https://medium.com/@caityjohnstone/twelve-tips-for-making-sense-of-the-world-43348077cf80

 

 

 

Zwölf Tipps, um der Welt einen Sinn zu geben

 

 

 

von Caitlin Johnstone, 12.06.2018

 

 

 

In einem Umfeld, das mit Propaganda der Massenmedien durchtränkt ist, kann es schwierig sein herauszufinden wo oben ist, ganz zu schweigen davon herauszufinden, was in der Welt vor sich geht. Hier sind ein paar Tipps, die ich gelernt habe und die mir eine große Einsicht verschafft haben, durch den Nebel aus Verdrehung und Verwirrung zu blicken. Wenn man sie einzeln betrachtet, dann sagen sie einem nicht so viel, aber zusammengenommen ergeben sie ein sehr nützliches Bild der Welt und warum sie so ist wie sie ist.

 

1. Letztendlich geht es immer darum, Macht zu erlangen

 

Auf der Suche nach der Antwort darauf, warum Regierung sich so irrational verhalten, warum teure, sinnlose Kriege gefochten werden, während Wohnungslose mittellos auf den Straßen sterben, warum Millionäre und Milliardäre immer reicher werden, während alle anderen darum kämpfen, ihre Miete bezahlen zu können. Warum wir die Umwelt zerstören, die wir für unser Überleben benötigen, warum ein gewählter Vertreter mehr oder weniger die gleiche schädliche Politik und Agenda vorantreibt wie seine Vorgänger, dann kommen Menschen oft mit Erklärungen daher, die nicht wirklich stimmig sind.

 

Die häufigste Erklärung ist wahrscheinlich die Vorstellung, dass all die Probleme durch den schädlichen Einfluss der einen oder der anderen politischen Partei zu erklären sind. Und wenn nur die andere Partei die Lage kontrollieren würde, dann würden alle Probleme verschwinden. Andere Erklärungen beinhalten den Glauben, dass die Menschheit einfach an sich schlecht ist, es werden Minderheiten wie Juden oder Einwanderer beschuldigt, es wird dem Rassismus oder dem Rechtsextremismus die Schuld gegeben, oder man geht soweit und verirrt sich in den wilden und verwinkelten Kaninchenbau mit Theorien über reptilische Geheimgesellschaften und Baby-fressende pädophile Umtriebe. Aber in Wirklichkeit kann man alle grundlegenden menschlichen Impulse damit erklären, dass sie Macht anhäufen und über ihre Mitmenschen Einfluss ausüben wollen, zusammen mit der Tatsache, dass Soziopathen dazu neigen, an die Schalthebel der Macht zu gelangen.

 

Unsere evolutionären Vorfahren waren Rudeltiere, und die Fähigkeit, im sozialen Rang eines Rudels aufzusteigen, wurde durch entscheidende Fragen bestimmt, etwa ob man beim Fressen zuerst oder zum Schluss drankam, oder ob man sich vermehren konnte. Dieser Drang zum Aufstieg im Rudel ist tief in unserem evolutionärem Erbe verankert. Aber wenn dieser Drang durch einen Mangel an Empathie ohne Kontrolle bleibt, und wenn er auf das weltumspannende 7,6 Milliarden-Rudel ausgedehnt wird, dann kann das zu Individuen führen, die immer mehr Macht anhäufen, bis sie über ganze Gruppen von Nationen einen enormen Einfluss ausüben.

 

2. Geld belohnt soziopathisches Verhalten

 

Die Bereitschaft, alles zu tun um voranzukommen, sich den Weg an die Spitze zu erkämpfen, wenn nötig jeden zu betrügen oder den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, über jeden im Hamsterrad hinwegzutrampeln, diese Bereitschaft wird in unserem gegenwärtigen System belohnt. Die Bereitschaft, Angestellten zu wenig zu bezahlen, das Rechtssystem zu betrügen und Gesetzgeber zu beeinflussen, sie wird um ein vielfaches mehr belohnt. Menschen mit einem Gefühl der Empathie sind oft nicht bereit, solche Dinge zu tun, aber Soziopathen und Psychopathen schon. Etwa vier Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen und etwa ein Prozent sind Psychopathen, und zwischen fünf und 15 Prozent sind irgendwo auf der Kippe. Je weniger Empathie man besitzt, desto weiter wird man gehen und desto höher klettert man auf der Leiter.

 

3. Reichtum tötet Empathie

 

Als wäre das noch nicht schlimm genug, so zeigen Studien, dass die Kontrolle großen Reichtums tatsächlich das Gefühl von Mitleid für seine Mitbürger zerstört. Wenn man seinen Reichtum dazu benutzen kann, von der Sicherheit über die Loyalität bis zu persönlichen Beziehungen alles zu kaufen, dann muss man sein Empathiezentrum in seinem Gehirn nicht mehr bemühen, auf das der Rest der Menschheit angewiesen ist, um herauszufinden, was genau die Leute in seinem Umfeld beschäftigt. Die meisten Menschen müssen sich ständig um ihre Familien, Mitarbeiter, Arbeitgeber, Freunde und Bekannte kümmern, um ihre eigene Sicherheit, soziale Stellung und Sicherheit zu gewährleisten, während wohlhabende Personen sich diese Dinge einfach kaufen können. Wenn man mit Reichtum aufgewachsen ist oder ihn schon lange besitzt, dann kann das das Gefühl von Empathie verhindern und ist nicht mehr so stark wie im Rest der Bevölkerung.

 

4. Geld ist Macht

 

 

Ein Princeton-Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass der gewöhnliche Amerikaner überhaupt keinen Einfluss auf die Politik und das Verhalten seines Landes besitzt, egal wie er wählt, während wohlhabende Amerikaner großen Einfluss besitzen. Denn die Fähigkeit zum Einsatz von Konzern-Lobbying und Wahlkampfspenden kommt praktisch der Bestechung von gewählten Offiziellen gleich, was bedeutet, dass sich Geld direkt in politische Macht umsetzen lässt. Das erzeugt eine herrschende Klasse, die auf natürliche Weise dazu angestiftet wird, ihren Einfluss zu benutzen, um ihren eigenen Reichtum zu vermehren während der von allen anderen abnimmt. Denn da Macht relativ ist, hat die herrschende Klasse umso mehr Macht, je weniger Geld alle anderen besitzen.

 

Aus diesem Grund horten die Milliardäre immer mehr Reichtum und benutzen gleichzeitig legale Bestechung, um eine wirtschaftlich gerechte Gesetzgebung zu unterdrücken. Nicht weil sie sich Tausende von Luxuswagen oder Dutzende Privatjets kaufen wollen; sie können auch nur einen auf einmal benutzen. Sie horten den Reichtum, damit ihn der Rest der Bevölkerung nicht bekommt. Denn Geld ist gleich Macht. Denn den Reichtum zu verteilen, das würde jeden zum König machen, und weil Macht relativ ist, würde das bedeuten, dass keiner König ist.

 

Herrscher haben in der Geschichte ihre Macht nie leicht aufgegeben, und diese elitäre wohlhabende Klasse macht da keine Ausnahme. Daher all ihre aggressiven Versuche, jede Bewegung der ungewaschenen Massen gegen den Status Quo zu unterdrücken.

 

5. Die gleiche herrschende Klasse kontrolliert die Medien

 

 

Es ist ja allgemein bekannt, dass die meisten Medien von Plutokraten kontrolliert werden, seien es die alten Geld-Plutokraten, die die alteingesessenen Medien kontrollieren, oder die neuen Geld-Plutokraten aus dem Silicon Valley, die einen Großteil der neuen Medien kontrollieren. Die Medienkontrolle ist ein essentieller Bestandteil der Herrschaft; das war schon immer so, seit der Zeit als Könige angeordnet haben, Bücher zu verbrennen und Bischöfe abweichende Prediger zu Tode gefoltert haben. Das ist der Grund, warum ein neuer Plutokrat, sobald er ein gewisses Maß an Reichtum erreicht, anfängt, Einfluss auf die Medien zu nehmen. So wie Jeff Bezos es tat, als er 2013 die Washington Post kaufte. Bezos hat die WaPo nicht gekauft weil er ein dummer Geschäftsmann ist, der denkt, dass die Zeitung eine lukrative Renaissance erleben wird, sondern weil er ein brillanter Geschäftsmann ist, der weiß, dass der Status Quo, auf den er sein Imperium aufbaut, eine Propagandafirma benötigt, der die Öffentlichkeit vertraut und glaubt.

 

6. Menschen manipulieren sich immer gegenseitig

 

Ein akutes Bewusstsein dafür zu entwickeln, wann man manipuliert wird und zu erkennen, ob jemand dafür ein Motiv hat, das ist ein wichtiger Bestandteil um den Sinn der Welt zu begreifen.

 

Sehr selten begegnet man jemandem, der nicht versuchen würde, einen in irgendeiner Weise zu manipulieren. Im allgemeinen werden Menschen, denen man so im Leben begegnet, versuchen, die Art und Weise zu beeinflussen, wie man sie wahrnimmt und welche Beziehung man zu ihnen hat. In manchen Fällen wollen sie einen für sich gewinnen und in anderen Fällen ausschließen, manchmal für ihre persönlichen Pläne und Ziele gewinnen und so zu formen, dass sie in ihr Bild passen. An diesem Verhalten ist an sich nichts Bösartiges, so handeln Menschen nun mal und haben es immer schon getan. Menschen sind nun mal soziale Wesen und wir tun was wir können, um unsere Position innerhalb unserer sozialen Kreise zu erhöhen.

 

Das große Problem ist, wenn geschickte Manipulatoren ihren Weg in Positionen mit hohem Einfluss finden, etwa in die Regierung oder die Medien. Leider sind das die Typen, die in der Regel auf solche Positionen befördert werden, denn sie können sich ihren Weg hinein manipulieren und in der Regel tun sie das aus Gründen persönlicher Ambitionen anstatt aus Nächstenliebe. Diese geschickten Manipulatoren bilden eine wichtige Streitmacht loyaler Diener der herrschenden Klasse und sie sind die Gehirne hinter den Narrativen des Establishments, die sich in den Denkpanzern, in den Medienplattformen und den Establishment-Lakaien auf dem Capitol Hill ausbreiten.

 

7. Die Gesellschaft besteht aus Narrativen

 

 

Der Großteil der menschlichen Erfahrung wird durch mentale Geschichten gefiltert, durch unser Selbstgefühl, von unseren Ideen darüber wer wir sind, von unserem Glauben darüber, wie wir uns in der Gesellschaft zu verhalten haben, darüber was Geld ist und wie es funktioniert, wo Macht existiert und wem wir gehorchen sollen. All diese Dinge sind rein gedankliche Konstrukte, die nur im Reich der Gedanken existieren. Ein „Dollar“ existiert nur soweit wie wir alle darüber einstimmen so zu tun als sei er ein reales Ding und dass er eine gewissen Kaufkraft besitzt. Wir könnten jederzeit kollektiv entscheiden, die Spielregeln darüber zu ändern wie Macht funktioniert oder was Geld ist und wie es funktioniert, und die Regeln der elitären Klasse würden sich sofort ändern, ohne dass ein Schuss abgefeuert werden müsste. Es wäre wirklich so einfach.

 

So mächtig ist das Narrativ der Macht, dass die herrschenden Plutokraten sehr hart darum kämpfen, uns davon abzuhalten, die Kontrolle darüber zu übernehmen. Deshalb werden Whistleblower und Medien wie WikiLeaks von den Konzernmedien so aggressiv und permanent beleidigt und verteufelt. Wenn sie die Verbreiter von Wahrheit unter Verdacht stellen können, dann können sie sie unglaubwürdig machen und somit erreichen, dass ihnen nicht geglaubt wird. Dieses Werkzeug wurde benutzt, um die Auswirkungen von allem zu minimieren, etwa den Berichten vor Ort über das Geschehen in Syrien bis zu den geleakten Geschichten von Edward Snowden; wenn man nur genug Verdächtiges über jemanden produzieren kann, dann spielt es keine Rolle ob er zu 100 Prozent die Wahrheit sagt; niemand wird ihm glauben, und folglich bleibt das dominante Narrativ bestehen.

 

Das Bewusstsein aufrecht zu halten, dass es stets einen endlosen Kampf um die Kontrolle des Narrativs gibt und es zu manipulieren, um plutokratische Interessen zu fördern, das ist ein wesentlicher Teil des Verständnisses der Welt.

 

8. Die Grenzen zwischen den Nationen sind imaginär

 

Jene Linien auf den Landkarten zwischen Ländern sind auch nur ein reines Narrativ. Sie sind nur so real wie die kollektive Öffentlichkeit darüber einstimmt so zu tun als wären sie es. Die herrschenden Eliten wissen das und nutzen es aus. Sie denken nicht in Begriffen wie Nationen und Regierungen, sie denken in Begriffen wie Individuen und Personengruppen.

