https://caitlinjohnstone.com/2018/09/08/trump-minus-narrative-equals-bushbama/

 

Trump minus Narrativ ist gleich Bushbama

 

von Caitlin Johnstone, 08.09.2018

 

 

Barack Obama machte heute Schlagzeilen. In einer Rede an der University of Illinois redete Obama über eine "Politik der Angst", die von seinem Nachfolger betrieben wird, und kritisierte eine unzureichende Verurteilung der "Nazi-Sympathisanten" durch die derzeitige Regierung.

"Wie schwer kann das sein?" fragte der ehemalige Präsident. "Zu sagen, dass Nazis schlecht sind?"

Auch in den Nachrichten – und das hat weit weniger Aufmerksamkeit erregt als das funkelnde Spektakel des fauxgressiven (falsch-progressiven) Jesus, der mit dem Finger vor dem Orangenen Hitler warnt, weil der zu nett zu den Nazis sei – war ein Bericht der Washington Post (öffnen Sie ihn in einem privaten Browser, um die Paywall zu umgehen), dass die Trump-Administration eine vollständige 180-Grad-Kehre zu ihrer früheren Position in Syrien vollzogen hat. Und bevor Ihr über mich herzieht, weil ich an anonyme Berichte einer Establishment-Klitsche glaube, die völlig im Besitz eines CIA-Vertragspartners ist: Das ist hier nicht der Fall: die Quellen sind ältere Beamte des Außenministeriums, die im Artikel genannt werden.

Nach Angaben von James Jeffrey und Joel Rayburn vom Außenministerium hat die Trump-Regierung nun ihr bisheriges Ziel aufgegeben, sich so schnell wie möglich aus Syrien zurückzuziehen. Die Bedingungen für die Beendigung der illegalen Besetzung einer souveränen Nation durch das US-Militär beinhalten nun den Berichten zufolge "den Abzug aller iranischen Militär- und Stellvertreterkräfte aus Syrien und die Bildung einer stabilen, für alle Syrer und die internationale Gemeinschaft akzeptablen, nicht bedrohlichen Regierung". Anders ausgedrückt: die Besetzung auf unbestimmte Zeit wird andauern wird und ein Regimewechsel liegt wieder auf dem Tisch.

 

 

Zwanzig Absätze weiter kommt in dem Bericht noch etwas Beunruhigendes. Während die Trump-Administration davor gewarnt hat, dass es harte Folgen für den Einsatz von Chemiewaffen geben wird, werden die Vereinigten Staaten jetzt offenbar keinerlei Angriffe der syrischen Regierung auf die terroristischen Milizen in der Provinz Idlib zulassen. Kein Angriff auf die Terroristen, Punkt.

"Wir haben begonnen, eine neue Sprache zu verwenden", sagte Jeffrey und bezog sich auf frühere Warnungen vor dem Einsatz von Chemiewaffen. Jetzt, sagte er, werden die Vereinigten Staaten "einen Angriff" nicht tolerieren. Punkt."

"Jede Offensive wird von uns als rücksichtslose Eskalation zurückgewiesen", sagte er. "Dazu kommt, wenn Sie chemische Waffen einsetzen, Flüchtlingsströme schaffen oder unschuldige Zivilisten angreifen", dann werden "die Folgen davon sein, dass wir unsere Position ändern und alle unsere Instrumente einsetzen werden, um deutlich zu machen, dass wir Wege finden müssen, unsere Ziele zu erreichen, die weniger vom guten Willen der Russen abhängig sind".


Somit haben wir Regierungsbeamte von Trump, die sagen, dass jene extremistischen Fraktionen, die von den USA und ihren Verbündeten während der Obama-Administration bewaffnet und unterstützt wurden, völlig tabu sind, und dass die militärische Besetzung Syriens so lange andauern wird, bis Syriens Verbündete aus dem Nahen Osten das Land verlassen haben und die syrische Regierung beginnt, auf die Kommandos Amerikas zu hören.

Vielleicht twittert Trump deshalb nicht den ganzen Tag „Nazis sind schlecht“, weil die Propagandisten des Establishments sonst das Narrativ verlieren würden, dass sein Unterdrücken von „Nazis sind schlecht“ das Schlimmste ist, was dieser Präsident tun kann. Wenn Trump damit anfangen würde, jedes Mal vor einer Kamera darüber zu reden, wie schlecht Nazis sind, dann könnten die Menschen damit aufhören, ihn den Orangenen Hitler zu nennen und langsam bemerken, dass er eigentlich ein Orangener Obama ist.

 

Jener George Bush, an den ihr euch nicht mehr erinnern könnt

 

Die Mainstream-Demokraten und -Republikaner (ich bin versucht, sie der Einfachheit halber "die John McCain Partei" zu nennen) haben unter einer zunehmend bizarren Form des Gedächtnisverlusts über George W. Bush gelitten und dabei den drakonischen, orwellisch blutigen Anstrich seiner Präsidentschaft völlig vergessen und ihn als einen knuffig tapsigen alten Mann präsentiert, der netten Damen Süßigkeiten gibt. Aber auch Menschen, die sich daran erinnern, was für ein blutrünstiges Monster dieser Mensch ist, neigen dazu, zu vergessen, dass er sich tatsächlich für eine "bescheidene Außenpolitik" eingesetzt hat, um (wenn auch auf schräge Art) gewählt zu werden.

Im Jahr 2008 wurde Bush von Obama abgelöst, der gegen die Kriegstreiberei seines Vorgängers gekämpft und sich verpflichtet hatte, die Unordnung zu beseitigen, die Bush im Irak und in Afghanistan angerichtet hatte. Stattdessen setzte er Bushs neokonservative Kriegspläne fort und erweiterte sie drastisch, und er erweiterte dessen Orwellsches Überwachungsprogramm,. Gleichzeitig führte er eine beispiellose Verfolgung von Whistleblowern ein. Und jetzt setzt Trump, der jahrelang gegen Obamas interventionistische Außenpolitik gewettert und seinen syrischen Interventionismus hart angegriffen hat, die Außenpolitik Obamas fort und bereitet sich auf einen harten Angriff auf Syrien vor.

Hier gibt es ein Muster. Es ist nicht schwer zu sehen. Es stößt uns direkt mit der Nase darauf. Der einzige Grund, warum nicht mehr Menschen das erkennen, ist, dass es um US-Präsidenten so viel narrativen Wirbel gibt.

 

Wenn Sie sich die Massenmedien über Trump anhören, glauben Sie entweder, dass er ein Nazi-Agent des Kreml ist, der eine einzigartige und beispiellose Bedrohung für Amerika darstellt, oder ein populistischer Held, der für den einfachen Mann gegen den tiefen Staat kämpft, je nach deiner bevorzugten Echokammer. Aber wenn man die Erzählungen der Massenmedien stumm schaltet und sich nur a Basen nsieht, was ohne parteipolitische Filter passiert, sieht man Soldaten, Flugzeuge, und Kriegsschiffe, die weiter in andere Länder expandieren. Man sieht, dass immer mehr Geld, Ressourcen und Kreativität in die Kriegsmaschine gesteckt werden. Man sieht, dass eine plutokratische Klasse weiterhin das Verhalten der US-Regierung bestimmt. Du siehst, wie die gewöhnlichen Menschen weiter kämpfen, um über die Runden zu kommen. Man sieht eine zunehmend militarisierte Polizei, ein ständig wachsendes orwellsches Überwachungssystem, gefährliche und ständig wachsende Spannungen mit Russland, einen zunehmend hemmungslosen, Umwelt zerstörenden Kapitalismus, zunehmend unregulierte ausbeuterische Unternehmen und Banken.

Du siehst den gleichen Schwachsinn mit einer anderen Hautpigmentierung.

 

Caitlin Johnstone beim Ron Paul Institut

 

Ich weise darauf hin, nicht weil ich möchte, dass die Menschen die Hoffnung verlieren, sondern genau das Gegenteil. Es kann herzzerreißend sein, zuzusehen, wie wir trotz hoffnungsvoller Gewinne im politischen Bereich ständig in Richtung Katastrophe und Dystopie stürmen, aber das geschieht nicht, weil die Situation hoffnungslos ist, sondern weil wir in die falsche Richtung geschaut haben. Man kann ein Machtzentrum nicht überstimmen, das das gesamte politische und staatliche System mit Allianzen, Wahlkampffinanzierung, Unternehmens-Lobbying und Massenmedien-Propaganda blockiert. Aber das bedeutet nicht, dass man es nicht bekämpfen kann. Es bedeutet nur, dass man sie nicht unter ihren Bedingungen mit ihren Werkzeugen bekämpfen kann.

 

In Wirklichkeit wird die gesamte orwellsche Unterdrückungsmaschine, die uns auf dem gleichen Weg hält und gleichzeitig die Illusion von Wahl und Demokratie schafft, von den dünnsten Fäden zusammengehalten: Sie wird durch Narrative zusammengehalten. Was uns daran hindert, echte Veränderungen zu bewirken, ist der ständige narrative Spin, der um das Weltgeschehen herumgewickelt wird, der von den plutokratisch kontrollierten Medien, die die Art und Weise, wie die Gesellschaft denkt und stimmt, manipuliert wird. Das gesamte Imperium ist auf diesem einen dünnen Faden imaginärer Gedankenflocken aufgebaut.

 

Was wir tun können, was gegen die Propagandamatrix, in der wir gefangen sind, sehr, sehr effektiv wäre, ist eine bewusste, konzertierte Informationsrebellion an der Basis. Gegen die Propagandamaschine des Establishments, die das gesamte System an seinem Platz hält. Greift die Lügen und Manipulationen der etablierten Medien an allen Fronten mit so viel Kreativität wie möglich an, so dass Ihr das Vertrauen der Bevölkerung in die Unternehmenspropaganda, die sie tagtäglich einsaugen, schwächt. Sobald die Menschen erkennen, dass sie von unzuverlässigen Quellen manipuliert werden, werden sie viel schwieriger zu propagieren sein.

 

Ohne die Fähigkeit, die Art und Weise zu manipulieren, wie die Menschen denken und abstimmen und uns alle Tag für Tag die gleichen Hebel ziehen lassen, werden politische Lösungen möglich, und eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten eröffnet sich, die uns von der narrativen Matrix, die uns Scheuklappen angelegt hat, nie zugänglich gemacht worden wäre. Und dann hätten wir eine Chance, mit dem Tanzen des immer gleichen alten Tanzes aufzuhören, während die immer gleichen Drohnen des Imperiums mit verschiedenen Masken in und aus dem Büro latschen. Und da unser Verstand nicht mehr durch Täuschung gefangen gehalten wird, könnten wir endlich diesen kühnen, mutigen Sprung in das Unbekannte vollziehen.


http://www.unz.com/article/russia-as-a-cat/

 

Russland als Kater

Meine Antwort an Paul Craig Roberts

 

von Andrei Martyanov, 04.09.2018

 

 

Bevor ich meine Antwort an einige Fragen beginne, die Paul Craig Roberts in seinem Artikel aufwarf, der sich teilweise an mich und Andrei Raevsky (alias Saker) richtete, möchte ich meine tiefe Bewunderung für Dr. Roberts und seine mutige bürgerliche Haltung und seinen wirklichen, nicht nur für die Show, amerikanischen Patriotismus ausdrücken. Es ist eine Ehre und ein Privileg, mit einer so angesehenen Person ins Gespräch zu kommen, auch wenn ich mit ihm in einigen Aspekten der geopolitischen Realität nicht einverstanden bin, wenn es um den jetzt offiziellen Kalten Krieg 2.0 zwischen den Vereinigten Staaten und Russland und die Haltung Russlands in diesem Konflikt geht. Dr. Roberts schreibt:

 

Da ich die gleichen Argumente gebracht habe, kann ich Martyanov und den Saker nur zustimmen. Worin wir uns unterscheiden könnten, ist die Erkenntnis, dass das endlose Akzeptieren von Beleidigungen und Provokationen zu deren Zunahme führt, bis die einzige Alternative eine Kapitulation oder der Krieg ist. Also, die Fragen an Andrej Martyanov, den Saker, und an Putin und die russische Regierung lauten: Wie lange funktioniert das Hinhalten der anderen Wange? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis dein Gegner deinen Vorteil in einer Konfrontation neutralisieren kann? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis man die Unterstützung der patriotischen Bevölkerung verliert, weil man die Ehre des Landes nicht verteidigt hat? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis man schließlich zum Krieg oder zur Unterwerfung gezwungen wird? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis es zum Atomkrieg kommt?

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/pcr-31-08-2018/

 

Hier sind ich und Paul Craig Roberts in der Frage der russischen Strategie sehr unterschiedlich. Ja, ich stimme Dr. Roberts zu, unter Berufung auf William Fulbright: "Worte sind Taten und Stil ist Substanz, soweit sie den Geist und das Verhalten der Menschen beeinflussen". Aber während Beleidigungen und Provokationen unangenehm sind und in einigen Fällen Geist und Verhalten einiger beeinflussen, ist es im heutigen Russland anders. Ich habe hier in der Unz Review bereits einige Grundlagen der russischen Strategie dargelegt, ich werde etwas mehr ausgreifen, um Dr. Roberts' unbestreitbar gültige Frage zu beantworten.

 

Der klassische russische Fabeldichter des 19. Jahrhunderts, Ivan Andreevich Krylov, hat unter vielen herausragenden Fabeln, mit denen es russische Kinder in ihrem Russisch- Literaturkurs zu tun haben und die sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts in ihr Erwachsenenalter führen, eine geschrieben, die die aktuelle geopolitische Realität perfekt beschreibt. Die Fabel heißt Der Kater und der Koch, in der der Koch, nachdem er sein Tagwerk erledigt hat und in die Taverne geflohen ist und seinen Kater zurücklässt, um das Futter (Hühnchenfleisch) vor Mäusen zu schützen. Wie die Fabel erzählt, sieht er nach seiner Rückkehr aus der Taverne, wie die Katze, die sein Hühnchen "bewachen" soll, das Hühnerfleisch auffrisst. Der Koch beschimpft währenddessen die Katze - das meiste aus der Fabel ist der Monolog des Kochs, wie er den Kater (Vas'ka) als schlecht, arrogant, unverantwortlich und böse beschimpft. Die Schlusslinien der Fabel fassen die Situation prägnant zusammen:

 

Aber während er weiter redete,

fraß der Kater das ganze Hühnchen auf.

