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Unter Trump kommen Kriege nach Amerika, die das Imperium zerstören werden – Teil 2

 

von Michael Krieger, 11.10.2017

 

 

KRIEG ist ein verlogenes Geschäft. War es schon immer.

 

Wahrscheinlich ist es das älteste, mit Leichtigkeit das einträglichste und mit Sicherheit das bösartigste. Es ist in seinem Umfang das einzige internationale. Es ist das einzige, wo die Profite in Dollar gemessen werden und die Verluste mit Leben.

 

Ein verlogenes Geschäft lässt sich am besten dadurch beschreiben, so glaube ich, dass es etwas ist, was für die Mehrheit der Menschen nicht als das erscheint was es ist. Nur eine kleine Insider-Gruppe weiß um was es geht. Es wird zum Nutzen von sehr Wenigen durchgeführt, auf Kosten der Vielen. Ein kleiner Haufen Menschen zieht aus dem Krieg riesige Reichtümer Generalmajor Smedley Butler, War is a Racket (1935)

 

In meinem gestrigen Beitrag „Empire Destroying Wars are Coming to America Under Trump – Teil 1“ habe ich meine Sicht erläutert, dass Präsident Trump trotz seiner Wahlkampf-Slogans von „America First“ die Nation wahrscheinlich in große neue Krieg verwickeln wird, die einem chaotischen und gefährlichen Kollaps des US-Imperiums vorausgehen. (Anm.d.Ü.: siehe: https://www.theblogcat.de/übersetzungen/trumps-kriege-teil-1/ )

 

Meine Sicht basiert auf seinen Handlungen seit er ins Amt kam und auch auf den blutrünstigen Kriegsfalken, die er zunehmend um Rat bittet, der Senator aus Arkansas, Tom Cotton, ist dabei der am beunruhigendste. Der heutige Beitrag wird sich damit beschäftigen, wie Trump versuchen wird, diese Kriege zu verkaufen. Und er wird auch die Rolle der Konzernmedien ansprechen, die sie wahrscheinlich bei der Rechtfertigung zukünftiger zerstörerischer Flächenbrände spielen.

 

Um zu verstehen, wie Trump versuchen wird, seine Basis für einen weiteren idiotischen Auslands-Konflikt hinter sich zu versammeln, muss man sich nur seine jüngste Besessenheit mit der Aufstachelung von falschem Patriotismus mit der Kontroverse über die Nationalhymne bei der NFL ansehen. Wie ich kürzlich in einem Beitrag angemerkt habe: Gedanken zu Trump, falschem Patriotismus und dem „Hinknien“:

 

Wenn ich mir Trumps Kommentare und Tweets zusammen anschaue, dann wird eine Sache glasklar: Trump versucht, Amerika neu zu definieren und was es aus künstlicher und hurrapatriotischer Sicht bedeutet, ein Patriot zu sein. Im Grunde bringt er seine Unterstützer dazu, zu denken, dass die Anbetung eines Stück Stoffs jene, die das Land lieben, von denen unterscheidet, die es hassen und zerstören wollen. Dass er das an einem Symbol festmacht, anstatt an den Ideen, die dieses Symbol repräsentiert, das erlaubt es seinen Anhängern zu glauben, sie seien Teil des „wir holen uns Amerika zurück“, während sie nicht im Entferntesten verstehen, worum es in dem Land eigentlich geht. Es ist wie beim Gewicht abnehmen: man darf alles fressen, man muss hernach nur alles rauskotzen. Trump konditioniert eigentlich seine Unterstützer, ihm zu folgen, während er die Verfassung wiederkäut, denn solange sie einem Stück Stoff oder einem Lied treu bleiben, solange ehren sie das Land. Patriotismus leicht gemacht.

 

Und deshalb ist das, was Trump hier tut, die gefährlichste Sache seit er Präsident geworden ist. Er benutzt eine Auseinandersetzung, die bereits existierte und spaltete, als ein Mittel um zu definieren, was Patriotismus in Amerika bedeutet. Es geht nicht mehr um Meinungsfreiheit, das Recht auf Privatsphäre und den ganzen Rest, sondern der Patriotismus dreht sich jetzt um ein Lied und eine Flagge. Es ist die gesellschaftliche Umarmung dieser Art von falschem Patriotismus, in der schreckliche Dinge passieren. Und ich hoffe, dass die meisten Trump-Wähler schlau genug sind um das zu erkennen.

 

Falls ihr es nicht bemerkt habt, Trump lässt diese Sache mit der NFL nicht los, und das macht mich nur überzeugter, dass ich auf der richtigen Spur bin. Wenn er seine eingefleischten Unterstützer und andere Teile der US-Bevölkerung davon überzeugen kann, dass Patriotismus so einfach ist wie die Flaggenverehrung gegen das Bekenntnis zu unseren Gründungsprinzipien, dann kann er sie sicher davon überzeugen, einen weiteren dummen Krieg zu unterstützen. Denn es wäre unpatriotisch, das nicht zu tun.