 

Eine strategische Schlüsselregion im Nahen Osten? Nicht nötig, das ganze Land zu übernehmen, flute es einfach mit extremistischen Gruppen, die loyal zu deinen Plänen sind und kontrolliere ihre Ölfelder. Ein 1A Marine-Grundstück in der südlichen Hemisphäre? Nicht nötig, es zu annektieren und die Flagge deines Landes darauf zu pflanzen. Sichere dir einfach genug Einfluss über die wichtigen Teile, mittels Konzernverträgen, mit Handelsabkommen, Militär- und Geheimdienstverträgen und geheimen Deals, und du kannst es benutzen wie du willst.

 

Aus diesem Grund lehne ich solche Argumente wie „Israel kontrolliert Amerika“ oder „Amerika kontrolliert Europa“ ab. Es gibt kein „Israel“ oder „Amerika“; das sind erfundene Ideen, die Herrscher einst als real betrachtet haben. Aber in der modernen Zeit der staatenlosen Plutokraten ist das nicht mehr so. Es gibt Individuen, es gibt Konzerne, es gibt Fraktionen und Gruppen, und damit beschäftigen sich die herrschenden Eliten. Regierungsstrukturen sind nur Werkzeuge, die von den herrschenden Eliten zum Zweck der Manipulation, Kontrolle und der militärischen Gewalt benutzt werden, und sie tun das nur solange wie es nützlich ist. Der Gedanke von wirklichen Nationen und Regierungen ist ein putziges Märchen, das den Massen verkauft wird, damit sie die Manipulationen nicht erkennen.

 

9. Die machtvollen Kräfte streben ganz natürlich zu einer Kooperation für gegenseitig nützliche Interessen

 

 

Man kann ein kleiner Millionär sein und immer noch wie ein relativ normaler Bürger leben. Aber wenn man erst einmal riesige Mengen an Reichtum kontrolliert, dann muss damit anfangen, mit den existierenden Machtstrukturen zusammenzuarbeiten, oder sie werden einen beseitigen, um zu verhindern, dass man ihr Boot zu sehr schaukelt, denn, ich wiederhole, Geld ist gleich Macht. Aus diesem Grund hat Jeff Bezos Verträge mit der CIA und sitzt in einem Beratergremium des Pentagon, und aus diesem Grund arbeiten Facebook und Google intensiv mit Regierungsbehörden zusammen; man hätte ihnen niemals erlaubt, so groß zu werden wenn sie das nicht getan hätten. Plutokratische Dynastien, die lange vor Amazon, Facebook und Google existierten, haben das vor vielen Generationen herausgefunden und sie sind sich darin einig, in eine Richtung von gegenseitigem Interesse voranzuschreiten, das den Status Quo nicht tangiert, auf dem ihr Reichtum aufgebaut ist.

 

 

 

Das gilt vor allem für den Westen, wo durch eine komplexe transnationale Allianz aus hauptsächlich westlichen Plutokraten ein effektives Imperium geschaffen wurde, aber das gilt auch außerhalb dieses Imperiums; überall wo es Macht gibt, gibt es auch Machtallianzen.

 

 

 

10. Es gibt ein enormes Ausmaß an Reichtum, das man sich im Chaos von Krieg und Konflikt schnappen kann

 

 

 

 

 

Auf die selbe Weise wie existierende Machtstrukturen dazu drängen, eine jede aufsteigende Macht zu zerschlagen, die ihren Status Quo gefährden könnte, so drängen Allianzen aus Machtstrukturen danach, andere nicht willfährige Machtstrukturen auf der ganzen Welt zu zerschlagen. Wann immer man die enge westliche Allianz und ihre Medienpropagandazweige sieht, wie sie die Interessen Russlands, Chinas, Syriens, Irans, Venezuela usw. angreifen, dann sieht man eine Allianz aus Machtstrukturen, die daran arbeiten, die Interessen anderer Machtstrukturen zu stören, um deren Vermögen zu absorbieren.

 

 

 

Die chaotische Wild West-Umgebung, die durch diese Konflikte erzeugt wird, ermöglicht ein verdecktes Rauben und Plündern, das man in seinem eigenen Land nie durchziehen könnte. Auf die selbe Art und Weise, wie die früheren Kolonialisten und Eroberer niemals das Gold, das Land und die Sklaven anderer Europäer in Madrid oder Rom hätten rauben können. Aber in der Neuen Welt hatte das keine rechtlichen Konsequenzen. Die Kolonialisten und Eroberer drängten unter dem Vorwand nach Amerika, Afrika und Asien, sie würden das Christentum und die Zivilisation verbreiten. Die heutigen Eroberer drängen unter dem Vorwand in die nicht gefügigen Machtstrukturen, sie würden Freiheit und Demokratie verbreiten, das ist genau das selbe.

 

 

 

Dieses Chaos erfordert keinen direkten militärischen Konflikt um profitabel zu sein. Die unkritische Feindseligkeit gegen Russland, die die westliche Plutokratie mit ihrer Medienkontrolle hergestellt hat, erlaubt es ihnen, Russland für alles zu beschuldigen, von den belastenden WikiLeaks-Dokumenten bis zum privaten Raubzug der ukrainischen Oligarchen. Fragen werden dazu nicht gestellt. Jeder der schon mal persönlich mit einem Soziopathen zu tun hatte weiß, wie sehr sie die Grauzonen lieben, die ihnen diese chaotischen Situationen geben. Und geopolitische Konflikte erzeugen eine ganze Menge solcher Situationen.

 

 

 

11. Die Neokons liegen immer falsch.

 

 

 

Das ist wirklich einfach. Wenn man bei einer außenpolitischen Debatte auf der richtigen Seite der Geschichte stehen will, dann sieht man sich an, was PNAC-Neokons der Bush-Ära wie John Bolton und Bill Kristol dazu zu sagen haben, und dann nimmt man die gegenteilige Haltung ein. Die Neokon-Vordenker liegen seit dem Beginn des Jahrhunderts bei allem vollkommen und katastrophal falsch, von Afghanistan über den Irak und Libyen bis zu Syrien. Und sie werden auch jetzt nicht recht haben.

 

 

 

12. Der Weg zur Wahrheit beginnt immer bei einem selbst.

 

 

 

Erfahrene Manipulatoren kann man nicht ausmanövrieren. Der größte Fehler, den die meisten Menschen machen, wenn sie sich mit Soziopathen auseinandersetzen ist, sie zurück manipulieren zu wollen. Versucht es erst gar nicht. Sie haben einen jahrelangen Erfahrungsvorsprung, denn sie haben buchstäblich nichts anderes getan. Während ihr gelacht und geweint habt, euch Sorgen gemacht habt und euch mit Menschen auseinandergesetzt habt, da haben sie herausgefunden wie man Menschen benutzt, so wie Garry Kasparow herausgefunden hat wie man Schach spielt. Und wenn man buchstäblich Teams von Soziopathen hat, die zusammenarbeiten um Macht anzuhäufen, dann hast du keine Chance, mein liebes Kind. Spiel nicht deren Spiel. Du wirst verlieren.

 

 

 

Die einzige Art auf die man gewinnen kann ist, wenn man seinen Kompass kompromisslos auf „Wahrheit“ einstellt. Sei immer ehrlich zu dir selbst. Finde die unterschiedlichen Möglichkeiten wie du andere manipulierst und erkenne sie und akzeptiere sie. Finde dein loyales Umfeld und deinen Wunsch danach, richtig zu liegen und zieh den Hut vor ihrer Existenz. Je selbstbewusster wir sind, desto weniger Hebel gibt es, mit denen man uns manipulieren kann. Wenn man zu einer bestimmten Fraktion blind parteiisch oder loyal ist, dann wird man anfällig für Propaganda, denn dann kommen dein Wunschdenken und Rechthaberei ins Spiel. Sei ehrlich zu dir selbst und darüber wer du bist und was du willst, und du wirst zu einer Schachfigur, die man nicht herumschubsen kann.

 

 

Wenn wir diese Bastarde nicht mit der Wahrheit besiegen können, dann haben wir den Sieg nicht verdient.


https://www.strategic-culture.org/news/2018/06/09/when-where-and-how-will-empire-strike-back.html

 

Wann, wo und wie wird das Imperium zurückschlagen?

 

Von James George Jatras, 09.06.2018 (Zahlreiche links im Original!)

 

 

Es zahlt sich aus, bei jeder Analyse der gegenwärtigen internationalen Politik vorsichtig pessimistisch zu sein. Grundsätzlich kann man im allgemeinen erwarten, dass die Dinge, die den Frieden und die Sicherheit des Planten bedrohen, auch auf jede Art schiefgehen können. Die Erwartung auf eine Verbesserung ist die Wette eines Trottels.

 

Deshalb rebelliert das Bauchgefühl des Analytikers bei jedem Anzeichen dafür, dass sich die Dinge insgesamt in eine positive Richtung entwickeln könnten, wenn auch nur stockend oder indirekt. Aber bedenkt:

 

  • Ein Trump-Putin Gipfel: Präsident Donald Trump hat erneut sein Interesse angedeutet, endlich einen formellen Gipfel mit Präsident Putin abzuhalten. Österreich hat Wien als Austragungsort angeboten.

  • Ein Trump-Kim Gipfel: Obwohl es in Washington mit großer Wahrscheinlichkeit die absichtliche Bemühung gab, das Treffen in Singapur am 12. Juni zu torpedieren, so kommt es dennoch zustande. Zum Missfallen vieler in der US-Nomenklatur, die sich einer permanenten US-Präsenz auf dem ostasiatischen Festland verschrieben haben, besteht vielleicht sogar die Gefahr, dass auf der koreanischen Halbinsel Frieden ausbricht. Oh Gott! Wie sollen wir so eine weitere amerikanische Truppenstationierung rechtfertigen? Was passiert mit der schönen Aussicht auf US-Truppen, die am Yalu-Fluss China gegenüberstehen, wenn es in Nordkorea zu einem Regimewechsel kommt? Wird dann etwa eine transkoreanische Eisenbahn gebaut, die den Süden mit Russland und China verbindet? Die schrecklichen Möglichkeiten will man sich gar nicht ausmalen.

  • Tschüss Russiagate, hallo Spygate: Die Vorwürfe an Trump und sein Team wegen einer Verschwörung mit dem Kreml werden zunehmend als das aufgedeckt was sie sind: ein Deckmantel für eine verfassungsfeindliche Verschwörung innerhalb der Strukturen des Tiefen Staats (CIA,NSA, FBI, Justizministerium usw.) in Komplizenschaft mit – den Russen? – Nein, mit ihren britischen Tochteragenturen (MI6, GCHQ), zuerst um Trumps Präsidentschaft zu vereiteln, dann um ihn zu neutralisieren und aus dem Amt zu vertreiben. Und vor allem um jede Möglichkeit einer Annäherung zu Russland zu blockieren. Zwar haben Mueller und seine Rasselbande aus demokratischen Geldgebern ganz gewiss noch nicht aufgegeben, aber ihre Aussichten schwinden und die Russland-Manie verwandelt sich langsam in einen politischen Klotz am Bein der Demokratischen Partei für die Kongresswahlen im November.

  • Der europäische Populismus marschiert weiter: Viva l'Italia! Der Lieblings-Sizilianer der Europäischen Union, Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, wollte die Koalition aus M5S und Lega zerschlagen. Der Schlag ging daneben. Jetzt tritt Italien, die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone – die zu groß ist um sie wie Griechenland herumzukommandieren – dem populistischen Block der Visegrad-Gruppe bei, neben Österreich. Das ist für die katastrophale offene Einwanderungspolitik der EU (und Deutschlands) von besonderer Bedeutung.

  • Der Handel: Mit seinem kühnsten „America First!“-Schritt bisher hat Trump höhere Zölle auf Stahl und Aluminium gegen praktisch jeden beschlossen. Der Schritt selbst mag zwar etwas tollpatschig sein, aber er hat signalisiert, dass die Zeiten vorbei sind, in denen die USA einseitigen freien Handel zulassen, während unsere Handelspartner Merkantilismus betreiben.

  • Europas Anti-Russland-Sanktionen: Amerikanischer Druck auf Europa bezüglich des Handels mit dem Iran erzeugt – neben Trumps neuen Zöllen – in Europa Feindseligkeit, besonders im mächtigen Deutschland, das sich vor allem gegen Washingtons Sanktionsdrohungen gegen Firmen wehrt, die an Nord Stream 2 teilnehmen. Es mag noch zu früh sein um zu spekulieren, wie bald die EU die anti-russischen Sanktionen aufgibt. Aber es liegt etwas in der Luft, wenn selbst der EU Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagt, dass „die Russland-Schelte aufhören muss“. Die Stimme Italiens wird hier eine Hauptrolle spielen.