 

Nun, ich würde diesem Koch sagen,

und er sollte es sich hinter die Ohren schreiben:

 

Damit dein Gerede nichts umsonst ist,

musst du deine Kraft einsetzen.“

 

Und hier ist der Punkt - die Vereinigten Staaten können diese Kraft gegen Russland nicht einsetzen, ohne selbst vernichtet zu werden, während Russland wie dieser sprichwörtliche Kater Vas'ka weiterhin frisst, vor dem Hintergrund eines lauten Geredes, und nichts weiter. Diese Realität, in einer sehr verzweifelten und machtlosen Weise, dämmerte schließlich vielen in Washington. Wie Graham Alison bemerkt:

 

Wie dämonisch, wie zerstörerisch, wie hinterhältig, wie sehr es Russland auch verdient hätte gewürgt zu werden: die brutale Tatsache ist, dass wir diesen Bastard nicht umbringen können ohne Selbstmord zu begehen.“

           https://nationalinterest.org/feature/america-russia-back-basics-21901

 

Dies ist endlich ein gewisser Fortschritt im Jahr 2017, wenn "geschätzte" Mitglieder der amerikanischen geopolitischen "akademischen Welt" beginnen, zumindest einige Einschränkungen ihrer – von Anfang an mächtig übertriebenen – Macht zu begreifen. Dies ist der Fortschritt, sobald wir uns daran erinnern, wo die Welt noch 2013 war. Obwohl Russland 2008 den Schurken der Globalisten in Georgien den Hintern versohlt hat, wurde es von der globalistischen Kabale in Washington immer noch nicht allzu ernst genommen. Noch 2014 beschrieben alle Arten von "Experten" des US-Militärs eine Vielzahl von Szenarien, in denen siegreiche Streitkräfte der USA und der NATO die konventionelle russische Armee in der Ukraine zerschlagen. Das war Selbstmedikation vor dem Hintergrund der russischen Blitzoperation auf der Krim, die die US-Maßnahmen zur Umwandlung der Krim in eine NATO-Basis verhindert hat. Der russische Gegenschlag erwischte alle unvorbereitet. Wie schnell viele heute vergessen haben, was damals erreicht wurde - das kann man kaum als eine Art „Wange hinhalten“ bezeichnen. Wenn überhaupt, dann war es ein massiver Schlag gegen eine bestehende Weltordnung, als Russland den Fehdehandschuh hingeworfen hat. So wird die Ehre verteidigt, indem man handelt und nicht kleinlich herumschimpft. In Donbass folgten massive Niederlagen der US-"trainierten" ukrainischen Streitkräfte.

 

Ich schrieb im Januar 2015:

 

Aber es ist bereits klar, dass die Vereinigten Staaten, indem sie keine vernünftigen politischen Ziele in der Ukraine und in Russland erreicht haben und damit eine massive globale Neuausrichtung eingeleitet haben, eine Niederlage erlitten haben. Was werden die Folgen dieser Niederlage sein? Ich hasse es zu spekulieren, ich weiß nur, dass sie bereits groß sind und dass der Moment der Auseinandersetzung mit der Realität kommt.

 

Heute, fast vier Jahre später, leben wir in einer nicht wiederzuerkennenden Welt und niemand in den USA, es sei denn, sie schreiben für Boulevardzeitungen und kümmern sich nicht um ihren Ruf, beschreibt Szenarien einer Niederlage Russlands. Es ist eine Welt im Übergang zu einer echten Multipolarität, wir leben bereits in einer multipolaren Realität, aber in einer Welt, in der die Vereinigten Staaten bei ihren Versuchen, Macht in Eurasien zu projizieren, wirksam kontrolliert werden. Eine Welt, in der sie darauf reduziert sind, nur noch herumzuschimpfen, Beleidigungen auszusprechen und Provokationen zu begehen - denn sie können nichts anderes tun. Irgendwie ignorieren die Menschen diese Tatsache eines dramatischen, historisch unglaublich schnellen Niedergangs der amerikanischen Macht. Der Wohlstand und der Einfluss der USA nach dem Zweiten Weltkrieg ruhten in erster Linie auf dem Mythos und dem Bluff der amerikanischen Militärmacht, die alle auf Parteilinie bringen sollte und sich vor Entsetzen angesichts einer „Bestrafung“ in die Hosen zu machen, falls jemand abweicht. Russland hat diesen Bluff erkannt.

 

Heute stellen Amerikas Handlungen zunehmend ausgeprägte Symptome einer schwindenden Macht dar, das sich der Realität nicht stellen kann, ohne verrückt zu werden. Und sie werden verrückt, sowohl im Inland als auch international. Die einzige Macht, die in der Lage ist, diese zunehmend irrationale und gefährliche Macht davon abzuhalten, einen Selbstmord zu begehen und dabei alle anderen mitzureißen, ist die Bedrohung durch eine massive militärische Niederlage. Russland hat die Macht um dies zu tun, und bisher funktioniert es. Aber ich habe meine eigene Frage: Sind die Pfleger in einer Anstalt beleidigt, wenn diese Patienten ausfällig werden und Widerstand leisten, wenn sie den gewalttätigen Patienten überwältigen und an das Bett fesseln? Ich glaube nicht – von einem gewalttätigen Geisteskranken wird man nicht beleidigt. Und die Pfleger verteidigen auch nicht ihre Ehre, wenn sie einen Patienten bändigen. Es kann keine ehrenhafte Interaktionen geben zwischen einem Pfleger und einem gewalttätigen Geisteskranken. Amerika ist keine vertragswürdige Partei, schon seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr, daher gibt es keine Interaktionen, die in den russisch-amerikanischen Beziehungen auf der amerikanischen Seite Ehre beinhalten.

 

Ich frage also: Ist es legitim, die Situation zu bewerten, indem man zwei Staaten der Welt in den Jahren 2014 und 2018 vergleicht? Die Antwort ist nicht nur, dass es legitim ist, sondern dass dies der einzig mögliche Weg ist. Clausewitz' Diktum steht heute noch: "Es ist legitim, das Ereignis nach seinem Ausgang zu beurteilen, denn es ist das beste Kriterium". Bei allen amerikanischen Provokationen, Beleidigungen und Russlands angeblichem Hinhalten der anderen Wange MUSS man die Frage stellen - gewinnt Russland? Betrachtet man das Gesamtbild, ist die Antwort eindeutig ja. Das manifestiert sich in vielen Bereichen, von der Wirtschaft über das Militär bis hin zur Geopolitik. Also:

 

Die zionistischen Neokonservativen, die in Washington regieren, sind zu dem gleichen Fehler fähig, den Napoleon und Hitler gemacht haben. Sie glauben an "das Ende der Geschichte", dass der Zusammenbruch der Sowjetunion bedeutet, dass die Geschichte Amerika als Modell für die Zukunft gewählt hat. Ihre Hybris übersteigt sogar die von Napoleon und Hitler. - PCR -

 

Weder Napoleon noch Hitler beschäftigten sich mit den Fragen der nuklearen Abschreckung, noch lebten sie in einer Welt der sofortigen Verbreitung von Informationen. Gemessen an der hysterischen Reaktion dieser Neokonservativen und ihrer militärischen "Experten", sei es 2015 wegen der Ereignisse in Syrien oder Putins Rede vor der Bundesversammlung vom 1. März 2018, wurde die Botschaft gehört. Hysterie ist ein erstes Anzeichen von Schwäche. Diese Neokonservativen mögen irrational sein, zumindest einige von ihnen, aber selbst diejenigen verstehen, dass es einen Preis zu zahlen gibt, und es gibt Gründe (die separat diskutiert werden müssen) zu glauben, dass es ein Verständnis für die strengen Grenzen der Macht Amerikas gibt. Schließlich marschierten Napoleon und Hitler in Russland ein, nachdem sie Europa in die Knie gezwungen hatten. Sie hatten einen hochverdienten Ruf sowohl durch die Grande Armee und durch die Wehrmacht. Die Vereinigten Staaten können seit 1950 keinen einzigen Krieg gegen einen unterdurchschnittlichen Gegner gewinnen, abgesehen von dem Moorhuhnschießen gegen Saddams arg schwache Armee.

 

Zu Semyon Bagdasarov. Er ist ein guter Mann und ein russischer Patriot, er ist ein ehemaliger politischer Offizier, aber ich nehme seinen Vorschlag, einen US Flugzeugträger "zu versenken", nicht ernst. Patriotismus ist keine Entschuldigung für Irrationalität - der Verlust auch nur eines Trägers im Falle eines begrenzten Tomahawk-Angriffs auf einige Ziele in Syrien wird in den USA zu einer politischen Krise von solchem Ausmaß führen, dass die Welt am Rande des Atomkriegs steht. Die USA waren und sind von Natur aus auf nukleare Reaktionen ausgerichtet, mit einer kurzen Pause in den 90er Jahren, als sie sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion als selbsternanntes größtes Militär der Welt sahen. Nicht dumme Dinge zu tun, sondern jene, die notwendig sind, ist das, was die Reaktionen Russlands in den letzten Jahren bestimmt hat. Dies ist die einzig richtige Strategie.

 

Und hier ist meine Schlussfolgerung: Als ehemaliger Militär gebe ich voll und ganz zu, dass ich nur ein Autor bin, der ebenso wie Bagdasarow oder jeder andere "Analyst" keinen Zugang zur täglichen, streng geheimen Unterrichtung durch den Generalstabschef und Russlands Geheimdiensten an Wladimir Putin habe. Patriotismus oder gar irgendein Rest von Professionalität ist kein Ersatz dafür, dass Tausende von Menschen, die sogar ihr Leben riskieren, dem Obersten Befehlshaber ein vollständiges Lagebewusstsein vermitteln, um eine Schlüsselinformation für diese eine und einzige richtige Entscheidung zu liefern, um die Vernichtung der Welt zu verhindern. Russland weiß, wo sich die Vereinigten Staaten heute befinden, und wenn ich auf die letzten 5 Jahre in der Weltgeschichte zurückblicke, sehe ich Russland als diesen sprichwörtliche Kater, der das Hühnchen verspeist, während diejenigen, die die Macht anwenden sollen, dies nicht tun können und laut jammern und keinen Knüppel tragen. Dieses Hühnchen heißt Pax Americana. Russland wird weiterhin das tun was es tut, weil es funktioniert, und weil es weiß wie man Kriege führt, es weiß wie man sich verteidigt und weil wir heute alle in einer anderen Welt leben, so wie sie Russland sieht – und nicht die USA. In diesem Fall ist für die Vereinigten Staaten das Aussprechen von Beleidigungen und sogar ein weiterer nutzloser Angriff mit Cruise Missiles auf Syrien, oder das „Training“ ihrer ukrainischen Strohmänner für militärische Provokationen das Ende der Fahnenstange. Und daran ist nichts Ehrenhaftes.

 


 

http://kunstler.com/clusterfuck-nation/slouching-toward-okeefenoke/

 

Das Waten im Okefenokee-Sumpf

 

von Jim Kunstler, 07.09.2018

 

 

Ziemlich heiß diese Woche im alten Sumpf. Die Alligatoren und die Opossums, die Schlangen und die Schnappschildkröten wühlen die braune Brühe in ihrem Kampf um die Vorherrschaft in der Nahrungskette zu einem blutigen Schaum auf. Der Sumpf hat sogar seine eigene Version des Bigfoots, den Großartigen Goldenen Golem. Im Gegensatz zu seinem scheuen Cousin aus den Wäldern Oregons wandert der strohblonde Riese schwerfällig und geschwätzig durch die Tümpel, Eichenkuppeln und hängenden Zypressenzweige, auf der verzweifelten Suche nach Respekt. Jede Nacht kann man sein Brüllen hören, neben dem Getöse der zirpenden Insekten, der quakenden Ochsenfrösche und lachenden Schlangenhalsvögel und der heulenden Bluthunde auf seinen Fersen, während er nach dem sagenumwobenen Gullistöpsel sucht, der diese tückische Umwelt in ein friedliches Königreich im Hochland verwandeln könnte.

 

Viele Kräfte bewegen sich in diesem Herbst auf Alarmstufe Rot zu, mit einem Effekt, der die individuelle Kraft jedes Einzelnen verstärkt und eine kritische Masse erreichen könnte, die den Sumpf einfach in pampige Stücke sprengen wird. Der von den Progs geführte „Widerstand“ hat die Kavanaugh-Bestätigung in einen sumpfigen Zirkus verwandelt, komplett mit den kreischenden Clowns Kamala Harris und Corey Booker, die für die Wahl 2020 proben. Ihre Mätzchen sind mit ziemlicher Sicherheit vergebens, denn die Partie ist vorentschieden und es gibt genug Stimmen, um Mr. Kavanaugh zu bestätigen, egal wie viele Grimassen sie schneiden.

 

Die bloße Aussicht auf Kavanaugh am Obersten Gerichtshof hat in Progville einen Fiebertanz ausgelöst, der jenen apokalyptischen Endzeitvisionen in mittelalterlichen Schriften ähnelt. Vielleicht kommen noch: Ohnmachtsanfälle, Geistersichtungen, Befall von beißenden Insekten, St. Veitstanz, Glossolalie (1), Besuche von Waldgeistern und andere Anzeichen dafür, dass die Heerscharen vom Beelzebub unterwegs sind. Dieser wutentbrannte Pöbel wird jede Woche gefährlich wahnhafter, die Hexen fliegen schon über Washington. Es ist nicht mehr nötig, sie zu jagen. Sie sind am helllichten Tag draußen.

 

Dieser #Widerstand ist so verwirrt und eine wachsende Anzahl von Kandidaten für die Midterm-Wahlen tritt für dermaßen kindische, jenseitig utopische Fantasien ein, dass sogar Republikaner wie nüchterne Erwachsene aussehen. In der Zwischenzeit wühlen Würmer jenen Komposthaufen auf, der als Mueller-Untersuchung bekannt ist. Heute wurde berichtet, dass der ehemalige stellvertretende FBI-Direktor Andrew McCabe vor einem Geschworenengericht geladen war. Monatelang, stellt sich heraus! Wer hätte das gedacht? Und wer genau hat dieses Gericht einberufen?

 

Nun, es muss jemand im Justizministerium gewesen sein, aber angeblich hat sich der dortige Chef, Jeff Sessions schon lange aus der „Angelegenheit“ Russland zurückgezogen, da er zu Protokoll gegeben hat, dass er Gespräche mit Personen russischer Glaubensrichtung geführt hat. Muss sein Stellvertreter gewesen sein, Rod Rosenstein, auf Empfehlung des Generalinspekteurs Horowitz. Stellt sich die Frage: Ist dies eine echte Suche nach der Wahrheit in den Machenschaften des FBI während und nach den Wahlen 2016? Oder ist es eine von Rosenstein verwaltete List in einer viel breiteren Operation zur Absicherung, im Sinne des guten alten „modifizierten limited hangout“? Ein Begriff, der vom Nixon-Adjudant Chuck Colson geprägt wurde, damals in der alten Watergate Sumpfentleerungsoperation.

 

(Anm.d.Ü.: „limited hangout“ - in etwa „begrenzte Aufdeckung“: Spionagejargon für einen beliebten und häufig verwendeten Gimmick der verdeckten Profis. Wenn ihre Geheimhaltung zerfetzt ist und sie sich nicht mehr auf eine gefälschte Cover-Story verlassen können, um die Öffentlichkeit falsch zu informieren, greifen sie dazu, etwas von der Wahrheit zuzugeben - manchmal sogar freiwillig - und schaffen es dennoch, die wichtigsten und schädlichsten Fakten in diesem Fall zurückzuhalten. Die Öffentlichkeit ist jedoch in der Regel so fasziniert von den neuen Informationen, dass sie gar nicht daran denkt, die Angelegenheit weiter zu verfolgen.)

 

Es gibt jetzt eine klare Beweisspur, etwa so breit wie eine achtspurige Autobahn, über die russischen Absprachen der Demokratischen Partei, den Wahlkampf von Hillary, über das FBI / DOJ, sowie eine Karawane aus Assistenten und Helfern von Robert Mueller, Kollegen und ehemaligen Praktikanten. Sie sind alle in einer Kavalkade (2) von Ereignissen verstrickt, die sich durch mehr als eine Clinton-Untersuchung (und ihre Schadenskontrolloperationen) ziehen, und auch sie sollten vor Geschworenengerichten erscheinen müssen. Viele, vermute ich, sind strafrechtlich verantwortlich und werden im Knast landen. Vielleicht sogar ole Horse-face (Mueller) höchstpersönlich, so ernst und steril er auch erscheinen mag.

