http://ronpaulinstitute.org/archives/neocon-watch/2017/november/03/state-departments-new-victoria-nulandis-just-like-the-old-victoria-nuland/

 

 Der Nachfolger von Victoria Nuland im Außenministerium – ist wie die alte Victoria Nuland!

 

Von Daniel Adams, 03.11.2017 for Ron Paul Institute (Die Unterstreichungen sind Verknüpfungen im Original)

 

 

Gestern hat Außenminister Rex Tillerson den neuen Staatssekretär für europäische und eurasische Angelegenheiten im Außenministerium vereidigt. Dr. A. Wess Mitchell wird zum Top-Diplomaten der Trump-Regierung für Europa, „verantwortlich für die diplomatischen Beziehungen zu 50 Ländern in Europa und Eurasien, und mit der NATO, der EU und der OSZE.“

 

Der Leser wird sich daran erinnern, dass diese Position während der Obama-Regierung bis vor kurzem von von dem Mitglied der Neokon-Familie Kagan besetzt wurde, Victoria Nuland, sie war die wichtigste Umsetzerin und Gebäck-Lieferantin für den US-gestützten Staatsstreich der gewählten Regierung der Ukraine. Die aggressiv anti-russische Haltung von Victoria Nuland war ein Markenzeichen der Neokon-Haltung und sie hat die Ideologie durch ihre „Geburtshilfe“, nach ihren eigenen Worten, in die Tat umgesetzt. Es war ein illegaler Wechsel der Regierung in der Ukraine.

 

Es war Nulands Staatsstreich, der das Fundament für einen steilen Verfall der US-russischen Beziehungen gelegt hat, Washingtons Neokons verbreiteten die falsche Behauptung, „Russland ist in die Ukraine einmarschiert“. Damit wurde die Tatsache verhüllt, dass es die US-Regierung war, die sich in die ukrainischen Angelegenheiten eingemischt hatte. Der Staatsstreich war blutig und kontrovers, er hat das Land praktisch bis heute gespalten. Die Ukraine ist durch diese Verschwörung der Neokons nicht aufgeblüht, sie befindet sich im wirtschaftlich freien Fall, seit die US-Regierung ihre bevorzugten Politiker an die Macht gehievt hat.

 

Momentan hört man nicht viel über die Ukraine, denn die Neokons reden nicht gerne über ihre Fehler. Aber die Korruption der von den USA eingesetzten Regierung hat das Land gelähmt, extrem nationalistische Elemente, die das Herzstück der neuen Elite bilden, haben ein neues Bildungsgesetz erlassen, das gegenüber der uralten ungarischen Bevölkerung, die nach den willkürlich gezogenen Grenzen nach dem 2. Weltkrieg gefangen waren, so bösartig ist, dass die ungarische Regierung eine weitere Integration der Ukraine in die NATO blockiert. Und ein neuer „Maidan“-Protest nimmt in Kiew ständig an Fahrt auf, auch wenn die Kameras des Westens dieses Mal nicht interessiert sind.

 

Zum Glück hat Trump die Wahl gewonnen, weil er versprochen hatte, die Beziehungen zu Russland zu verbessern und den von den Neokons in der Obama-Regierung angeheizten neuen Kalten Krieg zu beenden. Als er das von den Neokons ausgeleierte Mantra – die Russen hätten die Ukraine überfallen – direkt anzweifelte, da hat er für Stirnrunzeln gesorgt, was von den Massenmedien verstärkt wurde. Aber Kandidat Trump hat die Köpfe der Neokons echt verwirrt – und die Wähler entzückt – als er sagte, er suche nach Wegen, die US-Sanktionen gegen Russland zu beenden, die von Obama eingeführt wurden. Und er könnte die Krim als russisches Territorium anerkennen.

 

Das führt uns zurück zu Wess Mitchell. Bestimmt würde Präsident Trump, der die Zerstörung durch den anti-russischen Interventionismus der Staatssekretärin für Europa und Eurasien Victoria Nuland gesehen hat, endlich wieder einen vernünftigen Diplomaten auf den Posten setzen, den die nicht vermisste Sekretärin verlassen hat. Dass er jemanden ernennt, der mit jener Linie übereinstimmt, die ihn ins Oval Office gebracht hat, stimmt's?

 

Falsch!

 

Wenn überhaupt, dann könnte sich Wess Mitchell als eine Victoria Nuland auf Anabolika herausstellen. Er war Mitbegründer und CEO des von Neokons dominierten Center for European Policy Analysis (CEPA). Mitchells CEPA wird größtenteils von der US-Regierung finanziert, der NATO, den Mega-Spenden von Neokons und dem militärisch-industriellen Komplex. Der „think tank“ erledigt das Geschäft seiner Spender und findet unter jedem Stein eine russische Bedrohung, die eine Antwort der NATO und der Verteidigungsindustrie erfordert – sonst sind wir verloren!

 

Die neusten größten Hits von Mitchells CEPA? „Die 20 giftigen Taktiken des Kreml“, „Russische Desinformation und anti-westliche Sichtweisen in Rumänien: Wie kämpft man dagegen?“ „Den Informationskrieg gewinnen“, „Allianzen und amerikanische Größe“, „Russlands historische Verzerrungen“, „Was der Kreml am meisten fürchtet“, und so weiter. Ihr wisst wie der Hase läuft. Die Daseinsberechtigung für diese vom neuen Staatssekretär für Europa und Eurasien gegründeten Organisation ist das Anschüren eines neuen (und sehr profitablen) Kalten Kriegs (wenn nicht mehr) mit Russland.