  • G7? Oder G6+1? Oder wieder G8?: Trumps Handelspolitik hat beim diesjährigen G7-Gipfel in Kanada eine Fuchs in den Hühnerstall gebracht. Gastgeber des Gipfels ist der angebliche Grapscher Premierminister Justice Trudeau. (Fairerweise muss man sagen, dass der Image-bewusste Justin mit den Medien vielleicht nur enge und intime Kontakte haben wollte.) Die Handelsdifferenzen kommen zu den Klima-Differenzen, und das hat zu einem Twitterstreit zwischen Trudeau und seinem frankophonen Kumpel Emmanuel Macron gegen Trump geführt, der den Klimateil des Gipfels auslassen will, was wahrscheinlich zu einem Kommuniqué führen wird, das die anderen sechs unterzeichnen, aber nicht die USA, was praktisch zu einem G6+1 führen wird. Währenddessen hat Trump die Köpfe der Verschwörungshetzer einer Russland-Verschwörung mit seinem Vorschlag zum explodieren gebracht, Russland sollte wieder in den Klub aufgenommen werden und daraus wieder einen G8 zu machen. Italien hat den Vorschlag befürwortet. Russland hat seinen Mangel an Interesse bekundet.

 

Im Epizentrum all dieser erschütternden Entwicklungen steht ein Mann: Donald Trump.

 

Es wäre ungenau zu sagen, dass dies Schritte der US-Regierung sind, denn Trump hat über sie nur teilweise Kontrolle. Da ihn die permanente Regierung – ganz zu schweigen von seinen eigenen Ernennungen – bei jeder Gelegenheit sabotieren will, scheint sich Trump auf das einzige Werkzeug zu verlassen, das ihm zur persönlichen Verfügung steht: Zerrüttung.

 

https://www.strategic-culture.org/news/2018/05/18/is-wrecking-ball-trump-undermining-america-global-clout-let-hope-so.html

 

 

Vergessen wir nicht, dass jene, die für Trump gestimmt haben, insbesondere im Rostgürtel von Pennsylvania,Ohio, Michigan und Wisconsin, etwas radikal anderes wollten als das übliche Geschäft. Sie haben für ihn gestimmt, weil sie einen Elefanten im Porzellanladen wollten, eine Abrissbirne, eine menschliche Handgranate, ein großes „FU“ an das System.

 

Vielleicht haben sie das bekommen.

 

Allerdings ist keine der oben genannten einzelnen Entwicklungen entscheidend. Aber zusammengenommen deuten sie auf eine bemerkenswerte Ansammlung guter Vorzeichen hin, zumindest aus der Sicht jener, die die gemütlichen Arrangements der sogenannten „liberalen Weltordnung“aufrütteln, ja zerschmettern wollen.

 

Aber jene, deren Karrieren und Privilegien – und in manchen Fällen ihre Freiheit und sogar ihr Leben – davon abhängen, dass diese Ordnung fortbesteht, sie werden nicht so einfach aufgeben. Sie werden nervös. Das gilt speziell für die Elemente der amerikanisch-britischen Geheimdienste, ihre Mitreisenden aus Demokraten und Never-Trump-Republikanern, die Trump-hassenden Fake News Medien und die bürokratischen Ungeheuer in Brüssel (nicht nur in der Europäischen Kommission, sondern auch im NATO-Hauptquartier).

 

Wenn die Vergangenheit ein Prolog ist, dann wird das Imperium zurückschlagen – hart und schmutzig.

 

Man denke an die vergangenen sieben Jahre des Kriegs in Syrien zurück, wo es jedes mal, wenn die USA ihre Bereitschaft zu einem Rückzug angedeutet haben, oder wenn die syrischen Streitkräfte große militärische Fortschritte gemacht haben, dann gab es – RUMMS! – einen Chemiewaffenangriff gab, der sofort und ohne Beweise den Streitkräften der Regierung angelastet wurde, gefolgt von erneutem Geschrei über „Assad bringt sein eigenes Volk um! Assad muss weg!“ (das ist ein Trick, der mindestens bis zum Bosnienkrieg in den 1990ern zurückreicht. Jedes Mal, wenn sich ein Waffenstillstand abzeichnete, gab es einen weiteren „serbischen Granatenangriff“ auf Zivilisten, was zu Rufen nach einer Militäraktion der NATO führte.)

 

Die Frage ist nicht „ob“ es eine Provokation geben wird. Eher ist es eine Frage des wann, wo und wie. Es ist zwar schwierig, Vorhersagen zu treffen, besonders über die Zukunft. Dennoch ist es möglich, einige Möglichkeiten zu erahnen:

 

FIFA WM 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli): Bedenkt man die riesigen Kosten und Mühen, die Russland für die WM als Schaufenster für die Welt investiert hat, so ist es ein verlockendes Ziel. Erinnert euch daran, dass die verfassungswidrige Absetzung der gewählten Regierung der Ukraine stattfand, als Putins Aufmerksamkeit bei der Winterolympiade 2014 in Sotschi vermutlich von seinem Stolz und seiner Freude abgelenkt wurde. Der Angriff 2008 auf Südossetien durch den damaligen georgischen Präsidenten Mikhail Saakaschwili erfolgte, während die Augen der Welt auf die Olympischen Spiele in Peking gerichtet waren. Beide Initiativen führten zu einer starken Gegenreaktion Moskaus, was wiederum zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen geführt hat – einschließlich Russlands Suspendierung aus der G8 im Jahr 2014. (Im Fieberwahn der westlichen Russland-Hasser war es Putin, der die Spiele als Deckmantel benutzte, nicht umgekehrt.) Es könnte eine Provokation gegen das FIFA-Ereignis selbst gerichtet werden – etwa ein Terroranschlag durch ISIS-Agenten, die Berichten zufolge aus dem Nahen Osten nach Russland geschleust werden sollen – oder an einem anderen Ort, der mit Spielpartien in ganz Russland zusammenfällt.

 

Ukraine: Wenn man die Taten von Präsident Petro Poroschenko betrachtet, dann muss man alles im Licht der bevorstehenden Präsidentenwahl 2019 betrachten. Poroschenko muss einen Weg finden, in die zweite Runde zu kommen, vermutlich gegen Yulia Tymoschenko. Das Beste was er tun könnte, wäre ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern und einen Friedensdeal mit dem Donbass zu erreichen. Aber die Chancen dafür sind gering, da es von Kiew Flexibilität erfordern würde, die sich Poroschenko nicht leisten kann. Außer er will als russische Marionette beschimpft werden. Umgekehrt kann er die Spannungen mit Russland verschärfen und darauf hoffen, dass sich der Westen hinter ihn stellt. Vielleicht war das kürzliche Fiasko mit dem Fake News Mord des sehr lebendigen Arkadi Babtschenko so ein Versuch, der aber in die Hose ging. Aber es gibt andere Optionen, etwa die Provokationen entlang der Kontrollzone im Donbass (die neu gelieferten Javelin der USA sind da praktisch, ebenso der neue holländische MH17-Bericht). Oder vielleicht ein Angriff auf die neue Kerch-Brücke oder viele andere weniger offensichtliche Möglichkeiten.

 

Syrien: Es wird höchste Zeit für einen weiteren bösartigen, militärisch sinnlosen und kontraproduktiven Chemiewaffenangriff „gegen sein eigenes Volk“, durch das „Monster“ Assad, der mit allen Mitteln eliminiert werden muss. Wer ist dafür verantwortlich? Russland natürlich!

 

Ein Zwischenfall zwischen der NATO und russischen Streitkräften: Die NATO verstärkt ihre provokativen Manöver an der Türschwelle Russlands im Baltikum und im Schwarzen Meer – allerdings nur um sich vor Moskaus Aggression zu schützen. Es könnte jederzeit zu einem Zwischenfall kommen, entweder zufällig oder absichtlich. In jedem Fall wird es die Schuld der feindseligen Russen gewesen sein, was müssen sie auch ihr Land so nahe an unsere Stützpunkte und die Orte unserer militärischen Übungen legen?

 

Der Balkan: Vergesst nie, dass man diesen Serben nicht trauen kann. Srbe na vrbe!

 

Eine Ermordung: Eine von Putins Lieblingsbeschäftigungen ist das Töten, oder zumindest der Versuch, jemanden zu töten, der ihm missfällt. Vielleicht ist es auch wie bei Assad mit seinen Chemiewaffen, dass Putin nur aus reiner Lust und aus Spaß tötet. Die Liste der Opfer ist lang: Babtschenko (nun ja, der nicht), die beiden Skripals (also, die auch nicht), politische Gegner wie Boris Nemtsow und Segei Yushenkov, Sensationsreporterinnen wie Anna Politkovskaya und Natalia Estemirova, der ehemalige Tschekist Aleksandr Litvinenko, der Gründer des Netzwerks RT Mikhail Lesin, kämpfende Anwälte wie Stanislav Markelov und Sergei Magnitsky, der Oligarch Boris Beresowsky und so weiter. Eine zeitlich gut gesetzte Beseitigung einer gut sichtbaren Figur würde einen heilsamen Einfluss auf irgendwelche lästigen Annäherungsversuche zwischen dem Osten und dem Westen haben. Beweise braucht es nicht – allein die Identität des Opfers wäre der unwiderlegbare Beweis für die Schuld Putins.

 

Was den letzten Punkt betrifft, die Ermordung, so sollte man immer daran denken, dass der Mann, der das ganze Schiff zum Schwanken bringt, nicht Putin ist – sondern Trump. Das deutet auf eine ultimative Lösung hin, die verlockend werden könnte, wenn der Donald weiter höher als auf Zimmertemperatur funktioniert, was nicht mehr auszuhalten wäre.

 

Wie Josef Stalin gesagt haben soll: „Der Tod löst alle Probleme. Kein Mann, kein Problem.“ Trump, der für viele mächtige Menschen tatsächlich ein Problem ist, wurde rücksichtslos mit Jean-Marie Le Pen verglichen, mit Silvio Berlusconi, Wladimir Putin – sogar mit Hitler und Mussolini. Und im amerikanischen Zusammenhang mit Andrew Jackson, Huey Long und George Wallace. Man bedenke, dass alle diese drei Amerikaner das Ziel eines Attentats waren. Jackson (den Trump bewundert) überlebte, weil die Pistole seines Angreifers versagte. Das wurde von manchen damals als ein Wunder gepriesen. Der „Kingfish“ (Spitzname von Huey Long) wurde getötet. Wallace wurde für den Rest seines Lebens verkrüppelt.

 

Es gibt Grund zu der Annahme, dass sich Trump über das Schicksal des letzten amerikanischen Präsidenten sehr bewusst ist, der es gewagt hatte, den normalen Lauf der Dinge und das eingefahrene, rücksichtslose Establishment zu gefährden, das so mächtig davon profitiert. Er hat wiederholt sein Interesse daran bekundet, die komplette Akte über die Ermordung Jack Kennedys zu veröffentlichen, wovon er dann wieder aus unerfindlichen Gründen Abstand nahm. Die Erschießung von Robert Kennedy, dem Bruder des Präsidenten, der, wenn er 1968 zum Präsidenten gewählt worden wäre, die Gelegenheit gehabt hätte, die Untersuchung über die Ermordung seines Bruders wieder zu öffnen, ist mit Robert Kennedy Jr. wieder in den Nachrichten. Der drückt seine Zweifel über die offizielle Erklärung aus, dass sein Vater von Sirhan Sirhan getötet worden sein soll.

 

Wenn irgendjemand glaubt, dass die Feinde Trumps nicht zu jedem Mittel greifen würden, der sollte noch mal darüber nachdenken.

 


 

https://thesaker.is/is-putin-really-ready-to-ditch-irani-putin-really-ready-to-ditch-iran/

 

Ist Putin wirklich dazu bereit, den Iran „fallen zu lassen“?

 

Vom Saker, 07.06.2018 für Unz Review (zahlreiche links im Original!)