 

Ich habe in der letzten Woche oder so zwei von Trumps Massenauftritten gesehen. Sein Freistil-Geplapper auf dem Podium lässt mich wünschen, ich könnte einen Zauberstab schwenken und ihn einfach in einer Wolke aus orangefarbenem Dampf verschwinden lassen. Oder ihn in einen Richard Nixon verwandeln. (Bekommt ihr da keine Sehnsucht nach dem alten Nixie?) Er kann einfach nicht den Mund halten und plappert munter über das Wirtschaftswunder, das er mit seinem mächtigen, „stabil genialen“ Gehirn vollbracht hat. Vielleicht hat er nicht bemerkt, dass das Geldsystem weltweit an den Rändern zerbröselt. Wenn er nicht versteht, dass diese Fäulnis schließlich irgendwann das Zentrum erreichen muss, dann hat er zu viele Cheeseburger mit seinem eigenen Kool Aid runtergespült. Nachdem er sich all das in Bausch und Bogen auf die eigene Fahne geschrieben hat, ist er das perfekte Ziel, um beschuldigt zu werden, wenn der Toilettenwagen der Algo-Handelsroboter über den Jordan geht und alles, was von dem heißen Geld der Welt übrig bleibt, einschließlich des US-Dollars, in Rauch aufgeht. Wenn das auch nur grob mit der Midterm-Wahl zusammenfällt, dann werden wir einen Zweiten Bürgerkrieg erleben.

 

 

 

(1)   https://de.wikipedia.org/wiki/Kavalkade

(2)   https://de.wikipedia.org/wiki/Zungenrede


 

https://thesaker.is/reply-to-paul-craig-roberts-crucial-question/

 

Antwort auf Paul Craig Roberts' wesentliche Frage

 

vom Saker, 07.09.2018 geschrieben für Unz Review

 

 

Kürzlich hat mir Paul Craig Roberts in einem Artikel direkt eine sehr wichtige Frage gestellt. Hier ist der relevante Teil seines Artikels (aber lest bitte den ganzen Artikel, um zu verstehen wo Paul Craig Roberts herkommt und warum er dieses absolut wesentliche Thema aufwirft:

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/pcr-31-08-2018/

 

Andrej Martyanow, dessen Buch ich kürzlich auf meiner Website rezensiert habe, verteidigte Putin, so wie der Saker und ich es in der Vergangenheit getan haben, gegen die Behauptung, Putin sei zu passiv gegenüber Angriffen.

https://russia-insider.com/en/russia-playing-long-game-no-room-instant-gratification-strategies-super-patriots/ri24561

 

Da ich die gleichen Argumente gebracht habe, kann ich Martyanow und dem Saker nur zustimmen. Wo wir uns unterscheiden könnten, ist die Erkenntnis, dass das endlose Akzeptieren von Beleidigungen und Provokationen zu deren Zunahme führt, bis die einzige Alternative eine Kapitulation oder der Krieg ist.

 

Also, die Fragen an Andrej Martyanow, den Saker, und an Putin und die russische Regierung sind: Wie lange funktioniert das Hinhalten der anderen Wange? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis dein Gegner deinen Vorteil in einer Konfrontation neutralisieren kann? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis man die Unterstützung der patriotischen Bevölkerung verliert, weil man die Ehre des Landes nicht verteidigt hat? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis man schließlich zum Krieg oder zur Unterwerfung gezwungen wird? Hält man seine andere Wange so lange hin, bis es zum Atomkrieg kommt?

 

Ich denke, Martyanov und The Saker stimmen zu, dass meine Fragen berechtigt sind.

 

 

Zunächst möchte ich sofort feststellen, dass ich diese Frage für gültig und entscheidend halte, und es eine Frage ist, mit der ich seit einigen Jahren zu kämpfen habe und die mich nachts noch wach hält. Ich denke, dass diese Frage häufiger gestellt werden sollte, vor allem von denen, die sich für den Frieden einsetzen und sich dem Imperialismus in all seinen Formen widersetzen, und ich bin Paul Craig Roberts dankbar, dass er sie angesprochen hat.

 

Zweitens möchte ich angesichts der allgemeinen Scheußlichkeit so vieler pro-russischer Blogosphären und so genannter "alternativer Medien" zu Protokoll geben, dass ich Paul Craig Roberts den größten Respekt zolle, insbesondere für seinen bemerkenswerten Mut und seine intellektuelle Ehrlichkeit. Manchmal stimme ich vielleicht nicht mit allem überein, was Paul Craig Roberts schreibt, aber ich vergesse nie, dass er definitiv ein echter amerikanischer Patriot und ein echter Freund Russlands ist. Ich betrachte ihn als einen wertvollen Verbündeten bei meinen eigenen Kämpfen.

 

Nachdem ich dies geklärt habe, möchte ich auf die Frage von Paul Craig Roberts eingehen.

 

Zunächst möchte ich die Prämisse dieser Frage hinterfragen und fragen, ob es wahr ist, dass Russland eine Politik des "die andere Wange hinhaltens" verfolgt?

 

Meiner Meinung nach ist das eine falsche Annahme. Zum einen hat Russland nicht „eine“ Außenpolitik, sondern mehrere sehr unterschiedliche Politiken gegenüber verschiedenen Ländern und Situationen. Ich werde sie hier nicht alle auflisten, aber ich werde zwei erwähnen, die in diesem Zusammenhang am häufigsten erwähnt werden: Syrien und die Ukraine.

 

Das sind dramatisch unterschiedliche Konflikte mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften:

 

Besteht das Risiko einer direkten Konfrontation der beiden Supermächte Russland und USA? In Syrien: JA – In der Ukraine: NEIN

 

Besteht das Risiko eines Vorfalls, der sich zu einem großen und nuklearen Krieg steigern könnte? In Syrien: HOHES RISIKO – In der Ukraine: SEHR GERINGES RISIKO

 

Besteht eine Nähe zur russischen Grenze? In Syrien: NEIN – in der Ukraine: JA

 

Der Vorteil bei der Truppenstärke? In Syrien: US/CENTCOM/NATO – in der Ukraine: russisches Militär

 

Gibt es eine große russische Bevölkerung? In Syrien: NEIN – in der Ukraine: JA

 

Zustimmung in der (russischen) Bevölkerung zum Einsatz von Gewalt? In Syrien: VORSICHTIGE UNTERSTÜTZUNG (kein Blankoscheck) – in der Ukraine: STARKE UNTERSTÜTZUNG (für einen russischen Gegenangriff zur Rettung Novorossias)

 

Besteht das Risiko eines politischen Rückschlags, falls Russland eskalieren oder eingreifen muss? In Syrien: BEGRENZT (die EU hat mehr oder weniger akzeptiert, dass Russland in Syrien ist, und sogar die USA und Israel) – in der Ukraine: SEHR HOCH (in der EU)

 

Ist eine russische Intervention nach internationalem Recht gerechtfertigt? In Syrien: JA, selbstverständlich – in der Ukraine: JA, aber nicht selbstverständlich

 

Gibt es beim Ergebnis des Konfliktes große ökonomische und soziale Auswirkungen? In Syrien: NEIN – in der Ukraine: JA

 

Ist Russland bei der Lösung des Konfliktes unter Zeitdruck? In Syrien: NEIN – in der Ukraine: NEIN

 

 

Wie ihr seht, haben die 10 Charakteristika des Konfliktes in der Ukraine und Syrien nur eine Gemeinsamkeit: Dass Russland bei der Lösung unter keinem Zeitdruck steht. Ich würde sogar argumentieren, dass die Zeit in beiden Konflikten sehr stark zum Vorteil Russlands spielt (beachten Sie, dass ich nicht gesagt habe, dass sich die lokale Bevölkerung in der Ukraine und Syrien in der gleichen Position wie Russland befindet - für sie ist jeder Tag ein Alptraum).

 

Die beiden wichtigsten Vergleichsmerkmale sind die Gefahr, dass der Konflikt zu einer umfassenden und direkten Konfrontation der Supermächte eskaliert, was leicht zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. Dies ist in der Ukraine höchst unwahrscheinlich und in Syrien sehr wahrscheinlich.

 

Warum?

 

Schauen Sie sich nur die aktuellen Konfrontationen in den beiden Ländern an: In der Ukraine warnen die Novorussen vor einer Konzentration der UkroNazis bei Mariupol; in Syrien sind die russischen Marine- und Luftstreitkräfte bereit, USN-Schiffe zu versenken, wenn sie den Auftrag erhalten. Sehen Sie den Unterschied in Größe und Qualität?!

 

Aus diesen Gründen glaube ich, dass wir die russische Haltung in diesen beiden Konflikten getrennt betrachten müssen.

 

Syrien

 

Ich habe viel über die russische Haltung in Syrien geschrieben und werde daher nur eine kurze Zusammenfassung geben.

 

Der Konflikt in Syrien positioniert die russischen und US-amerikanischen Streitkräfte in sehr unmittelbare Nähe. Darüber hinaus ist die russische Militäreinsatztruppe in und bei Syrien sehr klein und kann einem entschlossenen Angriff der USA/CENTCOM/NATO nicht widerstehen. Im Falle eines Angriffs müssen die Russen schnell ihre Langstrecken-Cruise Missiles einsetzen, die sich in Russland befinden (oder in einem Hafen liegen). Was werden die USA tun, wenn das passiert?

 

Es gibt überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die US-Seite rational (oder sogar proportional) reagieren wird, wenn US-Basen oder Schiffe bei einem russischen Gegenangriff zerstört werden: Der politische Druck, den Russen "eine Lektion zu erteilen", zu zeigen, dass die USA "das größte Militär der Geschichte haben", und der ganze Rest des typischen US-Flaggenschwenkens wird Trump zwingen zu zeigen, dass er der MAGA-Präsident ist. Die gegenwärtigen US-Eliten sind nicht nur "nicht vertragsfähig", sondern sie sind auch ignorant, dumm, arrogant, und sie haben auch ein immenses Gefühl der Selbstgerechtigkeit, eine messianische Ideologie und einen religiösen Glauben an völlige Straffreiheit. Die Annahme, dass die USA ein "rationaler Akteur" sind, wäre höchst unlogisch und im Falle eines möglichen Atomkriegs völlig unverantwortlich.

 

Wladimir Putin wurde vom russischen Volk gewählt, um dessen Interessen zu schützen und zu bewahren, nicht die Interessen des Volkes der Ukraine oder Syriens. In erster Linie besteht seine Hauptaufgabe darin, das russische Volk zu schützen, und das bedeutet wiederum, dass er alles in seiner Macht Stehende tun muss, um eine Konfrontation der Supermächte zu vermeiden, unter der das russische Volk immens leiden würde.

 

Ich persönlich unterstütze die russische Entscheidung, in Syrien zu intervenieren, voll und ganz, aber ich war sehr besorgt über die Gefahren, die mit einer solchen Operation vom ersten Tag an verbunden waren. Ich glaube, dass die Russen bisher eine hervorragende Arbeit geleistet haben: Sie haben das syrische Volk vor dem Albtraum der Takfiris gerettet, sie haben es der syrischen Regierung ermöglicht, zu überleben und den größten Teil des syrischen Volkes zu befreien, und sie haben die Pläne A, B, C, D usw. von bereits zwei (ziemlich bösen, wenn auch inkompetenten) US-Regierungen umfassend vereitelt. Bisher ist die russische Intervention in Syrien ein erstaunlicher Erfolg. Deshalb sind die US-Amerikaner auch so verzweifelt nach allem, was wie ein "Sieg" für die "größte Nation der Welt", "Land der Freiheit, Heimat der Tapferen", bla, bla, bla, bla aussehen würde.... Und doch muss Russland, damit diese russische Operation ein echter Erfolg wird, alles tun, was es kann, um die potenziellen Interventionskosten für die Anglozionisten gleichzeitig zu erhöhen und ihnen jede politische Belohnung eines US-israelischen Angriffs zu verweigern. Ich würde das nicht "die andere Wange hinhalten" nennen, sondern es als "Schlag für Schlag absorbierend" bezeichnen (besonders wenn die "Schläge" so weit unwirksam sind, dass sie fast völlig symbolisch sind!), bis deinen Gegnern der Atem ausgeht, während man die Realität vor Ort verändert". Vergleichen Sie die Situation in Syrien von vor 2 Jahren und heute und sagen Sie mir: Wer gewinnt hier?

 

Die einzig mögliche Schlussfolgerung ist, bisher zumindest, dass die russische Politik zu Syrien ein enormer Erfolg war.

 

Sehen wir uns jetzt den Konflikt in der Ukraine an:

 

Die Ukraine

 

Hier muss ich gestehen, dass ich viel skeptischer bin. Erstens: Obwohl ich verstehe, dass dies eine schwierige Entscheidung war, muss ich zugeben, dass ich mich immer noch frage, ob es richtig war, die Ukronazi-Junta anzuerkennen, die in Kiew an die Macht kam. Warum hat sich der Kreml bereit erklärt, sich mit ihnen einzulassen, obwohl sie durch einen gewalttätigen neonazistischen Staatsstreich an die Macht gekommen sind, der von einer kleinen Zahl von Hardcore-Extremisten ausgeführt wurde und einen direkten Verstoß gegen ein am Vortag unterzeichnetes internationales Abkommen darstellte? Wenn es in der EU legal ist, Hakenkreuze oder gar "revisionistische Bücher" zu verbieten (und Leute einzusperren, die sie geschrieben haben!), wie kommt es dann, dass ein echtes Nazi-Regime, das durch Gewalt an die Macht kam, sofort anerkannt wird? Nun, wir wissen, dass das AngloZionistische Imperium der Gipfel der Heuchelei ist, aber die Anerkennung dieser Bande korrupter und hasserfüllter Schläger durch Russland wirft viele sehr beunruhigende Fragen auf. Schließlich, wie schwer war es für die Russen zu sehen, dass das einzig mögliche Ergebnis eines NS-Coups in Kiew ein Bürgerkrieg war? Denn wenn ich, nur mit Hilfe offener Quellen, den Bürgerkrieg in der Ukraine bereits am 30. November 2013 vorhersagen konnte – https://thesaker.is/the-gates-of-hell-are-opening-for-the-ukraine/ – dann wäre die riesige und hochkompetente russische Geheimdienstgemeinschaft viele Monate und sogar Jahre vor mir zu den gleichen Schlussfolgerungen gekommen! Warum hat der Kreml also ein Regime anerkannt, das sofort einen blutigen Bürgerkrieg auslösen würde? Nochmals, beunruhigende Fragen.

 

Dennoch werde ich den Kreml nicht in Frage stellen, da der Präsident und seine Helfer viel mehr Informationen darüber hatten, welche Entscheidungen sie treffen sollten, als ich es tue, selbst im Nachhinein. Viel mehr beunruhigt mich der Mangel an russischen Wirtschaftssanktionen gegen die Ukraine, vor allem angesichts eines fast endlosen Stroms von Gräueltaten, Provokationen und feindlichen Handlungen. Es scheint, dass die Russen nach den Piraterieakten der Ukronazi im Asowschen Meer endlich entschieden haben, dass genug genug ist und dass die Ukros für ihre Piraterie einen hohen Preis (in wirtschaftlicher Hinsicht) zahlen müssen. Aber das ist sehr wenig und sehr spät. Was braucht es, damit Russland wirklich ernst macht? Einen blutigen Terroranschlag von Ukronazis in Russland vielleicht?

