http://www.paulcraigroberts.org/2017/06/12/vladimir-putin-powerful-person-world/

 

Wladimir Putin: Die mächtigste Person auf der Welt

 

von Paul Craig Roberts, 12.06.2017

 

 

Es muss herrlich sein, Wladimir Putin und die mächtigste Person auf Erden zu sein. Und wenn man es nicht einmal selbst sagen muss. Die Demokratische Partei der USA sagt es für Putin, zusammen mit der Gesamtheit der westlichen presstituierten Medien. Und die CIA und das FBI sagen es auch. Die russischen Medien müssen nicht mit Putins Macht prahlen. Megyn Kelly, die westlichen Presstituierten und westliche Führer erledigen das für sie: Putin ist so mächtig dass er in der Lage ist, seine Wahl für den Präsidenten der Vereinigten Staaten ins Amt zu heben.

 

Im ernst, wow! Was für eine Macht! Die Amerikaner haben einfach nichts zu melden. Die Amerikaner sind, trotz eines massiven Geheimdienstbudgets und 16 eigener Geheimdienste, zusätzlich zu denen der NATO-Vasallen, überhaupt kein Gegner für Wladimir Putin.

 

Im ernst, echt! Wozu haben wir die CIA? Wozu haben wir das FBI? Wozu taugt der Rest der Dienste? Die Amerikaner täten besser daran, diese inkompetenten, aber teuren „Intelligence-Dienste“ aufzulösen und das Geld als Schmiergeld an Putin zu zahlen, damit der nicht unseren Präsidenten bestimmt. Vielleicht sollte die CIA auf die Knie gehen und Putin bitten, dass er aufhört den Präsidenten der Vereinigten Staaten auszuwählen. Im ernst, wie erniedrigend. Ich halte das kaum aus. Ich dachte wir sind die „einzige Supermacht der Welt, die eine Macht, das exzeptionelle und unverzichtbare Volk.“ Dabei stellt sich heraus, dass wir ein Gratis-Volk sind, regiert vom Präsidenten Russlands.

 

Als die Demokraten, die CIA und die Medien sich dazu entschlossen, ihre PR-Kampagne gegen Trump zu starten, da haben sie nicht erkannt, wie inkonsequent das die Vereinigten Staaten aussehen lässt, wenn man Amerikas Demokratie in die Hände Putins legt. Was haben sie sich dabei gedacht? Gar nichts. Sie waren nur darauf fixiert sicherzustellen, dass Trump nicht den massiven Haushalt des Militär/Sicherheitskomplexes gefährdet, indem er normale Beziehungen zu Russland herstellt.

 

Es gibt kein Anzeichen dafür, dass amerikanische Führung auf irgendeinem Gebiet des Denkens fähig ist. Seht euch die Wall Street und die Führung der Konzerne an. Um die Aktienkurse nach oben zu treiben, zwang die Wall Street alle Konzerne dazu, ihr Heimatland zu verlassen und die Produktion von Gütern und Dienstleistungen für Amerikaner ins Ausland zu verlagern, wo die Arbeits- und Betriebskosten niedriger sind. Die niedrigeren Kosten haben die Profite und Aktienkurse steigen lassen. Wall Street drohte widerspenstigen Konzernen mit Übernahmen der Firmen, wenn sie sich weigerten ins Ausland zu gehen um ihre Profite zu erhöhen.

 

Weder Wall Street noch die Aufsichtsräte und die Vorstände waren klug genug um zu verstehen, dass die Arbeitsplatzverlagerung auch das US-Konsumenteneinkommen und die Kaufkraft ins Ausland verlagert haben. Mit anderen Worten: Die Finanz- und Geschäftsführung war zu blöd um zu verstehen, dass ohne das Einkommen aus hochwertigen und hoch produktiven US-Jobs die amerikanischen Konsumenten nicht das nötige Einkommen haben um ihre Rolle als Schwungrad für die Wirtschaft fortzuführen.