 

Das Thema Russland in Syrien fasziniert immer noch und bietet viel Anlass für Streit. Das macht Sinn – das Thema wird auf vielen Ebenen zunehmend wichtig, darunter pragmatischen und moralischen. Heute will ich mich ganz an die pragmatische Ebene halten und die moralischen/ethischen/geistigen Überlegungen, wenigstens eine Zeitlang, außer Acht lassen. Darüber hinaus will ich um des Arguments willen so tun, als handele der Kreml einhellig, als gäbe es keine Atlantik-Brücke in der russischen Regierung, keine Fünfte Kolonne im Kreml und als gäbe es keine zionistische Lobby, die in Russland enormen Einfluss ausüben würde. Ich werde mich in der Zukunft mit diesen Themen auseinandersetzen, da ich der festen Überzeugung bin, dass die Zeit und die Ereignisse beweisen werden, wie unbegründet und politisch motiviert diese Leugnungen in Wahrheit sind. Aber zum Zweck dieser Analyse tun wir mal so, als sei im Kreml alles in Ordnung und nehmen an, dass Russland vollkommen souverän ist und frei seine nationalen Interessen schützt.

 

Also was wissen wir über das Geschehen in Syrien?

 

Ich behaupte, dass es offensichtlich ist, dass Russland und Israel eine Vereinbarung getroffen haben. Dass es irgendein gegenseitiges Verständnis gibt, aber da ist eindeutig noch mehr, das nicht offen eingestanden wird. Die Israelis prahlen wie immer über ihren totalen Sieg und veröffentlichen Artikel wie folgenden: „Putin und Netanjahu waren in Syrien schon immer auf der selben Seite“, wo es im Untertitel heißt: „Putin ist dazu bereit, den Iran fallen zu lassen, um Israel glücklich zu machen und Assads Sieg zu retten“.

https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-in-syria-putin-and-netanyahu-were-on-the-same-side-all-along-1.6134931

 

Echt?

 

Die chaotische Welt widersprüchlicher Erklärungen und Äußerungen

 

Betrachten wir diese These aus einem rein logischen Gesichtspunkt. Erstens, was waren die ursprünglichen Ziele Israels? Wie ich schon früher erklärt habe, hatten die Israelis folgende Ziele:

  1. Einen starken, säkularen arabischen Staat mitsamt seiner politischen Struktur, den Streitkräften und Geheimdiensten zu zerstören.

  2. In Syrien totales Chaos und Schrecken zu erzeugen, um die Schaffung einer „Sicherheitszone“ durch Israel nicht nur auf dem Golan sondern auch weiter im Norden zu rechtfertigen.

  3. Im Libanon einen Bürgerkrieg anzuzetteln, indem man die irren Takfiris gegen die Hisbollah hetzt.

  4. Die Takfiris und die Hisbollah sollen sich gegenseitig zu Tode bluten, dann wird eine „Sicherheitszone“ geschaffen, aber dieses Mal im Libanon.

  5. Die Schaffung einer schiitischen Achse Iran-Irak-Syrien-Libanon zu verhindern.

  6. Syrien entlang ethnischer und religiöser Linien aufzubrechen.

  7. Ein Kurdistan zu schaffen, das man dann gegen die Türkei, Syrien, Irak und den Iran benutzen kann.

  8. Es Israel zu ermöglichen, im Nahen Osten die unumstrittene Macht zu werden und so Saudi Arabien, Katar, Oman, Kuweit und all die anderen dazu zu zwingen, sich bei jedem Gas- oder Erdölprojekt an Israel zu wenden.

  9. Den Iran schrittweise zu isolieren, zu bedrohen, zu sabotieren und schließlich mit einem breiten regionalen Streitkräfteverbund anzugreifen.

  10. Alle Zentren schiitischer Macht im Nahen Osten zu eliminieren.

 

Halten wir hier einmal inne und stellen uns eine sehr einfache Frage: Wen Putin und Netanjahu von Anfang an auf der selben Seite standen, was hätte Putin tun sollen, um den Israelis zu helfen? Ich schlage diese offensichtliche und unzweifelhafte Antwort vor: absolut gar nichts. Als die Russen ihre (sehr begrenzte, aber auch effektive) Intervention in Syrien begannen, da waren diese Pläne schon voll in ihrer Umsetzung begriffen!

 

Die unleugbare Wahrheit ist, dass Putin den ursprünglichen Plan Israels für Syrien vereitelt hat.

 

Tatsächlich haben die Hisbollah und der Iran bereits in Syrien interveniert und versuchten verzweifelt, in einer kollabierenden syrischen Front die „Löcher zu stopfen“. Wenn überhaupt, so muss man Putin das Verdienst zuschreiben, dass die Israelis ihren „Plan A“ aufgeben und zu „Plan B“ übergehen mussten, den ich hier beschreibe (http://www.unz.com/tsaker/the-warmakers/ ) und der sich so zusammenfassen lässt:

 

Schritt Eins: benutze deine Propagandamaschine und deine infiltrierten Agenten, um das Märchen über ein iranisches Nuklearprogramm aufzuwärmen. (…) Wenn Trump sagt, dass das JCPOA ein schrecklicher Deal ist, dann ist es so. Heh, wir leben in einer „Post-Skripal“ und „Post-Duma“-Ära – wenn einige anglische (oder jüdische) Führer sagen, es sei „höchstwahrscheinlich“, dann muss jeder sofort seine „Solidarität“ zeigen, oder er wird als „antisemitisch“ oder „Verschwörungstheoretiker“ angeklagt (ihr wisst wie das läuft). Also ist Schritt Eins eine Neuauflage aus dem Nichts der Zeitungsente vom iranischen militärischen Nuklearprogramm. Schritt Zwei ist die Verkündung, dass Israel „existentiell bedroht“ ist und (…) sollen doch die doofen Amerikaner gegen die Iraner kämpfen.

 

Wie ich schon ausführlich erläutert habe ( https://www.unz.com/tsaker/why-is-putin-allowing-israel-to-bomb-syria/ ), hat Russland überhaupt keine moralische Verpflichtung, irgend jemanden irgendwo zu schützen, nicht im Nahen Osten und schon gar nicht Syrien und/oder den Iran. Ich habe auch ausführlich erläutert, warum Putin eine Reihe pragmatischer interner Gründe hat, dass sich Russland nicht in einen großen Krieg im Nahen Osten einmischt. https://www.unz.com/tsaker/putin-and-israel-a-complex-and-multi-layered-relationship/

 

Und schließlich habe ich erläutert ( http://www.unz.com/tsaker/it-all-depends-on-your-values/ ), dass die Israelis eindeutig den Iran provozieren, indem sie iranische (oder genauer gesagt mit dem Iran verbündete oder von Iran unterstützte) Ziele in Syrien angreifen. Sie hoffen darauf, dass der iranische Geduldsfaden reißt und dass die Iraner mit genügend Feuerkraft zurückschlagen, um nicht nur Angriffe auf die (relativ wertlosen) iranisch-verbündeten Ziel in Syrien zu rechtfertigen, sondern auf dem Iran selbst. Das würde einen iranischen Gegenschlag auf Israel und damit den Großen Preis garantieren: einen massiven US-Angriff auf den Iran.

 

Schauen wir uns noch einmal die russischen Aktionen an. Wenn Putin „von Anfang an auf der Seite Natanjahus“ stand, dann hätte er den Israelis bei deren Aktionen geholfen, nämlich den Iran zu provozieren, stimmt's? Aber was hat Putin wirklich getan?

 

Alles begann mit einer Äußerung von Außenminister Lawrow, der erklärt hat, dass alle ausländischen Streitkräfte Syrien verlassen müssten. Soweit ich weiß gibt es kein direktes Zitat von Lawrows ursprünglicher Äußerung, nur interpretierende Umschreibungen. Lawrow hat später einige erläuternde Kommentare abgegeben, so wie diesen: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf einer gegenseitigen Basis erfolgen, das sollte keine Einbahnstraße sein. Das Resultat dieser Arbeit, die fortgesetzt werden sollte und fortgesetzt wird, sollte eine Situation sein, wo Repräsentanten der Syrisch Arabischen Armee an der Grenze zu Israel stehen.“ ( http://www.thetower.org/6303-russian-fm-lavrov-all-foreign-troops-including-irans-must-leave-syria/ )

 

Aber halten wir uns nicht mit dem Versuch auf, herauszufinden, was ein lockerer Kommentar war und was „offiziell“ war. Wir sollten vor allem das festhalten: Schon vor Lawrows Kommentar zu „allen ausländischen Streitkräften“ sagte dieser Lawrow auch, dass „alle US-Streitkräfte nach dem Sieg über die terroristischen Kräfte Syrien verlassen müssen.“ Darf ich auch jeden hier daran erinnern, dass Israel den syrischen Golan seit Jahren illegal besetzt hält und dass die IDF damit genau in die Definition einer „ausländischen Streitkraft in Syrien“ fällt? Es kommt noch besser, denn die Syrer, und offen gesagt der gesunde Menschenverstand und das internationale Recht sagen, dass alle ausländischen Streitkräfte Syrien verlassen müssen, außer jene, die sich auf Bitten der syrischen Regierung legal in Syrien aufhalten. Wenn also die Russen sagen, dass alle ausländischen Kräfte – einschließlich der iranischen (angenommen Lawrow hat das so gesagt) – Syrien verlassen müssen, dann haben sie keine legale oder sonstige Autorität um das umzusetzen, außer es gibt zu dieser Forderung eine UNSC-Resolution. Bedenkt man, dass sich die Israelis und die USA einen Dreck um das internationale Recht oder den UN-Sicherheitsrat scheren, so kommt eher der Tag, an dem eine Resolution verabschiedet wird, die sich nur gegen die Iraner richtet und die von den Israelis ignoriert wird. Die Sache hier ist die, dass es in Wahrheit ziemlich wenige iranische „Streitkräfte“ in Syrien gibt. Es gibt viel mehr „Berater“ (die man nicht als Streitkräfte betrachten kann) und viel mehr pro-iranische Streitkräfte, die nicht wirklich „iranisch“ sind. Und es gibt die Hisbollah, aber die Hisbollah wird nicht verschwinden, und sie sind übrigens Libanesen und keine Iraner. Zweifellos würden die Israelis behaupten, dass Hisbollah eine „iranische Streitkraft“ ist, aber das ist blanker Unsinn. Und um die Verwirrung zu vergrößern, machen die Russen jetzt einen auf nett und sagen: „Natürlich muss der Abzug aller nicht-syrischen Streitkräfte auf einer gegenseitigen Basis erfolgen, das sollte keine Einbahnstraße sein.“ Ich schlage vor, dass wir mit der Aufzählung all dieser möglichen Umschreibungen und Interpretationen aufhören und zustimmen, dass die Russen mit ihren Äußerungen ein schönes (oder schlimmes) Durcheinander angerichtet haben. Eigentlich möchte ich behaupten, dass dieses anscheinend schöne (oder schlimme) Durcheinander eine sehr bewusste und schlaue Zweideutigkeit ist.

 

Nach Angaben zahlreicher russischer Quellen geht es bei der ganzen Rhetorik um den Süden Syriens und die Kontaktlinie zwischen Syrien und Israel (aus legaler Sicht ist es keine Grenze). Der Deal sieht anscheinend so aus: Die pro-iranischen Kräfte und die Hisbollah ziehen sich aus dem Süden zurück und im Austausch lassen die Israelis die Syrer, unterstützt von russischer Luftwaffe und „Beratern“ wieder die Kontrolle über den Süden Syriens erlangen, aber ohne irgendwelche Versuche, die Israelis aus dem Golan zu vertreiben, den sie illegal besetzt halten. Unnötig zu erwähnen, dass die Syrer auch darauf bestehen, dass als Teil des Handels die US-Streitkräfte das südliche Syrien verlassen müssen. Aber offen gesagt sehe ich keinen Sinn darin, dass die USA dort bleiben, außer sie planen, auf syrischem Gebiet winzige (und nutzlose) Enklaven einzurichten. Nicht nur das, auch Jordanien ist anscheinend Teil des Handels. Und hier kommt das Beste: es gibt ziemlich gute Beweise, dass die Hisbollah und der Iran auch Teil des Deals sind. Und ratet mal? Auch die Türken.

 

Es sieht sehr danach aus, als hätten die Russen hier einen großen regionalen Deal zusammengezimmert. Wenn das wirklich der Fall wäre, dann würde das auch die intensiven Dementis aus Israel und dem Iran erklären, auf die noch mehr Bestätigungen folgten. Und um die Dinge noch mehr zu verwirren, haben wir jetzt Stoltenberg (ausgerechnet der!), der sagt, dass die NATO Israel im Falle eines iranischen Angriffs nicht beistehen würde, was völliger Blödsinn ist wenn man bedenkt, dass der NATO Generalsekretär keine Macht besitzt, dass die NATO zu 80% aus den USA besteht und dass die USA jetzt als „Stolperdraht“ eine ständige Militärpräsenz in Israel haben und somit behaupten könnten, dass sie angegriffen werden. Aber es ist witzig, weil es „das Chaos vergrößert“.

