https://libertyblitzkrieg.com/2017/10/10/empire-destroying-wars-are-coming-to-america-under-trump-part-1/

 

Unter Trump kommen Kriege nach Amerika, die das Imperium zerstören werden – Teil 1

 

von Michael Krieger, 10.10.2017

 

 

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Trump-Unterstützer im November so gewählt haben, aber ein Grund, den viele so anziehend fanden, war der Gedanke, dass seine Administration von dem Leitsatz „Amerika zuerst“ angetrieben wird. „Amerika zuerst“ bedeutete für viele Menschen verschiedene Dinge, die ganze Skala vom wirtschaftlichen Populismus und der Einwanderung bis zur Vermeidung barbarischer und kostspieliger Kriege in Übersee. Der Teil mit dem wirtschaftlichen Populismus war vom ersten Tag an eine große Sache, ein Betrug, der nicht zu leugnen war (so wie wir es unter Obama erlebt haben), sobald er damit anfing, lebenslange Sumpfbewohner, Milliardäre und Goldman Sachs-Partner in seine Regierung aufzunehmen. Ganz gleich wen man wählt – Wall Street regiert das Imperium, Trump hat das wieder einmal bewiesen.

 

Die massive Hinwendung zu den zerstörerischen Kriegen im Ausland dauert etwas länger, aber die Anzeichen dafür sehen wir schon seit längerer Zeit. Ich habe mehrere Artikel dazu veröffentlicht, der populärste dazu trug den Titel „Prepare for Impact – This is the Beginning of the End for U.S. Empire“

(Anm.d.Ü.: „Bereitet euch auf den Aufprall vor – Dies ist der Anfang vom Ende des US-Imperiums“ siehe Archiv April, Nr.19): https://www.theblogcat.de/archiv/april-2017/

 

Hier ein Auszug:

 

Das ist nicht die Art von Dingen, die man in einer selbstbewussten, tapferen und zivilisierten Nation sieht, es sind die Sachen, die man an ihrem Ende erwartet. Es sind die Dinge der feigen Kriegshetzer, der verlogenen Feiglinge, einer völlig durchgeknallten und sehr gefährlichen Presse. Die Zeichen sind überall: der imperiale Niedergang wird sich in den kommenden Jahren rasch beschleunigen...

 

Ihr könnt mehr davon erwarten, da das US-Imperium in seine verheerendste Phase des Zusammenbruchs eintritt. Denkt darüber nach, was das für euch und eure Familien bedeuten wird und bereitet euch entsprechend vor.

 

Wenn ich vergleiche, wen Trump zur Zeit als Berater hat und an wen er sich annähert, dann lässt die Zukunft nichts Gutes ahnen. Das trifft besonders auf das iranische Nuklearabkommen zu. Egal was man von Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis hält, die beiden sehen wie die vernünftigsten Menschen auf Erden aus, verglichen mit den Anderen, denen sich Trump zuwendet. Ich habe das gerade auf Twitter angedeutet:

 

Tweet von Michael Krieger@LibertyBlitz:

Ihr glaubt, Tillerson und Mattis sind schlecht? Wartet, bis Cotton und Haley Verantwortung tragen. Es kommen Kriege, die das Imperium zerstören werden. – Oct 10, 2017

 

Ich glaube, dieses Schlüsselereignis wird die Grundlage für eine desaströse Konfrontation mit dem Iran bilden, es wird Trumps mit Spannung erwartete Ankündigung sein, dass das iranische Nuklearabkommen gegen US-Interessen verstößt. Das wird nicht sofort das Abkommen beenden oder zu neuen US-Sanktionen führen, aber es wird der erste Schritt in diese Richtung sein. Eine Richtung, die nach meiner Meinung letztendlich zu einer ähnlichen US-Aggression gegen den Iran führen wird wie gegen den Irak. Nur dass diese Fehlkalkulation noch desaströsere Folgen für das amerikanische Imperium haben wird.

 

Bevor wir damit weitermachen, ist es wichtig zu verstehen, was im Bezug auf den Iran vor sich geht und wer Trump jetzt in der Außenpolitik ins Ohr flüstert. Fangen wir mit einer Melodie aus einem kürzlichen Artikel in der New York Times an:

 

Präsident Trump wird voraussichtlich seine obersten Nationalen Sicherheitsberater überstimmen und die Bestätigung des iranischen Nuklearabkommens ablehnen. So heißt es von Personen, die über die Angelegenheit informiert wurden. Eine Entscheidung, die wieder eine offene politische Debatte über den Iran öffnen würde, die aber vermutlich den von der Obama-Regierung ausgehandelten Meilenstein-Deal an Ort und Stelle belassen würde.

