https://off-guardian.org/2019/10/20/brexit-parliament-tethers-britain-to-a-failing-experiment/

 

Brexit:

Das Parlament fesselt Britannien an ein gescheitertes Experiment

 

Europa zerbröselt und die britische Elite will unbedingt Teil dieses Schiffbruchs sein

 

von Kit Knightly, 20.10.2019

 

 

Der Brexit wird nicht kommen. Links oder Rechts – Lexit oder Rexit – es ist vorbei. Wird Zeit, dass man sich mit diesem Gedanken anfreundet.

 

Eingehegt durch das absurde Benn-Gesetz ist ein No Deal vom Tisch, Das bedeutet, dass Britannien entweder gezwungen sein wird, in der EU zu bleiben oder einen Deal zu akzeptieren, der ein Verbleib ist, nur mit einem anderen Namen.

 

Die Letwin Gesetzesänderung und Johnsons nicht unterschriebener Verlängerungsantrag sind nur ein morbides Theater. Unnötige Nägel in einem gut verschlossenen Sarg.

 

Es ist wie bei Immer Ärger mit Bernie – langweilige Charaktere, die mit einer Brexit-Leiche rumhantieren, um einen müden Witz am Leben zu halten, der von Anfang an nicht witzig war.

 

Das Parlament ist zu einer absurden Pantomime geworden, in der der Clown-Premierminister – nachdem seine Mehrheit absichtlich zerstört wurde – Strohmänner präsentiert, die von den Bajonetten der „Opposition“ mit zunehmender manischer Freude massakriert werden. An die Politik und ihre Folgen wird kein Gedanke verschwendet, nur die Strichliste der parlamentarischen Niederlagen von Boris Johnson wird immer länger.

 

Labour und die heruntergekommenen, hysterischen Remainer der Lib Dems/TIG (The Independence Group)/Grünen sind zu nichts anderem als Gegner geworden – die allem widersprechen, was von der Regierung vorgelegt wird. Allein aus der Freude, den Obersten Hofnarren der Nation zu erniedrigen.

 

Corbyn wurde von seiner schwer Remain-lastigen Labour-Parlamentsgruppe (PLP) so eingewickelt, dass er nicht einmal mehr erkennt, dass er seine lebenslangen Prinzipien, seinen Mentor Tony Benn und eine ganze Heerschar von Labour-Wählern in den nördlichen Kerngebieten betrügt, die alle für einen Brexit gestimmt haben.

 

Sollte es zu einer britischen Unterhauswahl kommen, so wird das nichts bedeuten.

 

Labour wird wahrscheinlich zerstört werden, da die Arbeiterklasse sich entweder der Brexit-Partei zuwendet oder einfach in die Apathie der Stimmlosen verfällt, die zuhause bleiben werden.

 

Sollte Labour genug Stimmen aus den Remain-Gebieten in Schottland und London erobern, um eine kleine Mehrheit zu erreichen, nun, dann wird ihr sozialistisches Manifest durch die Austeritätspolitik der EU und den Beschränkungen bei der Verstaatlichung verhindert werden.

 

In jedem Fall wird Corbyn von einem New Labour-Niemand ohne Bekanntheit und Wert ersetzt werden. Die Beschlüsse werden (wieder einmal) den Sozialismus für tot erklären, und Corbyn bekommt vielleicht ein Schulterklopfen dafür, dass er das „gut gemacht“ und „die Debatte verändert“ hat.

 

Man wird uns einladen, die neue (unvermeidlich) weibliche Führerin zu feiern, als Zeichen des „Fortschritts“, während die Gesellschaft weiter in den Abgrund rutscht.

 

Ob die hartgesottenen Remainer ihre „Volksabstimmung“ bekommen oder nicht, und welches Karusell aus Misslichkeiten der Premierminister erleiden wird, wenn das Ganze endlich zu Ende ist: Der Brexit ist tot. Das Parlament hat ihn getötet.

 

Diese andauernde, langsame Sabotage ist schwer zu ertragen – aber darum geht es in diesem Artikel nicht.