 

Und dann gibt es offensichtlich den syrischen Plan, die USA aus dem Norden Syriens zu vertreiben, was Uncle Sam natürlich gar nicht gefällt. Und daher reden die beiden Seiten wieder miteinander.

 

Wenn euch das als Beweis für die These erscheint, dass „Putin und Netanjahu schon immer auf der selben Seite standen“, dann frage ich mich, wie man euch vom Gegenteil überzeugen kann, denn für mich sieht das nach einem von drei Dingen aus:

 

  1. Es wurde irgendein großer regionaler Deal gemacht oder

  2. Irgendein großer regionaler Deal ist in Vorbereitung oder

  3. Irgendein großer regionaler Deal wurde gemacht, aber keiner traut dem anderen und jeder will für sich den Deal verbessern

 

und natürlich – jeder will sein Gesicht wahren, indem er alles leugnet oder den Sieg erklärt, vor allem die AngloZionisten.

 

Also stellen wir die Hauptfrage: Gibt es irgendeinen Beweis dafür, dass Putin und/oder Assad „den Iran fallen lassen“?

 

Verlassen wir den Bereich der Erklärungen und Äußerungen und kehren in die Welt zurück

 

Beginnen wir mit einer einfachen Frage: Was will der Iran mehr als alles andere?

 

Ich behaupte, dass die vorrangigste Priorität des Iran ist, einen massiven US-Angriff auf den Iran zu vermeiden.

 

Umgekehrt ist die Auslösung eines solchen Angriffs auf den Iran das Hauptziel der Israelis. Sie geben das ziemlich offen zu. Ihre jüngste Idee ist die Schaffung einer „militärischen Koalition gegen den Iran“, während man der NATO gefallen will, indem man an den anti-russischen Manövern in Europa teilnimmt.

 

Nicht weil ein nicht existentes iranisches Nuklearprogramm Israel bedroht, sondern weil der Iran für das AngloZionistische Imperium und für die saudisch-wahabische Version des Islam ein überaus erfolgreiches und daher gefährlich konkurrierendes Modell liefert. Darüber hinaus wagt es der Iran, im Gegensatz zu Russland (leider Gottes!), das Verbrechen aller Verbrechen zu begehen und Israel öffentlich als einen völkermordenden, rassistischen Staat zu verurteilen, dessen Politik ein Affront für die gesamte zivilisierte Menschheit ist. Und schließlich ist der Iran (schon wieder leider im Gegensatz zu Russland!) ein wirklich souveräner Staat, der sich erfolgreich der Fünften Kolonne entledigt hat und der sich nicht im eisernen Würgegriff von IWF/WB/WTO/etc. befindet. (Ich habe letzte Woche darüber geschrieben, also wiederhole ich es hier nicht: http://www.unz.com/tsaker/it-all-depends-on-your-values/ )

 

Ich behaupte ebenso, dass der Iran eine hohe Priorität auf die Unterstützung aller unterdrückten Völker im Nahen Osten legt. Sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu wehren, das ist eine Forderung im Koran und ich glaube, dass sich das in der iranischen Interpretation auch auf die nicht-schiitischen Moslems und sogar Christen und Juden ausdehnt. Aber da ich weiß, dass das alle möglichen wütenden Anschuldigungen auslöst, dass ich naiv sei (oder gar ein schiitischer Propagandist), will ich zugestehen, dass die Hilfe für unterdrückte Schiiten in der Region den iranischen Führern wohl wichtiger ist als die Hilfe für alle anderen Unterdrückten. Aus säkularer Sicht bedeutet das, dass der Iran versuchen wird, die Schiiten im Irak, in Syrien und Libanon zu schützen und ihnen zu helfen, und ich sehe darin überhaupt nichts Falsches. Ja, wenn man bedenkt, welches Erbarmen die Hisbollah im Jahr 2000 mit der SLA (die südlibanesische Armee, eine Miliz) gezeigt hat, und der Tatsache, dass die syrischen Sicherheitskräfte momentan in jenen Teilen Syriens mit äußerster Zurückhaltung vorgehen, die den russischen Deal akzeptiert haben (darüber sind sogar einige russische Analysten besorgt), so denke ich, dass die iranisch unterstützten Kräfte, die Syrien von Daesh befreien, das Beste sind, worauf man hoffen konnte.

 

Darüber hinaus ist es wahr, dass das Ba'athistische Regime in Syrien – bei all seinen anderen Fehlern – gegenüber Minderheiten tolerant war und dass die Hisbollah immer absolut alle libanesischen Menschen geschützt hat, unabhängig von deren Religion oder Ethnie. (Andere mögen anderer Meinung sein als ich, aber nachdem ich mehrere Jahrzehnte die Hisbollah und den Iran studiert habe, komme ich zu der Schlussfolgerung, dass sie – im Gegensatz zu den meisten anderen politischen Akteuren – bei ihren Absichtsbekundungen tatsächlich die Wahrheit sagen.

 

Also wer ist die größte Bedrohung für die Schiiten und, so möchte ich behaupten, für alle Menschen im Nahen Osten? Natürlich die Takfiris von Daesh.

 

Und was haben alle Varianten eines möglichen „großen regionalen Deals“ gemeinsam? Die Eliminierung von Daesh & Co. aus Syrien.

 

Und wie soll das gegen die iranischen Interessen sein?

 

Ist es natürlich nicht.

 

Die Wahrheit ist, dass ich nicht den geringsten Beweis dafür sehe, dass „Putin und Netanjahu schon immer zusammengearbeitet haben“. Was ich sehe ist, dass zwischen zahlreichen Parteien irgendein Deal ausgehandelt wird, bei dem vermutlich einer den anderen zu beschießen versucht. Realpolitik vom Feinsten und Zynischsten – ja. Aber kaum ein Verrat Russlands am Iran.

 

Was jeder zu tun versucht ist das, was der Schmied Vakula in Gogols Weihnachtsgeschichte „Die Nacht vor Weihnachten“ tat: den Teufel auszutricksen. In Russland ist der Teufel als „лукавый“ bekannt, was nicht nur das „Böse“ bezeichnet, sondern was auch schlau, gerissen, täuschend und raffiniert clever meint. Der Versuch, den Teufel hereinzulegen, ist eine gefährliche und schwierige Aufgabe, und ich finde es auch moralisch sehr fragwürdig. Aber im Einklang mit unserem modernen, wertneutralen und „realistische“ Zeitgeist können wir auch „Putins Verrat am Iran“ aus rein zynischen und pragmatischen Gründen entlarven, ohne überhaupt höhere Werte anzusprechen.

 

Für jene, die es noch nicht gesehen haben,empfehle ich sehr dieses Video (mit Englischen Untertiteln) von Ruslan Ostashko, der darüber spricht, was Israel Russland und Putin anbieten kann und was nicht:

 

 

Ostashko hat absolut recht. Die Wahrheit ist, dass Israel – im Gegensatz zum Iran – Putin oder Russland wenig anzubieten hat. Das soll nicht heißen, dass Israel keinen Einfluss auf den Kreml hat, den hat es mit ziemlicher Sicherheit. Aber dieser Einfluss ist nur die Peitsche, nicht das Zuckerbrot (was einer der gedanklichen Fehler in der Position jener ist, die die Existenz einer zionistischen Fünften Kolonne in Russland leugnen – sie leugnen die Existenz der „Peitsche“, während sie gleichzeitig kein „Zuckerbrot“ liefern können, und damit lassen sie die russische Politik zugleich widersprüchlich und unerklärlich erscheinen: daher all die geistigen Verrenkungen um das zu erklären.)

 

Aber Israels „Peitsche“ ist, während sie ohne Zweifel groß ist, im Vergleich zum iranischen Zuckerbrot winzig: Nicht nur die enormen Ressourcen und die Milliarden an Dollar/Rubel/Rial/Euro, die man im Energiesektor, mit Waffen und auch in vielen Sektoren der Wirtschaft machen kann. Da ist auch die Tatsache, dass der Iran wirklich die Regionalmacht Nummer Eins im Nahen Osten ist: Vielleicht nicht groß genug, um anderen seinen Willen aufzuzwingen, aber mit Sicherheit groß genug, jeden großen Plan oder eine Politik zu zerstören, der ihnen nicht gefällt. Noch dazu wo jetzt die internationalen Sanktionen gegen den Iran offiziell aufgehoben wurden (trotz der Ablehnung der Unterschrift durch die USA), kann der Iran der Shanghai Cooperation Organization beitreten und ein wichtiges Mitglied werden (möglicherweise zusammen mit anderen Ländern des Nahen Ostens). All das macht das iranische „Zuckerbrot“ für Russland sehr attraktiv. Und es gibt auch eine gedankliche iranische „Peitsche“: Sollte Israel sich durchsetzen und der Iran würde vom AngloZionistischen Imperium massiv und bösartig angegriffen werden – was wären die Auswirkungen für Russland und seine Alliierten? Ich glaube zwar keinen Moment an diese Möglichkeit, aber angenommen, das Imperium würde in Teheran ein Pro-AngloZionistisches Regime an die Macht bringen und die Islamische Republik stürzen – was würde das für die nationale Sicherheit Russlands bedeuten? Das wäre ein absoluter Albtraum, nicht wahr?

 

Seht euch die Beziehung zwischen Russland und der Türkei vor dem versuchten Staatsstreich gegen Erdogan an. Diese Beziehung war sicherlich viel schlimmer als die Beziehung, die gegenwärtig zwischen der Islamischen Republik und Russland herrscht, richtig? Und dennoch, als die USA versucht haben, Erdogan zu stürzen, was hat Russland getan? Russland hat Erdogan voll unterstützt und hat ihm – so gehen einige Gerüchte – während einiger heikler Stunden sogar physischen Schutz gewährt. Wenn sich Russland gegen das Imperium auf die Seite Erdogans schlägt, warum sollte sich Russland dann nicht auf die Seite der Islamischen Republik stellen, selbst wenn wir nur die Eigeninteressen Russlands in Betracht ziehen?

 

Eine ausgezeichnete iranische Analyse über die russisch-iranische Allianz liefert dieser Artikel von Aram Mirzaei: „Wird die russisch-iranisch-syrische Allianz halten, wenn sich der syrische Krieg dem Ende zuneigt?“

https://thesaker.is/will-the-russian-iranian-syrian-alliance-hold-as-the-syrian-war-draws-close-to-an-end/

 

Fazit:

 

Die einfache Wahrheit ist, dass – unabhängig von Erklärungen und politischen Äußerungen – China, Russland, Iran, Syrien und Hisbollah aufeinander angewiesen sind und sie es sich nicht leisten können, jemanden zu betrügen, außer sie wollen, dass das Imperium einen nach dem anderen zerlegt. Um Franklins Worte zu zitieren: Sie müssen alle zusammenhängen (d.h. zusammenstehen), oder sie werden letzten Endes „einzeln hängen“. Das heißt nicht, dass sie sich alle lieben müssen oder ständig dieselben Ziele haben müssen. Bis zu einem gewissen Grad spielen sie vielleicht auch gegeneinander und versuchen sogar, „am Rande“ einen günstigen Deal mit den AngloZionisten zu erreichen (denkt daran, Assad ließ für die CIA foltern!). Aber die harten Tatsachen und das Zusammenspiel der Kräfte im Nahen Osten begrenzen das Ausmaß solcher „Mini-Betrügereien“, zumindest auf absehbare Zukunft.

 

Richtig, man muss auch den saudischen Faktor ins Kalkül ziehen. Im Gegensatz zu den Israelis bieten die Saudis jede Menge „Zuckerbrot“. Aber die Saudis sind viel zu arrogant, sie legen sich bereits mit russischen Interessen nicht nur in Syrien, sondern auch in Katar an, und ihre Art des Islam ist für Russland wahrlich eine tödliche Gefahr. Momentan halten sich die Atlantischen Integrationisten und die Eurasischen Unabhängigen im Kreml die Waage. Erstere versuchen, die EU von den USA loszulösen und damit viel Geld zu machen. Und Letztere haben die Aufgabe, die nationalen Sicherheitsaufgaben zu betreuen, vor allem in Richtung Süden, aber dieses Gleichgewicht ist innerlich instabil und würde durch einen größeren Angriff der AngloZionisten bedroht werden. Also ja, es gibt in Russland eine Zionistische Lobby und ja, sie gebärden sich als Fünfte Kolonne. Aber die ist nicht, ich betone nicht stark genug, die finanziellen Interessen der russischen Geschäftselite außer acht zu lassen, und noch viel weniger die fundamentalen russischen Sicherheitsinteressen. Das ist einer der größten Unterschiede zwischen den USA und Russland: Russland, das zwar nur teilweise souverän ist, ist weit davon entfernt, ein israelisches Protektorat oder Kolonie zu sein. Und so lange Russland seine teilweise Souveränität behält, wird es den Iran nicht „fallen lassen“, egal wie sehr Israel auch jammert und droht.

