Neue Sanktionen gegen Russland

 

Der größte Neokon im Senat, John McCain, war von dem Ergebnis begeistert: „Wir müssen in diesem Kampf unsere Seite vertreten. Nicht als Republikaner, nicht als Demokraten, sondern als Amerikaner,“ sagte Senator John McCain (R-AZ) vor der Abstimmung. „Es ist an der Zeit, auf die Angriffe Russlands auf die amerikanische Demokratie mit Stärke, Entschlossenheit, gemeinsam und mit Taten zu antworten.“

 

http://www.zerohedge.com/news/2017-06-15/germany-austria-slam-us-sanctions-against-russia-warn-collapse-relations

 

Deutschland und Österreich verurteilen die US-Sanktionen gegen Russland und warnen vor einem Zusammenbruch der Beziehungen

 

von Tyler Durden, 15.06.2017

 

 

Weniger als einen Tag nachdem der US-Senat mit überwältigender Mehrheit neue Sanktionen gegen den Kreml beschlossen hat, haben am Donnerstag Deutschland und Österreich – zwei der größten europäischen Energie-Kunden Russlands – die jüngsten US-Sanktionen gegen Moskau kritisiert und sagen, dass das die europäischen Geschäfte im Zusammenhang mit den russischen Erdgasleitungen beeinträchtigen könnte.

(Der US-Senat hat am Mittwoch mit großer Mehrheit (97 zu 2) neue Sanktionen zur „Bestrafung“ Russlands beschlossen

http://www.zerohedge.com/news/2017-06-14/senate-overwhelmingly-approves-new-sanctions-punish-russia?page=1 )

 

Kurz nach der Senatsabstimmung am Mittwoch, die Schlüsselsektoren der russischen Wirtschaft wegen der „Einmischung in die US-Wahlen 2016“ und der Aggression in Syrien und der Ukraine neue Sanktionen auferlegt, haben in einer gemeinsamen Erklärung der österreichische Kanzler Christian Kern und der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel erklärt, dass das Senatsgesetz dazu diene, die amerikanischen Jobs in der Energiewirtschaft zu sichern und die russischen Gaslieferungen nach Europa zu verdrängen.

 

Gabriel und Kern haben die USA auch beschuldigt, sie würden aus niederen Beweggründen eine Energieblockade vorantreiben, wonach sie versuchen, den amerikanischen Lieferanten von Erdgas auf Kosten ihrer russischen Rivalen zu helfen. Und sie warnten davor, dass eine Strafandrohung für europäische Firmen, die bei dem Nord Stream 2-Projekt teilnehmen „eine völlig neue, sehr negative Dimension in den europäisch-amerikanischen Beziehungen einnehmen könnte.“

 

In ihrem starken Aufruf haben die zwei Vertreter die Vereinigten Staaten dazu gedrängt, die Situation in der Ukraine nicht damit zu vermengen, wer Europa Gas verkaufen kann. „Europas Energieversorgung ist eine europäische Angelegenheit und nicht der Vereinigten Staaten von Amerika,“ sagten Kern und Gabriel. Der Grund warum die Europäer sauer sind: Einige osteuropäische Länder, darunter Polen und die Ukraine, fürchten den Verlust von Durchleitungsgebühren, wenn das russische Gas nicht mehr durch ihr Gebiet strömt sondern über die neu gebauten Pipeline.

 

Zwar sagten die Diplomaten, dass es für Europa und die USA wichtig sei, eine gemeinsame Front in der Ukraine-Frage zu halten, aber „wir können nicht hinnehmen, dass es Drohungen illegaler und außerstaatlicher Sanktionen gegen europäische Firmen gibt.“ Die zwei Vertreter warnten vor Teilen des Gesetzes, die die USA dazu auffordern, weiter gegen die Nord Stream 2-Pipeline zu kämpfen, die russisches Erdgas über die Ostsee nach Deutschland pumpen würde. AP berichtet, dass die Hälfte der Kosten für die neue Pipeline durch den russischen Energieriesen Gazprom bezahlt würde und die andere Hälfte würde durch eine Gruppe getragen, zu denen die britisch-holländische Royal Dutch Shell, der französische Versorger Engie, die österreichische OMV und die deutschen Uniper und Wintershall gehören.

