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Nicht nur die Nachrichten sind eine Fälschung – alles ist eine Fälschung

 

von Charles Hugh Smith, 24.07.2019

 

 

Es ist verständlich, dass wir auf die Fälschungen und Betrügereien hereinfallen, denn wir haben im öffentlichen Raum nichts anderes mehr.

 

Was meinen wir damit, wenn wir sagen, dass die Konzernmedien eine Fälschung sind? Wir meinen damit, dass es eine sorgfältig hergestellte Betrügerei ist, ein Muster aus Narrativen, handverlesenen Daten und heftig manipulierten Statistiken (die Arbeitslosenstatistik usw.), hergestellt, um dem Leser Vertrauen in ein Narrativ einzuflößen, welches nicht den Interessen der Bürger dient, sondern einigen Auserwählten, die die Bürger ausplündern.

 

Es gab mal eine Zeit in Amerika, da konnte kein Erwachsener ohne einen fein abgestimmten Bullshit-Detektor überleben. Herman Melville hat in seinem Klassiker „The Confidence-Man“ (Auf Deutsch: „Maskeraden oder Vertrauen gegen Vertrauen“) von 1857 meisterhaft die amerikanische Kultur der Betrügereien und Betrüger eingefangen.

 

Ein wesentlicher Bestandteil des amerikanischen Ethos ist: Sei kein Trottel. Fall nicht auf den Schwindel rein. Und wenn du reinfällst, ist es deine eigene Schuld. Amerika 1857 war ein brodelnder Eintopf aus Betrügern, Gauklern und Schwindlern, die die Naiven, Vertrauensseligen und Leichtgläubigen ausnutzten, und das bleibt auch 2019 so.

 

Wir leben heute in einer Welt, in der praktisch alles ein Schwindel ist. Dieses „biologische“ Produkt aus irgendeinem anderen Land – hat irgend jemand den Boden getestet, auf dem es angebaut wurde? Er könnte mit Schwermetallen verseucht sein und trotzdem das Zertifikat „biologisch“ bekommen, weil während des Anbaus keine Pestizide verwendet wurden. Sind in dem Boden überhaupt noch Nährstoffe übrig oder ist er erschöpft? Was ist in dem Wasser, mit dem die Pflanzen bewässert wurden?

 

Der Punkt beim Schwindel mit den „biologischen“ Produkten aus dem Ausland: es können höhere Preise erzielt werden. Deshalb sollte man sich bei jedem Narrativ, jeder Geschichte, jedem Produkt und Datensatz die Frage stellen: Cui bono? Wem nützt es?

 

Die Arbeits-/Arbeitslosenstatistiken sind offensichtlich eine Fälschung. 93 Millionen Menschen werden schon gar nicht mehr mitgezählt – sie sind statistische Zombies, nicht mehr unter den lebenden Arbeitskräften. Würde die Arbeitslosenstatistik nach den Zahlen der Vollzeitjobs und der wahren Erwerbsbevölkerung berechnet werden (jeder zwischen 18 und 70 Jahren, abzüglich derer in Heimen und Gefängnissen), dann wäre die Arbeitslosenrate nicht bei den wahnhaften 3,7%, wie von den bürokratischen Schwindlern behauptet.

 

Healthy Choice“- gesunde Snacks: eine Fälschung: mit den selben minderen Zutaten und dem gleichen hohen Salzgehalt wie Junk Food.

 

Die Privatsphäre der Sozialen Medien: eine Fälschung: wir beachten wirklich, wirklich, wirklich die Privatsphäre deiner Daten – außer dem, was wir für enorme Profite an Werbetreibende verkaufen, und das ist, nun ja, alles.

 

Die Demokratie: eine Fälschung: Die Live-Unterhaltung von Wahlen verkauft jede Menge Anzeigen und bereichert die Konzernmedien, aber eigentlich ändert sich nichts: Der Tiefe Staat leitet die Bundesregierung und die Tiefen Taschen leiten die Landes- und Kommunalverwaltungen.

 

Der Wohlstand: eine Fälschung: Billionen Dollar an neuem Geld und Krediten haben die Anlagevermögen auf absurde Höhen getrieben, alles um die Illusion zu erwecken, dass alles irgendwie jeden Tag besser wird. (Seht euch den Chart der „Everything-Bubble“ unten an: Verrottete Bungalows für $1 Million, die Börse auf einem Allzeit-Hoch usw.)

 

Melville hat verstanden, dass wir verarscht werden wollen: Wir wollen an das Elixier glauben, dass unsere Leiden und Schmerzen vertreibt, dass das neue Gesicht in der Politik den Saustall an Korruption ausräumt, dass steigende Preise für alles bedeuten, dass wir reicher werden, und so weiter und so fort.

 

Orson Welles' schräge und wunderbare Dokumentation „F wie Fälschung“ erinnert uns daran, dass eine erfolgreiche Fälschung im Grunde mit der wahren Sache identisch ist: Wenn der S&P 500 also 3.000 Punkte erreicht, so bedeutet das, dass wir alle wohlhabender werden, stimmt's?

 

Trotz all der Meisterschaft bleibt eine Fälschung jedoch eine Fälschung. Und heute ist praktisch alles eine Fälschung, ein Schwindel, der die Spuren des Raubes und der Plünderung jener verwischen soll, die diesen Schwindel zu ihrem eigenen Interesse betreiben.

 

 

Es ist verständlich, dass wir auf die Fälschungen und Betrügereien hereinfallen, denn wir haben im öffentlichen Raum nichts anderes mehr.

 

 

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Charles Hugh Smith schreibt regelmäßig auf seinem Blog oftwominds.com

 

Von ihm stammen die Bücher:

 

Pathfinding our Destiny: Preventing the Final Fall of Our Democratic Republic

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The Adventures of the Consulting Phuilosopher: The Disappearance of Drake

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Money and Work Unchained

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