https://www.defiantliving.com/2017/12/14/americas-painful-self-delusion/

 

Amerikas schmerzhafter Selbstbetrug

 

von Allen Marshall (Crimson Avenger), 14.12.2017 (zahlreiche Quellen im Original)

 

 

 

Amerika ist das einzige Land, das durch eine Reihe von Überzeugungen zustande kam. Und diese Überzeugungen, die so wortgewandt in unseren Gründungsdokumenten festgehalten wurden, sind einige der mächtigsten und inspirierendsten, die jemals erdacht wurden. Wir betrachten dies als das Land der Freien, wo das Individuum das Höchste ist und uns nichts daran hindert, so weit zu gehen wie uns unsere Talente tragen. Dieses Bild von Amerika – diese „Marke“ – ist unglaublich stark.

 

Zwischen diesem lange gehegten Image und der Realität des heutigen Amerikas gibt es jedoch eine sehr große Lücke. Was einst eine Regierung war, die für die Menschen erbaut wurde, ist heute eine Regierung für die Reichen und Mächtigen. Sie wirft die Menschen den Wölfen zum Fraß vor, sobald die Interessen der Regierung von jenen der Konzernführer und Politiker abweichen, die das Sagen haben.

 

Und in einer Welt (der korrupten) zu leben, während man stur daran glaubt man lebe in einer anderen (der idealen) – trotz der sich häufenden Beweise – verursacht eine bestimmte Art von Stress, oft kognitive Dissonanz genannt.

 

Psychologen raten dazu, wenn Menschen in einen Zustand kognitiver Dissonanz kommen, dass sie nach einem Lösungsweg suchen, indem man die eine oder andere Sicht als entweder falsch oder unwichtig verwirft. Wenn sich zum Beispiel ein Raucher die Verbindung zwischen Rauchen und Krebs betrachtet, dann entscheidet er sich entweder dafür, das Rauchen aufzugeben oder er entscheidet sich dafür, dass die Forschung darüber einseitig oder falsch ist, oder für einen nicht zutrifft (mit anderen Worten: dass man klug genug ist aufzuhören, bevor der Langzeitschaden angerichtet ist).

 

Aber was passiert wenn man die beiden Dinge nicht lösen kann?

 

Für die meisten Amerikaner würde die Auflösung der kognitiven Dissonanz bedeuten, dass sie entweder akzeptieren, dass sie ohnmächtige und nutzlose (und spätfeudale) Leben leben, oder dass sie ihren Lebensstil zurückweisen und aktiv die Fäulnis im System bekämpfen. Wenn wir nicht bereit sind das eine oder andere zu tun, dann bleibt die Dissonanz – und frisst uns auf.

 

Menschen, die diesen andauernden und unterschwelligen Stress mit sich tragen, finden Wege damit umzugehen. In Amerika tun wir das mit Selbstmedikation, Zwangsverhalten und Ablenkung. Schaut euch die folgenden Beispiele an, wie wir mit dem allgegenwärtigen Stress in unserem Leben umgehen:

 

Drogen – Unser Land ist mit Drogen überflutet, legalen und illegalen, sie halten uns betäubt. 2014 gab es 245 Millionen Verschreibungen für opioide Schmerzmittel. Die Anzahl der Drogentoten ist von 30.000 im Jahr 2005 auf 64.000 im Jahr 2016 gestiegen. Und die Gemeinden im ganzen Land werden durch die Opiat-Epidemie zerstört, wie in diesem ausführlichen Bericht von Cincinnati.com beschrieben:

(„Sieben Tage Heroin: So sieht eine Epidemie aus“)

https://www.cincinnati.com/pages/interactives/seven-days-of-heroin-epidemic-cincinnati/

 

Alkohol – Die Menschen benutzen nicht nur Drogen zur Selbstbehandlung; Trinken erfüllt den gleichen Zweck und wir tun es mehr als jemals zuvor. Gemäß einer neuen Studie des Journals JAMA Psychiatry hat das Trinken in den USA insgesamt zwischen 2002 und 2013 um 11% zugenommen, bei den Hochrisiko- und Problemtrinkern sogar noch mehr: Hochrisiko-Trinken stieg um 29,9%, bei den Problemtrinkern um 50%.