 

Im letzten Monat hat CEPA seine große Konferenz „CEPA Forum 2017“ abgehalten. Zu den Sprechern gehörten politische Schwergewichte aus Zentraleuropa wie der Präsident Lettlands und auch Lt. Gen. Ben Hodges, der kommandierenden General der US-Armee in Europa. Der hielt eine Rede darüber, wie „die Einheit der NATO-Allianz“ „Russlands größte Furcht“ ist. Das Großereignis wurde, wie man erwarten konnte, von den Kriegsfirmen Raytheon und Lockheed-Martin gesponsert. Aber überraschenderweise kam auch Geld von der ungarischen Regierung unter Viktor Orban, der in Zentraleuropa als eine Art Außenseiter angesehen wird, der sich dem intensiven Russland-Hass der Balten und Polen verweigert.

 

Die sicher sehr teure Konferenz wurde von nicht weniger als drei ungarischen Regierungsabteilungen gesponsert: der ungarischen Botschaft in Washington D.C., dem Hungarian Institute for Foreign Affairs and Trade und der ungarischen Präsidentschaft der Visegrad-Gruppe. Nochmal, bedenkt man den Ruf des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, sich den Neokon-Ansichten gegenüber Russland zu entziehen, so überrascht es, dass so viel ungarisches Steuergeld in die gehässig anti-russische CEPA-Konferenz fließt. Vielleicht hat es etwas mit der Tatsache zu tun, dass der vor kurzem entlassene ungarische Botschafter in Washington, Réka Szemerkényi, kürzlich zum Vizepräsidenten von CEPA ernannt wurde. Hmm. Das gibt zu denken.

 

Aber zurück zu Mitchell. Der gründet also einen Neokon Denkpanzer, finanziert von der NATO, die verzweifelt auf der Suche nach neuen Aufträgen ist und von einem militärisch-industriellen Komplex, der verzweifelt neue Kriege sucht. Wie steht's mit seinen eigenen Ansichten? Er kann doch nicht so schlimm wie Nuland sein? Simmt's? Falsch! Glücklicherweise ist Staatssekretär Mitchell ein fleißiger Autor, daher kann man leicht seine Gedanken verfolgen. In einem Artikel für „American Interest“ des Neokons Francis Fukuyama mit dem Titel „Räuber an den Grenzen“ warnt Mitchell: „Von der Ostukraine und dem Persischen Golf bis zum Südchinesischen Meer modernisieren die großen Rivalen der Vereinigten Staaten ihre militärischen Kräfte, schnappen sich strategische Ländereien und bedrohen verwundbare US-Alliierte.“

 

Mitchell weiter, ganz im Stil der Grundprinzipien der Neokons:

 

Allmählich betritt die Welt den Weg zum Krieg. Seit den 1980ern waren die Bedingungen für eine große internationale militärische Krise nicht so reif. Nicht seit den 1930er Jahren hat die Welt das Entstehen mehrerer großer, räuberischer Staaten erlebt, die entschlossen sind, die globale Ordnung zu ihrem Vorteil umzugestalten.

 

Wir befinden uns auf einem Kriegspfad, wie wir es seit den 1930ern nicht erlebt haben! Und warum sind unsere „Feinde“ so darauf versessen, uns zu zerstören? Weil wir so isolationistisch sind!

 

Mitchell schreibt: „In den letzten Jahren haben Russland, China und in gewissem Maße der Iran gespürt, dass sich die Vereinigten Staaten in den entsprechenden Regionen zurückziehen...“

 

Wir „ziehen uns zurück“?

 

Was können wir da tun? Mitchell erledigt wieder einmal das Geschäft seiner Zahlmeister und gibt den Rat, dass der einzige Weg, wie wir uns selbst retten können, der ist … mehr für das Militär ausgeben:

 

Die Vereinigten Staaten sollten daher ihr nukleares Arsenal erhalten und modernisieren. Sie müssen eine glaubwürdige erweiterte nukleare Abschreckung aufrechterhalten, zu einer Zeit, in der revisionistische Staaten schrittweise ihre Einfluss- und Kontrollsphäre erweitern und näher an US-Alliierte heranrücken, wenn nicht gegen sie. Darüber hinaus sollten sie die ihnen zur Verfügung stehenden begrenzten taktischen Nuklearwaffen benutzen und sie unter den Abkommen der 'nuklearen Teilhabe' in den verwundbarsten und fähigsten Frontstaaten stationieren (z.B Polen und Japan).“

 

Das ist unser neuer Staatssekretär für Europa und Eurasien. Unser Top-Diplomat für Europa. Die einzige Lösung ist eine militärische Lösung. Präsident Trump, gewählt, um die endlosen Kriege zu beenden, um bessere Beziehungen zu Russland zu schmieden, um die „angestaubte“ Nato abzuwickeln. Präsident Trump hat Victoria Nuland mit etwas viel Gefährlicherem und Furchteinflößendem ersetzt. Verdammt gute Arbeit, Mr. President!

 

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