 

Nach der Ermordung von Alexander Sachartschenko fordern nun immer mehr russische Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Anerkennung von DNR und LNR durch Russland. Offen gesagt, kann ich dem nur zustimmen. Genug ist genug, zumal es in Kiew niemanden gibt, mit dem man verhandeln kann, und es wird auf absehbare Zeit auch niemanden geben. Darüber hinaus muss die Junta an der Macht für ihre ständigen Provokationen bezahlen, und ich glaube, dass Russland einige schwere Wirtschaftssanktionen gegen die Ukronazi-Führer und gegen die Ukraine selbst verhängen sollte. Schaut euch sich diese beiden Fakten an und sagt mir, ob ihr hier auch ein Problem seht:

 

Der russische FSB (dessen Ermittler in Donetsk sind) hat erklärt, dass der ukrainische SBU hinter dem Mord an Alexander Sachartchenko steckt.

 

Russland ist der größte Wirtschaftsinvestor in der Ukraine

 

Ergibt das für euch einen Sinn?!

 

Was die Minsker Abkommen betrifft, die sowieso Totgeburten waren, so haben die Ukronazis mit Worten und Taten bewiesen, dass sie überhaupt nicht die Absicht haben, sie umzusetzen. Ich verstehe, dass die Entscheidungsträger im Kreml das auch erkennen und dass ihr Ziel nicht darin besteht, darauf zu warten und zu hoffen, dass die Ukros mit der Umsetzung dieser Abkommen beginnen, sondern dass sie diese Abkommen als "Haken" nutzen, um das Regime in Kiew langsam weiter zu schwächen. Ebenso sehe ich den Vorteil, die LNR/DNR nicht anzuerkennen: So wie die USA in der Ukraine ein Anti-Russland geschaffen haben, so haben die Russen im Donbass eine Anti-Ukraine geschaffen. Ich denke jedoch, dass diese Strategie inzwischen ihren Nutzen überlebt hat und dass der Schutz des Volkes des Donbass als wichtiger angesehen werden sollte als die Schwächung des NS-Regimes in Kiew. Und doch hat der Sprecher von Wladimir Putin gerade (wieder einmal) folgendes erklärt:

 

"Nach der Verübung dieses Terroranschlags ist es sehr schwierig, mit der ukrainischen Seite etwas zu besprechen, aber das bedeutet nicht, dass Russland sich aus dem Minsk-Prozess zurückzieht".

 

Macht das für euch Sinn?!

 

Wenn das russische Militär offen in den Donbass eingreift (wie auf der Krim), gibt es absolut nichts, was die Ukros, die NATO, die EU oder die USA dagegen tun können. Das ist nicht Syrien, und hier haben die Russen einen großen, überwältigenden militärischen Vorteil.

 

(Nebenbemerkung: Deshalb ist militärisch gesehen die ganze "Einkreisung" Russlands durch US/NATO-Militärbasen unsinnig. Ebenso wie die baltisch-polnischen Anträge auf Aufnahme von US/NATO-Basen auf ihrem Territorium. Moderne Supermachtkonflikte haben nicht wirklich Frontlinien und Rückseiten, sondern werden meist in der Tiefe des Kriegsschauplatzes ausgetragen. Indem das Imperium die US/NATO-Basen so nah an Russland platziert, macht es nur die Zielliste der russischen Waffensysteme immer länger und länger, was zu mehr Feuerkraft und mehr Redundanz für den russischen Angriff führt. Dieses gesamte "Einkreisungsgeschäft" ist ein typisch neokonservativer ideologischer Unsinn. Mein Favorit? Wenn die Schiffe der US-Navy ins Schwarze Meer segeln, wo die Überlebenszeit eines jeden Schiffes in Minuten gemessen wird, sobald die Russen beschließen, es zu versenken. Dito für den Persischen Golf, der übrigens ein schrecklicher Ort ist, um USN-Schiffe hinzuschicken. Sollte das Imperium einen Angriff auf den Iran anordnen, würde es wahrscheinlich damit beginnen, alle USN-Schiffe aus dem Persischen Golf zu spülen (es sei denn, das Pentagon will eine Stolperdrahttruppe oder eine Wiederholung einer False Flag-Operation á la "USS Liberty" als Vorwand für einen Angriff).

 

Nicht nur, dass die Ukro-Armee in 24-36 Stunden nicht mehr als Kampftruppe fungieren wird (die meisten Männer werden übrigens überleben, nur als Kampfuntereinheiten und -einheiten wird die Ukro-Armee aufhören zu existieren), sondern die NATO wird auch nicht in der Lage sein, einzugreifen. Es besteht keine Gefahr einer Eskalation im Donbass, insbesondere keine nukleare. Im Gegensatz zu Syrien wird jedoch jede offensichtliche russische Intervention in den Donbass immense politische Folgen für Europa haben: All die winzigen schüchternen Schritte, die von den EU-Führungskräften unternommen wurden, um eine Art unabhängige Außenpolitik zu betreiben (ich denke zum Beispiel an Nord Stream 2), werden sofort von einem riesigen Chor russophober Hysterie der AngloZionistischen Marionettenregime in Osteuropa zerschlagen werden.

 

Um die Wahrheit zu sagen, bisher war die russische Politik der Entsendung von Ausrüstung (Voentorg) und Spezialisten (North Wind) sehr erfolgreich. Die Russen schafften es, die Ukronazis ohne direkte Intervention zu besiegen (mit einigen kleinen Ausnahmen wie einigen Spezialeinheiten, einigen Artillerieschlägen und einigen Hilfen zur Schaffung einer De-facto-Luftsperrzone über dem Donbass). Das Problem ist, dass die Junta angesichts der Tatsache, dass Poroschenko so unbeliebt ist und die Ukraine zu einem gescheiterter Staat wird (was sie schon seit einiger Zeit ist), durchaus beschließen könnte, erneut mit einer neu organisierten, neu ausgebildeten, neu ausgerüsteten und verstärkten militärischen Streitmacht (zumindest auf dem Papier) anzugreifen. Und wenn sie gegen die Novorussen verlieren - was sie wahrscheinlich tun werden -, dann können sie alle ihre eigenen selbstverschuldeten Katastrophen auf die russische Militärintervention schieben.

 

Schließlich, wie ich in der Vergangenheit geschrieben habe, besteht das große Problem darin, dass die AngloZionisten sehr wenig riskieren, wenn sie ihren ukronazischen Vertretern sagen, sie sollen Novorossia angreifen. Oh sicher, viele Ukrainer werden sterben, aber es ist den AngloZionisten egal, und wenn die Ukro-Armee fähig genug ist, eine russische Militärintervention zu erzwingen, dann gewinnt das Imperium politisch. Das einzig schlechte Szenario für das Imperium wäre, wenn die LNR/DNR-Kräfte die Ukros zum dritten Mal besiegen könnten, wiederum ohne offensichtliche russische Intervention, was durchaus möglich ist.

 

Aus russischer Sicht verstehe ich, dass eine offene Intervention im Donbass politisch und wirtschaftlich sehr kostspielig wäre. Ich glaube jedoch, dass es sich nicht um eine "Alles oder Nichts"-Situation handelt. Russland muss sich nicht entscheiden, ob es nichts tut oder seine Panzer nach Kiew schickt. Russland hat die Möglichkeit, die Schrauben in Kiew anzuziehen, ohne es zu übertreiben. Zumindest könnte Russland schmerzhafte Wirtschaftssanktionen verhängen. Der Kreml könnte dem Regime in Kiew auch sagen, dass es rote Linien gibt (einschließlich Terroranschlägen in Novorossia, der Krim oder anderswo in Russland), die nicht überschritten werden sollten, und dass Russland einer Provokation der Ukronazis nicht zusehen wird.

 

Abschließend möchte ich sagen, dass die russische Politik gegenüber der Ukraine eine gemischte Angelegenheit mit einigen echten Erfolgen und einigen wahrscheinlich weniger idealen Antworten war. Ich glaube, dass der Kreml politische und wirtschaftliche Mittel in Betracht ziehen sollte, um gegen die Politik der Ukronazis vorzugehen und sich gleichzeitig so lange wie möglich von jeder offensichtlichen militärischen Operation fernhalten sollte (d.h. wenn die Ukronazis nicht drohen, Novorossia zu überrennen).

 

Nachdem wir diese beiden Konflikte verglichen und einander gegenübergestellt haben, betrachten wir nun das Gesamtbild. Schließlich spricht Paul Craig Roberts mit seiner Frage die Zukunft unseres gesamten Planeten an: "Kann man Krieg vermeiden und den Planeten retten?". Und er hat völlig Recht: Es geht hier nicht nur um das Ergebnis eines lokalen oder regionalen Konflikts, sondern um die Zukunft unseres gesamten Planeten.

 

Das größere Bild: Der existentielle Krieg zwischen Russland und dem Imperium

 

Die USA und Russland befinden sich bereits seit einigen Jahren im Krieg. Ja, dieser Krieg ist zu etwa 80% informativ, zu 15% wirtschaftlich und nur zu 5% kinetisch. Aber das kann sich sehr schnell ändern. Die Hauptgründe für diesen Krieg sind nicht nur die übliche Mischung aus Großmachtrivalitäten, wirtschaftlichen und finanziellen Kämpfen, dem Wunsch, Rohstoffe zu kontrollieren, oder strategischen geografischen Standorten. Diese sind auch diesmal alle vorhanden, aber der tiefere Grund für diesen Krieg ist, dass Russland und die USA zwei sich gegenseitig ausschließende Zivilisationsmodelle darstellen. Ganz kurz gesagt, Russland will eine multipolare Welt, in der sich jedes Land frei entwickeln kann, wie es sein Volk für richtig hält, und in der das Völkerrecht die Beziehungen zwischen den Nationen regelt. Das Imperium steht, naja, natürlich für sich selbst. Das bedeutet, dass es eine einzige Welthegemonie will, die von den AngloZionisten regiert wird. Darüber hinaus steht Russland für traditionelle moralische und spirituelle Werte, während das Imperium für Gier, Globalismus und die Zerstörung aller Traditionen und moralischen Werte steht. Es ist ziemlich offensichtlich, dass diese beiden Systeme nicht nebeneinander existieren können. Sie stellen eine existenzielle Bedrohung für einander dar. Russland wird entweder souverän werden oder versklavt. Das Imperium wird entweder den Planeten kontrollieren oder zerfallen. Tertium non datur – ein Drittes gibt es nicht.

 

Die Russen verstehen das voll und ganz, ebenso wie die Führer des transnationalen AngloZionistischen Imperiums. Ihr denkt, dass ich übertreibe? Nun, seht selbst, was die Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen zu diesem Thema zu sagen hatte: (Hervorhebung hinzugefügt)

 

Wir erleben historische Veränderungen in der gesamten Bedrohungslandschaft.... Das Kräfteverhältnis, das das internationale System seit Jahrzehnten geprägt hat, ist dabei sich zu zersetzen. Amerikas unipolares Moment ist in Gefahr. Machtvakuen entstehen weltweit und werden schnell von feindlichen Nationalstaaten, Terroristen und transnationalen Kriminellen gefüllt. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen unsere Lebensweise stören - und viele schüren Chaos, Instabilität und Gewalt.

 

Abgesehen von der völlig heuchlerischen Bemerkung am Ende über "Chaos, Instabilität und Gewalt" (die bei weitem die größten US-Exporte sind), liegt sie genau richtig. Daher die aktuellen Spannungen.

 

Es besteht die sehr reale Möglichkeit, dass dieser Krieg plötzlich zu 100% kinetisch wird. Das verstehen auch die Russen, und deshalb bereiten sie sich seit einigen Jahren auf den Dritten Weltkrieg vor. Wie ich bereits mehrfach gesagt habe, sind die US-Streitkräfte nicht in der Lage, einen konventionellen Krieg gegen Russland zu führen, und die jüngsten russischen Fortschritte in der Militärtechnologie haben die US-Marine und die Luftwaffe mehr oder weniger nutzlos gemacht. Die nukleare Triade der USA ist jedoch immer noch voll funktionsfähig und reicht mehr als aus, um Russland zu zerstören.

 

Russland hat daher auch seine strategischen Abschreckungskapazitäten drastisch erhöht und damit alle ABM-Maßnahmen der USA nutzlos gemacht. Nach dem alten Motto si vis pacem, para bellum, hat Russland nun eine ganze Familie neuer Waffensysteme entwickelt, die die USA von jedem Angriff abhalten sollen (siehe die Analyse von Andrej Martyanov – http://www.unz.com/article/the-implications-of-russias-new-weapons/ – und meine eigene – http://www.unz.com/tsaker/newly-revealed-russian-weapons-systems-political-implications/ ). Putins Plan ist ganz offensichtlich: Er hofft, dass Russland in der Lage sein wird, die Führer der Vereinigten Staaten davon zu überzeugen, dass ein Angriff auf Russland selbstmörderisch wäre. Jetzt kann Russland nur noch versuchen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um einen solchen Konflikt zu vermeiden.

 

Paul Craig Roberts präsentiert uns ein sehr düsteres Bild, wenn er das sagt:

 

Die Menschen im Westen, mit denen er (Putin) es zu tun hat, sind Idioten, die seine Staatskunst nicht zu schätzen wissen. Jedes Mal, wenn Putin die andere Wange sozusagen hinhält, steigern sich die Beleidigungen und Provokationen nach oben (....) Der Grund, warum Putin meiner Meinung nach eine bessere Arbeit leisten muss, um sich gegen Washington zu behaupten, ist, dass ich aufgrund der Geschichte glaube, dass die Beschwichtigung weitere Provokationen fördert, und es kommt der Punkt, an dem man sich ergeben oder kämpfen muss.

 

Leider kann ich Paul Craig Roberts nur voll und ganz zustimmen, und ich habe das in meinem Artikel „Jedes 'Klick' bringt uns näher an den Knall!“ erklärt.

http://www.unz.com/tsaker/each-click-brings-us-one-step-closer-to-the-bang/

Die abschließenden Worte darin lauten:

 

Ich kann die Tatsache nicht ignorieren, dass jedes "Klick" uns dem "Knall" einen Schritt näher bringt. Und das legt mir nahe, dass die einzig wirkliche Lösung für diese gefährliche Situation darin besteht, einen Weg zu finden, den Finger, der auf den Abzug drückt, zu entfernen oder, besser gesagt, dem Irren die Waffe wegzunehmen, mit der er uns alle bedroht.

 

Das ist, glaube ich, der Kern der russischen Politik gegenüber den Vereinigten Staaten: der Versuch, einen Weg zu finden, den AngloZionistischen Finger vom nuklearen Auslöser der USA zu lösen. Das ist eine schwierige und komplizierte Aufgabe, die nur sehr sorgfältig angegangen werden kann, Schritt für Schritt. Und ja, diese Strategie impliziert, dass man manchmal scheinbar sanftmütig "die andere Wange hinhält", während man in Wirklichkeit versucht, dem Irren keinen Grund zum Abdrücken zu geben.