 

Meine persönliche Einschätzung ist, dass Putin ein sehr kompliziertes und gefährliches Spiel spielt. Er versucht nicht einen, sondern viele „Teufel“ auszutricksen, und das gleichzeitig. Darüber hinaus sind die USA „nicht fähig zu Abkommen“, und das bereits seit Obama. Und Trump und seine Neokon-Meister haben das nur verschlimmert. Was die Israelis anbelangt, sie lassen selbst Satan höchstpersönlich ehrlich aussehen und sind ideologisch nicht in der Lage, ehrlich (oder auch nur anständig) zu sein. Offen gesagt traue ich Erdogan kein bisschen und ich denke nicht, dass ihm die Russen jemals wieder vertrauen. Nennt mich naiv, aber ich denke, dass sich Assad durch diesen Krieg verändert hat, und auch wenn er in der Vergangenheit tatsächlich mit der CIA zusammengearbeitet hat, so glaube ich, dass er in Zukunft für Russland ein ziemlich guter Alliierter sein wird. Was Ayatollah Ali Khamenei und Hassan Nasrallah anbelangt, so sehe ich die beiden als Männer mit Ehre, die sich an eine jede Allianz halten, der sie formell beitreten (informelle Absprachen und zeitweilige gegenseitige Interessen sind eine andere Sache). Ich halte sie auch für brillante und kluge Geostrategen: sie verstehen voll und ganz, dass der Iran und die Hisbollah Russland „brauchen“, um zu überleben. Somit ist Putins Politik, die zwar gefährlich ist, überhaupt nicht zum Scheitern verurteilt: er versucht Syrien vor den AngloZionisten zu retten und gleichzeitig einen regionalen Krieg zu vermeiden. Die Zeit spielt für ihn, denn Trumps wirre (und das ist vorsichtig ausgedrückt) Politik (eigentlich der Mangel an Politik) fügen dem Imperium tagtäglich einen enormen Schaden zu (dazu die ausgezeichnete Analyse von Dmitri Orlov: https://russia-insider.com/en/politics/russias-maddening-patience-why-doesnt-she-strike-back-when-attacked/ri23653

 

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Putins gefährliche Strategie aufgehen wird oder nicht. Und ich glaube nicht, dass es sonst jemand weiß (außer den ignoranten Cheerleadern natürlich). Aber selbst wenn mir der Anblick von Bibi Netanjahu mit den Sankt Georgs-Band in Moskau Übelkeit bereitet hat, so ist das absolut kein Anzeichen dafür, dass Netanjahu und Putin zusammenarbeiten oder dass Russland „den Iran fallen lässt“. Wie immer fühlen sich die Israelis allmächtig und stellen ihre Arroganz offen zur Schau. Sollen sie doch. Denkt einfach an das unvermeidliche Ergebnis dieser zionistischen Überheblichkeit in der Vergangenheit und wartet auf das unvermeidliche „oy vey!“.

 

Und schließlich ist da noch die wichtigste einzelne Tatsache: das AngloZionistische Imperium und Russland befinden sich bereits im Krieg, und das seit mindestens vier Jahren oder länger. Dieser Krieg ist zwar noch zu 80% ein Informationskrieg, zu 15% ein Wirtschaftskrieg und zu 5% kinetisch, aber es ist dennoch ein realer Krieg, und er eskaliert. Solange Russland auch nur teilweise souverän bleibt und solange es ein alternatives Zivilisationsmodell anbietet, wenn auch kein perfektes, solange bleibt es für das Imperium eine Bedrohung und solange wird das Imperium für das gesamte russische Zivilisationsgebiet eine Bedrohung bleiben. Während es für Israel von größter Wichtigkeit ist, so ist die ganze Iran-Frage für die transnationalen Führer des Imperiums nur ein Nebenschauplatz. Sie sehen Russland und China als die wahren Konkurrenten, vor allem wenn die durch eine symbiotische Beziehung verbunden sind so wie heute. Daher die Krisen in der Ukraine und auf der koreanischen Halbinsel, daher die ständigen Warnungen über einen möglichen Nuklearkrieg (seht euch Eric Zuesses jüngsten Artikel an, oder die zahlreichen Artikel von Paul Craig Roberts auf dessen Webseite. Oder Dan Glazebrooks exzellente Analyse über den Versuch von Trump, den „Rambouillet-Skandal“ in Korea zu wiederholen). Selbst wenn Putin damit Erfolg hätte, die EU näher an Russland heranzubringen und weg von den (eindeutig irren) USA, und selbst wenn er damit Erfolg hätte, einen direkten Angriff der AngloZionisten auf den Iran zu verhindern, so würde das die AngloZionistischen Führer des Imperiums nur noch mehr davon überzeugen, dass Putin und Russland das absolut Böse sind, das man eliminieren muss. Jene, die darauf hoffen, dass es zwischen dem Imperium und Russland irgendeine Art von Modus Vivendi gibt, die machen sich etwas vor. Denn die ureigenste Natur des Imperium macht das unmöglich. Nebenbei – und Orlov weist richtigerweise darauf hin – bricht die Hegemonie des Imperiums rasch zusammen. Die Propagandamaschine des Imperiums streitet das zwar ab und verschleiert es, und die die es glauben, sehen es nicht – aber die Führer des Imperiums verstehen das alle, daher die Eskalationen an allen Fronten, seit die Neokons im Weißen Haus wieder die Macht übernommen haben. Wenn die Neokons auf ihrem bisherigen Weg weitermachen, und ich sehe kein Anzeichen dafür, dass sie es überdenken, dann stellt sich nur noch die Frage, wann und wo es zuerst zu einem offenen Krieg kommen wird. Da seid ihr genauso schlau wie ich.

 

The Saker


https://steemit.com/propaganda/@caitlinjohnstone/how-humanity-could-become-impossible-to-propagandize

 

Wie es unmöglich werden würde, die Menschheit zu propagandisieren

 

von Caitlin Johnstone, 05.06.2018

 

 

Ich habe viel dazu geschrieben, dass die Fähigkeit zur Kontrolle des öffentlichen Narrativs die einzige echte Macht auf der Welt ist, und wie das Bedürfnis der herrschenden Eliten zur Ausübung dieser Macht alles erklärt. Von der geheuchelten Panik über „russische Propaganda“ und der bizarren Redaktionspolitik von Wikipedia bis zu der Frage, warum Joy Reid immer noch ihren Job hat.

 

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/die-freundliche-maske/

 

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/wikipedia-ist-psyop/

 

https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/caitlin-johnstone-04-06-2018/

 

Meiner Meinung nach ist es unmöglich, die Auswirkungen zu überschätzen, die dieses Narrativ und die unzähligen Vorhaben zu dessen Kontrolle auf das menschliche Leben haben. Ja, wenn eine kritische Masse an Personen ein ausreichend tiefes Verständnis von der Natur dieses geistigen Narrativs besitzen würden, dann könnten alle Herausforderungen an unsere Spezies leicht gelöst werden.

 

Eine Suche nach dem Wort „Narrativ“ ergibt auf der Webseite von WikiLeaks zehntausende Treffer. Das liegt daran, dass den Manipulatoren, die für jene Institutionen arbeiten, aus denen Dokumente an diese Organisation geleakt wurden, sehr wohl bewusst ist, dass die tatsächlichen Rohinformationen über eine Regierung, über eine politische Kampagne, ein Ereignis usw. weit weniger Einfluss auf das Denken der Öffentlichkeit haben als die glitzernden, vereinfachten, getwitterten Geschichten (Narrative), die über diese Dinge in großem Umfang in Umlauf gebracht werden.

 

Fragt man zum Beispiel einen amerikanischen Polit-Experten zu den Verhandlungen des Präsidenten mit Nordkorea, dann bekommt man wahrscheinlich zu hören, dass der Präsident entweder ein brillanter Stratege ist, der nahezu eigenhändig Frieden auf die koreanische Halbinsel bringt, oder dass er ein inkompetenter Knallkopf ist, der sich von Pyongyang „ausspielen“ lässt. Je nachdem, auf welcher Seite der Parteilinie sich der Experte befindet. Beide Seiten haben Zugang zu den gleichen Informationen, aber sie verbreiten darüber total unterschiedliche Narrative, denn jede Seite hat ihre Agenda, von der sie wissen, dass sie sich durchsetzt, wenn ihr Narrativ dominant wird. In Wahrheit hat keines der Narrative viel damit zu tun, was tatsächlich bei den koreanischen Verhandlungen passiert. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Das Narrativ beherrscht unsere heutige Welt, von den einfachsten Vorstellungen über uns selbst bis zum Verhalten von Ländern und Regierungen. Jetzt gerade ist deine direkte Erfahrung mit dem Leben wenig mehr als das Ein- und Ausatmen, deine Augenbewegungen von links nach rechts über diesen Text und vielleicht das Gefühl deines Hinterns auf einem Stuhl oder einem Sofa. Ohne ein weiteres Narrativ sind das im Moment deine einzigen Erlebnisse. Nimm ein weiteres geistiges Narrativ dazu, und plötzlich bist du eine bestimmte Person mit einem bestimmten Namen und einer bestimmten Story, die sich womöglich Gedanken macht über die Zukunft oder etwas in der Vergangenheit bereut, mit allen möglichen Wünschen, Zielen, Ängsten und Abneigungen. Soweit es deine aktuelle Erfahrung betrifft, ist all dieses Zeug rein mentales Geräusch. Nichts als ein Narrativ.

 

Dasselbe gilt für Dinge wie Macht, Geld und Regierung. Es gibt nichts, was in den Elektronen des Universums eingepflanzt ist, das besagt, dass die Welt hauptsächlich von ein paar Milliardären und ihren Lakaien regiert werden muss. Nur die erfundenen Regeln darüber, wie Macht, Geld und Regierung funktionieren, verursachen, dass das so ist. Und genauso, dass wir alle kollektiv übereinstimmen und so tun als müsse das so sein. Das sind alles geistige Konstrukte, die sich Menschen ausgedacht haben, und daher können wir das jederzeit ändern wenn wir nur wollen. Das ist der Grund, warum sich die Plutokraten so sehr bemühen um sicherzustellen, dass wir das nicht wollen.

 

Das Narrativ bestimmt unsere Gesellschaft allumfassend. Das bedeutet, dass jemand nur das Narrativ kontrollieren muss, um die Gesellschaft zu kontrollieren. Wenn Menschen krank, hungrig oder arm sind, dann muss man ihnen keine Medizin, Nahrung oder Geld geben; man gibt ihnen stattdessen einfach ein Narrativ. Wenn man sie von der Vorstellung überzeugt, dass die Versuche zur Korrektur dieser Probleme mittels wirtschaftlicher Gerechtigkeit von allen hart arbeitenden Amerikanern abgelehnt und vermieden werden sollten, dann kann man sie auch dazu bringen, die Plutokratie zu verteidigen und ihre eigene Armut zu befürworten – ohne ihnen etwas zu geben. In einer Gesellschaft, in der Macht relativ ist und wo Geld gleich Macht ist, sind die Reichen notwendigerweise motiviert, alle anderen arm zu halten, um die Macht zu behalten. Daher ist der Einsatz narrativer Kontrolle zur Befriedung der Massen eine übliche und nützliche Taktik.

 

Ich betrachte die Menschheit und sehe eine Spezies, die sich in einer heiklen Übergangsphase befindet. Ähnlich den Vorfahren der Vögel, bevor sie diese ganze Sache mit dem Fliegen richtig hinbekommen haben. Wir haben diese riesigen Gehirne entwickelt, die uns das Vermögen zu abstraktem Denken beschert haben. Die uns ermöglicht haben, andere konkurrierende Organismen zu überleben und zu verdrängen. Aber wir sind noch nicht zu einer reifen Beziehung mit dieser neu erfundenen Fähigkeit gekommen. Das menschliche Gehirn kann jemanden so verrückt machen, dass er es sich mit einer Schusswaffe selbst aus dem Schädel pusten kann, mit einer Waffe, die wir unter Verwendung eben jener Fähigkeit zu abstraktem Denken erfunden haben.

 

Die Menschen haben – einfach gesagt – eine ungesunde Beziehung zum Narrativ. Wer je einen Moment geistiger Stille erfahren hat, der weiß, wie friedlich und angenehm diese Erfahrung ist. Das ist natürlich und harmonisch. Erst wenn man das geglaubte mentale Geplapper hinzufügt, dann leiden wir, hassen wir, bekämpfen uns gegenseitig und können durch die Narrative manipuliert werden, die von den plutokratischen Medien in unsere mentalen Prozesse eingeimpft werden.