 

Genau aus diesem Grund habe ich mich vor zwei Wochen auf die NFL-Frage konzentriert. Ich halte es überhaupt nicht für ein Ablenkungsmanöver. Im Gegenteil, ich halte es für eine viel größere Kampagne, um Präsident Trump als Schiedsrichter dafür zu akzeptieren, was patriotisch ist und was nicht. Heute ist es das Aufstehen für die Nationalhymne, morgen geht es darum, ob du für oder gegen ein neues verrücktes Militärabenteuer bist. Er konditioniert vorweg seine Groupies, damit sie ihm in eine Katastrophe folgen und dabei auch noch ihrer eigenen Vernichtung zujubeln. Mike Pence war am Wochenende mit seiner billigen Nummer beim Spiel der Colts ein williger Teilnehmer an dieser Herstellung von falschem Patriotismus.

 

Tweet von Michael Krieger@LibertyBlitz:

Ersetze Flagge durch Verfassung, und du hast tatsächlich etwas mit Substanz gesagt“

 

Tweet von Michael Krieger@LibertyBlitz:

Diese Werbung für künstlichen Patriotismus ist sowohl widerlich als auch gefährlich“

 

Das wird Trumps Spiel sein. Bedenkt man seinen clownhaften und unleugbaren Betrug wenn es um wirtschaftlichen Populismus geht, so wird er sich zunehmend auf den Kulturkrieg konzentrieren und zuletzt auf echten Krieg.

 

Um einen Krieg erfolgreich zu verkaufen, wird Trump zusätzlich zur passiven und geifernden Basis aus falschen Patrioten noch etwas anderes benötigen. Er wird auch die Konzernmedien brauchen. Ich weiß, ich weiß, die Medien hassen Trump, stimmt's? Sie werden auf keinen Fall einen Krieg unterstützen den Trump auslöst, hör ich euch sagen. Leider muss ich hier widersprechen.

 

In der Kriegsfrage haben sich die Konzernmedien als feige, blutdürstige Kriecher vor dem Establishment der Außenpolitik erwiesen, egal wer im Oval Office sitzt. Ich befürchte, dass das auch so sein wird wenn es um Trump geht, vor allem wenn der Iran zum Hauptziel hirnloser imperialer Aggression wird.

 

Um zu verstehen, wie schamlos und unehrlich die Konzernmedien Kriege unterstützen, die auf totalen Erfindungen basieren, schaut euch ein paar Kommentare von Chris Hedges in einem Interview an, das ihr unbedingt lesen müsst:

https://www.truthdig.com/articles/elites-no-credibility-left-interview-journalist-chris-hedges/

 

Während der Vorbereitung zum Irak-Krieg war ich im Investigativ-Team der New York Times. Ich war in Paris stationiert und berichtete über AlQaeda in Europa und im Nahen Osten. Lewis Scooter Libby, Dick Cheney, Richard Perle und vielleicht jemand aus einem Geheimdienst würden jede Story bestätigen, die die Regierung voranzutreiben versuchte. Die journalistischen Regeln der Times besagen, dass man etwas mit nur einer Quelle nicht bringen kann. Aber wenn man drei oder vier angeblich unabhängige Quellen hat, die die gleiche Sichtweise bestätigen, dann kann man es bringen, und so haben sie es gemacht. Das Blatt hat keine der Regeln verletzt, die man an der Columbia Journalistenschule lehrt, aber alles was sie geschrieben haben war eine Lüge.

 

Das ganze Vorgehen war eine Farce. Das Weiße Haus würde eine erfundene Geschichte an Judy Miller oder Michael Gordon durchsickern lassen, und dann geht das in die Talk Shows und es heißt: „wie die Times berichtete...“ Das gab diesen Lügen einen Anstrich von unabhängigem und seriösem Journalismus. Das war ein massives institutionelles Versagen, eines wie es das Blatt noch nie erlebt hat.

 

Haben wir irgendeinen Beweis dafür, dass sich die New York Times oder die Washington Post geändert haben? Ich sage nein, und ich wäre in keinster Weise überrascht, wenn sie sich zum Iran kriegstreibend hinter Trump stellen. Unterm Strich sind sie gar nicht so sehr gegen Trumps Politik, eher gegen seinen persönlichen Stil und sein Gebaren. Sie hätten für den Status Quo lieber einen aalglatten Verkäufer wie Barack Obama im Weißen Haus – einen charismatischen Vollstrecker, einen Mann, der am einen Tag die Wall Street-Vorstände als überbezahlte Topmanager bezeichnet und am nächsten Tag freizügige, Billionen-schwere Rettungsschirme aufspannt. Dem Establishment der Außenpolitik läuft seit Jahrzehnten das Wasser im Mund zusammen, wenn der Iran an der Reihe ist, und wenn Trump da rein geht, dann vermute ich, dass die Konzernmedien ihm enthusiastisch jubelnd in die Schlacht folgen werden.

 

Der heutige Beitrag hat diskutiert, wie Trump meiner Meinung nach seine Krieg verkaufen wird. Und er erläuterte die Möglichkeit, dass die Konzernmedien ihm letztendlich dabei folgen werden. Der morgige Beitrag wird sich damit beschäftigen, warum ich glaube, dass alle größeren Krieg unter Trump einen Zusammenbruch des US-Imperium beschleunigen werden. Ein Niedergang, den wir als äußerst wahrscheinlich und gefährlich akzeptieren müssen, aber auch als etwas, das einmal in einer Generation Gelegenheiten für einen sinnvollen und positiven Wandel bieten könnte.

  

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