 

Sollte er sich weigern, die Befolgung durch den Iran anzuerkennen, dann würde Mr. Trump im Grunde die Sache an den Kongress übergeben, um zu entscheiden, ob wieder wirtschaftliche Strafsanktionen eingeführt werden. Selbst unter Republikanern scheint es, zumindest für den Moment, darauf keine große Lust zu geben.

 

Wenn Trump nicht auf Tillerson und Mattis hört, auf wen hört er dann?

 

Der Kongress wird entscheiden müssen, ob wieder Sanktionen beschlossen werden, was das Abkommen zunichte machen könnte. Oder mit der Aussicht darauf, den Iran – und die anderen Vertragspartner – zu zwingen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und Änderungen zu dem Abkommen zu beschließen.

 

Das ist der von Senator Tom Cotton (Republikaner aus Arkansas) favorisierte Ansatz, der sich zum führenden Hardliner gegen den Iran entwickelt hat und eng mit dem Weißen Haus in der Ausarbeitung seiner Strategie zusammenarbeitet. Am Donnerstag traf sich Mr. Cotton mit Mr. Trump, um über den Iran und andere Fragen zu reden.

 

Der Kongress und der Präsident arbeiten zusammen und sollten festlegen, wie der Deal verändert werden muss, und wenn nicht, welche Konsequenzen der Iran tragen muss“, sagte Mr. Cotton in einer Rede am Dienstag vor dem Council on Foreign Relations. Eine Wiederaufnahme der Sanktionen wäre ein 'Schritt in die Vergangenheit'.

 

Der Vertrag ist auch innerhalb der Regierung umstritten. Außenminister Rex W. Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis haben Mr. Trump dazu gedrängt, nicht aus dem Vertrag auszusteigen, zum Teil deswegen, weil das dem Iran erlauben würde, sofort mit der Produktion von Uran und Plutonium zu beginnen, und nicht erst nach 13 Jahren, wie in dem Vertrag festgelegt.

 

Aber Mr. Trump, der den Vertrag bereits zweimal bestätigt hat, hat seine Berater gewarnt, dass er das nicht noch einmal tun werde. Das Ergebnis ist, dass die Regierung nach Wegen sucht, dem Iran vorzuwerfen, dass sie den „Geist“ des Abkommens verletzen würden, selbst wenn sie die Inspektionskriterien erfüllt haben. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA sagte, dass der Iran die Bedingungen erfüllt. Wenn es zu kleineren Verstößen kam, so wurde das schnell abgestellt.

 

Tom Cotton ist einer der gefährlichsten Kriegsfalken, die es heute in Amerika gibt. Ja, der Kerl ist so verrückt, dass ich schon seit Jahren auf Twitter vor ihm warne. Da die meisten von euch das vermutlich nicht mitbekommen haben: nehmt euch die Zeit und lest den folgenden Artikel, der 2015 in Alternet veröffentlicht wurde: „10 erschreckende Tatsachen über den GOP-Senator Tom Cotton“

https://www.alternet.org/news-amp-politics/10-horrifying-facts-about-gop-senator-tom-cotton

 

Eigentlich sollten wir weitermachen und diese Liste erweitern, denn damals wurde noch gar nicht erwähnt wie Cotton behauptet hat, dass die USA ein Problem mit „zu wenig Inhaftierten“ habe, selbst wenn die USA nur 5% der Weltbevölkerung haben, aber 25% aller Gefängnisinsassen. Was für ein pfundiger Typ.

 

Scherz beiseite, Tom Cotton ist vielleicht die gefährlichste Person im gesamten US-Senat (was viel bedeutet). Daher ist die Tatsache extrem gefährlich, dass er mit Trump bei der Außenpolitik auf einer Linie liegt. In der Tat ist er so einflussreich geworden, dass Politico vor kurzem ein ausführliches Interview mit ihm gemacht hat, in dem er seine Positionen verdeutlicht hat. Hier ein paar Höhepunkte:

 

Dies ist ein Moment der Wahrheit für Präsident Trumps nationales Sicherheitsteam. Er ist dazu bereit, diese Woche den Außen- und den Verteidigungsminister im iranischen Nuklearabkommen zu überstimmen, zu erklären, dass es nicht mehr im „nationalen Interesse“ der USA liegt, ganz im Gegenteil zu deren öffentlicher Position. Und wenn ihnen das nicht gefällt, so sagt Senator Tom Cotton, dann sollen sie gehen.

