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Das Sumpf-Spektakel

 

von James Howard Kunstler, 03.11.2017

 

 

Was Amerika jetzt gerne erfahren würde: Wie kann es sein, dass Hillary Clinton keine juristischen Probleme hat? Warum untersuchen die Ermittler des Justizministeriums nicht die finanziellen Aufzeichnungen der Clinton Foundation? Man möchte meinen, dass jemand herausfinden will, wie über $120 Mio. an „wohltätigen“ russischen Spenden etwa zu der Zeit auf ihre Konten gelangt sind, als die Außenministerin HRC den Uranium One-Handel genehmigt hat. Im Vergleich dazu sieht die Zahlung von $500.000 an Bill Clinton für eine Rede zur selben Zeit nur wie Wechselgeld aus.

 

Ganz zu schweigen (nun, ich werde nicht schweigen) von dem Spendenfluss aus Saudi Arabien, als HRC einen großen Waffen-Deal genehmigen musste. Oder eine Unzahl anderer Spenden von Ausländern, nur um mit der Ministerin ein Vier Augen Gespräch führen zu dürfen. Hat in der Geschichte der USA irgendein anderes Kabinettsmitglied jemals während der Amtszeit so eine Geldsammel-Orgie veranstaltet? Ich glaube nicht. Vielleicht ist der dreiste Verkauf von Einfluss einfach zu viel für die Gutgläubigkeit von Regierungsermittlern. Und weil wir schon dabei sind – ich möchte wissen, wie der damalige FBI-Direktor Robert Mueller und Präsident Obama über diese Aktivitäten informiert wurden. Oder wurden sie gar nicht informiert?

 

Mr. Mueller muss auch die Fragen zu seiner Beziehung zum früheren FBI-Direktor James Comey beantworten – schließlich war er Mr. Comeys Mentor – und Mr. Comey muss die Fragen für sein eigenartiges und womöglich gesetzwidriges Verhalten zu der Nichtverfolgung wegen HRCs privatem E-Mail Server – dies Entscheidung stand ihm gar nicht zu – und das berüchtigte Treffen auf dem Flughafen von Phoenix zwischen dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und der Justizministerin Loretta Lynch, etwa zu der selben Zeit als die Untersuchung zu den E-Mails auf dem Höhepunkt war.

 

Jetzt haben wir die Neuigkeiten von Donna Brazile, der Vorsitzenden der Demokratischen Partei, die kam und ging, dass die Vorwahlen von Funktionären von HRC trickreich die Kontrolle für ihre Nominierung gekauft haben. Von dem Getue über das „Dossier“ von Christopher Steele wollen wir gar nicht reden, worin angeblich heikle sexuelle Details über Donald Trump in Moskau erschienen, oder die Aktivitäten von Tony Podestas DC Lobby-Firma in der Ukraine – Tony, der Bruder von John Podesta, Clintons Wahlkampfchef, dessen E-Mails eine reiche Fundgrube für die Spürhunde des Justizministeriums wären – wenn sie denn tatsächlich ihre Arbeit erledigen würden.

 

Ich schreibe das als immer noch registrierter Parteigänger der Demokraten – obwohl ich mich jetzt als deren Feinde betrachte, dennoch bin ich nicht auf Trumps Seite. Gibt es da draußen Leute wie mich, die beide Parteien lieber auf dem Müllhaufen der Geschichte sehen würden? Natürlich würde das auch bedeuten, eine ganze Ladung schrecklicher Ideen und Ansichten loszuwerden, nicht nur zwei clownisch irre Persönlichkeiten. Identitätspolitik, Nullzinspolitik, amerikanischer Exzeptionalismus, endlose Schulden, Nation-Building in fremden Ländern, FASB 157 (Anm.d.Ü.: ein fragwürdiger Bewertungsstandard im Finanzwesen), Sanctuary Cities (Zufluchtsstädten für illegale Einwanderer), Title IX Zwang, das Absahnen im Gesundheitswesen und der höheren Bildung, Marktinterventionen, unklare Grenzen... das ist nur ein Teil der Last, die zusammen mit den beiden Parteien über Bord geworfen muss.

 

Watergate sieht langsam wie ein idyllisches und einfaches Brettspiel aus, verglichen mit RussiaGate. Nicht nur sind beide Parteien auf die eine oder andere Art in verschiedene zwielichtige Vorhaben, Verschwörungen und Intrigen verstrickt, sondern das Justizministerium und seine Zweigstelle, das FBI, sehen bei einer Reihe von Vertuschungen und Ablenkungsmanövern schuldig aus. Wenn das Justizministerium dazu nicht in der Lage ist, wer soll es dann lösen?

 

Das ganze Spektakel bewegt sich auf eine Verfassungskrise zu, die das System ausspülen könnte wie ein todesmutiger Kaffee-Einlauf. Es könnte die Stimmung entstehen, Mueller solle zurücktreten – wenn Trump nicht die rasche Entscheidung trifft, ihn ganz einfach zu feuern. Letzteres könnte gewiss zu einer Verfassungskrise führen, einschließlich einer Amtsenthebung von Trump mittels dem 25 Verfassungszusatz. Wenn das geschieht, dann werden wir uns in einer neuen Art von Bürgerkrieg befinden.

 

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