https://www.strategic-culture.org/news/2019/08/20/russia-europe-relations-should-not-be-up-in-air/

 

Die russisch-europäischen Beziehungen

sollten nicht in der Luft hängen

 

von Brian Cloughley, 20.08.2019

 

 

Die giftige Flut aus anti-russischer Propaganda und falschen Informationen schwillt weiter an, und für jene, die sich wünschen, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und Westeuropa verbessern würden, ist das deprimierend. Die Lage ist noch trostloser, wenn man bedenkt, was sich am Himmel abspielt. Denn in jüngster Zeit kam es zu einigen interessanten Zwischenfällen.

 

Als erstes war da die Belästigung eines russischen Passagierflugzeugs, eine Tu-154, die für ihren Flug über der Ostsee eine Flugplan aufgegeben hatte und am 13. August von Kaliningrad nach Moskau unterwegs war, als sie in internationalem Luftraum von einer in Litauen stationierten F-18 der NATO abgefangen wurde. Einer der Passagiere war Sergei Shoigu, Russlands Verteidigungsminister. Dies war das zweite Mal, dass ein Flugzeug mit ihm an Bord von NATO-Jets bedrängt wurde. So schreibt Stars and Stripes: „Ein ähnlicher Vorfall geschah 2017, als eine polnische F-16 sich über der Ostsee dem Flugzeug Shoigus näherte und von einem russischen Jet abgedrängt wurde.“

 

Die Berichterstattung der NATO über diese Geschichte ist unverantwortlich. Fox News zitiert eine NATO-Vertreter, der sagte: „Ein russisches Flugzeug, das von mindestens einem russischen Kampfflugzeug begleitet wurde, wurde heute über der Ostsee verfolgt. Jets der NATO Baltic Air Policing Mission sind aufgestiegen, um das Flugzeug, das nah am alliierten Luftraum flog, zu identifizieren. Nach der Identifizierung des Flugzeugs kehrten die NATO-Jets wieder zur ihrer Basis zurück. Die NATO hat keine Informationen darüber, wer an Bord war.“

 

Diese Aussage enthält eine nackte Lüge – die Behauptung, dass das Flugzeug identifiziert werden musste, wo doch ein Flugplan aufgegeben wurde und der Transponder eingeschaltet war. Und dann gibt es eine Behauptung, die kompletter Unsinn ist, denn wenn die NATO nicht die Bewegungen des russischen Verteidigungsministers kennt, dann können ihre ganzen Geheimdienste einpacken. Die Behauptung, dass es „keine Informationen darüber gab, wer an Bord war“, ist vollkommen absurd. Sergei Shoigu war zur Einweihung einer neuen Militärakademie in Kaliningrad, und es wurde ausgiebig darüber berichtet.

 

Zwei Tage nach dem absurden Affenzirkus der NATO in internationalem Luftraum gab es einen weiteren Zwischenfall mit einem russischen Passagierflugzeug. Dieses Mal flog ein Airbus A321 der Ural Airlines beim Start in Moskau in einen Vogelschwarm. Die Triebwerke gingen aus und der Pilot machte mit seinem Flugzeug eine meisterliche Notlandung in einem Maisfeld.

 

An Passagierpiloten schient etwas Außergewöhnliches dran zu sein. Sicher, manchmal hört man etwas über Disziplinlosigkeit oder gar Kündigungen wegen Alkoholgenuss – aber wenn man ihre große Verantwortung bedenkt, Woche für Woche, wenn sie diese riesigen Maschinen rund um die Welt fliegen, dann könnte man einen gelegentlichen Fehltritt verstehen. Aber die Geschichten über ihre Reaktion in ernsten und womöglich tödlichen Situationen sind am herzerfrischendsten und ich bewundere diese leidenschaftlichen Profis von ganzem Herzen. Für gewöhnlich sind sie in den westlichen Medien die Subjekte anerkennender Berichte, und die Medien erfahren in solchen Fällen eine seltene allgemeine Zustimmung.

 

Die New York Times jedoch, die sich nicht die Mühe machte, einen eigenen Bericht zu schreiben, gab einen Beitrag der Associated Press wieder, in welchem ein Luftfahrt-Professor des MIT, John Hansman, zitiert wird, der die meisterliche Notandung in Moskau so kommentiert: „Der Pilot hat einen guten Job gemacht, aber dafür ist er da.“ Weiß dieser Mensch was er da sagt? Und was denken sich AP und die NYT dabei, einen so herablassenden Müll von einem Akademiker wiederzugeben, der, obwohl er eine Pilotenlizenz besitzt, nicht dazu qualifiziert ist, auch nur die Stiefel von Ural Airlines-Pilot Damir Yusupov zu lecken, der mit seiner coolen und professionellen Leistung das Leben von 233 Menschen gerettet hat.