 

Betrachten Sie es so: Was ist der größte Fehler, den die USA derzeit machen? Die US-Führer erkennen nicht (oder, schlimmer noch, kümmern sich nicht darum), dass die Aktionen der USA Russland in eine Ecke treiben, aus der es sich nicht zurückziehen kann. Damit zwingen sie Russland, sich zu behaupten, erforderlichenfalls auch mit militärischer Gewalt. Was wäre der Sinn darin, dass die Russen genau das Gleiche tun und die Neokons in eine Ecke drängen, in der sie erkennen würden, dass sie sich nicht zurückziehen können? Bitte beachtet, dass das Verständnis dessen, was für euren Feind inakzeptabel ist (um die „Belastungsgrenze" in der Verhandlungstheorie zu erreichen), keineswegs bedeutet, dass man mit den Werten oder der Sichtweise seines Feindes einverstanden ist. Wir müssen die anglozionistische messianische Ideologie und Weltsicht nicht als alles andere als abstoßend und wahnhaft empfinden, um die Tatsache zu verstehen, dass, wenn sie offen und direkt herausgefordert werden, die AngloZionisten zuschlagen werden, höchstwahrscheinlich auf eine völlig unverantwortliche und sogar selbstmörderische Weise. So besteht die einzig mögliche Strategie darin, das Imperium langsam zu schwächen, ohne seinen Führern jemals das eindeutige Signal zu geben, dass das, was Russland wirklich anstrebt, ihr völliges Ende ist. Und noch einmal, wenn das bedeutet, ihnen die Illusion zu vermitteln, dass Russland "die andere Wange hinhält", dann ist das der Preis, den man zahlen muss, um mehr Zeit zu gewinnen und das Imperium weiter zu schwächen.

 

Diese Strategie kann jedoch nicht ewig aufrechterhalten werden, schon allein deshalb nicht, weil Beschwichtigung zu weiterem Missbrauch führt. Jedes Mal, wenn Russland den Dritten Weltkrieg erfolgreich meidet, interpretieren die Schwachköpfe in Washington DC dies als ein weiteres Zeichen dafür, dass "Russland schwach ist, und wir sind stark, wir sind die Besten, wir sind die Besten, wir sind unbesiegbar" und dann planen sie eine weitere Eskalation vder Spannungen und Feindseligkeiten.

 

Deshalb denke ich, dass jeder Konflikt von Fall zu Fall geprüft werden muss. In Syrien scheint es sinnvoll, „die andere Wange hinzuhalten", um den Dritten Weltkrieg zu vermeiden. In der Ukraine, wo ein solches Risiko nicht besteht, muss diese Strategie grundlegend überdacht werden. In Syrien befinden sich russische und US-amerikanische Streitkräfte in unmittelbarer Nähe und stehen sich gegenüber; in der Ukraine sind die Streitkräfte der Ukronazis jedoch Stellvertreter der NATO, und so wirken sie wie ein Puffer, der die Risiken einer schnellen und unkontrollierten Eskalation reduziert. Russland kann das zu seinem Vorteil nutzen.

 

Ich möchte noch Folgendes hinzufügen: Sollte Russland beschließen, energischer dagegen zu halten, wird es das nicht flächendeckend tun, sondern nur in bestimmten Fällen und spezifischen Konflikten. Ein stärkerer Widerstand in Syrien wird nicht automatisch einen stärkeren Widerstand in der Ukraine bedeuten und umgekehrt. Die russische Militärstrategie legt, ebenso wie die russischen Politiker, großen Wert auf die Konzentration der Kräfte auf die Hauptangriffsachse, nicht auf das gesamte Schlachtfeld. Diese ganze Vorstellung von "hart sein" (Verbrechen, Drogen, Terror, etc.) ist sehr US-amerikanisch. Russen denken überhaupt nicht so. Sie werden die gesamte Einstellung des Feindes studieren und die Stelle auswählen, an der ein (Gegen-)Angriff am sinnvollsten ist. Erwartet also nicht, dass Putin plötzlich aufhört, "die andere Wange hinzuhalten“ und „den Amerikanern klare Kante zeigen wird". So wird es einfach nicht ablaufen. An manchen Stellen werden die Russen scheinbar nachgeben, während sie an anderen den Druck erhöhen. So werden alle Kriege gewonnen.

 

Der interne Faktor: Die Fünfte Kolonne

 

Wie ich bereits mehrfach in der Vergangenheit erwähnt habe, hat Wladimir Putin auch mit einer prowestlichen und prozionistischen Fünften Kolonne im Kreml und ganz allgemein im Staatsapparat zu kämpfen. Ich nenne diese Fünfte Kolonne die atlantischen Integrationisten (im Gegensatz zu den eurasischen Souveränisten), aber wir könnten sie auch den Washington Consensus/IMF/WTO/WB/etc/ nennen oder dem Beispiel von Gary Littlejohn folgen und sie "Unterstützer internationaler Finanzinstitutionen" nennen (außer, dass ich sie nicht "Unterstützer" nennen, sondern als "Agenten" bezeichnen würde). Aber egal welchen Begriff wir verwenden, es ist wichtig, immer daran zu denken, dass diese Fünfte Kolonne die größte Bedrohung bleibt, der Putin und Russland ausgesetzt sind, und Putin muss dies bei jeder Entscheidung, die er trifft, im Auge behalten. Bisher hat sich diese Fünften Kolonne vor allem auf das konzentriert, was ihr am Herzen liegt - Geldfragen und Innenpolitik - und es dem Militär und den Sicherheitsdiensten überlassen, sich mit dem zu befassen, was ihnen am Herzen liegt: dem Schutz der russischen Souveränität und Außenpolitik. Aber Sie können sicher sein, dass, wenn Putin jemals einen Fehler macht (auch wenn er keinen macht sondern nur einen zu machen scheint), sie sich auf ihn stürzen und alles tun werden, was sie können, um ihn entweder gleich zu verdrängen oder ihn und seine Anhänger zumindest zu zwingen, ihrer tückischen Agenda zuzustimmen: zum Albtraum der 90er Jahre zurückzukehren: ein Totalausverkauf Russlands an die AngloZionisten.

 

Fazit: Einfache Wahrnehmungen gegen eine komplexe Realität

 

Verhält sich Russland also wie ein Tyrann (wie die USA/EU sagen), oder reagiert es angemessen, wenn es nötig ist (wie die meisten Putin-Anhänger glauben), oder hält es sanftmütig die andere Wange hin (wie Paul Craig Roberts folgert)? Ich würde sagen, dass keine dieser Charakterisierungen korrekt ist und dass die Realität einfach viel komplexer ist.

 

Zum einen zeigen die Beispiele Südossetien und Krim, dass Putin bereit ist, bei Bedarf energische militärische Maßnahmen zu ergreifen. Aber in anderen Fällen zieht er es vor, jede Konfrontation zu verzögern. Im Falle Syriens macht das Sinn. Im Falle der Ukraine ist dies weniger der Fall. Darüber hinaus ist Russland nach wie vor nur ein teilweise souveränes Land, und die Macht der Fünften Kolonne beeinflusst die russische Entscheidungsfindung nach wie vor stark, insbesondere in nicht zeitkritischen Fällen (Südossetien und Krim sind perfekte Beispiele für eine zeitkritische Situation). Deshalb erscheinen russische Aktionen oft als widersprüchliche Zickzackbewegungen (selbst wenn sie es nicht sind). Die Russen haben auch noch eine eher schwache Öffentlichkeitsarbeit Beispiele dazu siehe hier:

 

https://thesaker.is/making-sense-of-a-few-rumors-about-russian-weapons-systems/

 

https://thesaker.is/making-sense-of-russian-political-ambiguities/

 

https://thesaker.is/what-is-really-wrong-with-russia-today-and-sputnik/

(Anm.d.Ü.: den dritten link findet man in deutscher Übersetzung in meinem Archiv Oktober 2017 – https://www.theblogcat.de/archiv/archiv-2017/oktober-2017/ --)

 

Dieses Wahrnehmungsproblem wird durch die bedauerliche Tatsache verschärft, dass ein Großteil der englischsprachigen, russisch geprägten Blogosphäre grob gespalten ist:

 

Auf der einen Seite gedankenloses Cheerleading kombiniert mit eindringlichen Leugnungen, dass es überhaupt Probleme gibt.

 

Andererseits dienen defätistische "alles ist verloren" oder "Putins Ausverkauf" Kommentare nur dazu, die Sache weiter zu verwirren.

 

Sie alle sind gleichermaßen falsch. Schlimmer noch, sie schaden beide Russland im Allgemeinen und Putin im Besonderen (leider haben sich die meisten von ihnen an ihre Finanzinvestoren verkauft und sind mehr daran interessiert, diesen oder jenen Oligarchen zu gefallen als daran, ehrlich zu sein).

 

Russische Politik sollte dialektisch betrachtet werden: als sich entwickelnde Prozesse, die oft den Samen ihres eigenen Widerspruchs enthalten, aber am Ende doch enorm erfolgreich sind, zumindest bisher. Anstatt von Putin Perfektion oder Unfehlbarkeit zu erwarten, sollten wir ihm unsere bedingte und kritische Unterstützung anbieten. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass Putin und die eurasischen Souveränisten sehr wohl von der kritischen Unterstützung profitieren können, da es ihnen eine Rechtfertigung liefert, Korrekturmaßnahmen zu ergreifen (z.B. hat Putin das vorgeschlagene Projekt zur Rentenreform bereits, wenn auch nur minimal, als direkte Folge eines massiven öffentlichen Aufschreis geändert). Man könnte es auch so ausdrücken: Jedes Mal, wenn die russische Öffentlichkeit über Ukronazi-Aktionen empört ist oder die Wahrnehmung, dass Russland sanftmütig die andere Wange hinhält, rückt der Tag näher, an dem Russland endlich die beiden Novorussischen Republiken anerkennen wird. Im Moment höre ich in den russischen Medien (einschließlich der staatlichen Medien) viel über immense Frustration, Ekel und Wut, und die Forderung, dass der Kreml eine viel härtere Linie bei den Ukros in Kiew einschlagen soll. Volkszorn ist eine mächtige Waffe, die Putin gegen seine Feinde, sowohl intern als auch extern, einsetzen kann.

 

Folgen wir also dem Beispiel von Paul Craig Roberts und stellen weiterhin die schwierigen Fragen und bleiben wir der russischen Politik gegenüber kritisch.

 

 

Der Saker


 

https://www.paulcraigroberts.org/2018/09/06/i-know-who-the-senior-official-is-who-wrote-the-ny-times-op-ed/

 

Ich weiß, wer der „hochrangige Beamte“ ist, der den Gastbeitrag in der NYT geschrieben hat

 

von Paul Craig Roberts, 06.09.2018

 

 

Liebe Leser, eure Webseite braucht eure Unterstützung. Ohne die kann sie nicht existieren.

Wenn ihr meine Kolumne lest, dann lest ihr etwas, das ihr nirgendwo sonst findet – eine klare, deutliche und korrekte Erklärung dazu, wer der Autor des NYT-Leitartikels ist, der fälschlicherweise einem „hochrangigen Beamten unter Trump“ zugeordnet wird.

 

 

Ich weiß, wer den anonymen "Senior Trump Official"-Gastbeitrag in der New York Times geschrieben hat. Die New York Times hat ihn geschrieben.

 

Der Gastbeitrag ist eine offensichtliche Fälschung.

http://www.informationclearinghouse.info/50194.htm

 

Als ehemaliger hoher Beamter in einer Präsidialverwaltung kann ich mit Sicherheit sagen, dass kein hoher Beamter anonym Meinungsverschiedenheiten äußern würde. Anonyme Meinungsverschiedenheiten haben keine Glaubwürdigkeit. Außerdem untergräbt die Schande den Charakter des Autors. Ein echter Dissident würde seinen Ruf und den Status seiner hohen Position nutzen, um seinem Dissens Gewicht zu verleihen.

 

Die Behauptung der New York Times, den Autor überprüft zu haben, ist ebenfalls unglaubwürdig, da die New York Times immer wieder extreme Anschuldigungen gegen Trump und Wladimir Putin erhoben hat, ohne einen Beweis zu liefern. Die New York Times hat unbegründete Behauptungen immer wieder als erwiesene Tatsache falsch dargestellt. Es gibt überhaupt keinen Grund, der New York Times zu glauben.

 

Überlegen Sie auch, ob ein Mitglied einer Verschwörung, das "fleißig" innerhalb der Regierung mit "vielen hohen Beamten" arbeitet, um "unsere demokratischen Institutionen zu erhalten und gleichzeitig die "schlimmsten Neigungen" von Trump zu vereiteln", seine Pläne und die seiner Mitverschwörer vereiteln würde, indem er sie aufdeckt!

 

Diese Fälschung ist ein Versuch, die Trump-Administration aufzulösen, indem sie Verdacht auf der gesamten Führungsebene schafft. Wenn Trump auf die Täuschung der New York Times hereinfallen sollte, wird wahrscheinlich eine Haussäuberung stattfinden, wo immer der Verdacht hinfällt. Eine Regierung voller gegenseitiger Verdächtigung kann nicht funktionieren.

 

Der gefälschte Gastbeitrag dient dazu, der falschen Berichterstattung der New York Times innerhalb der Trump-Administration Geltung zu verleihen, die den Interessen des Militär/Sicherheitskomplexes dient, sich an Feinden festzuklammern, mit denen Trump lieber Frieden schließen würde. So stellt beispielsweise der angebliche "hohe Beamte", ebenso wie die New York Times, die Bemühungen von Präsident Trump, gefährliche Spannungen mit Nordkorea und Russland abzubauen, falsch dar. Nämlich als "Präferenz für Autokraten und Diktatoren wie den russischen Präsidenten Vladimir Putin und den nordkoreanischen Führer Kim Jong-un" gegenüber den "Verbündeten, gleich gesinnten Nationen Amerikas". Das ist das gleiche unlogische Aussage, die die New York Times endlos zum Ausdruck gebracht hat. Warum ist die Lösung gefährlicher Spannungen eine "Präferenz für Diktatoren" und keine Präferenz für Frieden? Die New York Times hat es nie erklärt, ebenso wenig wie der "hohe Beamte".

 

Wie kommt es, dass Putin, der dreimal mit Mehrheiten gewählt wurde, die noch nie ein US-Präsident erhalten hat, ein Diktator ist? Putin trat nach Ablauf der zulässigen zwei aufeinander folgenden Amtszeiten zurück und wurde nach einer Karenzzeit erneut gewählt. Treten Diktatoren zurück und warten 6 Jahre ab?

 

Der "hohe Beamte" unterstützt auch die angebliche Skripal-Vergiftung durch ein "tödliches russisches Nervengas" als eine bewiesene Tatsache. Ein Ereignis, für das es keinen einzigen Beweis gibt. Auch hat niemand erklärt, warum der "tödliche Nervenkampfstoff" nicht tödlich war. Das gesamte Skripal-Ereignis beruht nur auf Behauptungen. Der Zweck des Skripal-Schwindels war genau das, was Präsident Trump sagte: ihn in eine weitere Konfrontation mit Russland zu stecken und einen Abbau der Spannungen zu verhindern.