 

Diese Bedenken wurden von dem russischen Energiegiganten Gazprom wiederholt, dessen stellvertretender CEO Alexander Medvedev sagte, dass der Plan des Senats für weitere Sanktionen zu dem Nord Stream 2-Projekt ein Weg sei, um amerikanisches LNG (Flüssiggas) nach Europa zu transportieren. Er sagte auch, dass das Projekt nach Plan verläuft und dass man bereits eine Milliarde Euro von den Nord Stream 2-Partnern erhalten habe, der Großteil davon von Deutschland und Österreich.

 

Wenn man den Medienaufstand in den USA bedenkt, dann ist es unwahrscheinlich, dass der Senat seine Entscheidung zurücknimmt. Es sei denn man beschuldigt ihn, er sei von KGB-Spionen unterwandert und würde mit Putin zusammenarbeiten.

 

Und in der Zwischenzeit kam das frisch hinzu:

 

DER SENAT HAT EINEN GESETZESVORSCHLAG VERABSCHIEDET MIT WEITEREN SANKTIONEN GEGEN RUSSLAND UND DEN IRAN

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Morgentau (Freitag, 16 Juni 2017 20:14)

    Niemand zwingt die EU amerikanische Sanktionen mitzumachen! Oder?

  • #2

    FritztheCat (Samstag, 17 Juni 2017 00:20)

    Der Witz ist gut!

  • #3

    Propapanda (Samstag, 17 Juni 2017 12:57)

    Hihi, @Morgentau, ist das so? ;-)

  • #4

    Christian (Samstag, 17 Juni 2017 13:24)

    Die Mitgliedsstaaten der EU sollen weitere Sanktionen gegen Russland beschließen!??? Das die USA das von EU Staaten fordern ist eine dreiste Frechheit.Es gibt viele EU Staaten die massive Verluste ertragen müssen und das, obwohl es dort ohnehin schon riesige Probleme (Banken, Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten usw... ). Die bisherigen Sanktionen gegen Russland haben diese Staaten zudem sehr getroffen (z.B. Landwirtschaft), und jetzt sollen sie noch mehr ertragen?
    Das ist Teil eines Wirschafskriegs nicht etwa gegen Russland. Das ist ein von den USA angezettelter Wirtschafskrieg der USA gegen die EU. Auf diese Weise versucht die USA die Wirtschaft in der EU - speziell Deutschland und Frankreich, zu schwächen.
    Die USA selbst halten sich nicht an den von ihnen geforderten Sanktionen- sie handeln nich nur weiter wie zuvor mit Russland, nein sie die USA haben den Handel mit Russland sogar gesteigert und streichen nun auch für sich die Gewinne ein, die die EU Staaten zuvor beim Handel mit Russland erwirtschafteten.
    Es ist das alte bekannte britische und US System, das nun nur wieder neu aufgelegt wurde!
    Lest und Lernt die Vergangenheit! Es gab deswegen bereits zwei große heiße Kriege!

  • #5

    Propapanda (Samstag, 17 Juni 2017 13:55)

    @Christian
    "Die Mitgliedsstaaten der EU sollen weitere Sanktionen gegen Russland beschließen!???" - Nein, aber wer gegen US-Sanktionen verstößt, wird anderweitig zur Kasse gebeten und das verstört zunehmenst unsere US-hörige Regierungs-Bagage. Nicht mehr nur dabei, mittendrin - sozusagen.

    Dass das Anglo-Imperium keilt, sieht man nicht zuletzt in Nahost, da wird mit Saudi-Arabien ein 110 Milliarden Deal eingefädelt und ein Konflikt(Trump triumphierte) mit Katar angezettelt, um anschließend einen 16 Milliarden Waffen Deal mit Katar über die Bühne zu bringen.

    #MAGA - überall -, nur nicht dort, wo man es seinen Wählern versprochen hat...(Wenns schön macht?)