 

Die Federal Reserve hat den Fehler der Wall Street erkannt. Um den Fehler auszugleichen hat die Fed die Kredite ausgeweitet und ein Ansteigen der Konsumentenkredite erlaubt, damit die Wirtschaft mit Kreditkäufen weiterläuft. Wenn jedoch die Schulden der Konsumenten im Vergleich zum Einkommen hoch sind, dann verschwindet die Fähigkeit zum Kauf weiterer Sachen. Mit anderen Worten: Eine Kreditausweitung ist keine permanente Lösung für das Fehlen von Einkommenszuwachs bei den Konsumenten.

 

Ein Land, dessen Finanz- und Geschäftsführung zu dumm ist um zu verstehen, dass eine Bevölkerung, die zunehmend in Teilzeit-Mindestlohnjobs beschäftigt ist, keine Bevölkerung ist die auf großem Fuß lebt, das ist ein Land dessen Führung versagt hat.

 

Es ist schlicht und einfach unmöglich, die Profite durch Arbeitsplatzverlagerung (Offshoring) zu erhöhen ohne gleichzeitig das US-Konsumenteneinkommen zu verlagern. Daher sind die Profite durch Offshoring nur temporär. Wenn erst einmal genug Jobs ins Ausland verlagert sind, dann ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage gesättigt, die einheimischen Märkte stagnieren und dann schrumpfen sie.

 

Wie ich so oft und seit Jahren gezeigt habe, so wie auch John Williams (shadowstats.com): Die Arbeitsmarktberichte des US-Amtes für Arbeitsstatistiken sind Unsinn. Die Arbeitsstellen in der angeblichen Erholung seit 2009 sind größtenteils Niedriglohn-Dienstleistungsjobs und das Ergebnis eines theoretischen Geburten/Todesmodells. Die angebliche Erholung nach der Finanzkrise 2007-2008 ist die erste Erholung in der Geschichte, in der die Erwerbsquote (Anm.d.Ü.: Anteil der arbeitenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung) gesunken ist. Die Erwerbsquote sinkt, wenn die Wirtschaft wenig Arbeitsplätze bieten kann, und nicht wenn die offenen Stellen steigen.

 

Was wir über US-Jobs wissen: die Jobs sind zunehmend Teilzeit-Mindestlohnjobs. Gemäß einem Nachrichtenbericht der Presstituierten (der stimmen mag oder auch nicht) gibt es in den gesamten Vereinigten Staaten nur 12 Gemeinden, in denen sich eine Person mit Mindestlohn eine Mietwohnung mit einem Schlafzimmer leisten kann.

https://www.theguardian.com/us-news/2017/jun/08/minimum-wage-affordable-housing-rentals-study

 

Als Antwort auf diesen Bericht hat ein Professor der Virginia Tech vorgeschlagen, dass die Regierung höhere Mietzuschüsse anbieten sollte und Programme wie den National Housing Trust Fund (der in bezahlbaren Wohnraum investiert) verstärken sollte.

 

Mit anderen Worten: Der Steuerzahler soll die Kosten für diese Amerikaner übernehmen, weil die US-Konzerne den US-Arbeitsmarkt im Stich lassen. Jene Amerikaner, die noch ein Mittelschichteinkommen besitzen, sollen besteuert werden um das verlorene Einkommen zu ersetzen, das die Offshore-Konzerne und Wall Street den amerikanischen Arbeitern gestohlen haben und sich jetzt keine eigene Wohnung mehr leisten können.

 

Mit anderen Worten: Der Kapitalismus hat bei seinem Verfall jenen Punkt erreicht, wo er ohne öffentliche Subventionen für jene Menschen, die vom Kapitalismus enteignet wurden, nicht mehr existieren kann.

 

Bei zahlreichen Gelegenheiten habe ich darüber geschrieben, wie viele Produktionskosten auf Dritte verlagert werden, etwa auf die Umwelt. Ein beträchtlicher Prozentsatz der Profite der kapitalistischen Konzerne stammt aus der politischen und legalen Möglichkeit, ihre Produktionskosten auf Dritte zu verlagern. Mit anderen Worten: Der Kapitalismus macht Geld, weil er seine Produktionskosten auf die Umwelt und auf Menschen, die nicht von den Profiten profitieren, abwälzen kann. Dafür habe ich viele Beispiele geliefert, insbesondere für das Gebiet der Immobilienentwicklung. Die Bauherren sind in der Lage, einen großen Teil ihrer Kosten auf andere zu verlagern.