 

Wenn der "hohe Beamte" wirklich so uninformiert ist, dass er glaubt, dass Putin ein Diktator ist, der die Skripals mit einem tödlichen Nervenmittel angegriffen und Trump zum Präsidenten gewählt hat, ist der "hohe Beamte" zu gefährlich ignorant und leichtgläubig, um ein hoher Beamter in einer Regierung zu sein. Dies sind die Überzeugungen oder Bekenntnisse der New York Times, denn die New York Times tut alles, was die Organisation tun kann, um das Budget des Militär-/Sicherheitskomplexes vor einer Reduzierung der "feindlichen Bedrohung" zu schützen.

 

Erinnert Ihr euch, als Condoleezza Rice mit ihrer Bildsprache von "einer Pilzwolke, die über einer amerikanischen Stadt aufsteigt", den Weg für die illegale US-Invasion in den Irak bereitet hat? Der Irak hatte keine Atomwaffen, und jeder in der Regierung wusste es. Es gab keine Aussicht auf so ein Ereignis. Es besteht jedoch eine sehr reale Aussicht auf Pilzwolken, die über viele amerikanische und europäische Städte ziehen, wenn die verrückte Russlandphobie der New York Times und der anderen Stellvertreter zusammen mit der Demokratischen Partei und den Sicherheitselementen des tiefen Staates weiterhin Lügen über Lügen, Provokationen auf Provokationen über Russlands Geduld aufhäufen. Irgendwann ist die einzig logische Schlussfolgerung, die die russische Regierung ziehen kann, dass Washington die Amerikaner und Europäer auf einen Angriff auf Russland vorbereitet. Propaganda, die den Feind verunglimpft und dämonisiert, geht militärischen Angriffen voraus.

 

Der andere Angriff der New York Times auf Präsident Trump - er sei instabil und ungeeignet für das Amt - wird in dem gefälschten Leitartikel reproduziert: "Angesichts der Instabilität, die viele Zeugen beobachten, gab es im Kabinett schon bald ein Geraune, sich auf den 25. Zusatzartikel zu berufen, der einen komplizierten Prozess zur Amtsenthebung des Präsidenten einleiten würde", schreibt der erfundene und nicht existierende "hohe Beamte".

 

Amerikaner sind ein unbedarftes Volk. Aber ist irgendjemand so unbedarft, dass er wirklich denkt, ein hoher Beamter würde schreiben, dass die Mitglieder des Kabinetts von Präsident Trump darüber nachgedacht haben, ihn aus dem Amt zu entfernen? Was ist diese Aussage außer dem bewussten Versuch, eine Verfassungskrise zu erzeugen – denn das ist genau das Ziel von John Brennan, James Comey, Rod Rosenstein, der DNC und der New York Times. Eine Verfassungskrise ist das, worum es bei dem Schwindel von Russiagate geht.

 

Das Ausmaß der Verlogenheit und des Bösen in diesem Plan gegen Trump ist in der Geschichte beispiellos. Hat einer dieser Verschwörer einen Moment über die Folgen der Amtsenthebung eines Präsidenten nachgedacht, weil der nicht bereit ist, die gefährlich hohen Spannungen zwischen den Atommächten zu verschärfen? Der nächste Präsident müsste eine russophobische Haltung einnehmen und nichts tun, um die Spannungen abzubauen, die in einem Atomkrieg enden könnten. Oder er würde selbst beschuldigt, "den russischen Diktator zu verhätscheln und Amerika in Gefahr zu bringen".

 

Der Grund, warum die USA in Gefahr sind, liegt darin, dass die CIA und die presstituierten Medien Amerika – und Europa – in Gefahr gebracht haben, indem sie die Absicht von Präsident Trump durchkreuzt haben, das gefährliche Ausmaß der Spannungen zwischen den beiden großen Atommächten abzubauen. Professor Steven Cohen, Amerikas führender Russlandexperte, sagt, dass die Spannungen während des Kalten Krieges nie so hoch waren wie heute. Als ehemaliges Mitglied im Committee on the Present Danger (Ausschusses für gegenwärtige Gefahren) bin ich selbst ein ehemaliger Kalter Krieger, und ich weiß genau, dass Professor Cohen Recht hat.

 

Heute leben die Menschen in Amerika und in Europa in einer Situation, in der der blinde Hass der liberal-progressiven Linken auf Donald Trump, zusammen mit der eigennützigen Macht und dem Profit des militärischen Sicherheitskomplexes und den Wahlhoffnungen der Demokratischen Partei rücksichtslos und unverantwortlich das nukleare Armageddon riskieren, und zwar aus keinem anderen Grund, als ihren Hass auszuleben und ihr eigenes Nest auszubauen.

 

Diese Verschwörung gegen Trump ist gefährlich für das Leben auf Erden und erfordert, dass die Regierungen und Völker der Welt jetzt handeln, um diese Verschwörung aufzudecken und zu beenden, bevor sie uns alle umbringt.


Great, Britain!

 

Von Dmitry Orlov, 06.09.2018

 

 

Die Briten haben gerade meinen vorherigen Artikel, The Truthers and The Fakers, mit einer putzigen kleinen Fallstudie versehen: Schon am nächsten Tag, nachdem ich ihn veröffentlicht hatte, nahm Theresa Mays Regierung ihre Rolle als eine der weltweit führenden Faker ein und entfesselte die nächste Folge von gefälschten Nachrichten über die Skripal-Vergiftung. Wir können dies als Schulungsmaterial verwenden, um zu lernen, wie man Fälschungen erkennt und entsorgt.

 

Die gefälschte Geschichte, die May verbreitet, ist, dass es "sehr wahrscheinlich" ist, dass der Kreml einen Anschlag auf den ehemaligen britischen Spion Sergei Skripal (und seine Tochter) mit einer "russischen" Chemiewaffe namens "Novichok" angeordnet hat. Nach dem, was wir bereits wussten, ist es wiederum sehr wahrscheinlich, dass diese Geschichte eine vollständige und vollkommene Fälschung ist. Wie ich bereits im vorherigen Artikel erläutert habe, ist es nicht unsere Aufgabe, festzustellen, was wirklich passiert ist. Wir könnten dies nicht mit Sicherheit tun, ohne Zugang zu Staatsgeheimnissen zu haben. Aber das brauchen wir nicht; alles, was wir tun müssen, ist, mit einem angemessenen Maß an Sicherheit festzustellen, dass die Geschichte der britischen Regierung eine dumme, inkompetente und erfundene Fabrikation ist. Dies wird es uns dann ermöglichen, die britische Presse, die diesen Unsinn als Tatsache wiederholt, und die britische Öffentlichkeit, die es bedingungslos für bare Münze hält, richtig einzustufen. Dann können wir die falsche Bezeichnung "groß" fallen lassen - denn große Nationen handeln nicht so dumm.

 

Erstens, mit der Anwendung der üblichen Untersuchungstechnik der Identifizierung von Mitteln, Motiven und Gelegenheit stellen wir fest, dass die russische Regierung nichts davon besitzt, während die Regierung von Theresa May alles davon hat.

 

Die Mittel: Russland hat seine Chemiewaffen aufgegeben, internationalen Inspektionen unterzogen und verfügt nicht mehr über ein Chemiewaffenprogramm, während Großbritannien und die USA ihre vertraglichen Verpflichtungen ignoriert haben. Sie haben ihre chemischen Waffen nicht aufgegeben, sich keinen internationalen Inspektionen unterzogen und man unterhält ein Chemiewaffenprogramm in Porton Down, nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die Vergiftungen stattgefunden haben. Experten von Porton Down behaupten, den angeblich verwendeten chemischen Wirkstoff identifiziert zu haben, und das bedeutet, dass sie etwas davon zur Hand hatten.

 

Das Motiv: Russland hatte Skripal vor einigen Jahren in einem Spionagewechsel an Großbritannien übergeben und hatte keinen Grund, ihn zu verfolgen. Einen internationalen Skandal unmittelbar vor der Weltmeisterschaft in Russland zu verursachen, hätte für jeden russischen Beamten das Karriereende bedeutet. Andererseits brauchte die Regierung von Theresa May dringend eine Ablenkung von ihren katastrophalen Brexit-Verhandlungen, der nachlassenden Unterstützung und anderen Sorgen und wäre begierig gewesen, ihren Herren in Washington durch eine Provokation gegen Russland zu gefallen.

 

Die Gelegenheit: Die Vergiftung fand auf britischem Boden statt, die Straße runter von einer britischen Chemiewaffenfabrik, und die vergiftete Person lebte unter den wachsamen Augen der britischen Spezialdienste. Offensichtlich hatten die Briten reichlich Gelegenheit; ob die Russen überhaupt eine hatten, bleibt zu zeigen.

 

So scheint es bei der Anwendung des inzwischen traditionellen britischen Rechtsstandards "mit hoher Wahrscheinlichkeit" sehr wahrscheinlich, dass der Kreml nichts damit zu tun hatte. Aber das lässt immer noch die Frage offen, was genau es war, mit der Kreml nichts zu tun hatte, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass das, was die britische Regierung vorgibt, geschehen zu sein, nicht geschehen ist.

 

Die Briten behaupten, dass zwei russische Regierungsvertreter, Alexander Petrov und Ruslan Boshirov (sic), von Moskau aus mit einem Aeroflot-Flug nach Großbritannien geflogen seien, nach Salisbury gefahren sind, etwas Novichok auf den Türknauf von Skripals Haustür gesprüht und dann zurückflogen seien. Sie transportierten das Novichok in einer Parfümflasche, die sie dann in einem Park entsorgten. Skripal und seine Tochter berührten den Türknauf, gingen dann zum Mittagessen und auf einen Spaziergang, und einige Stunden später erlagen sie synchron dem Gift und verseuchte auch einen Polizisten, der ihnen zu Hilfe kam. Alle drei erholten sich schließlich. Wochen später fand ein lokaler Drogenabhängiger die Parfümflasche in einem Park und gab sie seiner Freundin, die sich mit der Substanz besprühte und starb, während er krank wurde und sich erholte.

 

Novichok ist eine chemische Waffe, die entwickelt wurde, um bei Kontakt zu töten und ganze Städte sofort auszulöschen. Es ist bekannt, dass es von Labors in mehreren Ländern synthetisiert wurde, darunter eines in der ehemaligen Sowjetunion. Es ist nicht bekannt, dass es jemals in Russland synthetisiert wurde. Es ist bekannt, dass es viel zu tödlich ist, um in der beschriebenen Weise verwendet worden zu sein und eine so milde Wirkung ausgelöst zu haben.

 

Erstens, wenn Petrov und Boshirov tatsächlich versucht hätten, diese flüchtige Substanz in einer gewöhnlichen Parfümflasche und nicht in einem hermetisch verschlossenen Behälter in Militärqualität zu transportieren, hätten sie es nicht bis zu ihrem Bestimmungsort geschafft, sondern wären dabei gestorben. Zweitens, wenn sie versucht hätten, Novichok auf einen Türknauf zu sprühen, ohne Schutzkleidung zu tragen, wären sie tot vor Skripals Türschwelle gefunden worden. Drittens, wenn Skripal und seine Tochter einen mit Novichok verseuchten Türknauf berührten, wären sie ebenfalls tot vor derselben Türschwelle gefunden worden. Ausgehend von diesen Informationen können wir ganz sicher sein, dass es sich bei dem fraglichen Gift nicht um Novichok handelte und dass, was immer es war, nicht in der beschriebenen Weise verabreicht wurde.

 

Was bleibt von der britischen Geschichte übrig? Dass zwei Leute aus Moskau eingeflogen sind, um ein mangelhaftes Gift auf einen Türknauf zu sprühen und es dann zu entsorgen? Die Briten behaupteten, dass ihre Namen gefälscht seien, ebenso wie ihre Dokumente, und erwarten von uns, dass wir glauben sollen, dass jene nicht bekannt sind, aber dass bekannt sei, dass sie russische Agenten sind. Nun, einer ihrer Namen ist bei der Untersuchung sicherlich gefälscht: Es ist Bashirov (ein sehr gebräuchlicher Nachname in der russischen Republik Tatarstan) und nicht Boshirov. Warum sollte ein russischer Agent einen Tippfehler in seinem Decknamen machen? Es scheint "sehr wahrscheinlich", dass dieser Tippfehler britischen Ursprungs war.

 

Dann wird uns gesagt, dass diese beiden direkt aus Moskau mit russischen Pässen eingeflogen sind, was bedeutet, dass sie bei der britischen Botschaft in Moskau Visa erhalten haben mussten, in einem Prozess, der Fingerabdrücke und andere biometrische Daten beinhaltet. Dies sollte es ihnen leicht machen, ihre richtigen Namen zu identifizieren und herauszufinden, aber es sind fünf Monate vergangen und die britischen Behörden haben sich immer noch nicht die Mühe gemacht, dies zu tun. Das macht es "sehr wahrscheinlich", dass es sich hierbei nicht um echte russische Agenten, sondern um ein amateurhaftes britisches Machwerk handelt.

 

Und dann haben wir dieses wahre Juwel an Inkompetenz: Die Briten zeigten Standbilder eines Überwachungsvideos dieser beiden Charaktere, die getrennt durch den gleichen Ort am Flughafen gingen, genau zur gleichen Zeit: 02/03/2018 16:22:43.

 

 

Offensichtlich erwartet die britische Regierung, dass wir alle glauben sollen, dass die Russen das Zeitreisen perfektioniert haben. Wir sollten es aber für weitaus glaubwürdiger halten, dass die britische Regierung aus schwachsinnigen und inkompetenten degenerierten Menschen besteht. Somit stellt sich diese Frage: Was ist so Groß an Britannien? Vielleicht sollte man das „Groß“ durch ein passenderes, weniger schmeichelhaftes Adjektiv ersetzen? Ihr entscheidet das.

 


 

Über Truther und Faker

 

von Dmitry Orlov, 04.09.2018

 

 

Kann man sagen, dass Wahrheit existiert? Die meisten von uns denken sicherlich gerne, dass sie existiert, und außerdem, dass wir tatsächlich etwas darüber wissen. Wir neigen dazu, Wissen über Unwissenheit zu stellen, und wehren uns gegen den Gedanken, dass ein Teil dessen, was wir als Wissen betrachten, falsch und nicht wahr sein könnte. Das scheint gerechtfertigt: Im Vergleich zu falschem Wissen ist es sicherlich wahr, dass Unwissenheit ein Segen ist. Aber uns stehen nur wenige Fluchtwege offen, wenn wir mit der Vorstellung konfrontiert werden, dass das meiste von dem, was wir mit Sicherheit wissen, "einfach nicht so ist"


Der häufigste Fluchtweg und auch der am wenigsten gültige ist, sich ein wenig dem Trugschluss der persönlichen Beleidigung hinzugeben, indem man behauptet, dass die Herausforderung für deine geschätzten Gewissheiten die falsche Art von Herausforderung ist, weil sie von der falschen Art von Person kommt. Zum Beispiel braucht es heutzutage nicht viel, um bestimmte Leute in Verlegenheit zu bringen und sie dazu zu bringen, dich als "faschistischen, rassistischen und frauenfeindlichen Schwulenhasser" zu bezeichnen. Es braucht auch nicht viel, um bestimmte andere Leute dazu zu bringen, dich als "Libtard" („linken Spinner“) zu bezeichnen. Und beide Gruppen würden sich freuen, dich zum "Putin-Troll" zu erklären, sobald man versucht, irgendwie etwas Positives über Russland zu sagen.