 

Hier geht es um eine Frage. Eine wichtige Frage. Eine Frage, die am Vorabend ihres Sieges (in Ermangelung eines besseren Wortes) schwer auf den Schultern der Remainer lasten sollte:

 

Wollen sie das wirklich? Sieht die EU zum jetzigen Zeitpunkt wirklich wie etwas aus, von dem man Teil sein möchte?

 

Sehen wir uns die Lage auf dem Kontinent an:

                                              Paris, Frankreich - Dezember 2018

 

Frankreich ist unglücklich, sie haben genug von der Austerität. Genug von den Ausgabenkürzungen und sinkenden Lebensstandards und einer neoliberalen Wirtschaft, die einen trickle-down Effeklt verspricht, der anscheinend nie kommen wird.

 

In Paris – und vielen anderen französischen Städten – gehen die Gelbwesten auf die 50. Protestwoche zu, und das scheint nicht nachzulassen (Hoffentlich planen sie etwas Hübsches für ihren ersten Geburtstag).

 

Menschen haben ihr Augenlicht, Hände und sogar ihr Leben verloren. Die Proteste in Hongkong – die auf den Titelseiten der britischen Nachrichten sind – waren im Vergleich dazu ein Picknick.

 

In Ungarn wird ein gewählter Präsident von der Bürokratie der EU in Geiselhaft gehalten. Was man von Orban auch halten mag, er wurde demokratisch gewählt, um die politischen Versprechen umzusetzen, die er im Wahlkampf gemacht hat. Das ihn Brüssel sanktionieren kann und damit droht, Ungarn das Stimmrecht zu entziehen, das ist pervers. Anti-Demokratie im Namen der Demokratie.

 

Sie erzählen uns, das geschehe „zum Schutz der europäischen Werte“, aber stimmt das?

 

Das ist schwer zu glauben, betrachtet man die Situation woanders in Europa...

Spanien wird Frankreich bald bei den Flammen folgen. Sie haben bereits 13 Politiker wegen Hochverrats verurteilt.

 

Denkt kurz mal darüber nach – tatsächlich „Hochverrat“.

 

Das geschah, nachdem man die Bereitschaftspolizei geschickt hatte, um ein friedliches Referendum aufzulösen. Die spanische Polizei hat Wähler verprügelt, Demonstranten verhaftet und Wahlurnen zerstört.

(Katalanische Unabhängigkeit und Medien-Heuchelei:

https://off-guardian.org/2017/11/15/catalan-independence-and-media-hypocrisy/ )

 

 

Madrid wurde dafür nicht bestraft, nicht einmal kritisiert. Sie werden – im Gegensatz zu Orban – nicht sanktioniert oder verurteilt. Die Polizei attackiert auf den Straßen Barcelonas die Demonstranten für eine katalanische Unabhängigkeit ... und Brüssels Schweigen ist ohrenbetäubend.

 

(Man stelle sich vor, Russland hätte gerade 13 Oppositionspolitiker wegen Hochverrats eingesperrt. Stellt euch vor, Maduro würde Demonstranten mit Gummigeschossen Augen ausschießen. Der Unterschied in der Berichterstattung und in ihrer Haltung wäre atemberaubend.)

 

Was ist der Unterschied zwischen Budapest und Paris? Oder Moskau und Madrid?

 

Nun, Orban ist Anti-EU (so wie die Gelbwesten). Die Regierungen Frankreichs und Spaniens sind Pro-EU, mit einer Begeisterung, die ein großes „P“ rechtfertigt.

 

Verfolge eine Pro-EU-Agenda aus Austerität, unkontrollierter Einwanderung und Globalisierung, und du darfst so vielen Demonstranten die Augen ausschießen wie du willst.

 

Je genauer man hinschaut, um so mehr sehen die „europäischen Werte“ wie eine Umgangssprache für „europäische Macht“ aus.

 

Das Gerede über eine EU-Armee köchelt vor sich hin, und in der Zwischenzeit stimmt das Europäische Parlament freudig für eine massive Finanzierung des „StratCom“-Programms, um sich „gegen Desinformation zu wehren“.

 

Wir hören von Frieden, aber wir sehen ihn nicht. Wir hören von Wohlstand, aber wir spüren ihn nicht.