 

Psychische Erkrankungen – 2015 hatten 17,9% der Erwachsenen eine Diagnose über eine psychischen Erkrankung. Eine Studie von 2010 ergab, dass 46,3% der Kinder im Alter zwischen 13 und 18 Jahren bereits eine psychische Störung in ihrer Jugend hatten, und die Mehrheit dieser Erwachsenen und Kinder bekommt Medikamente. Das beinhaltet eine dramatische Zunahme der ADHS-Diagnosen bei Kindern: Gemäß SharpBrains: „Bei Kindern im Alter zwischen 5 und 18 Jahren stieg die ADHS-Diagnose zwischen 1991-92 und 2008-2009 bei Jungen nahezu um das Vierfache – von 39,5 auf 144,6 pro Tausend – und nahezu um das Sechsfache bei Mädchen – von 12,3 auf 68,5 pro Tausend Untersuchungen.“

 

Fettleibigkeit – Wenn Trinken und Drogen nicht dein Ding sind – und selbst wenn sie es sind – haben immer mehr von uns mit dem Stress durch zu viel Essen zu tun, und das zeigt sich an unseren Gürtellinien. Von 1990 bis 2016 ist der durchschnittliche Prozentsatz fettleibiger Erwachsener von 11,1% auf 29,8% gestiegen; wenn man die Anzahl der Menschen hinzuzählt, die übergewichtig aber nicht fettleibig sind, dann steigt das auf mehr als zwei von drei Erwachsenen.

 

Schlafprobleme – Schlaf hat einen bedeutenden Einfluss auf unsere physische und geistige Gesundheit, und in Amerika bekommen nicht genug Schlaf: Die CDC-Statistik besagt, dass 50 bis 70 Millionen erwachsene Amerikaner an einer Schlaf- oder Schlaflosigkeitsstörung leiden.

 

Der Medienkonsum – Gibt es eine bessere Ablenkung von den Probleme des Lebens als Medien? Bestimmt verbringen wir eine Menge unserer Zeit mit passiver Unterhaltung: 2016 haben die Amerikaner im Durchschnitt jeden Tag 10 Stunden Medien konsumiert, verglichen mit 7,5 Stunden pro Tag weltweit. Nielsen berichtet, dass Erwachsene mit niedrigem Einkommen weit mehr Zeit mit Medien verbringen als wohlhabende Erwachsene. In Haushalten mit weniger als $25.000 sind es 211 Stunden pro Monat Fernsehkonsum, im Gegensatz zu 113 Stunden pro Monat bei Erwachsenen mit $75.000 oder mehr. (Dieser Trend ist bei anderen Medien ähnlich)

 

Die Schuldenkrankheit – Nach Angaben der New York Fed haben die Schulden der privaten Haushalte im dritten Quartal 2017 mit $12,8 Billionen einen neuen Höchststand erreicht. Ein Teil des Schuldenproblems entsteht durch die krankhafte Kauflust, die wir zur Ablenkung ausleben; der andere Teil entsteht durch die Verweigerung der Realität, dass unsere Löhne nicht mit dem Anstieg der Lebenshaltungskosten Schritt halten. Es bedeutet, dass wir die Lücke mit Schulden schließen anstatt unseren Lebensstandard so zu reduzieren dass er mit der Realität Schritt hält.

 

Wir fügen uns insgesamt selbst so viel Schaden zu, nur um unsere Psyche vor der Realität zu schützen, dass das Amerika, wie wir es kannten, nicht mehr das Amerika ist das wir haben.Und wem nützt das? Wie man an den Punkten oben sehen kann, uns sicher nicht. Stattdessen hilft es den Reichen und Mächtigen, die das System untergraben. Sie korrumpieren alles was dieses Land einmal war, und indem wir uns vorsätzlich dieser Realität verweigern, helfen wir ihnen auch noch dabei.

 

Das Beste was wir tun können – für unsere geistige und körperliche Gesundheit, aber auch für unser Land – ist die Augen zu öffnen und zu sehen was aus Amerika geworden ist, und nicht auf den Wunsch starren was es sein sollte. Es wird Zeit, sich der Realität zu stellen und tätig zu werden. 

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