns ablenken und gegeneinander aufhetzen lassen

 

von Charles Hugh Smith, 23.01.2019

 

 

Kein Wunder, dass es den herrschenden Eliten gefällt, wie leicht wir uns ablenken und gegeneinander aufhetzen lassen: Es ist so einfach, eine Bevölkerung zu dominieren, die abgelenkt und gespalten ist, blind durch Propaganda und negative Emotionen.

 

Angenommen, du bist einer aus der herrschenden Elite, der zum Nutzen der Oligarchie für ein Land tätig ist. Wie lässt sich die Bevölkerung in einem offensichtlich neo-feudalen System am Besten von deiner eigennützigen Vorherrschaft ablenken?

 

1. Liefere moderne Versionen von „Brot und Spiele“, um das gemeine Volk von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken: Das „Goldene Zeitalter des Fernsehens“ und Koma-Glotzen; eine kulturelle Besessenheit, sich selbst mit Selfies via Facebook und Instagram zu verherrlichen; die Empörung und die Beleidigungen auf Twitter; kommerziell-staatlich Medien, die unbedeutende Ereignisse zu sozialen Krisen aufblasen, politische „Führer“, die absichtlich Polarisierung und Konflikte anheizen und so weiter.

 

Kombiniere diesen ganzen Zirkus aus Ablenkungen mit einer andauernden Überlastung des Systems, und was kommt dabei heraus? Eine Bevölkerung, die dermaßen abgelenkt, gestresst und emotional so verwirrt ist, dass sie nicht in der Lage ist, sich mit der räuberischen Ausbeutung der herrschenden Eliten zu befassen, geschweige denn herauszufinden, wie man den neo-feudalen Status Quo verändern kann.

 

2. Spalte die Bevölkerung durch kalkuliert polarisierende kulturelle Fragen und hetze das gemeine Volk gegeneinander auf: Wenn kein Mittelweg und kein gemeinsames Klassenbewusstsein erlaubt ist, dann lässt sich die Bevölkerung leicht in zornige und unzufriedene Stämme aufteilen, die jene „Andere“ verantwortlich machen, die von der Medienpropaganda für das Leid des Landes aufs Korn genommen werden.

 

Der Korrespondent Jonathan Twombly hat kürzlich eine Beschreibung dieser Teile und Herrsche-Strategie der herrschenden Eliten geliefert:

 

"Ich verzichte auf Verschwörungstheorien, weil ich nicht das Gefühl habe, dass Menschen klug genug oder ausreichend geschlossen sind, um sie durchzusetzen. Normalerweise schaffen eigennützige Menschen, die in die gleiche Richtung ziehen, jene Bedingungen, die manche Menschen als Verschwörungen betrachten.

 

Dies vorausgeschickt scheint mir, dass die rechten und linken Eliten (die das gemeinsame Ziel teilen, die Welt für sich arbeiten zu lassen, und die nicht mit den Folgen ihrer Politik leben müssen) Menschen, die nicht der Elite angehören, mit kulturellen und sozialen Fragen vereinnahmt haben, die sie von dem ablenken sollen, was wirtschaftlich vor sich geht.

 

Rechte Eliten nehmen den Nicht-Eliten das Brot aus dem Mund, indem sie die Nicht-Eliten auf der rechten Seite mit dem Zirkus von Religion und Nationalismus vereinnahmen. Gleichzeitig haben die linken Eliten das Gleiche getan, indem sie linke Nicht-Eliten mit den Zirkus der politischen Korrektheit, des Multikulturalismus usw. vereinnahmt haben.
Nichts davon – Religion, Nationalismus, politische Korrektheit, Multikulturalismus, Feminismus, Antirassismus, etc. - ist notwendigerweise an sich schlecht, besonders in Maßen. Um die Menschen jedoch davon abzulenken, dass sie ökonomisch hinters Licht geführt werden, müssen sie angestachelt werden, sich gegenseitig anzubrüllen, was wir in jenen Medien erleben, die – ihr habt es erraten – von den Eliten kontrolliert werden.

Die Alte Linke beschäftigte sich mit Brot- und Butterfragen und wie man den Eliten einen größeren Teils des wirtschaftlichen Kuchens abknöpft. Die Alte Rechte wiederum befasste sich mit der Ordnung und der Stabilität des Systems und war bereit, einen Teil des Kuchens aufzugeben, um die Mistgabeln abzuwehren.

 

Allerdings müssen die staatenlosen Superreichen der Neuen Links-Rechts-Elite-Allianz die Nicht-Eliten (das gemeine Volk) nicht mehr mit Geld bestechen. Sie haben keine Angst vor den Mistgabeln, weil sie sich hinter Leibwächtern (es kommen wieder private Armeen – wie im Mittelalter) oder geschlossenen Wohnanlagen verstecken können, oder sie können das Land umgehend verlassen, wenn es nötig ist. Mit dem größten Teil ihres Vermögens, das dank des internationalen Bankwesens heute entweder offshore oder mobil ist. Sie sind von den Folgen ihrer Politik isoliert.

 

Die Nicht-Eliten sind fuchsteufelswild, wissen aber nicht genau, wohin sie ihren Zorn lenken sollen, denn die sozialen und kulturellen Probleme, die die Eliten zur Vereinnahmung der Nicht-Eliten verwendet haben, sind auch unglaublich effektiv darin, die linken und rechten Nicht-Eliten in einem konstanten Zustand der gegenseitigen Wut zu halten. Die größte Angst der Elite ist, dass linke und rechte Nicht-Eliten erkennen, wer ihre wahren Feinde sind, und dass es ihre Streiterei um kulturelle Themen ist, was die Eliten von ihnen erwarten.“

 

Gut ausgedrückt, Jonathan. Danke für die prägnante Zusammenfassung dieser Kontrollmechanismen.

 

Das Zeitalter, das wir betreten – einen spalterischer Winter – wird von Zwietracht und dem Niedergang der Gemeinsamkeiten geprägt sein. Ich habe das vor zwei Jahren geschrieben: „Ein spalterischer Winter: Der Superzyklus aus Schulden und Anti-Status Quo hat sich gewendet (5. Dezember 2016)

https://www.oftwominds.com/blogdec16/cycles12-16.html

 

Wir können das an der Zunahme der kulturellen, sozialen, finanziellen und politischen Polarisation erkennen:

 

 

Huxley sprach von unserer „Liebe zur Knechtschaft“: Wenn wir zulassen, dass uns die herrschenden Eliten ablenken und spalten, dann wählen wir im Grunde die Liebe zu unserer Knechtschaft.

 

Kein Wunder, dass es den herrschenden Eliten gefällt, wie leicht wir uns ablenken und gegeneinander aufhetzen lassen: Es ist so einfach, eine Bevölkerung zu dominieren, die abgelenkt und gespalten ist, blind durch Propaganda und negative Emotionen.

 

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