 

Die Austerität würgt die Geburtsstätte der Demokratie zu Tode, und ihre „Führer“ (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) verjubeln Steuergelder für Propaganda und das Militär.

 

Wird das einem einzigen normalen Bürger aus der Armut helfen? Dienen diese Schritte dazu, das Leben für einfache Bürger fair, gleich oder einfach zu machen? Oder soll es Autorität konsolidieren und durchsetzen?

 

Schaut euch Europa an. Schaut es euch genau an. Es brennt. Aber dennoch sitzen die Remainer mitten zwischen den Flammen und sagen: „Alles ist gut“.

 

Man predigt uns über „europäische Werte“, aber diese Phrasen sind seit Jahren ohne Bedeutung, und mit jedem Tag ähneln sie mehr und mehr einer kompletten Parodie.

 

Europa ist ein sinkendes Schiff, und die Ratten im Parlament wollen es nicht verlassen.

 

Kommentare: 2
  • #2

    Elisa (Mittwoch, 23 Oktober 2019 10:04)

    Das kommt davon, wenn man USraels blind vertrauender Verbündeter ist - wie auch die EU-Regierungen. Die Transatlantiker wollen kein starkes Westeuropa, damit auch kein starkes Britannien, das sich schon längst hätte umstellen und sich zu Westeuropa zugehörig fühlen müssen. Aber nein, der europäische Kontinent galt schon sei je her als dummer Unterhund, mit dem man sich nicht zusammentun kann und den man unterdrücken muss, erst recht dann, wenn dieser sich zu einer wirtschaftlichen Kraft entwickelt. Da entschied sich die Insel lieber für die mafiosen Machenschaften einer USA.

    Britannien hat sein Vabanque-Spiel gegenüber dem europäischen Kontinent verloren und damit auch seine ehemals mächtige politische und wirtschaftliche Position. Statt an wirtschaftlichen und zukünftigen Ideen und Produkten zu arbeiten, verschwendeten die Briten ihre Kräfte, um andere Länder zu unterdrücken - ganz wie die USA mit ihren Deal-Makern. Und zuguterletzt muss man erkennen, auch die Zionisten haben sich mit den Falschen eingelassen. Schön, wie doch alles ganz anders kommt als geplant. Tja, die Wege des Herrn sind unergründlich!

  • #1

    Klaus-Peter Kostag (Montag, 21 Oktober 2019 15:10)

    Hallo Kit Knigtly,

    diese Europa-Versagerschaft hat sich doch gerade demokratisch in den Suizid verfügt. Weißt Du 's nicht? Bei zwei Abstimmungen in der UNO haben diese Volltrottel gegen den Erhalt des INF-Vertrags gestimmt. Demokratisch mehrheitlich wird folglich ein kleiner KI-Irrtum oder HACKING-FAKE auf NATO-Territorien und von der NATO bewaffnete Nebensächler die russische NEUTRONEN - PUTATIV-NOTWEHR loslassen, ratzfatz alles Leben dort auslöschen. Nur alle leblosen Sachen bleiben erhalten. Deswegen auch kein nuklearer Ruß-, Staubsturm, deswegen auch kein globaler nuklearer Winter. Russland kann, schwer geschädigt zwar, aber immerhin weiter existieren. Auch der Erdteil Nordamerika, sehr ausführlich geNATOdet wird zu einem leblosen gestrahlt sein. Ob, oder besser dass China ebenfalls eine Überlebenschance bekommt liegt nur daran, ob es seine Abwehr-Staffelung so schnell so lückenlos gestalten kann wie die russische es schon jetzt ist und die Russen die Chinesen gerade aufbauen. Und da machst Du Dir ernstlich Gedanken um so Unwichtiges wie die, dumm gelaufen, strategisch falsch gemacht, vergeigte Europäische Idee? Du bist ein guter Kerl. Besorg Dir zum Überleben schnell eine Moskauer Wohnsitzhaftigkeit und geh' am Besten mit einem anderen, nicht ganz so unbekannten Amerikaner wie Du, dort regelmäßig Euren Kaffee trinken. Und grüß ihn bitte von mir.