 

Einige westliche Medienberichte haben zähneknirschend ihr Kompliment ausgesprochen. Der britische Guardian stimmte mit seiner Schlagzeile „Der Kreml lobt die 'Helden', die nach einem Vogelschlag ihr Flugzeug in einem Maisfeld landeten“ einen positiven Ton an, auch wenn der Gebrauch des Wortes „Kreml“ immer einen finsteren Unterton anschlägt. Weiter im Bericht heißt es, das Flugzeug „kam mit eingefahrenem Fahrwerk in einem Feld südöstlich von Moskau herunter, nachdem es mit einem Schwarm Möwen kollidiert war, was die Triebwerke lahmlegte … Einige haben die Landung mit dem US Airways Flug 1549 auf dem Hudson River 2009 in New York verglichen, nachdem er einen Schwarm Gänse traf.“

 

Das Flugzeug „kam herunter“? Ja klar tat es das, aber es nicht nicht einfach abgestürzt. Es wurde meisterlich von einem Piloten so wie jenem gelandet, der, so sagen die selben Zeitungen, „eine Katastrophe vermieden hat und das Leben aller 155 Menschen an Bord gerettet hat, als er das antriebslose Flugzeug auf das eisige Wasser des Hudson Rivers aufsetzte, kurz nachdem er von New Yorks La Guardia gestartet war“, als sein Flugzeug eine ähnliche Kollision mit Vögeln hatte. Der unterschiedliche Ton ist verräterisch, so wie der Seitenhieb des Guardian, dass „Sicherheitsbedenken die russische Luftfahrtindustrie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 geplagt haben, auch wenn allgemein anerkannt wird, dass sich die Standards in den letzten Jahren erheblich verbessert haben, vor allem auf internationalen Strecken.“

 

Was zum Henker haben „Sicherheitsbedenken“ mit einem Flugzeug zu tun, das in einen Schwarm Vögel geraten ist? Diese Art von Unfällen sind mit Sicherheit bedenklich, aber für die internationalen Standards der Flugsicherheit völlig irrelevant. Schließlich war es keine Neuauflage der Boeing 737 Max Affäre.

 

Und dann kommt die weit verbreitete Bemerkung der Nachrichtenagentur Reuters, dass „das Flugzeug auf dem Weg nach Simferopol auf der Krim war, jene ukrainische Halbinsel, die 2014 von Russland annektiert wurde.“

 

Die westlichen Medien können so eine Gelegenheit nicht auslassen, die angebliche „Annexion“ der Krim zu erwähnen. Trotz der offensichtlichen Tatsache, dass, wie BBC berichtet hat, die überwältigende Mehrheit der Krim-Bewohner in einem Referendum deutlich gemacht hat, dass sie eine Wiedervereinigung mit Russland unterstützen.

 

Dieses Resultat war nicht überraschend, da die meisten Bewohner Russisch sprechen, eine russische Kultur haben und vor der Verfolgung durch die Administration in Kiew standen, die nach dem von den USA unterstützten Umsturz 2014 an die Macht kam. (Es ist schon fast vergessen, dass, wie unter mysteriösen Umständen aufgedeckt wurde, Victoria Nuland, die „entscheidende US-Person für die Ukraine-Krise“ abgehört wurde, wie sie dem US-Botschafter in Kiew sagt, dass „Yats (Arsenyi Yatseniuk, ein anti-russischer Aktivist) der Mann ist .., Warum nimmst du nicht ihm Kontakt auf und schaust, ob er vorher oder nachher reden will?“

https://www.bbc.com/news/world-europe-26079957

 

Aber Präsident Obama behauptete, dass das Referendum „illegal“ sei und hat erklärt, dass es von Washington niemals akzeptiert würde. Die Story, die es zu verbreiten galt, war, dass die Menschen auf der Krim Opfer einer massiven russischen Invasion waren, und das wird jetzt im Westen fest geglaubt und beweist, dass man – wie der Nazi und Propagandameister Joseph Goebbels sagte – „eine Lüge so groß erzählen und immer wiederholen muss, bis die Menschen sie schließlich glauben.“

 

In Übereinstimmung mit Goebbels Rat ist es eine grundlegende Taktik psychologischer Operationen, solche Schnipsel in einen scheinbar relevanten Kontext zu injizieren – daher deren Erwähnung in einen Bericht einer internationalen Nachrichtenagentur über den Vogelschlag eines russischen Airbus A321.

 

Von der Bedrohung eines russischen Flugzeugs im internationalen Luftraum bis hin zur Manipulation einer Nachricht über einen russischen Flugzeugunfall zeigt das westliche Establishment seinen Hang zur Konfrontation und nicht zur Vermittlung. Aber es ist an der Zeit, positiver zu denken. Russland und Westeuropa müssen zusammenarbeiten, um ihre Wirtschaft zu verbessern und ihren Bürgern zu helfen. Annäherung und Harmonie sind der Weg in die Zukunft. Die sinnlosen Luft-Tänze und die spöttische Schräglage der Nachrichten sollten aufhören, sonst hängen wir alle für immer in der Luft.

 

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