 

Im menschlichen Organismus ist nichts angelegt, was das Leiden natürlich oder notwendig machen würde; es sind nur die geplapperten, geglaubten Narrative in unseren Köpfen, die Leiden erzeugen. Das Gleiche gilt für unsere Anfälligkeit für die Manipulation der Massenmedien.

 

Wir werden in ein paar Jahrzehnten als Spezies nicht mehr existieren, wenn wir keinen Weg finden, uns aus der Manipulation in den Krieg und die Umweltzerstörung zu lösen, die von plutokratischen Soziopathen betrieben wird, die über uns herrschen, indem sie den Einfluss der Geldes und die Propaganda der Massenmedien benutzen. Wenn auf der anderen Seite der massiven Veränderungen, auf die wir unvermeidlich auf die eine oder andere Weise zustreben, eine Menschheit existiert, dann wird es eine Menschheit sein, die sich auf eine gesunde Beziehung zum mentalen Narrativ zubewegt hat. Das aufgewühlte, jammernde und mentale Geräusch um das Ich und die Welt, um das was vor sich geht und wie jeder sein sollte, das wird seinen dominierenden Platz in der menschlichen Gesellschaft verloren haben. Wir werden einen Weg gefunden haben, uns so auf das Leben zu beziehen wie es ist, und nicht mehr durch die Filter des Narrativs.

 

Was ist Erkenntnis (Adyashanti)“ Video auf Englisch 2:49

 

Gedanken über den gegenwärtigen Wandel im menschlichen Bewusstsein, Jac O'Keeffe“

 

Adyashanti: Der bevorstehende Wendepunkt der Menschheit“

 

Dazu sind wir absolut in der Lage. Seit Tausenden von Jahren haben Mystiker und Philosophen auf der ganzen Welt auf eine andere Art des Funktionierens hingewiesen, in die ein Mensch schlüpfen kann, eine, die nicht in eine eingebildete „Ich“-Erzählung (auch das Ego genannt) eingewickelt ist oder von zwanghaften Geistesangewohnheiten dominiert wird. Diese andere Art des Funktionierens wurde unabhängig in isolierten und ohne Beziehung zueinander stehenden geistigen und philosophischen Traditionen entwickelt, denn es handelt sich um ein Potential, zu dem die ganze Menschheit Zugang hat.

 

Dieser Wandel ist allgemein als spirituelle Erleuchtung bekannt. Und Menschen, die das seit vielen Jahren lehren, sagen, dass es immer bekannter wird. Lehrer wie Eckhart Tolle, Adyashanti und Jac O'Keeffe sagen alle, etwas habe sich in ihrem Studienumfeld verändert und es falle Individuen jetzt leichter, aus dem gewohnten egoistischen Bewusstsein aufzuwachen. Spontane Verschiebungen werden so alltäglich, dass Lehrer wie Tony Parsons jetzt ihren gesamten Lehrstoff auf die Möglichkeit ausrichten, wie man aus seinem alten Bezugsrahmen ausbrechen kann, ohne überhaupt an spirituellen Praktiken teilzunehmen.

 

Und warum geschieht das? Warum haben wir anscheinend einen eingebauten Ausschalter für eben jene Probleme, die uns als Spezies plagen, und warum scheint es für Menschen immer leichter zu werden, diesen auszuschalten? Es ist natürlich möglich, dass spirituelle Erleuchtung nur eine zufällige Marotte der menschlichen Neurologie ist, und es ist möglich, dass langjährige Trainer für Erleuchtung lügen oder sich irren, dass der Weg für Menschen in den letzten Jahren einfacher geworden ist und dass wir tatsächlich nur eine weitere Spezies sind, die den Weg der Dinosaurier ohne Ausweg nimmt. Aber ich halte es wirklich für faszinierend, dass unserer Versklavung durch das geistige Narrativ jene Sache ist, mit der man uns in eine Zustimmung für Krieg, Oligarchie und Umweltzerstörung manipuliert. Und jetzt da es eng wird, scheinen die Menschen auf einen Wandel zuzusteuern, der uns aus dieser Versklavung befreien würde.

 

Eine Menschheit, die spontan aus diesem alten geistigen Narrativ ausbrechen würde, wäre mit Propaganda nicht mehr effektiv zu manipulieren. Verdammt, wenn die Oligarchen auch daraus ausbrechen würden, dann würden sie es wahrscheinlich nicht einmal mehr versuchen und wären plötzlich mit dem zufrieden was sie haben, wenn endlich das Leben zu Wort kommt. Wie auch immer, ich denke, das ist eine Möglichkeit, die es wert ist, darüber nachzudenken. Und sogar zu erkunden, wenn ihr interessiert seid.


 

https://steemit.com/msm/@caitlinjohnstone/whoever-controls-the-narrative-controls-the-world

 

Wer das Narrativ kontrolliert, der kontrolliert die Welt

 

von Caitlin Johnstone, 04.06.2018 (zahlreiche Links im Original!)

 

 

 

Die MSNBC-Moderatorin Joy Reid hat ihren Job immer noch. Obwohl sie krass über „zeitreisende Hacker“ gelogen hat, die für ihre scheinheiligen Posts vor einem Jahrzehnt auf ihrem damals nahezu unbekannten Blog verantwortlich sein sollen. Obwohl sie angeblich mit falschen Angaben eine FBI-Untersuchung ausgelöst hat. Obwohl ihre Kollegen bei MSNBC komplett die Schnauze voll haben, wie der Sender die Kontroverse um sie handhabt – ihre Karriere bewegt sich vorwärts wie ein von Kugeln durchsiebter Zombie.

 

Ganz ehrlich, es ist mir im Grunde egal, ob Joy Reid diese Dinge getan hat. Ich schreibe über Krieg, atomare Eskalationen und die psychopathischen Störungen der US-Regierungsbehörden, die Millionen von Menschen umbringen. Es ist mit egal, ob Joy Reid schwulenfeindlich ist oder war; und es ist mir egal, ob sie zur Vertuschung gelogen hat. Die Kriegsagenda, die MSNBC täglich verbreitet, ist unendlich viel schlimmer als diese Sachen. Und wenn euch das nicht bewusst ist, dann deshalb, weil die militärische Propaganda euch dazu gebracht hat, euch von dem ehrlichen Verständnis darüber, was Krieg ist, abzuschotten.

 

Was mich jedoch interessiert ist die Tatsache, dass die Bosse von Reid ihre Karriere so vehement schützen. Sowohl dadurch, dass sie sich weigern sie zu feuern, und indem sie die Konversation auf ihre kontroversen Blogs lenken anstatt auf die Tatsache, dass sie eine spektakuläre Lüge erzählt hat, um das zu vertuschen. So wird Reid unterstützt. Obwohl diese Geschichte ständig wieder auftaucht und neue Schlagzeilen mit neuen peinlichen Details liefert und obwohl es ihr an erkennbarem Talent oder einem lohnenden persönlichen Charakter fehlt. Das sagt uns etwas Wichtiges darüber, was in dieser Welt vor sich geht.

 

"Joy Reid hat es mit einer neuen Kontroverse zu tun. MSNBC unterstützt sie schon wieder."

 

Es ist nicht schwer, jemanden zu finden, der für viel Geld etwas von einem Teleprompter abliest. Was wirklich schwer ist, das ist jemanden zu finden, der bereit ist zu täuschen und zu manipulieren, um täglich die Pläne der wenigen Privilegierten voranzutreiben. Wer sonst ist schon dazu bereit, den ganzen Tag auf Twitter zu verbringen und jeden zu verunglimpfen, der links von Hillary Clinton steht, und gleichzeitig zu behaupten, man stehe auf der politisch linken Seite? Wer sonst würde die blanke Lüge verbreiten, dass „17 Geheimdienste“ Russland für die Einmischung in die US-Wahl für schuldig erklärt hätten, Monate nachdem diese Behauptung in aller Öffentlichkeit und weit und breit widerlegt worden war? Wer sonst würde öffentlich behaupten, dass Edward Snowdens NSA-Leaks niemandem außer Russland gedient hätten? Auf wen sonst könnten sich Oligarchen wie der Comcast-CEO Brian L. Roberts verlassen, dessen Unternehmen MSNBC kontrolliert, um seine Pläne konsequent weiterzuentwickeln?

 

Es ist zwar leicht, jemanden zu finden auf den man sich verlassen kann, dass er zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Lüge absondert. Aber es ist schwierig jemanden zu finden, bei dem man sich absolut sicher sein kann, dass er Tag für Tag für einen lügt, Jahr für Jahr, durch Wahlperioden und Regierungswechsel und neue Kriegspläne und sich ändernde politische Klimaverhältnisse. Viele Leute, die Ansichten verbreitet haben, die bei MSNBC gegen die politische Rechtgläubigkeit verstoßen haben, etwa Phil Donahue, Ed Schultz und Dylan Ratigan, sind aus dem Äther verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Dagegen sind Reporter, die ständig ihren Kopf einziehen und die Linie des Demokratischen Establishments vertreten, reich belohnt und zum Bleiben ermutigt worden, etwa Chris Hayes, Rachel Maddow und Joy Reid.

 

Die Entmachteten wollen einen Wandel. Jene an der Macht wollen Vorhersehbarkeit und Beständigkeit. Je mehr einer den Mächtigen Vorhersehbarkeit und Beständigkeit garantieren kann, desto mehr werden einen die Mächtigen belohnen.

 

Jene sind von speziellem Interesse, die die Nachrichten bringen und das öffentliche Narrativ formen. Für die US-Oligarchen, die vor langer Zeit die alten Medien aufgekauft haben und alles in ihrer Macht stehende tun, um ihre Einfluss auch auf die neuen Medien zu sichern. Experten wie Joy Reid gehören zu ihrem wertvollsten Besitz, und diesen Besitz schützen sie dementsprechend. Denn wer das Narrativ kontrolliert, der kontrolliert die Welt.

 

 

(The Jimmy Dore Show: Herausgeber von TIME gibt offen zu, dass er für Regeriungspropaganda ist!)

 

Der Council on Foreign Relations ist ein enorm einflussreicher Denkpanzer und zu seinen Mitgliedern zählen die Chefs praktisch aller bedeutenden Medienerzeugnisse in Amerika. Ende April hat er eine Konferenz abgehalten mit dem Titel „Politische Störungen: Der Kampf gegen Desinformation und Fake News“. Dabei hat ein Mann namens Richard Stengel dem Publikum gesagt, dass es für die US-Regierung nötig sei, ihre Bürger zu propagandieren. Stengel ist der ehemalige Managing Editor des TIME Magazine. Diese Position hat er verlassen um für das US-Außenministerium zu arbeiten. Echt, wirklich wahr.

 

Im Grunde schafft jedes Land seine eigene Geschichte und, wissen Sie, mein alter Job im Außenministerium wurde scherzhaft als der Job des 'Chefpropagandisten“ bezeichnet“, erzählte Stengel dem CFR-Publikum. „Wir haben nicht über Propaganda geredet...ich bin nicht gegen Propaganda. Jedes Land tut es, und sie müssen das an ihrer eigenen Bevölkerung tun, und ich denke nicht, das das schlimm ist.“

 

Da kann man noch so sehr zusammenzucken, aber er hat recht. Natürlich nicht damit, dass Propaganda in einer vorgeblich freien Demokratie eine legitime Waffe sei, die man seinen Bürgern aufdrückt. Das Denken der Bürgerschaft so zu manipulieren ist die Manipulation dazu, wie sie wählen und sich organisieren und worüber sie sich einig sind. Und das ist echt soziopathisch. Aber er hat recht damit, dass das ganze Geschrei der USA über russische Propaganda voll für ihr eigenes Verhalten gilt.

 

Wie wir bereits diskutiert haben (https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/wikipedia-ist-psyop/ ), ist die einzige wahre Macht auf der Welt jene Macht, die das öffentlich Narrativ über das Geschehen kontrolliert. Der einzige Grund, warum Regierungen so arbeiten wie sie arbeiten, der einzige Grund, warum Geld so funktioniert wie es funktioniert, der einzige Grund warum Macht dort existiert wo sie existiert, ist der, dass wir alle zugestimmt haben, bei diesem Spiel mit irgendwelchen erdachten mentalen Geschichten über diese Dinge mitzuspielen und so zu tun als wären sie wahr und real. Das einzige was die Bevölkerung davon abhält, gemeinsam zu entscheiden, die Funktion des Geldes zu ändern, zu entscheiden, dass die Arschlöcher auf dem Kapitolshügel nicht mehr das Sagen haben, oder zu entscheiden, dass jeder Milliardär in Amerika wie ein Schwein abgeschlachtet und zu BiFi verwurstet wird, ist die Tatsache, dass diese Gedanken nicht zum dominierenden Narrativ geworden sind. Wenn man jene Storys kontrollieren kann, die sich die Massen selbst einreden, was in ihrem besten Interesse ist, dann kontrolliert man alles.