 

Und der wertvollste Fluchtweg sind eine Art öffentlicher Prozesse. Die am wenigsten angreifbaren davon werden in akademischen Zirkeln, in den harten Wissenschaften, abgehalten, weil Naturgesetze nicht dem politischen oder sozialen Druck unterliegen. Gerichte hingegen können gut oder schlecht sein, wenn es darum geht, falsches Wissen zu bekämpfen, je nachdem, in welchem politischen Umfeld sie tätig sind. Aber alle sind zumindest gezwungen, den Anschein zu erwecken, an der Wahrheit festzuhalten, indem sie verschiedene Regeln befolgen, die das Hörensagen, anekdotische Beweise oder Beweise, die durch eine unterbrochene Beweismittelkette ungültig gemacht wurden, ausschließen. Der jüngste Prozess in Kalifornien, der zu dem Schluss kam, dass Monsantos Roundup tatsächlich krebserregend ist (Captain Schlaumeier führt jetzt ohne Zweifel einen Freudentanz auf), ist ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass auch angesichts des unerbittlichen politischen Drucks eine Art von Gerechtigkeit herrschen kann.

Und was schlimmer ist als jedes andere Gericht, mit einer Ausnahme, ist das Gericht der öffentlichen Meinung. Wie viele Reputationen und Karrieren wurden im Laufe der jüngsten Hysterie der sexuellen Belästigung ruiniert, bei der selbsternannte Opfer Anschuldigungen erhoben haben, die durch keine Beweise unterlegt waren? Solche "Prozesse" stehen im Einklang mit denen der Inquisition: Wenn die Hexe ertrinkt, war sie keine Hexe, sorry, zu schade; wenn sie schwimmt, ist sie offensichtlich eine Hexe und wird dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Solche "Prozesse" sind auch ähnlich wie Lynchmorde, bei denen vor der Hinrichtung ein außergerichtlicher "Prozess" abgehalten wurde, nur dass hier der Prozess selbst die Hinrichtung ist, wenn auch keine tödliche.

 

Eine Ausnahme bildet die Kategorie jener Gerichte, die mit Blick auf definierte politische Ziele organisiert sind. Schauprozesse aus der Sowjetzeit sind ein Beispiel, der Internationale Strafgerichtshof für Jugoslawien, der Ende 2017 aufgelöst wurde, ein weiteres. Der Hauptzweck des letzteren war es, Serbien zu bestrafen; zwei Drittel derer, die vor Gericht gestellt wurden, waren Serben. Auch die Verfahren während der Kulturrevolution Chinas waren in diese Richtung ausgerichtet.

 

In jüngerer Zeit hat die US-Regierung in ähnlicher Weise versucht, Ausländer auf der ganzen Welt praktisch zu entführen, sie zwangsweise in die USA zu bringen und inhaftieren zu lassen, entweder nachdem man ein extraterritoriales und damit illegitimes Verfahren durchgeführt hat, oder nachdem man ein Geheimgericht oder, wie im Falle der meisten Gefangenen in Guantanamo Bay, ohne jeglichen Prozess durchgeführt hat. Dies alles sind politisch motivierte Verhöhnungen der Gerechtigkeit, bei denen Tatsachen (sollten sie eine Rolle spielen) nicht dazu benutzt werden, Gerechtigkeit zu üben, sondern als politische Waffen, mit denen vorab ausgewählte Gruppen von Opfern unterdrückt werden sollen.

 

Wenn man solche tiefgreifenden Abweichungen von allem, was als Verfolgung der Wahrheit angesehen werden könnte, beiseite lässt, stellt sich heraus, dass die Wahrheit selbst als philosophisches Konzept bei genauer Betrachtung fantastisch kompliziert und zerbrechlich ist, und ihre bloße Existenz ist oft ungewiss. In der erkenntnistheoretischen Logik, die ich an der Boston University bei Prof. Hintikka studierte, ist der Wahrheitswert eines jeden Satzes vielleicht nicht von vornherein bekannt. Hintikka hatte sich, zusammen mit mehreren anderen Koryphäen, vorgenommen, den Prozess zu formalisieren, mit dem der Wahrheitswert basierend auf der Spielsemantik bestimmt werden kann. Seine spieltheoretische Semantik (GTS) verband epistemische Logik mit der Spieltheorie. In GTS wird der Wahrheitswert eines Satzes durch das Zusammenspiel eines Verifizierers und eines Falsifikators bestimmt, die Spielzüge austauschten. Wenn es eine Gewinnstrategie für den Verifzierer gibt, ist der Satz wahr, wenn es eine für den Falsifikator gab, dann ist er falsch.

 

Es handelt sich um Spiele, die auf Papier mit mathematischen Symbolen gespielt werden, aber was sie formalisieren, hat in der täglichen Realität zahlreiche Analogien . Das Zusammenspiel zwischen dem Verifizierer und dem Falsifikator ist von Natur aus den sokratischen Dialogen und anderen dialektischen Denksystemen sehr ähnlich. Etwas später war der Manichäismus für eine Zeit lang eine beliebte und weit verbreitete religiöse Philosophie, die das klassischen Heidentum verdrängt hat und mit dem Christentum konkurrierte. Darin kämpfen die Kräfte des Lichts und der Dunkelheit um die Welt. Die Kräfte des Lichts verlieren schließlich, so wie es vielleicht geschah, als der Manichäismus irgendwo in Südchina endgültig ausgelöscht wurde, und sie wurden durch den einen wahren Glauben - den Katholizismus im Westen und den Islam im Osten - ersetzt. Aber die Kräfte des Lichts und der Dunkelheit bekämpfen sich im oppositionellen System der Gerichte noch immer, in dem die Staatsanwaltschaft in Strafsachen versucht, den Vorwurf zu beweisen (zu verifizieren), dass der Angeklagte schuldig ist, während die Verteidigung versucht, diesen Vorwurf zu widerlegen (zu falsifizieren).

 

Ein wesentliches Merkmal ist, dass der Falsifikator in all diesen Strategiespielen überhaupt nicht verpflichtet ist, festzustellen, was wahr ist. Die einzige Verpflichtung des Falsifikators besteht darin, festzustellen, was falsch ist, um den betreffenden Vorwurf so schnell und effizient wie möglich ungültig zu machen. Wir werden gleich auf dieses Hauptmerkmal zurückkommen, aber es gibt einen größeren Kontext zu betrachten, nämlich den, dass in letzter Zeit in vielen Fällen das Streben nach der Wahrheit eher nebensächlich geworden ist. Zahlreiche aktuelle Entwicklungen haben Meinung zum allerwichtigsten gemacht und aktuelle Kenntnisse über nachweisbare Fakten irrelevant. Dazu gehören:

 

Die soziale und politische Entfremdung und Polarisierung, die durch die zunehmende Vermögensungleichheit und aufgezwungene Diversifizierung angetrieben wird.

 

Die automatische Segregation und freiwillige Ghettoisierung von Menschen in sozialen Medien. Dort ist es für Menschen zur Mode geworden, nicht mit anderen Meinungen konfrontiert zu werden, bis zu dem Punkt, wo man sich schon beleidigt fühlt, wenn das geschieht.

 

Sinkende Bildungsstandards, bei denen unabhängige Argumentationsfähigkeiten nicht einmal mehr gelehrt werden und wo die Belohnungen an diejenigen gehen, die in der Lage sind, Wissen wiederzukäuen, das sie ohne Frage akzeptiert haben.

 

Der langsame Todeskampf der traditionellen Print- und Rundfunkmedien, bei denen eine rigorose Faktenkontrolle früher als absolut notwendig galt, heute aber nicht mehr gilt, und denen es jetzt darum geht, Geschichten zu schreiben, die Werbung verkaufen.

 

Der Aufstieg des Bloggens, wo ein paar bewiesene Fakten leicht in einem Meer von Meinungen ertrinken, wo das, was als real akzeptiert wird, durch einen Popularitätswettbewerb bestimmt wird, und wo eine typische Antwort auf öffentliche Meinungsverschiedenheiten lautet: „Mach doch deinen eigenen Blog!“

 

Der Endpunkt dieses Prozesses ist jetzt in Sicht: die Wahrheit als Grundlage der Realität zählt überhaupt nicht. Die Realität existiert zwar immer noch, aber als künstliches Konstrukt, und sie ist zersplittert, mit verschiedenen Versionen der Realität, die eng auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sind, die für eine Reihe von Meinungen und Erzählungen empfänglich sind und alle anderen gleichzeitig leicht empören. Unter solchen Umständen beginnen Appelle an auf Wahrheit basierendem Wissen abenteuerlich zu wirken - oder gar wie das Werfen von Perlen vor die Säue.

 

Aber vielleicht können wir noch beeinflussen, wie die künstliche Realität konstruiert ist, um sie von besonders gefährlichen Gefahrenzonen wegzuführen. Kann etwas von der früheren intellektuellen Strenge der epistemischen (erkenntnistheoretischen) Logik und der sokratischen Dialektik gerettet werden?

 

Nehmen wir an, dass der Prozess, durch den die Popularität (nicht die Wahrheit) eines bestimmten Narrativs oder eines bestimmten Meinungssatzes (nicht einer Behauptung) etabliert wird, immer noch ein Strategiespiel zwischen zwei Gesprächspartnern ist: dem Faker und dem Truther. Die Rollen sind umgekehrt: Das Ziel des Fälschers ist es, eine stetige Flut von Verzerrungen und völligen Falschmeldungen (gefälschte Nachrichten, Desinformationen, Propaganda usw.) zu erzeugen, in der Hoffnung, sie populär zu machen; die Rolle des Truthers besteht darin, sie mit allen möglichen Mitteln auszuschalten (indem er auf interne Widersprüche, lächerliche Annahmen, Beweise für das Gegenteil, Interessenkonflikte, geheime Pläne, korrupte Praktiken usw. hinweist), um sie unbeliebt zu machen.

 

Fälscher verlassen sich auf bestimmte Methoden, die den Job des Truthers schwieriger machen. Die erste ist, früh und oft zu lügen; der beste Weg, dass eine falsche Version von Ereignissen haften bleibt, ist, sie vor allen anderen zu bringen und dann einfach für immer zu wiederholen. Die zweite ist, immer ein komplettes Magazin mit gefälschten Nachrichten bereit zum Feuern auf Vollautomatik zu haben: Sobald gefälschte Nachrichten ein bisschen wackelig aussehen, kommt gleich die nächste! Eine weitere Methode ist es, jeden, der anderer Meinung ist, zu verunglimpfen und ihn als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen.

 

Fälscher kommen im Allgemeinen besser weg, wenn sie ihre Fälschungen maximal unverschämt machen und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von Fakten minimieren. Zum Beispiel war eine kürzlich von der Deutschen Welle ausgestrahlte gefälschte Nachrichtensendung, dass es Nazi-Deutschland war, das in der Schlacht von Kursk gewonnen hat - was für diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen, die größte jemals geführte Landschlacht war, und diejenige, die das Schicksal von Nazi-Deutschland besiegelte. Die gefälschte Version der Ereignisse der Deutschen Welle konnte durch Archivinformationen leicht widerlegt werden, obwohl sie durch frühes und häufiges Lügen ein oder zwei Punkte erzielte. Aber es hätte noch besser sein können, indem man eine noch unverschämtere, völlig faktenfreie Fälschung verbreitet hätte: "Schreckliche Russen sind in Europa eingedrungen und haben Hitler in den Selbstmord getrieben!"

 

Die Truther haben es viel schwieriger als die Fälscher, aber ein Schlüsselpunkt zu ihren Gunsten ist, dass, während Fälscher mit der Konstruktion gefälschter Realitäten beauftragt werden, die Hauptaufgabe der Truther darin besteht, sie einfach zu zerstören. Ein klassisches Beispiel ist der 11. September: Die Fälscher sagen, dass zwei Wolkenkratzer von Terroristen zerstört wurden, die jeweils ein Flugzeug hineinflogen. Als Antwort darauf mögen die Truther sagen, nein, die Anzahl der Wolkenkratzer war in der Tat drei (WTC1, WTC2 und WTC7) und nicht zwei , das macht also 2/3 eines Flugzeugs pro Wolkenkratzer und dann lehnen Sie sich zurück und lachen über jeden, der noch an die gefälschte Geschichte glaubt.

 

Das mag für manche Menschen beunruhigend sein, denn neugierige Geister wollen die Wahrheit wissen, auch wenn sie von einer untätigen Neugierde angetrieben werden. Außerdem ist es ziemlich entmutigend, herumzulaufen, nachdem man erkannt hat, dass man von Leuten angelogen wurde, von denen einem beigebracht wurde, ihnen zu vertrauen, und dass man von vertrauenswürdigen Narren umgeben ist, die eine so offensichtlich gefälschte Geschichte für wahr halten. Aber auf eines kann man sich verlassen: Das Einzige, was ihr wirklich wissen müsst (wissen, wie in wahr sein), sind die Dinge, nach denen ihr handeln könnt, und hier kann die Wahrheit im Allgemeinen noch auf die übliche Weise erreicht werden, sei es durch (interne) Debatten oder durch Experimente und Versuch und Irrtum.

 

Und eines der Dinge, die man wirklich wissen muss, ist, dass diejenigen, die ihre Handlungen auf tatsächlichem Wissen basieren, manchmal gewinnen, während diejenigen, die sie auf gefälschten, konstruierten Realitäten basieren, am Ende immer verlieren. Man kann das einfach aussitzen. Um nicht in ihrer Falle gefangen zu werden, muss man nur wissen, wie man die Fälschungen erschnüffelt, und dann entweder über sie lacht oder einfach ignoriert.

 

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https://russia-insider.com/en/history/who-really-put-berlin-wall/ri21865

 

Wer hat wirklich die Berliner Mauer hochgezogen?

 

Tatsächlich haben die Sowjets alles versucht, das besetzte Deutschland als neutrale Macht wieder zu vereinigen. Es waren die Anglo-Amerikaner, die sichergestellt haben, dass es geteilt bleibt.

 

Von Nikolai Starikow, 01.09.2018

 

Nikolai Starikow ist ein bekannter russischer Intellektueller und Nationalhistoriker.

 

 

Ich glaube, einige von Ihnen haben schon mehrfach davon gehört, wie dieser blutrünstige Tyrann Stalin 1948 eine Blockade West-Berlins errichtete und wie die freiheitsliebenden Nationen die Berliner Luftbrücke organisierten, um sie zu umgehen. Aber heute erzählen wir Ihnen, was wirklich passiert ist.