 

Cotton, der in den letzten Tagen Trump persönlich zu der neuen Iran-Strategie beraten hat, die er in dieser Woche bekanntgeben will, wollte nicht explizit sagen, dass entweder Außenminister Rex Tillerson oder Verteidigungsminister Jim Mattis tatsächlich zurücktreten sollten. Aber seine Bemerkungen waren nichtsdestotrotz ein schlagendes Eingeständnis über den gigantischen Riss, der sich im Team Trump zur Außenpolitik aufgetan hat.

 

Das Interview mit Cotton fand vor dieser jüngsten explosiven Wendung statt, aber schon da war klar, dass sich innerhalb der republikanischen Welt der Außenpolitik ein bedeutender Spalt aufgetan hatte.Ich habe mich am Donnerstag mit Cotton unterhalten, einen Tag nach Tillersons ungewöhnlicher Pressekonferenz, in der er Presseberichte dementierte, dass er an Rücktritt denke. Und nur wenige Stunden nachdem Cotton ins Weiße Haus zitiert worden war, um mit Trump in einem privaten Treffen im Oval Office die Iran-Strategie zu diskutieren. Im Interview hat Cotton nicht wirklich versucht, den Riss zu beschwichtigen oder die üblichen Versicherungen abzugeben um die Risse zu übertünchen. Als ich ihn direkt danach fragte, ob es Rücktritte geben würde, da sagte Cotton nicht, dass es keine geben würde, sondern nur dass er nicht glaube, dass das „unmittelbar“ bevorstehe.

 

Weil Cotton einer der wenigen republikanischen Senatoren ist, die die Außenpolitik genau verfolgen, die noch immer da sind, um Corkers ursprüngliches Engagement mit Trump mitmachen. Er beharrt darauf, dass es sich mit substantiellen Änderungen im Denken Trumps bezahlt gemacht hat, zu verschiedenen Themen wie dem Umgang mit Russland und der Fortsetzung des Krieges in Afghanistan.

 

Bis jetzt hat sich Trump davor gescheut, eine direkte Konfrontation mit den erfahrenen Köpfen einzugehen, die seine nationale Sicherheitspolitik managen. Aber der Iran-Deal scheint jetzt endgültig einen öffentlichen Bruch erzwungen zu haben.

 

Cotton, der sich in den letzten Tagen wiederholt mit Trump und anderen hohen Beamten im Weißen Haus beraten hat, scheint auf der Gewinnerseite zu stehen und schiebt Trump zur Annahme der Formel, die seine Administration jetzt beschlossen hat, nämlich sich zu weigern, den Iran-Deal im Kongress zu bestätigen, aber vorerst den Kongress nicht zu bitten, ihn durch die Einführung neuer Sanktionen zu sprengen. „Der Präsident macht sich über den Iran momentan Gedanken, wahrscheinlich mehr als über alles andere“, sagte Cotton und er sagt, dass er glaube, dass Trump den Schritt der Nicht-Bestätigung unternehmen wird, um damit „ein sehr wichtiges Signal an den Kongress und unsere EU plus Drei-Partner und den Iran zu senden, dass dieser Präsident diesen desaströsen Nuklear-Deal nicht hinnehmen wird.“

 

Cotton hielt vor dem Council on Foreign Relations eine längere Rede, am selben Tag an dem Mattis mit einer Aussage eine gegenteilige Meinung vertrat – und bald wurde dazu ein Tweet von einer anerkannten Hardlinerin in der Regierung verlinkt, der UN-Botschafterin Nikki Haley.

 

Ich bin froh, dass Nikki Haley erwähnt wird, denn sie ist eine richtig hochgradige Fanatikerin und ein blutrünstiger Neokon. Sie ist schon in der UN gefährlich genug, aber es geht das Gerücht um, dass sie am Ende Tillerson als Außenminister ablösen könnte. Jede Kombination von Cotton und Haley in noch höheren Ämtern im Einflussbereich von Trump garantiert mit Sicherheit weitere desaströse Krieg im Nahen Osten.

 

UN-Botschafterin Nikki Haley legt mit Drohungen nach, Kritik an Israel zu bestrafen

 

Die Stunde hat geschlagen und es steht euch frei, das zu ignorieren – auf eigene Gefahr hin. Jenseits dessen was ich in diesem Aufsatz erläutert habe, lautet eine Schlüsselfrage, wie Trump seiner Basis die kommenden Konflikte verkaufen wird. Und was werden die endgültigen Konsequenzen der kommenden Krieg sein? Ich habe vor, diese beiden Sachen morgen anzusprechen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0