 

Diese Kostenverlagerung hat jetzt ein Ausmaß erreicht, das einen an Armageddon denken lässt. Es gibt das Bestreben Trump des Amtes zu entheben und den Kriegshetzer Vizepräsident Pence als Präsidenten einzusetzen. Da Trump mit der Normalisierung der Beziehungen zu Russland Wahlkampf führte, wäre eine Niederlage für den Abbau der Spannungen eine Bekräftigung für die Schlussfolgerung des russischen Militär-Oberkommandos, dass Washington einen nuklearen Erstschlag gegen Russland plant.

 

Das ist das Risiko vor dem die gesamte Welt steht, weil die Macht und der Profit des US-Militär/Sicherheitskomplexes von Krieg und Feinden abhängig sind.

 

Mir anderen Worten: Es gibt nur noch einen Grund für das Bestehen der Vereinigten Staaten von Amerika – das Interesse des Militär/Sicherheitskomplexes – und diese Interessen benötigen einen mächtigen Feind, ob real oder erfunden.

 

Der frühere CIA-Beamte John Stockwell schrieb: „Es ist die Aufgabe der CIA, die Welt instabil zu halten und Propaganda zu treiben und dem amerikanischen Volk beizubringen zu hassen, damit wir dem Establishment ermöglichen, jeden denkbaren Betrag für Waffen auszugeben.“ Der Hass und das Misstrauen gegenüber Russland, mit dem der Westen gegenwärtig zwangsernährt wird, reflektiert die Enthüllung Stockwells. So wie auch der orchestrierte Hass und das Misstrauen gegenüber Moslems, der bei Washingtons kompletter oder teilweiser Zerstörung von sieben Ländern und Billionen Dollar neuer US-Kriegsschulden mitgeholfen hat.

 

Globalisierung, das heißt Arbeitskostenunterschiede über nationale Grenzen hinweg, und die Finanzialisierung, die Umleitung von Konsumenteneinkommen hin zu Zinsen und Gebühren der Banken, hat die US-Wirtschaft zerstört. Die „Gesellschaft mit den Aufstiegsmöglichkeiten“ ist verschwunden. Kinder haben schlechtere wirtschaftliche Aussichten als ihre Eltern. Die Verlagerung der Produktion und der professionellen Dienstleistungsjobs wie in der IT-Branche und im Software-Engineering hat die Gesamtnachfrage in den USA einbrechen lassen. Die Kreditausweitung der Federal Reserve war nur eine zeitweilige Galgenfrist.

 

Vormals blühende Gebiete sind zu Ruinen geworden. Die Budgets und Pensionssysteme des Staates versagen. Eine Hochschulausbildung ist nicht mehr bezahlbar. Die wirtschaftlichen Aussichten der Amerikaner sind durch die Globalisierung ausradiert worden. Wenn man weiterkommen will braucht man Beziehungen wie früher in den aristokratischen Systemen. Die hohe Konzentration an Einkommen und Reichtum hat die Demokratie zunichte gemacht. Die Regierung ist nur noch den Reichen verantwortlich.

 

Die amerikanische Führung in Politik und Business hat nicht nur das Bild der US-Souveränität zerstört, indem sie Amerikas Demokratie in die Hände Putins gelegt hat, sondern sie hat auch die ehemals lebendige amerikanische Wirtschaft zerstört, einst von aller Welt beneidet.

 

Wo können die Amerikaner Führung finden? Sicherlich nicht in der Demokratischen Partei, auch nicht in der Republikanischen Partei, auch nicht in den Medien oder in der Unternehmensgemeinschaft. Wie sonst können die USA mit Russland und China konkurrieren, zwei Ländern mit einer guten Führung? Ist Krieg die einzige Antwort auf diese Frage?