 

Nachdem Stalin sich weigerte, in das drakonische Bretton-Woods-Abkommen hineingezogen zu werden, und Churchill dann seine berühmte Rede in Fulton, MO, hielt, begann der Westen, die UdSSR an allen verfügbaren Fronten unter Druck zu setzen. Der günstigste Ort dafür war das besiegte Land Deutschland.

https://orientalreview.org/2017/11/30/episode-19-churchill-lost-reclaimed-victory-world-war-ii/

 

https://winstonchurchill.org/resources/speeches/1946-1963-elder-statesman/the-sinews-of-peace/

                                             Die deutschen Besatzungszonen 1946

 

 

Unmittelbar nach dem Sieg über die Nazis einigten sich die Alliierten darauf, Deutschland in drei Besatzungszonen aufzuteilen: die russische, die britische und die amerikanische. Aber das Land selbst war in keiner Weise durch Grenzen geteilt - das war das vereinte Deutschland, aber ohne den Anschein von staatlicher Macht innerhalb seiner eigenen Grenzen, außer den militärischen Behörden der Besatzung. Berlin wurde auf ähnliche Weise aufgeteilt. Die Stadt war von sowjetischen Truppen gestürmt worden, aber wie vereinbart, erlaubte die UdSSR den alliierten Truppen, die deutsche Hauptstadt zu betreten. Am 5. Juni 1945 wurde die Berliner Erklärung verabschiedet, die die Übernahme der Oberhoheit in Deutschland durch alle Mächte angekündigt, die die Nazis besiegt hatten. Später, auf Drängen von Charles de Gaulle, schnitten die Franzosen auch ihren eigenen Teil des deutschen Territoriums ab - sie erhielten das Saargebiet zur Besetzung und bekamen auch einen Sektor von Berlin zugeteilt. Es gab jetzt vier Besatzungszonen. Dann, am 30. August 1945, wurde ein Regierungsorgan - der Kontrollrat - gegründet, durch das die Alliierten zusammenarbeiten konnten und das die höchste Macht in diesem besetzten Land innehatte. Am 1. Januar 1946 begann der Handel zwischen der sowjetischen und der britischen Zone. Für eine Weile lief alles reibungslos - da die UdSSR sich noch nicht geweigert hatte, die Vorherrschaft des Dollars der Federal Reserve anzuerkennen.... Doch sobald dieser Rubikon überschritten worden war, begann sich die Lage aufzuheizen.

 

5. März 1946 – Das Datum der Rede von Churchill und der Beginn der feindlichen Aktivitäten des Westens

https://winstonchurchill.org/resources/speeches/1946-1963-elder-statesman/the-sinews-of-peace/

 

6. August 1946 – Der US-General Lucius Clay macht in Stuttgart eine Ankündigung über die bevorstehende Zusammenlegung zweier Besatzungszonen.

 

2. Dezember 1946 – Die USA und Großbritannien unterzeihnen in New York ein Abkommen zur Zusammenlegung ihrer beiden Besatzungszonen. Auf der Karte Europas entsteht ein Gebilde mit dem seltsamen Namen Bizone (Vereinigtes Wirtschaftsgebiet).

 

1. Januar 1947 – Der gesamte Handel zwischen der Bizone und den anderen Zonen soll nun in Dollar der Federal Reserve abgewickelt werden. Und welche Währung wurde während des ganzen Jahres 1946 für den Handel mit der Sowjetzone verwendet? Reichsmark. Die UdSSR hat keine Dollars und die Deutschen haben noch weniger Zugang zu Dollars. Was ist der Grund für die Forderung, den Handel nur in Dollar abzuwickeln? Es bedeutet, dass die Wahl besteht, sich dem entweder zu unterwerfen oder den gesamten Handel zwischen den beiden Hälften Deutschlands einzustellen.

 

12. März 1947 – Präsident Truman hält im Kongress seine Truman-Doktrin-Rede und der Kalte Krieg beginnt offiziell.

 

12. Juni 1947 – Der berühmte Marshall Plan wird eingeführt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marshallplan

 

23. Februar bis 6. März 1948 – In London findet die Sechs-Mächte-Konferenz statt, an der die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg teilnehmen und auf der die Schaffung eines deutschen Staates innerhalb der drei Besatzungszonen beschlossen wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Londoner_Sechsm%C3%A4chtekonferenz

So verpflichteten sich die USA und Großbritannien, Deutschland in zwei Staaten aufzuteilen. Daraufhin zog sich die UdSSR am 20. März 1948 aus dem Kontrollrat zurück und stellte ihre Arbeit sofort ein. Der Westen brauchte kein Regierungsorgan mehr, um ganz Deutschland zu beaufsichtigen. Sie schmiedeten einen neuen deutschen Staat.

Aber dann passierte etwas sehr Interessantes. Zwischen dem 20. und 21. Juni 1948 wurde in den drei westlichen Besatzungszonen eine Währungsreform durchgeführt, die einem Straßenraub sehr ähnlich sah. Die Reichsmark, die Hitler benutzt hatte, wurde durch die Deutsche Mark ersetzt. Jeder Deutsche durfte 60 Reichsmark im Verhältnis 1:1 umtauschen. Vierzig Mark konnten sofort umgetauscht werden, weitere 20 Mark zwei Monate später. Eine Hälfte ihrer Ersparnisse konnte zu einem Kurs von 1:10 getauscht werden, während die zweite Hälfte wurde bis zu einem späteren Zeitpunkt eingefroren, wo sie 1:20 getauscht werden konnte. Aber Renten, Gehälter, Zahlungen und Steuern wurden in der neuen Währung 1:1 neu berechnet.

 

               Deutsche Mark des alliierten Westdeutschlands (1948)

 

Juristische Personen sahen sich einem noch traurigeren Schicksal gegenüber. Alle Unternehmen erhielten 60 Mark für jeden Mitarbeiter. Alle in der alten Reichsmark geschuldeten Staatsschulden wurden entschädigungslos abgebaut! Damit waren rund 2/3 der in Staatsanleihen angelegten Bankguthaben wertlos. Und das alles auf einen Schlag - wie bei einer gut geplanten Militäroperation. Die Deutsche Mark wurde in den USA heimlich gedruckt und ohne Vorwarnung in Umlauf gebracht.

 

Betrachten wir für einen Moment diese Situation. Was geschieht Ihrer Meinung nach in einem Land, in dem in der einen Hälfte eine neue Währung eingeführt wurde, während in der anderen Hälfte weiterhin die alte Währung verwendet wurde? Den Deutschen wurde die Möglichkeit geboten, ihre Ersparnisse im Verhältnis 1:10 oder 1:20 umzutauschen, was wäre also der logische nächste Schritt? Sie versuchen, ihre alten Mark überall dort auszugeben, wo das Geld noch akzeptiert wird. Mit anderen Worten - in der sowjetischen Besatzungszone. Und genau das ist passiert. Die Deutschen beeilten sich, ihre alten Reichsmark in Waren in der "östlichen" Zone umzuwandeln. Sie fegten alles Regale leer und konzentrierten sich nur darauf, ihr Geld loszuwerden. Was sollte die sowjetische Regierung angesichts dieser unerhörten Situation tun? Sie musste die Grenzen ihrer Zone abriegeln und versuchen, diese Geldflut einzudämmen, sonst würde die Wirtschaft zusammenbrechen - es würden überhaupt keine Waren in den Läden bleiben. Und genau darauf zählte der Westen: einen Aufstand anzetteln und dann die UdSSR zu einer "blutigen Niederschlagung von Volksprotesten" zu provozieren.

 

 

Die Grenzen der Besatzungszone konnten natürlich versiegelt werden, aber was ist mit Berlin? Dort gab es noch keine Mauer - die Stadt war noch ungeteilt. Und "glücklicherweise" sollte die Währungsreform im Westen Berlins drei Tage später in Kraft treten als in der Bizone und der französischen Besatzungszone - am 25. Juni 1948. Es war, als ob jemand wollte, dass die Deutschen den Hinweis bekommen - bringen Sie Ihre Reichsmark nach Berlin! Sie akzeptieren sie dort immer noch. Und Autos aus ganz Deutschland würden nun mit Bargeld gefüllt und direkt in die deutsche Hauptstadt gefahren. Aber zum Glück mussten die Alliierten und die für sie arbeitenden Deutschen einen speziellen Pass haben, um über die sowjetische Zone nach Berlin zu reisen. Was ist zu tun? Die sowjetische Regierung beschloss, die Einreise nach Berlin sowie die Durchreise nach Berlin durch die sowjetische Zone zu verbieten. Und die Bewohner des westlichen Teils der Stadt wurden daran gehindert, in den Osten Berlins zu gehen, nur um alles in den Ladenregalen abzuräumen. Das war die "Blockade" West-Berlins, die Stalin proklamierte.

 

Die DDR-Mark wurde viel später eingeführt.

 

Am 1. Juli 1948 überreichten die Militärgouverneure der drei Besatzungszonen den Ministerpräsidenten der elf Bundesländer, die in ihrem Zuständigkeitsbereich lagen, die sogenannten Frankfurter Dokumente. Die Entscheidung wurde in London getroffen, um die Deutschen effektiv zur Bildung einer neuen nationalen Regierung zu bewegen! Die überseeischen Hauptstädte waren nicht besorgt, dass dies sowohl das Land als auch seine Bevölkerung spalten würde.

 

Die zukünftige Bundesrepublik würde 52,7% des deutschen Vorkriegsgebietes einnehmen und 62% der Bevölkerung beinhalten.

 

Und danach ging es fröhlich weiter, unter Einhaltung des vertrauten Drehbuchs.

 

Am 23. Mai 1949 wurde die Geburt der Bundesrepublik Deutschland (BRD) bekannt gegeben. Der Grad der Unabhängigkeit der Außenpolitik dieses Marionettenstaates wird dadurch deutlich, dass das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland erst ab 15. März 1951 existierte und die Regierungen der USA und Großbritanniens die Wiederherstellung der vollen Souveränität der Bundesrepublik Deutschland in der Außenpolitik erst drei Jahre später (24. Juni 1954) verkündeten.

 

Die UdSSR tat alles, was sie konnte, um sich den Plänen des Westens zu widersetzen, einen deutschen Staat in nur einem Teil Deutschlands zu schaffen, und ließ die Frage nach der zukünftigen Staatsstruktur und Neutralität der Deutschen unentschieden.

 

Moskau reagierte auf die Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit der Verkündung der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949. Stalin hielt es jedoch für falsch, zwei Deutschland im Herzen Europas zu haben. Deshalb schickte die UdSSR am 10. März 1952 einen Vorschlag an den Westen, den die Geschichte später als "Stalin-Noten" bezeichnen sollte. Dieses Dokument ist ein klarer Beweis dafür, dass es nicht das Ziel des sowjetischen Führers war, einen "eigenen" deutschen Staat zu schaffen, sondern Deutschland zu vereinen, um zu verhindern, dass Washington und London die Deutschen in ihrer eigenen Politik als Schachfiguren benutzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Stalin-Noten

 

Die Sowjetunion wollte sofortige Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands und freie Wahlen auf ihrem gesamten Territorium führen, mit der anschließenden Bildung einer einzigen Regierung, die einen neutralen Status erhalten sollte. Muss ich jemanden daran erinnern, dass die "Stalinnoten" vom Westen ignoriert wurden? Wenn jemand, der naiv oder ungebildet ist, anfängt, darüber nachzudenken, wer für die jahrzehntelange Spaltung des deutschen Volkes verantwortlich ist, erinnern Sie ihn einfach daran. Der Westen blockierte die Verhandlungen zwischen den beiden "Deutschlands". Und Westdeutschland erkannte Ostdeutschland erst 1972 an. Zuvor erkannten sich die beiden deutschen Staaten nicht an und hatten keine diplomatischen Beziehungen.

 

Fragt man einen modernen Menschen, der von den "unabhängigen" Medien über den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland informiert wird, wird man höchstwahrscheinlich etwas über "Totalitarismus" hören. Angeblich war das eine Deutschland so frei, wie es das andere Deutschland nicht war. Wenn Sie auf eine genauere Antwort drängen, dann werden Sie höchstwahrscheinlich hören, dass es in Ostdeutschland kein Mehrparteiensystem gab, das es ausschließlich von der Kommunistischen Partei regiert wurde, während Westdeutschland die Heimat vieler politischer Parteien war. Nun, das ist eine komplette ... Lüge. Bereits am 10. Juni 1945 hatte die sowjetische Militärverwaltung in Deutschland die Aktivitäten der demokratischen Parteien und Gewerkschaften in ihrer Zone genehmigt.

 

Und das, bevor unsere "Alliierten" in ihren Besatzungszonen ähnliche Maßnahmen ergriffen. Im Juni und Juli 1945 wurden vier Parteien gegründet und 1946 fusionierten zwei von ihnen zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die später die Regierungspartei wurde. Ich denke, viele Leser werden es interessant finden zu erfahren, dass es dort bis in die letzten Tage der DDR ein Mehrparteiensystem gab. Das erste ostdeutsche Parlament - die provisorische Volkskammer - hatte 1949 330 Abgeordnete: die SED hatte 96 Sitze, die Liberaldemokraten und die CDU jeweils 46 Sitze, die Nationaldemokraten 17 und die Demokratische Bauernpartei 15.

 

Die restlichen Sitze wurden zwischen den Gewerkschaften und der Freien Deutschen Jugend aufgeteilt. Und wenn jemand dachte, dies sei nichts anderes als Schaufensterdekoration und dass das "blutrünstige Regime" später das Mehrparteiensystem erdrosselt hat, dann lag diese Person völlig falsch. Wenn man versucht zu behaupten, das Parlament der DDR sei nur eine Fassade, dann muss man zugeben, dass jedes andere Parlament der Welt dieses Gütesiegel gleichermaßen verdient. Die Wahrheit ist: Das sozialistische Deutschland und sein Mehrparteiensystem entwickelten sich unisono weiter. Zu den 500 Abgeordneten in der Volkskammer gehörten 1986 zehn Fraktionen aus fünf Parteien, Gewerkschaften, der FDJ, dem Demokratischen Frauenbund Deutschlands, dem Kulturverein der DDR und sogar dem Bauernhilfsverein.

 

 

Die größten Medien der Welt verbreiten heute oft Klischees über den "aggressiven Warschauer Pakt". Das ist eine weitere offensichtliche Lüge. Der Westen gründete 1949 die NATO und die UdSSR gründete 1955 die Warschauer Vertragsorganisation. Und dieser Militärblock entstand als Antwort auf die Militarisierung Europas durch den Westen. Die UdSSR reagierte nicht auf die Gründung der NATO, bis Westdeutschland Mitglied dieses Blocks wurde.

 

In einer Sondererklärung vom 15. Januar 1955 erklärte die Sowjetunion, dass die Verhandlungen zwischen den beiden deutschen Staaten zum Thema Neutralität bedeutungslos würden, wenn einer von ihnen einem westlichen Militärblock beitreten würde. Aber die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben absichtlich eine militärische Bedrohung in Europa geschaffen. Sie brauchten eine unnatürliche Situation, in der ein geteiltes Volk zwei Regierungen hatte und mit zwei Armeen ausgestattet sein musste, die gegeneinander antreten mussten. London und Washington waren nur allzu gerne bereit, diese Situation immer wieder zu wiederholen: in Indien und Pakistan, Zypern und Nordzypern, Irland und Nordirland, Kroatien und Serbien sowie in Russland und der Ukraine....

 

Und so wurde Westdeutschland am 9. Mai 1955 Mitglied der NATO. Daraufhin wurde am 14. Mai 1955 der Militärblock Warschauer Pakt gegründet. Selbst die berühmte ostdeutsche Armee - eine der besten der Welt in den 34 Jahren ihres Bestehens - wurde erst gegründet, nachdem die "Alliierten" schamlos gegen den Beschluss der Potsdamer Konferenz von 1945 verstoßen hatten, der Deutschland die Aufrechterhaltung eigener Streitkräfte verbot. Am 12. November 1955 gab Bonn offiziell die Bildung der Bundeswehr bekannt, doch erst 1956 wurde die Nationale Volksarmee der DDR gegründet....

 

Wer hat also nach dem Zweiten Weltkrieg und vor der 40-jährigen Teilung des deutschen Volkes eine unversöhnliche Konfrontation im Herzen Europas begonnen?