 

https://medium.com/@caityjohnstone/how-to-fight-the-establishment-propaganda-machine-and-win-449f94e1d40b

 

Aus diesem Grund wird die Allianz zwischen Silicon Valley und den US-Geheimdiensten zunehmend krasser. Aus diesem Grund haben Facebook und der Atlantic Council (die Propaganda-Firma der NATO) verkündet, dass sie eine Partnerschaft geformt haben. Nur Wochen nachdem der Atlantic Council einen Artikel veröffentlichte, in welchem erklärt wird, warum die Menschen im Westen zu ihrem eigenen Wohl propagiert werden müssten. Aus diesem Grund werden die Social Media-Konzerne im Senat instruiert, Schritte zu unternehmen, um die Quellen der Rebellion zum Schweigen zu bringen. Aus diesem Grund wird Julian Assange vom westlichen Imperium aggressiv zum Schweigen gebracht. Und aus diesem Grund hat Joy Reid immer noch ihren Job.

 

Die gute Nachricht an all dem ist, dass wir genau wissen, wo unsere Fesseln sitzen. Unsere Fesseln bestehen aus dem Narrativ und der Fähigkeit der Oligarchen, das zu kontrollieren. Eine populistische Bewegung, die die Narrative des Establishments aufbricht und die Menschen über das wahre Geschehen aufweckt, ist alles was es braucht, um die Fähigkeit unserer Führer zu zerstören, die Art und Weise zu kontrollieren, wie die Bürger der Welt denken und wählen sollen. Ab dem Zeitpunkt können wir unsere eigenen Narrative herstellen und eine Welt schaffen, die uns allen zugute kommt und nicht nur einigen wenigen herrschenden Eliten. Momentan unternehmen genau diese Eliten panische Anstrengungen, unsere Fähigkeit zum Netzwerken und zur Informationsteilung über die neuen Medien einzuschränken. Daher ist momentan unsere revolutionärste Tat, die wir derzeit tun können, dies zu verhindern und sie bei diesem Wettlauf zu überholen.

 

Es geht nicht um der Westen gegen Russland. Es geht nicht um Links gegen Rechts. Derzeit ist der wahre Konflikt in unserer Gesellschaft, dass ein paar herrschende Eliten und ihre Handlanger gegen den natürlichen Impuls der Menschheit kämpfen, dass die gesamte Menschheit profitieren sollte. Wir müssen nur diesen Impuls verstärken , aus unseren von den Oligarchen aufgepfropften Hirnschalen entfliehen und eine neue Welt aufbauen.


https://medium.com/@caityjohnstone/the-one-question-we-should-all-be-asking-about-establishment-russia-hysteria-ee4d6c7a5598

 

 

 

Die eine Frage, die wir alle zur Russland-Hysterie des Establishments stellen sollten

 

 von Caitlin Johnstone, 02.06.2018

 

 

 

 

Was wäre, wenn sich Babtschenko entschieden hätte, „tot“ zu bleiben?

 

 

 

Was wäre, wenn Arkady nicht erschienen wäre und bei der Pressekonferenz nicht 

 

blöd geschaut hätte?

 

 

 

Babtschenko war tot, so begann es. Darüber gab es keinen Zweifel. Die Nachrichten waren voll damit, trauernde Nachrufe wurden gehalten, wütende Tweets, die Moskau verfluchten, schwirrten durch das Netz. Der ukrainische Premierminister Volodymyr Groysman verurteilte die „totalitäre Maschine der Russen“, weil sie einen Journalisten nur wegen dessen „ehrlicher prinzipientreuer Haltung“ ermordet haben. Der britische Außenminister verkündete, dass er „angewidert sei, dass ein weiterer sich lautstark äußernder russischer Journalist, Arkady Babtschenko, ermordet wurde.“

 

Niemand zweifelte es an: der gute Babtschenko war mausetot.

 

Und dann ist er wieder erschienen, wie das Gespenst aus der Weihnachtsgeschichte. Jeder wusste, dass Babtschenko tot war. Sie haben es nicht nur vermutet, sie waren sich ziemlich sicher. Sie wussten es.

 

Und es war alles eine Fälschung.

 

Tweet von Caitlin Johnstone @caitoz

Dieser Artikel bringt es auf den Punkt: hätte Babtschenko sich entschieden, „tot“ zu bleiben und sich zu verstecken, dann wäre sein Tod für die Presse und die Politiker eine unbestrittene Tatsache gewesen, und jeder, der es angezweifelt hätte, wäre als verrückter Verschwörungstheoretiker bezeichnet worden.“

 

https://off-guardian.org/2018/05/31/what-if-babchenko-had-decided-to-stay-dead/

 

Was wäre, wenn sich Babtschenko entschieden hätte, „tot“ zu bleiben?

 

Was wäre, wenn Arkady nicht erschienen wäre und bei der Pressekonferenz nicht blöd geschaut hätte?

 

Der Hauptzweck dieses Artikels ist, die Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Kommentar eines Redakteurs vom Off-Guardian zu lenken, in welchem er uns diese enorm wichtige, hypothetische Frage stellt: was wäre, wenn Babtschenko aus irgendeinem Grund entschieden hätte, „tot“ zu bleiben? Was wäre, wenn sich der umstrittene russische Journalist Arkady Babtschenko, nachdem er sich auf einer Pressekonferenz einen Tag nach seiner gefälschten Ermordung bei seiner armen und traumatisierten Frau entschuldigt hat, stattdessen eine Perücke auf den Kopf gesetzt, irgendwelche gefälschten Papiere erhalten und auf Hawaii ein neues Leben begonnen hätte? Was wäre dann passiert?

 

Jeder, der schon einmal Zweifel an einem Teil des Russland-Märchens des Establishments angemeldet hat, kennt die Antwort auf diese Frage. Jeder Zweifel an der von CIA/CNN verlautbarten offiziellen Story über die Skripals, Douma, die von WikiLeaks veröffentlichten Emails der Demokratischen Partei oder was auch immer, wird sofort als verrückter, durchgeknallter Verschwörungs-Irrer angegriffen, der nur dazu geeignet ist, Alex Jones beim Verkauf von dessen Fluorid-resistenten Hodenpräparaten zu helfen. Jeder, der die Behauptung anzweifelt, dass Putin persönlich die Ermordung von Arkady Babtschenko angeordnet hat, wäre öffentlich von den #Resistance-Experten und hochrangigen Mitgliedern des Atlantic Councils als Handlanger des Kreml verleumdet worden. Und jeder, der seinen Tod in Frage gestellt hätte, wäre ausgelacht worden.

 

Aber er wurde nicht ermordet, er ist nicht tot, und die ganze Geschichte scheint von vorne bis hinten ein Fake zu sein. Und wie Moon of Alabama erklärt (der eine großartige Informationsquelle und ehrlich gesagt wesentlich geschickter darin ist als ich, diese ganzen anti-russischen Märchen zu zerlegen): „Die Ermordung, der Mörder und der Auftraggeber, der den Killer anheuerte, sind alle ein Fake.“

http://www.moonofalabama.org/2018/06/ukraine-the-babchenko-hoax-was-part-of-a-corporate-raid.html#more

 

Ich will das mal kurz analysieren

  1. Das „Opfer“ der Ermordung, Babtschenko, hat ganz offensichtlich betrogen.

  2. Borys Herman, der Verdächtige, der jetzt in Gewahrsam ist und der angeblich im Auftrag der russischen Regierung der verantwortliche Mittelsmann für das Anheuern eines Mörders war, sagte, er hätte mit dem ukrainischen Sicherheitsdienst zusammengearbeitet, um bei der Fälschung von Babtschenkos Tod mitzuhelfen.

  3. Alexey Tsymbalyuk, jener ukrainische Staatsbürger, den Herman für die „Ermordung“ Babtschenkos „anheuerte“, hat Berichten zufolge bei der Fälschung der Ermordung ebenfalls mit den Behörden zusammengearbeitet.

 

Kurz gesagt, was die momentanen Informationen betrifft, so gibt es keine Leiche, kein Opfer, keinen Mittelsmann und keinen Mörder. Alles was wir haben ist eine ukrainische Regierung, die im Brustton der Überzeugung sagt, dass der Kreml womöglich einen Journalisten ermorden wollte, der gegenüber Moskau kritisch war. Für diese Aussage über einen politischen Rivalen des westlichen Imperiums, mit dem Kiew derzeit verbündet ist, haben sie natürlich jede Menge Motive.

 

Moon of Alabama legt überzeugend dar, dass dieser spezielle Zwischenfall viel mehr mit einer kommerziellen Machtübernahme durch korrupte Plutokraten zu tun hat als mit Journalismus oder Geopolitik; Russland gibt im gegenwärtigen, bedingungslosen Umfeld einfach einen idealen Sündenbock ab, in dem westliche Machtstrukturen nur allzu versessen darauf sind, eine Story gegen Russland zu erfinden. Auf ähnliche Art wie im rassistischen amerikanischen Süden ein schwarzer Mann leicht für die Verbrechen eines weißen Mannes hereingelegt werden konnte. Die westlichen Nachrichtenmedien sollten über etwas berichten, und sie haben das fraglos so getan wie ihnen befohlen.

 

Denkt einfach mal kurz über die Auswirkungen von so etwas nach. Lasst das mal schön und tief sacken. Wie schwer war es für die ukrainische Regierung, so etwas abzuziehen? Auf wie viel Widerstand sind sie gestoßen, als sie die Welt über eine Ermordung belogen haben und sofort ohne jeden Beweis Moskau die Schuld gaben und eine komplette Fälschung in eine etablierte Tatsache verwandelten? Irgendetwas? Überhaupt?

 

Die Lügenmaschine des Establishments wühlt im Getriebe und versucht, das Ganze in etwas weniger Belastendes umzudeuten, aber die Fakten sind bereits am Tageslicht: jede Regierung im westlichen Imperium kann jederzeit eine Lüge über Russland konstruieren, und es gibt genau null Sicherheitsvorkehrungen um zu verhindern, dass diese Lügen von westlichen Massenmedien und Politikern als etablierte und unbestrittene Tatsachen verkündet werden.

 

Tweet von Boris Johnson @BorisJohnson:

Ich bin angewidert mitanzusehen, wie ein weiterer kritischer russischer Journalist ermordet wird. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seiner jungen Tochter. Wir müssen die Meinungsfreiheit verteidigen und es ist wichtig, dass wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“

 

Tweet von Gary Kasparow @Kasparov63:

Mord. Das ist Tagesgeschäft für Putin in der Ukraine, in UK, in USA, während Macron in St. Petersburg mit Putin die üblichen TOTAL-Geschäfte abzieht. Nach den 298 Ermordeten bei MH17, warum sollte sich Putin Sorgen machen? RIP.“

 

Tweet von Giles Dilnot @reporterboy:

'Aber aber Porton Down, die Russen tun so was nicht. Westliche Verschwörung bla bla bla' Wacht. Auf. Um Himmels willen, wacht endlich auf“

 

Antwort dazu von Paul The Original Centrist Dad @freesprited_p:

Corbyn wird zuerst die Beweise sehen wollen (Emojis: Gesicht mit rollenden Augen und abgedrehtes Gesicht)

 

Antwort darauf von The SKWAWKBOX @skwawkbox:

Na, das ist ja schön gealtert..

 

Das US-zentrierte Imperium plant seit vielen Jahren die Zerstörung Russlands. In die unipolare Welt wurde viel zu viel Macht und Geld investiert, als dass irgendein Mächtiger an der Spitze den Wiederaufstieg einer rivalisierenden Supermacht riskieren würde, sei es Russland, China oder eine unfreundliche Allianz im Nahen Osten. Jede Analyse der Vorwürfe, die Amerika oder seine Verbündeten gegen eine dieser Regierungen erheben, die nicht ihre klaren und offensichtlichen Motive berücksichtigen, dieses Narrativ zu manipulieren, ist fehlerhaft. Aber niemals behaltet jemand in seinen Analysen diesen offensichtlichen Faktor. Es gilt die eingebaute Annahme, dass nur Regierungen wie Russland oder der Iran lügen, und dass westliche Regierungen einen Schutzmechanismus besitzen um so etwas zu verhindern. Offensichtlich gibt es den nicht.

 

Jede einzelne umstrittene Anschuldigung gegen die russische Regierung erlaubt eine laute, aggressive, gründliche und unablässige Skepsis. Eine jede, ausnahmslos. Jeder, der euch etwas anderes glauben machen will, ist Gift fürs Hirn.